Barsch angeln im Herbst: Schwärme finden, Köder wählen

Barsch angeln im Herbst: Von September bis Dezember kühlt das Wasser von 18 auf 4 °C ab. Wo die Schwärme dann stehen, welche Köder fangen und wann sie beißen.

Raubfisch Veröffentlicht am 8 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Warum der Herbst die beste Barschzeit ist
  2. Der Herbst in drei Phasen
  3. Wo stehen Barsche im Herbst?
  4. Schwärme finden: Vögel, Raubzüge und Echolot
  5. Die besten Köder im Herbst
  6. Die Führung wird mit jedem Grad langsamer
  7. Tageszeit und Wetter im Herbst
  8. Barsch vom Ufer im Herbst
  9. Das passende Gerät
  10. Typische Fehler beim Barschangeln im Herbst
  11. Fazit: den Schwärmen folgen, vom Flachen in die Tiefe
  12. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurzantwort: Barsch angeln lohnt im Herbst am meisten von Ende September bis Ende November bei 15–7 °C Wassertemperatur. Die Barsche stehen in großen Schwärmen und fressen sich Reserven an, die Chance auf Fische über 40 cm ist jetzt am größten.
  • Standplatz: im September flach (1–4 m) mit Raubzügen an der Oberfläche, im Oktober und November an Kanten (2–8 m), im Dezember tief an den Winterplätzen.
  • Köder: zunächst etwas größer, Gummifisch 7–10 cm, Tail-Spinner und Crankbait. Unter etwa 8 °C wieder kleiner und langsamer mit Drop Shot und Ned Rig.
  • Tageszeit: im Oktober Abenddämmerung und trübe Tage, ab Mitte November der späte Vormittag bis frühe Nachmittag.
  • Anzeiger: Möwen, springende Kleinfische und kochendes Wasser verraten jagende Schwärme.

Warum der Herbst die beste Barschzeit ist

Mit dem kühleren Wasser ändert sich das Verhalten der Barsche deutlich. Im Sommer verteilen sie sich in kleinen, mobilen Trupps. Im Herbst schließen sie sich zu großen Schwärmen zusammen und jagen gemeinsam. Die Brut von Rotauge, Laube und Barsch ist über den Sommer auf 5 bis 10 cm gewachsen und bildet dichte Futterfischschwärme. Die Barsche treiben diese Kleinfische zusammen und fressen sich vor dem Winter Reserven an.

Wo ein Barsch beißt, stehen deshalb fast immer weitere. Und die großen Barsche jagen jetzt zusammen mit den kleinen, weil die Beute für alle reicht. Darum fallen im Herbst die meisten Barsche über 40 cm. Wie sich die Beißzeiten über das ganze Jahr und über den Tag verteilen, zeigt der Ratgeber Barsch angeln: beste Zeit.

Der Herbst in drei Phasen

Zwischen Anfang September und Ende Dezember fällt die Wassertemperatur in Seen des Flachlands von rund 18 auf 4 °C. Die Barschschwärme folgen dabei ihrer Beute vom Flachen in die Tiefe, und mit dem Platz ändern sich Köder und Führung.

Zeitachse von September bis Dezember: oben eine fallende Kurve der Wassertemperatur von 18 auf 4 Grad, Oktober und November als beste Zeit hervorgehoben. Unten ein Tiefenprofil, in dem der Barschschwarm von 1 bis 4 Metern im September über 2 bis 6 und 4 bis 8 Meter bis auf 6 bis 10 Meter im Dezember absinkt. Darunter je Monat die passenden Köder.
Der Schwarm sinkt mit der Temperatur, die besten Wochen liegen im Oktober und November.
PhaseWasserWo der Schwarm stehtKöderFührung
September18–15 °Cflach, 1–4 m, Krautkanten, Stege, über PlateausSpinner, Crankbait, Tail-Spinner, Gummi 5–8 cmzügig, mit Stopps
Oktober15–11 °CKanten und Plateaurand, 2–6 m, bei den BrutschwärmenGummifisch 7–10 cm, Tail-Spinneraggressiv faulenzen, Sprünge
November11–7 °Ctiefere Kanten, 4–8 m, im Fluss Häfen und BuhnenGummi am Jigkopf, Drop Shotruhiger, längere Pausen
Dezember7–4 °Ctiefste Stellen, 6–10 m, WinterplätzeDrop Shot, Ned Rig, Wurmsehr langsam

Die Monate verschieben sich je nach Gewässer und Wetter um einige Wochen. Ein flacher, kleiner See kühlt schneller ab als ein tiefer, großer. Verlässlicher als der Kalender ist das Thermometer. Viele Echolote zeigen die Wassertemperatur an der Oberfläche direkt an.

Wo stehen Barsche im Herbst?

Der Barsch folgt im Herbst zwei Dingen, seiner Beute und der Temperatur. Solange das Kraut noch steht, verstecken sich die Brutfische darin, und die Barsche jagen an den Krautkanten. Stirbt das Kraut ab, ziehen die Kleinfische ins offene Wasser und an die Kanten, und die Barsche mit ihnen.

GewässerHerbstplätze
SeeKrautkanten, Kanten zwischen 2 und 8 m, Plateaus und Unterwasserberge, Stege, im Freiwasser über Brutschwärmen
FlussBuhnenfelder, Hafenbecken, Einmündungen von Kanälen und Bächen, Kehrwasser hinter Brücken
KanalSpundwände, Steinschüttungen, Wendebecken, Häfen und Liegestellen
Talsperresteile Kanten, Einläufe, Bereiche um Vorsperren und Staumauern

In tiefen Seen, die im Sommer geschichtet sind, kommt eine Besonderheit hinzu. Im Herbst kühlt das Oberflächenwasser so weit ab, bis sich der See von oben bis unten durchmischt (Herbstzirkulation). Danach ist auch das Tiefenwasser wieder sauerstoffreich, und Futterfische wie Barsche können wieder tiefer stehen als im Sommer. Ab diesem Punkt lohnt die Suche an den tiefen Kanten.

Schwärme finden: Vögel, Raubzüge und Echolot

Ein Barschschwarm verrät sich im Herbst oft selbst. Die Zeichen sind:

  • Möwen und Seeschwalben, die an einer Stelle kreisen und ins Wasser stoßen. Sie fressen die Kleinfische, die von unten an die Oberfläche getrieben werden.
  • Springende Kleinfische und plötzlich kochendes Wasser, oft nur für wenige Sekunden.
  • Haubentaucher und Kormorane, die immer wieder an derselben Stelle tauchen. Sie jagen dieselbe Beute wie die Barsche.

Wer einen solchen Raubzug sieht, wirft sofort einen schnellen Köder an den Rand des Getümmels. Ein Tail-Spinner oder ein Gummifisch am schwereren Kopf fliegt weit genug. Bricht der Raubzug ab, steht der Schwarm meist noch darunter. Ein paar Würfe mit absinkendem Köder bringen oft noch Fische.

Ohne sichtbare Raubzüge hilft ein Echolot. Es zeigt Kanten, Futterfischwolken und die Barsche darunter, die als dichte Sicheln oder Klumpen dicht am Grund erscheinen. Vom Ufer arbeitest du die Kanten systematisch in Fächern ab, bis die ersten Bisse kommen.

Die besten Köder im Herbst

Im Herbst darf der Köder größer werden als im Sommer. Die Beutefische sind gewachsen, und große Barsche nehmen jetzt gezielt größere Happen. Mit fallender Temperatur kippt das Bild allerdings wieder. Ab etwa 8 °C fangen kleine, langsam geführte Köder besser.

KöderGröße, GewichtWannStärke
Gummifisch am Jigkopf7–10 cm, Kopf 5–14 gSeptember bis Novembergroße Barsche, Kanten, jede Tiefe
Tail-Spinner10–20 gSeptember, OktoberWeitwurf zu Raubzügen, schnelles Absuchen
Crankbait, kleiner Wobbler4–6 cmSeptember, OktoberKrautkanten und Stege, flach
SpinnerGr. 2–3Septemberflache Raubzüge, warmes Restwasser
Drop Shot5–8 cmNovember, Dezemberträge Fische an tiefen Kanten
Ned Rig5–7 cmNovember, Dezembervorsichtige Fische am Grund
Rotwurm, Tauwurman Pose oder Drop Shotganzer Herbstsicher, auch an kalten Tagen

Die Farbe richtet sich im Herbst oft nach dem Wetter. Nach Regen und Sturm ist das Wasser trüber, dann fangen Weiß, Chartreuse und Firetiger. Bei klarem Wasser und Sonne passen natürliche Dekore, die der Brut ähneln. Die Ködertypen im Einzelnen und ihre Stärken vergleicht der Überblick Beste Köder für Barsch.

Der Savage Gear Fat Minnow T-Tail mit 9 cm bildet eine Elritze nach und passt zur gewachsenen Herbstbrut. Der Fat Tail Spin mit 6,5 cm fliegt weit und erreicht Raubzüge im Freiwasser. Der Gravity Crank läuft laut Hersteller 1,3 bis 1,6 m tief und passt damit zu Krautkanten im frühen Herbst.

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Die Führung wird mit jedem Grad langsamer

Im September und Oktober reagieren die Barsche auf schnelle, unregelmäßige Führung. Faulenzen mit kurzen, harten Sprüngen, ein Tail-Spinner im Wechsel aus Einkurbeln und Absinken, ein Crankbait mit plötzlichen Stopps. Der Barsch packt oft in dem Moment zu, in dem der Köder zu flüchten scheint.

Ab November ändert sich das. Das Wasser ist kalt, die Schwärme stehen enger und tiefer, und die Fische verfolgen Beute nur noch über kurze Strecken. Die Sprünge werden kürzer, die Pausen länger, und am Drop Shot bleibt der Köder minutenlang an einer Stelle. Bleiben die Bisse am bewährten Platz aus, hilft meist schon eine langsamere Führung.

Tageszeit und Wetter im Herbst

Im September und Oktober liegen die besten Stunden in der Abenddämmerung, oft auch am frühen Morgen. An grauen, windigen Tagen beißt es den ganzen Tag, weil gedämpftes Licht die Jagdzeit der Barsche verlängert.

Ab Mitte November wandert das Beißfenster in die Tagesmitte. Zwischen etwa 11 und 15 Uhr ist das Wasser am wärmsten, und die Barsche fressen am ehesten. Früh morgens nach einer kalten Nacht ist oft wenig los.

Beim Wetter zählen zwei Dinge. Ein stabiler Witterungsabschnitt über mehrere Tage ist besser als ein plötzlicher Kälteeinbruch, nach dem die Barsche oft eine Weile zurückhaltend beißen. Wind, der auf ein Ufer drückt, treibt Plankton und Kleinfische dorthin, und die Barsche folgen. Im Fluss bringt Herbsthochwasser die Fische in die Häfen und Buhnenfelder, wo sie Schutz vor der Strömung finden.

Barsch vom Ufer im Herbst

Für Uferangler ist der Herbst die stärkste Zeit des Jahres. Die Schwärme stehen an Strukturen, die du vom Land erreichst, und kommen bei ihren Raubzügen oft bis dicht unter die Füße.

  • Stege und Bootsanleger: Im September stehen Barsche im Schatten darunter und an den Pfählen.
  • Hafenmauern und Spundwände: Im Fluss und im Kanal sind sie den ganzen Herbst über Hotspots, ab November mit Drop Shot dicht an der Wand.
  • Steinschüttungen: Krebse und Grundeln ziehen die Barsche an, hier fangen Gummikrebse und kurze Gummis am Texas Rig.
  • Steil abfallende Ufer: Hier liegt tiefes Wasser in Wurfweite, im Spätherbst oft der einzige Ort, an dem Uferangler die Schwärme noch erreichen.

Das passende Gerät

Für Köder von 7 bis 10 cm und Tail-Spinner bis 20 g passt eine Spinnrute mit etwa 2,10 bis 2,40 m und 5 bis 25 g Wurfgewicht. Für Drop Shot und Ned Rig im Spätherbst ist eine leichtere Rute mit feiner Spitze angenehmer. Als Hauptschnur hat sich eine geflochtene Schnur um 0,08 mm bewährt, davor ein Fluorocarbon-Vorfach mit 0,20 bis 0,25 mm.

Der Hecht jagt im Herbst an denselben Kanten und Krautfeldern und nimmt einen Barschköder ohne zu zögern. In Hechtgewässern gehört deshalb ein dünnes Stahl- oder Titanvorfach mit 15 bis 20 cm vor den Köder. Gegen Ende des Jahres lohnt außerdem warme, wasserdichte Kleidung, denn wer friert, fischt ungeduldig und zu schnell.

Typische Fehler beim Barschangeln im Herbst

  • Zu lange am Sommerplatz: Der Flachwasserspot vom August ist im November meist leer. Der Schwarm ist an die Kante gezogen.
  • Den Raubzug verpasst: Wer erst den Köder wechselt, wenn die Möwen kreisen, kommt zu spät. Ein schneller Köder sollte vorher montiert sein.
  • Köder zu klein im Oktober: Mit einem 4-cm-Gummi fängst du viele kleine Barsche, die großen nehmen jetzt eher 8 bis 10 cm.
  • Zu schnell im November: Unter 8 °C folgt der Barsch keinem schnellen Köder mehr. Pausen verlängern, Tempo halbieren.
  • Platz nach dem ersten Fisch verlassen: Barsche ziehen im Schwarm. Nach einem Biss dieselbe Stelle gründlich weiter befischen.

Fazit: den Schwärmen folgen, vom Flachen in die Tiefe

Der Herbst belohnt alle, die dem Barsch auf seiner Wanderung folgen. Im September suchst du flach nach Raubzügen, im Oktober und November an den Kanten mit etwas größeren Gummis, und mit dem ersten richtig kalten Wasser wechselst du auf Drop Shot und langsame Führung. Behalte das Thermometer und die Vögel im Blick, dann findest du die Schwärme. Wenn das Wasser auf 4 °C fällt, geht es nahtlos weiter, wie der Ratgeber Barsch angeln im Winter zeigt.

Häufige Fragen

Wann beißen Barsche im Herbst am besten?

Von Ende September bis Ende November, solange das Wasser zwischen etwa 15 und 7 °C liegt. Dann stehen die Barsche in großen Schwärmen, jagen gemeinsam Kleinfische und fressen sich Reserven für den Winter an. Oktober und November bringen die meisten Fische und die besten Chancen auf einen Barsch über 40 cm.

Welcher Köder ist im Herbst für Barsch am besten?

Im September und Oktober Gummifische mit 7 bis 10 cm, Tail-Spinner und kleine Crankbaits, weil die Brutfische über den Sommer gewachsen sind und die Barsche aktiv jagen. Ab November, wenn das Wasser unter etwa 8 °C fällt, werden die Köder wieder kleiner und langsamer: Gummis am Jigkopf, Drop Shot und Ned Rig. Ein Rotwurm fängt die ganze Saison.

Wo stehen Barsche im Herbst?

Im September oft noch flach an Krautkanten, Stegen und über Plateaus, wo sie Brutfische zusammentreiben. Im Oktober und November ziehen die Schwärme an die Kanten und zu den Futterfischen, im Fluss in Häfen, Buhnenfelder und Einmündungen. Im Dezember stehen sie an den tiefsten Stellen ihres Reviers, wo sie auch überwintern.

Wie tief stehen Barsche im Herbst?

Als Richtwert für Seen im Flachland im September 1 bis 4 m, im Oktober 2 bis 6 m, im November 4 bis 8 m und im Dezember 6 bis 10 m. In flachen Seen liegen die Werte entsprechend niedriger, dort suchst du die jeweils tiefsten Mulden und Rinnen. Ein Echolot zeigt Schwärme und Futterfische am schnellsten.

Zu welcher Tageszeit beißt der Barsch im Herbst?

Im September und Oktober vor allem in der Abenddämmerung, an bedeckten und windigen Tagen auch über den ganzen Tag verteilt. Ab Mitte November verschieben sich die besten Stunden in den späten Vormittag und frühen Nachmittag, weil das Wasser dann am wärmsten ist. Nachts beißt der Barsch auch im Herbst kaum.

Kann man im Herbst vom Ufer aus Barsche fangen?

Ja, gut sogar. Stege, Hafenmauern, Spundwände, Steinschüttungen und steil abfallende Ufer liegen im Herbst oft genau auf dem Weg der Schwärme. Mit einem Tail-Spinner oder einem Gummifisch am 7- bis 10-g-Kopf erreichst du auch die Kante in 30 bis 40 m Entfernung.

Welche Farbe fängt im Herbst auf Barsch?

Bei klarem Wasser natürliche Dekore wie Barsch, Weißfisch, Motoroil oder Silber, die zur Brut passen. Nach Regen und Herbststürmen ist das Wasser oft trüber, dann fangen Weiß, Chartreuse, Orange und Firetiger besser. An grauen Tagen hebt sich ein heller Köder mit Kontrast gut ab.

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