Das Wichtigste in Kürze
- Kurzantwort: Beim Barsch im Stillwasser passen 7–14 g, im flachen Wasser bis 3 m reichen 5–7 g.
- Vom Ufer auf Zander: 10–20 g in See und Kanal, 20–40 g im Fluss mit Strömung.
- Vom Boot: vertikal 5–20 g, je nach Tiefe und Drift.
- Die Regel: Das Blei muss bei straffer Schnur am Grund liegen bleiben. Hüpft es beim Zittern mit, fehlt Gewicht.
- Form und Material: Stabblei für Steine, Tropfenblei für weichen Grund. Tungsten ist bei gleichem Gewicht rund 40 % kleiner als Blei.
Welches Gewicht beim Drop Shot?
Das passende Drop-Shot-Gewicht hängt vor allem an der Tiefe und am Zug, den Strömung, Wind und Schnur auf die Montage bringen. Der Zielfisch spielt nur indirekt hinein, weil Barsch und Zander an unterschiedlichen Stellen und mit unterschiedlicher Wurfweite befischt werden.
| Situation | Bleigewicht | Warum |
|---|---|---|
| Flaches Stillwasser bis etwa 3 m, Barsch | 5–7 g | wenig Schnur im Wasser, kaum Zug |
| Steg, Spundwand, Hafenbecken mit senkrechter Schnur | 5–10 g | Blei liegt direkt unter der Rutenspitze |
| See und Kanal, Barsch-Standard | 7–14 g | mittlere Tiefe, moderate Wurfweite |
| Boot, vertikal | 5–20 g | steigt mit Tiefe und Drift |
| Ufer an See und Kanal, Zander | 10–20 g | weiter Wurf, flacher Schnurwinkel |
| Ufer am Fluss mit Strömung | 20–40 g | Strömung drückt auf Schnur und Köder |
Wer ohne Erfahrungswerte startet, nimmt 10 g für Barsch und 15 g fürs Ufer auf Zander und korrigiert von dort in Schritten von 3 bis 5 g. Eine kleine Auswahl in 7, 10, 14 und 20 g deckt fast alle Stillwasser-Situationen ab.
Die Grundregel: Grundkontakt bei straffer Schnur
Beim Drop Shot ist das Blei der Anker der Montage. Es liegt am Grund, der Haken sitzt 20 bis 50 Zentimeter darüber, und du bewegst den Köder nur mit der Rutenspitze. Das funktioniert genau so lange, wie das Blei an seinem Platz bleibt, während die Schnur gespannt ist.
Das richtige Gewicht ist deshalb das leichteste, das bei straffer Schnur liegen bleibt.

Ist das Blei zu leicht, wandert es bei jedem Zupfer mit. Der Köder verlässt die Stelle, an der du ihn haben willst, die Schnur bildet einen Bogen und kleine Bisse kommen nicht mehr in der Rutenspitze an. Im Fluss treibt die Montage im schlimmsten Fall ungebremst ab.
Ist es zu schwer, steigt die Zahl der Hänger, das Blei gräbt sich in weichen Grund ein und leichte Ruten kommen beim Wurf an ihre Grenze. Außerdem sitzt der Haken fest an der Hauptschnur. Ein Fisch, der mit dem Köder wegschwimmt, zieht also gegen das Blei, und je schwerer es ist, desto mehr Widerstand spürt er.
Was das Gewicht nach oben treibt
Sechs Größen entscheiden, wie viel Zug auf der Montage liegt. Jede für sich verschiebt das richtige Gewicht um ein paar Gramm, mehrere zusammen schnell um das Doppelte.
| Faktor | Wirkung | Anpassung |
|---|---|---|
| Tiefe | mehr Schnur im Wasser, größerer Bogen | vom Boot etwa 1 g je Meter als Startwert im Stillwasser |
| Strömung | drückt auf Schnur, Köder und Blei | im Fluss 20–40 g, an Buhnenköpfen eher mehr |
| Wind und Drift | Boot treibt, Schnur steht schräg, vom Ufer bildet Seitenwind einen Bogen | 3–5 g mehr, Rutenspitze tief halten |
| Wurfweite | flacher Schnurwinkel, Zug Richtung Ufer | Uferfischen startet bei 10 g |
| Schnurstärke | dicke Schnur bietet mehr Fläche | dünnes Geflecht von 0,08–0,12 mm erlaubt leichtere Bleie |
| Grund | Steine klemmen, Schlamm schluckt | auf Hängergrund so leicht wie möglich und schlanke Form |
Der Startwert von etwa einem Gramm je Meter Wassertiefe stammt aus dem Vertikalangeln und gilt nur für ruhiges Wasser bei senkrechter Schnur. Bei 8 Metern Tiefe beginnst du also mit 8 bis 10 g und legst nach, sobald das Boot driftet oder die Schnur schräg ins Wasser läuft.
Die Strömung schlägt alle anderen Faktoren. Am Fluss kann dieselbe Stelle morgens mit 20 g funktionieren und nach kräftigem Regen 35 g verlangen, weil der Pegel gestiegen ist und das Wasser schneller fließt. Wer am Fluss fischt, hat deshalb immer zwei, drei schwerere Gewichte dabei.
Ufer oder Boot: der Schnurwinkel entscheidet
Vom Boot und vom Steg steht die Schnur nahezu senkrecht über dem Blei. Der Zug wirkt nach oben, und solange die Schnur nur leicht gespannt ist, bleiben schon 5 bis 10 g zuverlässig liegen. Deshalb kommen Barschangler an Spundwänden und im Hafen mit sehr leichten Bleien aus.
Vom Ufer liegt die Schnur nach dem Wurf flach im Wasser. Jeder Zug an der Rute zieht das Blei waagerecht zu dir heran, und das Wasser drückt zusätzlich auf die lange Schnurstrecke. Deshalb braucht dieselbe Montage vom Ufer deutlich mehr Gewicht. Wie sich Abstand, Führung und Spots beim Uferfischen auf Zander verändern, beschreibt der Ratgeber Drop Shot auf Zander vom Ufer.
Für den Barsch gilt dasselbe in kleinerem Maßstab. Kurze Würfe an eine Kante vor dem Steg kommen mit 7 g aus, weite Würfe auf eine Muschelbank in 6 Metern Tiefe eher mit 12 bis 14 g. Die komplette Barsch-Montage mit Haken, Köder und Führung zeigt der Ratgeber Drop Shot auf Barsch.
Bleiform: Stab, Tropfen oder Kugel
Bei gleichem Gewicht verhalten sich die Formen am Grund unterschiedlich, vor allem auf Steinen und in Strömung.
| Form | Stärke | Passender Grund |
|---|---|---|
| Stabblei, lang und schlank | zieht sich leichter aus Spalten, kippt beim Zupfen und bewegt den Köder mit | Steine, Muschelbänke, Steinpackungen |
| Tropfenblei (Tear Drop) | kompakt, liegt ruhig und stabil | Sand, Kies, weicher Grund |
| Kugelblei | rundum gleich, rollt aber leicht weg | ruhiges Wasser mit ebenem Grund |
Fast alle Drop-Shot-Bleie werden mit einem Schnurclip befestigt. Die Schnur wird eingeklemmt, ein Knoten am Ende verhindert das Herausrutschen, und der Abstand zum Haken lässt sich in Sekunden ändern. Wie lang dieser Abstand sein sollte und welches Material für das Vorfach passt, erklärt der Ratgeber Drop-Shot-Vorfach.
Material: Blei, Tungsten oder Zink
Das Material bestimmt, wie groß ein Gewicht bei gleicher Masse ausfällt. Ein kleineres Gewicht verklemmt seltener und lässt sich auf Hängergrund sauberer führen.
| Material | Dichte | Volumen von 10 g | Eigenschaft |
|---|---|---|---|
| Blei | 11,3 g/cm³ | 0,88 cm³ | günstig, weich, der Standard |
| Tungsten (Wolfram) | bis 19,3 g/cm³ | ab 0,52 cm³ | klein und hart, Grundkontakt deutlich spürbar, teuer |
| Messing | 8,4–8,7 g/cm³ | rund 1,2 cm³ | bleifrei, mittlere Größe |
| Zink | 7,1 g/cm³ | 1,40 cm³ | bleifrei und günstig, deutlich größer |
Tungsten spielt seine Stärke beim Barsch und auf steinigem Grund aus. Ein 10-g-Gewicht ist rund 40 Prozent kleiner als eins aus Blei, rutscht leichter über Steine und gibt durch das harte Material jeden Grundkontakt deutlicher in die Schnur. Angel-Tungsten ist meist eine Legierung mit etwas geringerer Dichte als reines Wolfram, bleibt aber klar kleiner als Blei. Der Preis liegt bei einem Mehrfachen des Bleigewichts, an Stellen mit vielen Abrissen summiert sich das.
Zink und Messing sind die bleifreie Wahl. Manche Gewässerordnungen untersagen Blei, und wer an hängerreichen Stellen viele Gewichte verliert, lässt ungern Blei im Wasser. Zink ist dabei der größte Kompromiss beim Volumen. Ein 10-g-Zinkgewicht ist rund 60 Prozent größer als ein Bleigewicht.
Drei Gewichte decken die typischen Fälle ab. Das Balzer Shirasu Drop Shot Blei Long in 20 g ist ein Stabblei mit Schnurclip, das laut Balzer beim Zupfen kippt und den Köder dabei bewegt. Es passt fürs Ufer und den Fluss. Das Spro Tungsten Camo Tear Drop mit 7,2 g ist die kompakte Tropfenform für den Barsch. Das Jenzi Blei-Frei Drop-Shot aus Zink kommt in 10 g zu dritt in der Packung.
Passt das Blei zur Rute?
Das Wurfgewicht der Rute begrenzt, wie schwer die Montage werden darf. Gerechnet wird mit allem, was am Ende der Schnur hängt, also Blei plus Haken plus Köder. Ein Gummiköder von 7 Zentimetern wiegt meist nur wenige Gramm, das Blei macht den Großteil aus.
| Rute | typisches Wurfgewicht | passende Bleie |
|---|---|---|
| Barsch-Drop-Shot, 1,90–2,40 m | 5–20 g | 5–14 g |
| Ufer auf Zander, 2,40–2,75 m | 10–40 g | 10–30 g |
| Fluss, schwere Spinnrute | bis 50–60 g | 20–40 g |
Ein Rechenbeispiel: 14 g Blei, ein Haken der Größe 4 und ein 7-Zentimeter-Gummiköder ergeben zusammen knapp 18 g. Mit einer Rute bis 20 g bist du damit am oberen Rand. Für weite Würfe mit dieser Montage wäre eine Rute bis 28 g die entspanntere Wahl, weil kräftige Würfe am Limit den Blank stark belasten.
Umgekehrt verliert eine Rute mit 40 g Wurfgewicht viel Gefühl, wenn du ein 7-g-Blei daran fischst. Die Spitze reagiert dann kaum auf den Grund, und kleine Barschbisse gehen unter. Rute und Bleigewicht gehören deshalb zusammen geplant.
So prüfst du das Gewicht am Wasser
Ob das Gewicht passt, zeigt sich in den ersten zwei, drei Würfen. Achte auf diese Signale:
- Absinken. Nach dem Wurf oder beim Ablassen erschlafft die Schnur in dem Moment, in dem das Blei aufschlägt. Kommt dieser Moment nicht klar an, ist das Blei zu leicht oder der Schnurbogen zu groß.
- Straffen. Die Rutenspitze biegt sich leicht, das Blei bleibt liegen. Kommt es dabei schon auf dich zu, fehlt Gewicht.
- Zittern. Schüttle die Spitze ein paar Sekunden. Der Köder soll tanzen, das Blei nicht. Springt es mit, legst du 3 bis 5 g nach.
- Abwarten. Lass die Montage eine halbe Minute stehen. Wandert sie mit Strömung oder Wind, ist sie zu leicht für diese Stelle.
- Hänger zählen. Hängt jeder zweite Wurf, wechselst du auf ein leichteres Gewicht, eine schlankere Form oder Tungsten.
Die häufigsten Fehler sind ein einziges Gewicht für den ganzen Tag, ein zu schweres Blei aus Bequemlichkeit und ein Wechsel der Rute, ohne das Gewicht mitzuziehen. Wer an einem Gewässer mit wechselnden Tiefen fischt, wechselt das Blei so selbstverständlich wie die Köderfarbe.
Fazit: mit dem Startwert beginnen, dann in kleinen Schritten anpassen
Pack für den nächsten Drop-Shot-Ausflug vier Gewichte ein, die zu deiner Situation passen: für Barsch im Stillwasser 5, 7, 10 und 14 g, fürs Ufer auf Zander 10, 15, 20 und 28 g, am Fluss bis 40 g. Starte mit dem mittleren Wert und lass das Blei entscheiden. Bleibt es beim Zittern liegen und wandert nicht, ist es richtig, sonst legst du nach. Auf Hängergrund hilft ein schlankes Stabblei oder Tungsten oft mehr als ein anderes Gewicht.
Häufige Fragen
Welches Gewicht nimmt man beim Drop Shot?
Beim Barsch im See oder Kanal passen 7 bis 14 g, im flachen Stillwasser bis etwa 3 m reichen 5 bis 7 g. Vom Ufer auf Zander sind es 10 bis 20 g, im Fluss mit Strömung 20 bis 40 g. Vom Boot aus liegen beim Vertikalfischen je nach Tiefe und Drift 5 bis 20 g richtig. Maßstab ist immer, dass das Blei bei straffer Schnur am Grund liegen bleibt.
Wie schwer muss das Drop-Shot-Blei für Zander sein?
Vom Ufer an See und Kanal 10 bis 20 g, im Fluss 20 bis 40 g, weil das Blei geworfen werden und danach gegen den Zug der Schnur am Platz bleiben muss. Vom Boot reichen beim Vertikalangeln meist 10 bis 20 g. Für den ersten Uferversuch im Stillwasser ist ein 15-g-Blei ein guter Startpunkt.
Welche Drop-Shot-Gewichte braucht man für den Anfang?
Eine kleine Auswahl in 7, 10, 14 und 20 g deckt Barsch und Zander im Stillwasser vom Ufer und vom Boot ab. Wer am Fluss fischt, ergänzt 28 und 35 g. Mehrere Bleie einer Form sind dabei sinnvoller als viele Formen in einem Gewicht, denn am Wasser wechselst du deutlich öfter das Gewicht als die Form.
Stabblei oder Tropfenblei beim Drop Shot?
Das Stabblei ist die bessere Wahl auf Steinen, Muschelbänken und Hängergrund, weil es schlank ist und sich leichter aus Spalten zieht. Das Tropfenblei liegt kompakt und ruhig auf Sand, Kies und weichem Grund. Kugelbleie rollen auf glattem Grund und an Kanten gern weg, sie passen eher ins ruhige Wasser.
Lohnt sich ein Drop-Shot-Gewicht aus Tungsten?
Für Barsch und Hängergrund oft ja. Tungsten ist deutlich dichter als Blei, ein 10-g-Gewicht ist dadurch rund 40 Prozent kleiner. Es verklemmt seltener zwischen Steinen und gibt den Grundkontakt durch das harte Material deutlicher in die Schnur. Dafür kostet es ein Mehrfaches eines Bleigewichts, was bei hohem Hängerverlust ins Gewicht fällt.
Woran erkenne ich, dass das Drop-Shot-Blei zu leicht ist?
Das Blei hüpft beim Zittern mit der Rutenspitze vom Grund, die Montage wandert ohne dein Zutun mit Strömung oder Wind, und du spürst den Aufschlag nach dem Absinken kaum. Dann fehlen meist 3 bis 5 g. Zu schwer ist es, wenn du ständig hängst oder die Rute beim Wurf an ihre Grenze kommt.
Gibt es bleifreie Drop-Shot-Gewichte?
Ja, aus Zink, Messing und Tungsten. Zink ist günstig, aber mit gut 7 g pro Kubikzentimeter deutlich leichter als Blei, ein 10-g-Gewicht wird dadurch rund 60 Prozent größer. Messing liegt dazwischen, Tungsten ist kleiner als Blei. Wo eine Gewässerordnung Blei untersagt, sind diese Materialien die Alternative.