Gummizug in die Stipprute einbauen: Montage in 7 Schritten

Gummizug in Stipprute und Kopfrute einbauen: Spitze kürzen, PTFE-Buchse setzen, Gummi einfädeln, Konnektor knoten, Vorspannung einstellen. Mit Stärken.

Friedfisch Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Wofür der Gummizug da ist
  2. Kopfrute oder Teleskoprute?
  3. Das brauchst du
  4. Welche Gummizug-Stärke für welchen Fisch?
  5. Der Aufbau im Top-Kit
  6. Schritt für Schritt: Gummizug einbauen
  7. Die Vorspannung richtig einstellen
  8. Pflege und Wechsel
  9. Typische Fehler beim Einbau
  10. Fazit: kurz kürzen, sauber führen, leicht spannen
  11. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurzantwort: Einen Gummizug montierst du in 7 Schritten: Spitze kürzen, PTFE-Buchse setzen, Stopper anpassen, Gummi einfädeln, Konnektor knoten, unten befestigen, Vorspannung einstellen.
  • Rute: Der Gummizug gehört in das Top-Kit einer Kopfrute. Teleskopruten eignen sich nur eingeschränkt.
  • Stärke: Vollgummi 2–4 für Ukelei, 4–8 für Rotauge und Brasse, 8–10 für gemischte Fänge, 12–16 für Karpfen.
  • Länge: zwei Rutenteile plus 20–30 cm Zugabe für Knoten und Spannung.
  • Vorspannung: leicht, der Gummi liegt gestreckt im Blank und läuft nach dem Herausziehen sofort zurück.

Wofür der Gummizug da ist

Eine Stipprute hat weder Rolle noch Bremse. Zieht ein Fisch, muss etwas nachgeben, sonst reißt das feine Vorfach oder der Haken schlitzt aus. Diese Aufgabe übernimmt der Gummizug: ein elastisches Band, das durch die hohle Spitze der Rute läuft und am Ende einen Konnektor für die Montage trägt. Bei einer Flucht dehnt er sich aus der Spitze heraus und federt den Zug ab, danach zieht er sich wieder in die Rute zurück.

Das Prinzip und die Grundausrüstung zum Stippen erklärt der Ratgeber Stippangeln für Anfänger. Hier geht es um den Einbau: wie du einen neuen Gummizug montierst, welche Stärke du wählst und wie du ihn richtig spannst.

Kopfrute oder Teleskoprute?

Ein Gummizug sitzt im Top-Kit einer Kopfrute, also in den obersten ein bis zwei Teilen, die als Einheit abgenommen werden. Diese Teile sind innen hohl und weit genug, damit der Gummi frei laufen kann. Viele Kopfruten haben mehrere Top-Kits, sodass du verschiedene Gummistärken griffbereit hast und je nach Fisch nur das Oberteil wechselst.

Bei einer Teleskop-Stipprute ist das Spitzenteil sehr dünn. Für eine Buchse müsste es stark gekürzt werden, die Rute wird kürzer und vorn steifer. Es gibt Teleskopruten mit werkseitig eingebautem Gummizug, nachrüsten lohnt sich bei einer vorhandenen Teleskopstippe aber selten. Dort ist ein aufgeklebter Stonfo-Verbinder die einfachere Lösung, wie im Ratgeber Stipprute Schnur befestigen beschrieben.

Das brauchst du

TeilAufgabeHinweis
GummizugPuffer zwischen Fisch und RuteStärke nach Zielfisch, meist 3–6 m pro Packung
PTFE-Buchseglatter Austritt an der SpitzeInnendurchmesser knapp größer als der Gummi
Stopper (Bung)hält das untere Ende im zweiten Teilwird passend zugeschnitten
KonnektorEinhängepunkt für die MontageKunststoff- oder Dacron-Konnektor
Durchzieherzieht den Gummi durch den BlankDraht mit Öse, auch Diamond-Eye genannt
Gleitmittelhält den Gummi geschmeidigspezielles Gummizug-Gleitmittel
Feine Säge, SchleifpapierSpitze kürzen und glättenMetallsägeblatt mit feiner Zahnung

Die Buchse gibt es als Innenbuchse, die in die Spitze geschoben wird, und als Außenbuchse, die über die Spitze gesteckt wird. Innenbuchsen sind bei Kopfruten der Standard. Außenbuchsen nutzt man, wenn die Spitze schon so weit gekürzt ist, dass eine Innenbuchse nicht mehr hält.

Welche Gummizug-Stärke für welchen Fisch?

Die Stärke wird bei Vollgummis in Zahlen angegeben, je höher die Zahl, desto kräftiger der Gummi. Eine gängige Reihe läuft von 2 bis 16, etwa beim Preston Slip Elastic. Die Skalen der Hersteller sind nicht einheitlich, die Werte unten sind deshalb Richtwerte.

ZielfischVollgummiHohlgummi
Ukelei, kleine Rotaugen2–41–3
Rotauge, Rotfeder, Brasse4–83–6
gemischt mit Schleie und kleinen Karpfen8–106–10
Karpfen im Freiwasser12–1410–12
Karpfen an Hindernissen, große Döbel und Barben14–1612 und mehr

Vollgummi oder Hohlgummi? Vollgummi ist der Klassiker, fein abgestuft und günstig. Hohlgummi ist innen hohl, dehnt sich am Anfang weich und baut dann stärker Druck auf. Er wird oft mit einem Puller kombiniert, einer seitlichen Öffnung im Top-Kit, über die du den Gummi im Drill von Hand nachspannen kannst. Für den Einstieg reicht Vollgummi.

Durch ein oder zwei Teile? Läuft der Gummi nur durch das Spitzenteil, ist er kurz und direkt. Das passt zu feinen Gummis für kleine Fische, die schnell gelandet werden. Läuft er durch zwei Teile, hat er mehr Dehnweg und puffert größere Fische besser. Für die meisten Top-Kits ist „durch zwei Teile“ der Standard.

Der Aufbau im Top-Kit

Längsschnitt durch das Top-Kit einer Kopfrute: Stopper im unteren Ende des zweiten Teils, Gummizug durch beide Teile bis zur PTFE-Buchse an der gekürzten Spitze, außen der Konnektor. Darunter derselbe Aufbau im Drill, der Gummi tritt gespannt aus der Spitze aus.
Vom Stopper bis zum Konnektor: Im Drill dehnt sich der Gummi aus der Buchse heraus und läuft danach in die Rute zurück.

Schritt für Schritt: Gummizug einbauen

1. Spitze kürzen. Die Buchse außen an die Spitze halten und die Stelle suchen, an der Spitzendurchmesser und Buchse gleich dick sind. Dort mit einer feinen Säge kürzen, und zwar in kleinen Schritten. Lieber zweimal nachsägen als einmal zu viel. Die Schnittkante mit feinem Schleifpapier glätten, damit sie den Gummi nicht anraut.

2. Buchse einsetzen. Die Innenbuchse in die Spitze schieben, bis nur noch der Kragen herausschaut. Sie muss fest sitzen. Wer mag, sichert sie mit einem kleinen Tropfen Sekundenkleber.

3. Stopper anpassen. Den Stopper in das untere Ende des zweiten Teils stecken. Ist er zu dick, mit einem scharfen Messer schrittweise kürzen, bis er mit leichtem Druck sitzt und sich zum Nachspannen wieder herausziehen lässt.

4. Gummi einfädeln. Den Durchzieher von der Spitze aus durch beide Teile schieben, bis er unten herauskommt. Den Gummi in die Öse hängen und den Durchzieher langsam zurück nach oben ziehen. Trockener, frischer Gummi läuft bei weiten Blanks oft auch ohne Durchzieher durch.

5. Konnektor befestigen. Oben eine kleine Perle auf den Gummi fädeln, dann den Konnektor. Einen doppelten Überhandknoten in den Gummi binden, anfeuchten, fest zuziehen und auf 2 bis 3 Millimeter kürzen. Der Knoten verschwindet in der Kammer des Konnektors bzw. sitzt hinter der Perle.

6. Unten befestigen. Den Gummi am Stopper fixieren, je nach Bauart um den Dorn gewickelt oder mit einem doppelten Überhandknoten. Dabei den Gummi so weit ziehen, dass er in der Rute leicht gestreckt liegt.

7. Vorspannung prüfen und Gleitmittel auftragen. Die beiden Teile zusammenstecken, den Konnektor greifen und den Gummi einen halben bis einen Meter herausziehen. Er muss zügig und vollständig zurücklaufen. Zum Schluss ein paar Tropfen Gleitmittel an der Spitze in den Blank geben und den Gummi mehrmals herausziehen, damit es sich verteilt.

Die Vorspannung richtig einstellen

Die Spannung entscheidet, wie sich der Gummizug im Drill anfühlt. Drei Situationen zeigen, ob sie stimmt:

BeobachtungUrsacheLösung
Gummi hängt in Ruhe aus der Spitzezu wenig Vorspannungam Stopper einige Zentimeter kürzen
Gummi läuft träge oder gar nicht zurückzu wenig Spannung oder trockener Blanknachspannen, Gleitmittel geben
Fisch wird sofort hart gebremst, Haken schlitzen auszu viel Spannung oder zu starker Gummiam Stopper Länge zugeben oder schwächeren Gummi wählen

Ein neuer Gummi gibt nach den ersten Angeltagen etwas nach. Ein zweites Nachspannen nach ein paar Einsätzen ist normal. Der Stopper lässt sich dafür mit einer Ziehhilfe oder einer Zange aus dem Blank holen.

Pflege und Wechsel

Gummizüge altern. UV-Licht, Hitze im Auto und harte Drills machen das Material mit der Zeit weicher und rissig. Prüfe den Gummi zu Beginn jeder Saison:

  • Läuft er sauber zurück? Wenn nicht, zuerst Gleitmittel geben. Bleibt er träge, wird er getauscht.
  • Zeigt er Kerben oder raue Stellen? Meist an der Buchse oder am Knoten. Dort reißt er beim nächsten großen Fisch.
  • Ist die Buchse noch glatt? Eine beschädigte Buchse schneidet in den Gummi und gehört ersetzt.

Die Top-Kits nach dem Angeln trocken lagern, nicht in der prallen Sonne. Ein Gummizug kostet wenige Euro, zum Beispiel das Preston Slip Elastic bei AngelPlatz* mit 5 Metern Länge. Ein Wechsel ist deutlich günstiger als ein verlorener Fisch.

Typische Fehler beim Einbau

  • Spitze zu weit gekürzt: Die Buchse sitzt locker oder gar nicht mehr. Dann bleibt nur die Außenbuchse.
  • Buchse zu eng: Der Gummi reibt am Rand, wird warm und raut auf. Die Buchse muss knapp größer sein als der Gummi.
  • Schnittkante nicht geschliffen: Kohlefaser an der Schnittstelle zerschneidet den Gummi in kurzer Zeit.
  • Gummi zu stark für den Zielfisch: Feine Haken schlitzen bei Rotaugen aus, und dünne Vorfächer reißen trotz Gummizug.
  • Kein Gleitmittel: Trockener Gummi klebt im Blank und läuft nach dem Drill nicht zurück.

Fazit: kurz kürzen, sauber führen, leicht spannen

Ein Gummizug ist in einer halben Stunde eingebaut. Entscheidend sind drei Punkte: die Spitze nur so weit kürzen, dass die Buchse knapp größer ist als der Gummi, die Schnittkante glätten und den Gummi leicht vorspannen, sodass er in Ruhe gestreckt liegt und sofort zurückläuft. Für Rotaugen und Brassen wählst du einen Vollgummi der Stärke 4 bis 8 durch zwei Teile, für kleine Karpfen und gemischte Fänge eine Stufe stärker. Hängt die Montage erst einmal am Konnektor, fängt der Gummi die Fluchten ab, und du kannst so fein fischen, wie es die Fische verlangen.

Häufige Fragen

Wie baut man einen Gummizug in eine Kopfrute ein?

Zuerst die Spitze des Top-Kits so weit kürzen, dass eine PTFE-Buchse knapp größer als der Gummi hineinpasst, und die Buchse einsetzen. Dann den Stopper unten im zweiten Teil anpassen, den Gummi mit einem Durchzieher von der Spitze bis nach unten fädeln, oben den Konnektor und unten den Stopper anknoten. Zum Schluss die Vorspannung einstellen und Gleitmittel auftragen.

Welche Gummizug-Stärke brauche ich zum Stippen?

Für Ukelei und kleine Rotaugen reichen Vollgummis der Stärke 2 bis 4, für Rotauge, Rotfeder und Brasse die Stärken 4 bis 8. Gemischte Fänge mit Schleien und kleinen Karpfen verlangen etwa 8 bis 10, gezielte Karpfenfischerei 12 bis 16. Die Skalen der Hersteller sind nicht einheitlich, darum lohnt ein Blick auf die Empfehlung auf der Packung.

Kann man in eine Teleskop-Stipprute einen Gummizug einbauen?

Nur mit Einschränkungen. Das Spitzenteil einer Teleskoprute ist dünn und muss für die Buchse stark gekürzt werden, wodurch die Rute kürzer und steifer wird. Es gibt Teleskopruten mit werkseitig eingebautem Gummizug. Für eine vorhandene Teleskopstippe ist ein aufgeklebter Stonfo-Verbinder meist die bessere Lösung.

Wie stark muss der Gummizug vorgespannt sein?

Leicht. In Ruhe soll der Gummi gestreckt im Blank liegen und nicht aus der Spitze hängen. Ziehst du ihn ein Stück heraus und lässt los, muss er zügig und vollständig zurücklaufen. Hängt er durch, kürzt du ihn am Stopper um ein paar Zentimeter. Ist er zu hart, gibst du dort etwas Länge zu.

Wie lang muss der Gummizug sein?

Für einen Gummizug durch zwei Teile misst du die Länge der beiden zusammengesteckten Teile außen ab und gibst etwa 20 bis 30 Zentimeter für die Knoten und das Spannen hinzu. Für einen Gummizug durch ein Teil reicht die Länge des Spitzenteils plus Zugabe. Gummizüge werden meist in Längen von 3 bis 6 Metern verkauft und reichen damit für ein bis zwei Top-Kits.

Welcher Knoten hält am Gummizug?

Am Konnektor ein doppelter Überhandknoten, der hinter einer Perle oder in der Kammer des Konnektors sitzt. Am Stopper wird der Gummi je nach Bauart um einen Dorn gewickelt oder ebenfalls mit einem doppelten Überhandknoten gesichert. Clinch- und andere Wickelknoten für Schnur halten auf dem dicken, glatten Gummi schlecht.

Wann muss ein Gummizug gewechselt werden?

Wenn er nicht mehr sauber in die Rute zurückläuft, Kerben oder raue Stellen zeigt oder deutlich weicher geworden ist. Auch ein Gummi, der nach einem harten Drill ausgeleiert aus der Spitze hängt, gehört getauscht. Wer viel fischt, prüft den Gummizug zu Beginn jeder Saison und hält ihn mit Gleitmittel geschmeidig.

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