Wo darf man mit 3 Ruten angeln? Regeln je Bundesland

In den meisten Bundesländern sind nur 2 Handangeln erlaubt. Wo 3 Ruten gehen, allen voran Mecklenburg-Vorpommern, und worauf die Gewässerordnung zählt.

Grundlagen Veröffentlicht am 13. Juli 2026 5 Min. Lesezeit

Zwei Ruten im Wasser, und die dritte liegt griffbereit im Kofferraum. Die Versuchung ist groß, doch wer die dritte Rute am falschen Gewässer auslegt, riskiert ein Bußgeld. Denn die erlaubte Rutenzahl ist Ländersache und schwankt von zwei bis drei, teils gibt es gar keine feste Vorgabe. Dieser Ratgeber zeigt dir, wo drei Ruten erlaubt sind, wo nur zwei zählen und wie du die Regel für dein Gewässer sicher findest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Grundregel: In den meisten Bundesländern sind 2 Handangeln gleichzeitig erlaubt.
  • Drei Ruten: am klarsten in Mecklenburg-Vorpommern (Regelfall 3), dazu in Sachsen-Anhalt (2 Wurfruten + 1 Kopfrute).
  • Ohne feste Zahl: Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein überlassen die Zahl der Gewässerordnung, dort sind 3 Ruten möglich.
  • Verein geht vor: Der Verein darf strenger regeln als das Land, nie großzügiger. Die Angelkarte ist im Zweifel entscheidend.
  • Spinnangeln: Beim aktiven Spinn- oder Fliegenfischen ist fast überall nur 1 Rute erlaubt.

Die Grundregel: meist zwei Handangeln

Eine bundesweit einheitliche Rutenzahl gibt es nicht. Fischerei ist in Deutschland Ländersache, jedes der 16 Bundesländer regelt sie in seinem Fischereigesetz und der zugehörigen Verordnung selbst. Der mit Abstand häufigste Wert sind zwei Handangeln, die du gleichzeitig führen darfst.

Wichtig ist das Zusammenspiel zweier Ebenen:

Daraus folgt die goldene Regel: Der Verein darf strenger regeln als das Land, aber nie großzügiger. Erlaubt das Land zwei Ruten, kann dein Verein daraus eine machen. Umgekehrt geht es nicht. Deshalb steht am Ende immer ein Blick auf die eigene Angelkarte.

Wo drei Ruten erlaubt sind

Für die dritte Rute kommen drei Fälle infrage. Die Grafik ordnet alle Länder in die passende Gruppe ein:

Einordnung der 16 Bundesländer in drei Gruppen: In der Regel 2 Handangeln (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Saarland, Sachsen, Thüringen), bis zu 3 möglich (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt mit 2 plus Kopfrute) und Gewässerordnung entscheidet (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein)
Drei Ruten sind vor allem in Mecklenburg-Vorpommern erlaubt, dazu dort, wo das Land keine feste Zahl vorgibt.

Mecklenburg-Vorpommern: der klarste Fall

Wer verlässlich mit drei Ruten angeln will, ist in Mecklenburg-Vorpommern richtig. Hier sind drei Handangeln der Regelfall. An den Küstengewässern erlaubt die Küstenfischereiverordnung ausdrücklich drei Ruten, im Binnenland gilt über die Gewässerordnung des Landesanglerverbands dieselbe Zahl. Eine Einschränkung gibt es: Von den drei Ruten dürfen höchstens zwei mit totem Köderfisch bestückt sein.

Sachsen-Anhalt: zwei plus Kopfrute

Sachsen-Anhalt kommt ebenfalls auf drei, aber mit einer Besonderheit. Erlaubt sind zwei Wurfruten mit Rolle plus eine Kopfrute ohne Rolle, also eine klassische Stipprute. Eine dritte vollwertige Wurfrute ist damit nicht gemeint. Wer die Kopfrute mitrechnet, angelt in Sachsen-Anhalt legal mit drei Gerten.

Länder ohne feste Zahl: die Gewässerordnung entscheidet

In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein (Binnengewässer) gibt das Landesrecht keine Rutenzahl vor. Hier legt allein der Fischereirechtsinhaber die Zahl in der Gewässerordnung fest. Das bedeutet: Drei Ruten sind möglich, aber nur, wenn dein Erlaubnisschein sie ausdrücklich zulässt. An vielen Gewässern sind es zwei, an anderen drei. Ein Blick in die Bedingungen der Angelkarte ist hier Pflicht.

Übersicht: Rutenzahl je Bundesland

Die folgende Tabelle fasst den Regelfall für Binnengewässer zusammen. Sie ersetzt nicht den Blick in deine Angelkarte, gibt aber die Richtung vor.

BundeslandRuten (Regelfall)Hinweis
Baden-Württemberg2 HandangelnSpinn-/Fliegenrute nur 1
Bayern2 Handangelnzusätzlich max. 6 Anbissstellen
Berlin2 HandangelnSpinn-/Fliegenrute nur 1
Brandenburg2 Handangelnständige Beaufsichtigung nötig
Bremen2Vereine teils 3
Hamburg2 Handangelnje Rute bis 2 Anbissstellen
Hessen2 Handangelnauf Raubfisch oft nur 1 (Vereinsregel)
Mecklenburg-Vorpommern3 Handangelnmax. 2 mit totem Köderfisch
Niedersachsenkeine feste Zahl (meist 2–3)Gewässerordnung entscheidet
Nordrhein-Westfalenkeine feste Zahl (meist 2)Erlaubnisschein entscheidet
Rheinland-Pfalzkeine feste Zahl (meist 2)Erlaubnisschein entscheidet
Saarland2 HandangelnVereinsregeln möglich
Sachsen2 HandangelnSpinn-/Fliegenrute nur 1
Sachsen-Anhalt2 Wurfruten + 1 Kopfrutedritte Rute rollenlos
Schleswig-Holsteinkeine feste Zahl (meist 2)Küste: Empfehlung bis 3
Thüringen2 Handangelnständige Beaufsichtigung nötig

Weil sich Verordnungen ändern, gilt diese Übersicht als Orientierung. Den aktuellen und rechtsverbindlichen Stand liefern die Fischereiverordnung deines Landes und deine Angelkarte.

Der häufige Irrtum: „Niedersachsen erlaubt drei Ruten”

In Foren hält sich hartnäckig die Aussage, in Niedersachsen dürfe man generell mit drei Ruten angeln. Das ist so nicht richtig. Niedersachsen hat keine landesgesetzliche Rutenzahl. Dass dort oft drei Ruten möglich sind, liegt allein an den Gewässerordnungen der Vereine, die diese Zahl häufig zulassen. Verlässt du dich auf die vermeintliche Landesregel und dein Gewässer erlaubt nur zwei, hilft dir der Irrtum bei einer Kontrolle nicht weiter. Es zählt der Erlaubnisschein.

Ruten sind nicht alles: Haken und Spinnangel

Zwei Punkte werden bei der Rutenfrage leicht übersehen:

So findest du die Regel für dein Gewässer

Der sichere Weg führt über zwei Dokumente. Prüfe zuerst die Fischereiverordnung deines Bundeslands für den Rahmen und dann die Bedingungen deiner Angelkarte beziehungsweise die Gewässerordnung für das konkrete Gewässer. Widersprechen sich beide, gilt die strengere Angabe, denn der Verein darf die Landesregel nur enger fassen. Bist du unsicher, fragst du am besten direkt beim ausgebenden Verein oder der zuständigen Fischereibehörde nach. Welche Papiere du überhaupt zum Angeln brauchst, klärt der Ratgeber Braucht man einen Angelschein?.

Fazit: erst die Karte lesen, dann die dritte Rute

Ob die dritte Rute ins Wasser darf, entscheidet sich an deinem Gewässer. Als Landesregel sind drei Ruten vor allem in Mecklenburg-Vorpommern gesetzt, in Sachsen-Anhalt über die Kopfrute, und in den Ländern ohne feste Vorgabe hängt es an der Gewässerordnung. Überall sonst bleibt es bei zwei Handangeln. Weil der Verein zusätzlich einschränken darf, gibt am Ende immer deine Angelkarte den Ausschlag. Ein kurzer Blick darauf vor dem Ansitz erspart dir Ärger mit der Fischereiaufsicht.

Häufige Fragen

In welchen Bundesländern darf man mit 3 Ruten angeln?

Am klarsten in Mecklenburg-Vorpommern, wo drei Handangeln der Regelfall sind. In Sachsen-Anhalt sind zwei Wurfruten plus eine rollenlose Kopfrute erlaubt. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein gibt es keine landesweite Obergrenze, dort kann die Gewässerordnung drei Ruten zulassen. Alle übrigen Länder deckeln bei zwei Handangeln.

Wie viele Ruten darf man in Deutschland gleichzeitig benutzen?

Eine bundesweit einheitliche Zahl gibt es nicht, Fischerei ist Ländersache. Der verbreitetste Wert sind zwei Handangeln gleichzeitig. Einige Länder erlauben drei, andere machen keine feste Vorgabe und überlassen die Zahl der Gewässerordnung. Beim aktiven Spinn- oder Fliegenfischen ist meist nur eine Rute erlaubt.

Darf man in Mecklenburg-Vorpommern mit 3 Ruten angeln?

Ja. Mecklenburg-Vorpommern ist das Bundesland mit der klarsten Drei-Ruten-Regel. An den Küstengewässern erlaubt die Küstenfischereiverordnung drei Handangeln, im Binnenland gilt über die Gewässerordnung des Landesanglerverbands ebenfalls die Zahl drei. Davon dürfen höchstens zwei mit totem Köderfisch bestückt sein.

Stimmt es, dass man in Niedersachsen mit 3 Ruten angeln darf?

Nicht als festes Landesrecht. Niedersachsen schreibt keine Rutenzahl vor, die Zahl legt der Fischereirechtsinhaber in der Gewässerordnung fest. An vielen niedersächsischen Gewässern sind drei Ruten erlaubt, an anderen nur zwei. Es kommt also auf deinen konkreten Erlaubnisschein an, nicht auf eine Landesregel.

Darf ein Angelverein die Rutenzahl weiter einschränken?

Ja. Der Fischereirechtsinhaber, meist ein Verein oder Pächter, darf strenger regeln als das Land, aber nie großzügiger. Wo das Land zwei Handangeln erlaubt, kann der Verein auf eine Rute begrenzen. Wo das Land keine Zahl vorgibt, legt der Verein sie erst fest. Maßgeblich ist immer die Kombination aus Landesrecht und Gewässerordnung.

Zählt beim Angeln die Zahl der Ruten oder die Zahl der Haken?

Beides, aber getrennt. Neben der erlaubten Rutenzahl gibt es fast überall eine Grenze für die Anbissstellen, also die Zahl der Haken je Rute und insgesamt. In Bayern sind zum Beispiel höchstens sechs Anbissstellen zulässig. Drei erlaubte Ruten bedeuten also nicht automatisch beliebig viele Haken.

Wo finde ich die gültige Rutenzahl für mein Gewässer?

In zwei Dokumenten: der Fischereiverordnung deines Bundeslands und den Bedingungen deiner Angelkarte beziehungsweise der Gewässerordnung. Die Angelkarte ist im Zweifel entscheidend, weil sie die Landesregel für das konkrete Gewässer weiter einschränken kann. Bei Unklarheiten hilft der ausgebende Verein oder die Fischereibehörde weiter.

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