Angeln mit Maden: Arten, Anködern und Aufbewahrung

Maden sind der fängigste Friedfischköder überhaupt. Welche Madenarten es gibt, welche Hakengröße passt, wie du richtig anköderst und Maden wochenlang frisch hältst.

Friedfisch Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

Kaum ein Köder fängt so breit wie die Made. Sie kostet ein paar Euro pro Portion, ist an jedem Gewässer verfügbar und überzeugt Fische, die auf alles andere misstrauisch reagieren. Trotzdem entscheidet die Handhabung über den Erfolg: Wie viele Maden ans Vorfach kommen, wie sie am Haken sitzen und wie frisch sie sind, macht am Ansitz den Unterschied. Dieser Ratgeber geht die Praxis von der Madenart bis zur Aufbewahrung durch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zielfische: Rotauge, Brasse, Schleie, Güster, Döbel, Karpfen, Barsch, Forelle. Der breiteste Köder im Süßwasser.
  • Hakengröße: 16–18 für eine einzelne Made, 12–14 für zwei bis drei, 8–10 fürs Bündel.
  • Anködern: durch das dicke Kopfende stechen, dann bleibt die Made lebendig und windet sich.
  • Aufbewahrung: 1–4 °C, Dose mit Luftlöchern plus Sägemehl. So halten Maden 2–3 Wochen.
  • Selektion: Mehr Maden am Haken bedeuten größere Fische, eine einzelne Made fängt alles.

Warum die Made so zuverlässig fängt

Drei Eigenschaften machen die Made zum Standardköder im Friedfischangeln. Sie bewegt sich am Haken und erzeugt damit einen Reiz, den kein statischer Köder liefert. Sie ist weich und für jeden Fisch problemlos aufzunehmen, auch für Rotaugen mit kleinem Maul. Und sie steht als natürlicher Bestandteil des Nahrungsangebots außer Verdacht, weil Insektenlarven ins Beuteschema fast aller Weißfische passen.

Dazu kommt die Skalierbarkeit. Dieselbe Made fängt am Haken 20 die 12-Zentimeter-Rotfeder und im Fünferbündel am Haken 8 den Fünf-Kilo-Karpfen. Damit deckt ein einziger Köderbeutel den kompletten Ansitz ab, vom Antesten des Platzes bis zum gezielten Ansitz auf große Fische.

Die Madenarten im Überblick

Im Handel sind mehrere Formen erhältlich, und sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben:

ArtGrößeHerkunftTypischer Einsatz
Made12–15 mmLarve der Schmeiß- bzw. GoldfliegeAllroundköder für alle Weißfische
Pinkie6–8 mmLarve einer kleineren Fliegenartfeiner Hakenköder im Winter, Futterzusatz
Squatt4–5 mmLarve der HausfliegeFutterzusatz, in Deutschland selten im Handel
Caster10–12 mmverpuppte Madeselektiert größere Rotaugen und Brassen
Bienenmade20–25 mmLarve der WachsmotteForelle, Barsch, Döbel

Die Made ist der Standard und meint fast immer die weißliche Fleischmade. Sie ist robust, hält am Haken und bleibt stundenlang aktiv.

Pinkies sind der feine Bruder für schwierige Tage. Bei klarem, kaltem Wasser im Winter nehmen Rotaugen häufig nur noch den kleinen Happen, und im Futter graben sich Pinkies weniger tief ein als große Maden, was den Futterplatz länger attraktiv hält.

Caster entstehen, wenn Maden verpuppen. Sie sind fester, deutlich unauffälliger gefärbt und werden von kleinen Fischen seltener zerlegt. Ein frischer Caster sinkt, ein älterer schwimmt auf, was sich gezielt als Auftrieb nutzen lässt.

Bienenmaden sind die Larven der Wachsmotte und ein eigener Fall. Sie sind größer, gelblich und deutlich weicher, ihr Schwerpunkt liegt beim Angeln auf Forelle. Mehr dazu steht im Ratgeber zum Forellenangeln.

Gefärbte Maden in Rot, Gelb oder Fluo-Orange gibt es zusätzlich. Sie bringen an trüben Tagen und im Winter manchmal mehr Bisse, weil der Farbreiz die Sichtbarkeit erhöht. Ein Grundgesetz ist das nicht, deshalb lohnt es sich, beides am selben Tag zu probieren.

Maden richtig anködern

Der wichtigste Punkt ist die Einstichstelle. Am dickeren Ende der Made sitzen die beiden dunklen Punkte, das ist die hintere Atmungsöffnung. Genau dort, seitlich durch die zähe Haut, kommt der Haken durch. So bleibt der Körper unverletzt, die Made lebt weiter und bewegt sich. Wer mittig einsticht, hat innerhalb von Minuten eine leere Hülle am Haken.

Vier Schemazeichnungen zum Anködern von Maden: einzelne Made durch das Kopfende gestochen, Bündel aus drei Maden am größeren Haken, Made kombiniert mit einem Caster darunter, sowie eine schwimmende Kunstmade als Auftrieb über der Naturmade
Die Zahl der Maden am Haken steuert, welche Fischgröße drangeht.

Einzelne Made: die feinste Variante für Rotauge, Rotfeder und schwierige Tage. Hakengröße 16 bis 18, dünner Draht, Spitze frei.

Zwei bis drei Maden: der Alltagsstandard am Feeder und an der Pose. Größere Rotaugen, Güstern und Brassen greifen den größeren Happen bevorzugt.

Bündel aus vier bis sechs Maden: siebt kleine Fische aus. Für Schleie, Brasse und Karpfen am Haken 8 bis 10 oder auf dem Haar.

Kombinationen: Made plus Caster ist eine bewährte Mischung, weil der Caster den Abtrieb dämpft und der Köder trotzdem lebt. Made plus Maiskorn funktioniert auf Schleie und Karpfen. Mehr zu Mais als Partner-Köder steht im Ratgeber zum Angeln mit Mais.

Die passende Hakengröße

Ein zu großer Haken zerstört die Made, ein zu kleiner hakt schlecht. Diese Zuordnung hat sich in der Praxis bewährt:

Köder am HakenHakengrößeZielfisch
1 Made16–20Rotauge, Rotfeder, Ukelei
2–3 Maden12–14Brasse, Güster, Döbel, Barsch
4–6 Maden (Bündel)8–10Schleie, Brasse, Karpfen
1 Pinkie18–22Winterrotauge, sehr vorsichtige Fische
1 Bienenmade8–12Forelle, Barsch

Achte zusätzlich auf die Drahtstärke. Dünndrahtige Match- und Feederhaken durchstechen die Madenhaut sauber, dickdrahtige Karpfenhaken reißen sie auf. Welche Nummer welchem Hakenmaß entspricht, erklärt der Ratgeber zu den Angelhaken-Größen.

Maden aufbewahren: Kälte steuert alles

Maden sind ein lebender Köder, ihre Entwicklung läuft temperaturabhängig. Genau das lässt sich ausnutzen.

Kühl lagern: Bei 1 bis 4 Grad im Kühlschrank stoppt die Entwicklung fast vollständig. Zwei bis drei Wochen frische Maden sind damit normal, mit sehr frischer Ware auch länger.

Luft lassen: Maden atmen. Der Deckel braucht Löcher, ein luftdichter Behälter erstickt sie innerhalb eines Tages. Ein flacher Behälter ist besser als ein hoher, weil sich die Maden sonst gegenseitig erwärmen.

Trocken halten: Eine Handvoll Sägemehl, Maismehl oder Weizengrieß bindet Feuchtigkeit und hält die Maden sauber. Nasse Maden werden schnell schlecht und riechen streng.

Verpuppung steuern: Willst du Caster, nimmst du die Dose einfach für drei bis fünf Tage bei Zimmertemperatur aus dem Kühlschrank. Willst du das vermeiden, gilt das Gegenteil: so kalt wie möglich, ohne einzufrieren.

Aussieben: Vor dem Angeln durch ein grobes Sieb schütten. Alte Häute, tote Maden und Mehl bleiben zurück, am Haken landet nur frische Ware.

Für den Weg ans Wasser gehört die Dose in eine Kühltasche. An einem heißen Sommertag im Auto sind Maden nach wenigen Stunden ein Puppenhaufen.

Maden im Futter: der zweite Job

Neben dem Haken haben Maden ihren größten Effekt im Futter. Lebende Maden bewegen sich am Grund, wühlen leicht und halten den Futterplatz aktiv. Drei Punkte solltest du dabei beachten.

Erstens die Menge: Maden sind ein starker Lockreiz und sättigen zugleich. Eine Handvoll pro Futterkorb-Gang reicht, ein halber Liter auf einmal füttert den Platz satt.

Zweitens das Eingraben: Große Maden verschwinden auf weichem Grund innerhalb von Minuten im Sediment. Pinkies und tote Maden bleiben oben liegen. Wer auf Schlamm fischt, überbrüht deshalb einen Teil der Maden kurz, so bleiben sie an der Oberfläche.

Drittens die Bindung: Im Grundfutter lockern lebende Maden den Ballen auf und lassen ihn schneller zerfallen. Am Feeder ist das erwünscht, an der Pose im Fluss weniger. Wie du Futter und Korb an die Strömung anpasst, steht im Ratgeber zum Feedern am Fluss.

Kunstmaden und Gummimaden

Neben der echten Made gibt es Nachbildungen aus weichem Kunststoff, im Handel je nach Anbieter als Gummimade, Kunstmade oder Magic Made geführt. Sie sind unverwüstlich, verpuppen nicht und lassen sich unbegrenzt lagern. Zwei Einsatzfelder sind stark.

Am Forellensee sind Kunstmaden ein etablierter Köder, oft in Fluo-Farben und mit Auftrieb, wo sie schwebend über dem Grund angeboten werden. Beim Friedfischangeln spielen sie ihre Stärke als Auftriebshelfer aus: eine schwimmende Kunstmade zusammen mit ein bis zwei echten Maden hebt den Köder über Kraut und Schlamm, sodass er im Sichtfeld der Fische bleibt. Ein weiterer Vorteil zeigt sich, wenn Kleinfische die echten Maden im Sekundentakt abzupfen, denn die Gummimade bleibt am Haken.

Als alleiniger Köder auf Weißfisch bleiben Kunstmaden hinter der echten Made zurück, weil Bewegung und Geruch fehlen. Der Kombieinsatz ist deshalb der sinnvollere Weg.

Recht und Praxis: was du beachten solltest

Maden als Köder sind in Deutschland unproblematisch. Die Regeln des Tierschutzgesetzes zum Töten und zur Schmerzvermeidung stellen auf Wirbeltiere ab, wie § 4 des Tierschutzgesetzes zeigt. Insektenlarven fallen nicht darunter. Das Verbot des lebenden Köderfischs, das in den Landesfischereivorschriften verankert ist, betrifft Maden ebenfalls nicht.

Einschränkungen kommen von der Gewässerordnung. An Salmonidenstrecken sind Naturköder teils komplett untersagt, an einzelnen Vereinsgewässern gilt eine Beschränkung auf pflanzliche Köder. Ein Blick in die Bedingungen der Erlaubniskarte klärt das vor dem Ansitz.

Praktisch bleibt noch die Entsorgung. Übrige Maden gehören nicht ins Gewässer und nicht in die Landschaft, weil daraus Fliegen schlüpfen. Wieder in den Kühlschrank oder in den Restmüll ist der richtige Weg.

Fazit: der Köder, mit dem man nichts falsch macht

Wenn du nur einen Köder mitnehmen darfst, nimm Maden. Sie fangen über alle Friedfischarten hinweg, lassen sich über die Anzahl am Haken auf die gewünschte Fischgröße einstellen und kosten fast nichts. Der Rest ist Handwerk: durch das dicke Ende stechen, dünndrahtige Haken in Größe 16 bis 18 für eine einzelne Made, größere Nummern fürs Bündel, und die Dose immer kühl halten.

Wer den Köder mit Struktur einsetzt, holt das Maximum heraus. Beginne mit einer Made am kleinen Haken, um zu sehen, was im Wasser steht. Kommen nur Kleinfische, erhöhe auf zwei bis drei Maden oder wechsle auf Caster. Für den Einstieg ins Friedfischangeln passt dazu der Ratgeber zum Stippangeln für Anfänger.

Häufige Fragen

Welche Fische fängt man mit Maden?

Praktisch jeden Friedfisch: Rotauge, Rotfeder, Brasse, Schleie, Güster, Döbel, Karpfen und Karausche. Dazu kommen Barsch, der Maden am Grund und an der Pose nimmt, sowie Forelle und Äsche im Fließgewässer. Eine einzelne Made am kleinen Haken ist der universellste Köder im Süßwasser.

Welche Hakengröße passt zur Made?

Für eine einzelne Made sind Größe 16 bis 18 der Standard, bei sehr vorsichtigen Fischen auch Größe 20. Zwei bis drei Maden sitzen gut auf Größe 12 bis 14, ein Bündel aus vier bis sechs Maden braucht Größe 8 bis 10. Wichtiger als die Nummer ist ein dünndrahtiger Haken, damit die Made nicht aufplatzt.

Wie bewahre ich Maden richtig auf?

Kühl bei etwa 1 bis 4 Grad in einer Dose mit Luftlöchern im Deckel, dazu eine Handvoll Sägemehl oder Maismehl gegen Feuchtigkeit. So bleiben Maden zwei bis drei Wochen fest und aktiv. Bei Zimmertemperatur verpuppen sie innerhalb weniger Tage zu Castern. Luftdicht verschlossen ersticken sie.

Was ist der Unterschied zwischen Maden und Pinkies?

Pinkies sind die Larven einer kleineren Fliegenart und mit 6 bis 8 Millimetern etwa halb so groß wie die normale Made, dazu meist rötlich gefärbt. Sie eignen sich als feiner Hakenköder für vorsichtige Rotaugen im Winter und als Futterzusatz, weil sie sich weniger stark ins Sediment graben als große Maden.

Was sind Caster beim Angeln?

Caster sind verpuppte Maden, also die braune, unbewegliche Puppenform. Sie sind fester als die Made, halten am Haken besser und selektieren durch ihre unauffällige Farbe größere Rotaugen und Brassen. Frische Caster sinken, alte schwimmen auf und werden dann als Auftriebsköder genutzt.

Kann man Maden einfrieren?

Einfrieren tötet die Maden ab, sie werden weich und verlieren ihre Reizwirkung durch Bewegung. Als Hakenköder taugen sie danach kaum noch, als Futterzusatz sind sie brauchbar. Wer Maden lange halten will, lagert sie besser bei knapp über null Grad im Kühlschrank, dort verlangsamt sich die Entwicklung fast vollständig.

Sind Maden als Köder erlaubt?

Ja. Die Schutzvorschriften des Tierschutzgesetzes zum Töten und zur Schmerzvermeidung stellen auf Wirbeltiere ab, wozu Insektenlarven nicht zählen. Verboten ist an vielen Gewässern der lebende Köderfisch, für Maden und Würmer gilt das nicht. Einzelne Gewässerordnungen schränken Naturköder trotzdem ein, etwa an Salmonidenstrecken.

Wie viele Maden brauche ich für einen Angeltag?

Für einen Ansitz mit Pose oder Feeder auf Weißfisch reichen 0,25 bis 0,5 Liter, was etwa 500 bis 1000 Maden entspricht. Wer Maden zusätzlich ins Futter mischt oder mit dem Futterkorb ausbringt, plant eher mit einem Liter. Übrige Maden hältst du im Kühlschrank problemlos bis zum nächsten Wochenende.

Lohnen sich Kunstmaden aus Gummi?

Als Ergänzung ja. Eine schwimmende Gummimade hebt den Naturköder über Kraut und Schlamm und hält, wenn Kleinfische ständig die echten Maden abzupfen. Als alleiniger Köder fangen Kunstmaden im Friedfischangeln deutlich schlechter, weil Geruch und Eigenbewegung fehlen. Am Forellensee sind sie dagegen ein etablierter Köder.

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