Feedern für Anfänger: Ausrüstung, Montage & Futter

Feedern lernen von null: Welche Rute, Rolle und Körbe du brauchst, wie die erste Montage geht, was ins Futter kommt und wie die ersten zwei Stunden am Wasser ablaufen.

Friedfisch Veröffentlicht am 9 Min. Lesezeit

Feedern ist die Methode, mit der Einsteiger am schnellsten Fisch sehen. Du legst mit jedem Wurf eine Portion Futter genau dort ab, wo dein Haken liegt, und baust dir so einen Platz auf, an dem sich Weißfisch sammelt. Was am Anfang kompliziert wirkt, sind eigentlich nur vier Entscheidungen: Rute, Korbgewicht, Vorfachlänge und Wurfrhythmus. Dieser Ratgeber führt dich durch alle vier und durch die ersten zwei Stunden am Wasser.

Das Wichtigste in Kürze

  • Feedern ist Grundangeln mit Futterkorb: Futter und Haken landen bei jedem Wurf an derselben Stelle.
  • Einsteiger-Rute: 3,30 bis 3,90 m mit 60 bis 100 g Wurfgewicht und mindestens zwei Wechselspitzen.
  • Korbgewicht: 20 bis 40 g am See, 40 bis 60 g in leichter Strömung. So schwer wie nötig, so leicht wie möglich.
  • Vorfach: 40 bis 80 cm in 0,14 bis 0,18 mm, bei ausbleibenden Bissen verlängern.
  • Rhythmus: die ersten zehn Würfe alle drei bis fünf Minuten, danach den Korb länger liegen lassen.

Was Feedern ist und warum es für den Einstieg taugt

Beim Feedern hängt an deiner Hauptschnur ein Drahtkorb, den du mit angefeuchtetem Futter füllst. Der Korb fliegt beim Wurf mit, sinkt zu Boden und gibt das Futter innerhalb weniger Minuten frei. Dein Haken liegt dabei nur eine Vorfachlänge daneben. Nach einer Handvoll Würfe liegt ein handtellergroßer Futterteppich am Grund, der Weißfisch aus der Umgebung heranzieht.

Für Anfänger hat die Methode drei Vorteile. Erstens funktioniert sie an fast jedem Gewässer, vom Vereinsteich über den Kanal bis zum Fluss. Zweitens ist die Bissanzeige eindeutig: Die feine Rutenspitze zuckt, biegt sich oder fällt zurück, und du siehst das auch als Einsteiger sofort. Drittens ist der Fangkontakt hoch, weil Brassen und Rotaugen in fast jedem Gewässer stehen und zuverlässig auf Futter reagieren.

Der Unterschied zum Posenangeln ist die Reichweite und die Tiefe: Beim Feedern fischst du direkt am Grund und kommst auf 30 bis 40 m hinaus, wo die größeren Fische stehen. Wie sich das zur Pose verhält, klärt der Überblick zum Posenangeln.

Die Ausrüstung für den Einstieg

Die Feederrute und ihre Wechselspitzen

Die Feederrute ist an einem Detail zu erkennen: Sie hat auswechselbare Spitzen, meist drei Stück in unterschiedlicher Härte, angegeben in Unzen (oz). Eine weiche Spitze mit 0,5 bis 1 oz zeigt zaghafte Bisse an, eine harte mit 2 bis 3 oz hält in Wind und Strömung ruhig.

Für den Einstieg brauchst du:

Die Regel für die Spitzenwahl lautet: die weichste Spitze, die von Strömung und Wind noch ruhig gehalten wird. Zu hart gewählt, und du siehst vorsichtige Brassenbisse gar nicht. Zu weich, und die Spitze zittert dauerhaft.

Rolle und Schnur

Eine Stationärrolle der Größe 3000 bis 4000 ist die passende Wahl. Sie muss nicht viel können, wichtig sind eine gleichmäßige Bremse und eine saubere Schnurverlegung. Ein Freilaufsystem ist ein sinnvoller Bonus: Es verhindert, dass ein Karpfen dir die Rute vom Halter zieht, während du gerade Futter mischst.

Auf die Spule kommen 150 m monofile Schnur in 0,20 bis 0,25 mm. Mono dehnt sich leicht und verzeiht dadurch einen zu harten Anhieb, was am Anfang wertvoller ist als die letzte Bissausbeute. Geflochtene Schnur überträgt jeden Kontakt direkter und ist auf große Distanz und am Fluss im Vorteil, sie bestraft aber jeden Fehler beim Drill.

Futterkörbe und Kleinteile

Für den Anfang genügen drei Korbgewichte: 20 g, 30 g und 40 g in einer offenen Drahtform. Damit deckst du jedes stehende Gewässer ab, ein komplettes Sortiment kannst du dir sparen. Erst wenn du an den Fluss gehst, kommen 60 bis 100 g und geschlossenere Formen dazu, mehr dazu im Ratgeber zum Feedern am Fluss.

Dazu kommen an Kleinteilen: Wirbel mit Karabiner, Perlen als Stopper, Vorfachmaterial in 0,14 und 0,18 mm sowie Haken der Größen 10 bis 16. Welche Größe zu welchem Köder passt, steht in der Übersicht zu den Angelhaken-Größen. An Zubehör brauchst du einen Rutenhalter, einen Eimer fürs Futter, ein Sieb und einen Kescher.

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Diese drei Teile ergeben ein vollständiges Einsteiger-Set: eine 3,60-m-Feederrute mit Wechselspitzen, dazu wahlweise eine klassische Frontbremsrolle oder eine Freilaufrolle, wenn du damit rechnest, dass ein Karpfen an den Futterplatz kommt. Warum ein Freilauf beim Grundangeln sinnvoll ist, erklärt der Vergleich der Freilaufrollen.

Die erste Montage

Zwei Montagen decken den gesamten Einstieg ab. Beide sind in fünf Minuten gebunden, und du brauchst keine Spezialteile.

Schema der beiden Feedermontagen für Einsteiger. Links die Schlaufenmontage, bei der der Futterkorb an einem 10 bis 15 Zentimeter langen Seitenarm hängt und das Vorfach von 40 bis 80 Zentimetern darunter folgt. Rechts die Laufmontage, bei der die Hauptschnur frei durch den Futterkorb läuft und Perle und Wirbel als Stopper dienen.
Die Schlaufenmontage überträgt Bisse direkt und ist der Standard für den Einstieg. Die Laufmontage lässt den Fisch Schnur nehmen, ohne den Korb zu spüren.

Schlaufenmontage (Paternoster)

Der Klassiker und die Empfehlung für den ersten Tag. Du bindest etwa 25 cm über dem Ende der Hauptschnur eine Schlaufe, an der der Futterkorb an einem 10 bis 15 cm langen Seitenarm hängt. Unten kommt ein Wirbel, daran das Vorfach.

Der Vorteil: Der Korb liegt fest am Grund, jeder Zug am Haken überträgt sich direkt auf die Rutenspitze. Der Nachteil: Ein vorsichtiger Fisch spürt den Widerstand des Korbs sofort. Für Brassen und Rotaugen spielt das kaum eine Rolle.

Laufmontage (Running Feeder)

Hier läuft die Hauptschnur frei durch den Korb, gestoppt von einer Perle und einem Wirbel. Nimmt ein Fisch den Köder auf, zieht er Schnur durch den Korb, ohne dessen Gewicht zu spüren.

Der Vorteil liegt bei scheuen Fischen und in klarem Wasser. Der Nachteil: Die Bissanzeige kommt eine Spur verzögert, weil erst der Weg durch den Korb überwunden wird. Wenn die Spitze bei der Schlaufenmontage nur zuckt und nichts hängen bleibt, ist der Wechsel auf die Laufmontage der richtige nächste Schritt.

Eine dritte Variante ist der Method Feeder, bei dem das Futter direkt um den Korb gepresst wird und der Köder im Futter liegt. Er ist speziell für Karpfen und Brassen gedacht, alles dazu steht in den Method-Feeder-Tipps.

Das Futter: Konsistenz vor Rezept

Am Anfang gilt: Ein einfaches Fertigfutter reicht. Nimm eine Sorte für dein Zielgewässer, etwa “Brassen” oder “Allround”, und lerne damit die Konsistenz. Sie ist wichtiger als jedes Zusatzmittel.

So machst du es richtig:

  1. Futter trocken in den Eimer, dann in zwei bis drei Schritten Wasser dazu, jeweils gründlich mischen.
  2. Zehn Minuten quellen lassen. Trockenes Futter zieht später im Wasser nach und wird bröselig.
  3. Nachbefeuchten und sieben. Das Sieb bricht Klumpen auf und macht das Futter luftig.
  4. Die Ballenprobe: Eine Handvoll fest zusammendrücken. Der Ballen soll halten und beim leichten Aufstoßen zerfallen.

Für den See mischst du das Futter etwas lockerer, damit es sich nach zwei bis drei Minuten aus dem Korb löst. Für die Strömung bindiger, damit es nicht schon beim Absinken davonzieht. Als Grundregel: Der Korb soll am Grund leer werden, nicht auf dem Weg dorthin.

Zwei Zutaten lohnen sich von Anfang an: Maden und Mais, jeweils ein bis zwei Handvoll ins Futter gemischt. Sie halten die Fische am Platz, weil sie länger nach Nahrung suchen. Wie du beide am Haken anbietest, steht in den Ratgebern zum Angeln mit Maden und zum Angeln mit Mais.

Köder für die ersten Ansitze

Drei Köder decken den gesamten Einstieg ab:

Wenn nichts läuft, ändere zuerst die Vorfachlänge, dann den Köder, dann die Distanz. In dieser Reihenfolge, weil die Vorfachlänge am häufigsten der Grund ist.

Der Ablauf am Wasser: die ersten zwei Stunden

Minute 0 bis 15: Platz einrichten. Rutenhalter so aufstellen, dass die Rutenspitze bei Wind seitlich zeigt und du sie im Sitzen im Blick hast. Futter mischen, Kescher aufbauen, Zange und Hakenlöser griffbereit legen.

Minute 15 bis 20: Distanz festlegen. Wirf den Korb an die gewünschte Stelle und klippe die Schnur am Spulenclip fest. Ab jetzt landet jeder Wurf auf denselben Meter. Alternativ markierst du die Schnur mit einem Stück Klebeband. Ohne diesen Schritt streut dein Futter über zwanzig Meter und es entsteht kein Platz.

Minute 20 bis 45: Futterplatz aufbauen. Zehn Würfe im Abstand von drei bis fünf Minuten, jedes Mal Korb voll, Haken beködert. In dieser Phase zählt allein die Futtermenge am Grund, Bisse sind ein willkommener Nebeneffekt.

Ab Minute 45: fischen. Jetzt darf der Korb fünf bis zehn Minuten liegen bleiben. Kommen Bisse, behalte den Rhythmus bei. Bleiben sie aus, wechsle zuerst die Vorfachlänge, dann den Köder.

Ein häufiger Fehler in dieser Phase: zu selten neu werfen. Ein Futterkorb, der eine halbe Stunde liegt, ist ein leerer Korb. Das Futter ist längst weg, und du fischst effektiv mit einem Blei.

Bisserkennung und Anhieb

Die Rutenspitze kennt drei Signale, und jedes bedeutet etwas anderes:

Der Anhieb geht seitlich und mit ruhigem Zug, nicht nach oben und nicht ruckartig. Bei 30 m Schnur im Wasser braucht der Anhieb Weg, deshalb ziehst du die Rute in einem Bogen zur Seite, statt sie hochzureißen. Ein zu harter Anhieb reißt bei 0,14 mm Vorfach durch.

Typische Anfängerfehler

Zu schwerer Korb. Viele starten mit 60 g am stillen See, weil es weiter fliegt. Der schwere Korb macht beim Aufkommen Lärm und lässt sich schlechter präzise setzen. Nimm das leichteste Gewicht, das noch liegen bleibt.

Keine geklippte Distanz. Ohne Spulenclip landet jeder Wurf woanders. Der Futterplatz entsteht dann nie, und die Fische sammeln sich über eine große Fläche verteilt.

Zu langes Vorfach am Anfang. Starte mit 40 cm. Ein 120-cm-Vorfach verzögert die Bissanzeige so stark, dass du als Einsteiger die Hälfte der Bisse gar nicht siehst.

Futter zu nass oder zu trocken. Zu nass klebt es im Korb und kommt nie heraus, zu trocken löst es sich schon im Flug. Die Ballenprobe kostet zehn Sekunden und beantwortet die Frage.

Fische unsauber zurücksetzen. Was du nicht mitnimmst, geht mit nassen Händen und ohne langen Landgang zurück. Das Tierschutzgesetz verlangt, einem Tier ohne vernünftigen Grund keine Schmerzen oder Schäden zuzufügen, und ein kurz gehaltener Fisch überlebt das Zurücksetzen deutlich besser.

Fazit: vier Entscheidungen, mehr braucht es nicht

Feedern wirkt von außen technisch, läuft am Wasser aber auf vier Stellschrauben hinaus. Die Rute mit 3,60 m und 60 bis 100 g deckt den Einstieg vollständig ab. Das Korbgewicht wählst du so leicht wie möglich, am See sind 20 bis 40 g der Normalfall. Die Vorfachlänge startet bei 40 cm und wächst, wenn nichts beißt. Der Rhythmus ist am Anfang eng und wird lockerer, sobald Futter am Grund liegt.

Wenn du das erste Mal losziehst, nimm einen stillen Vereinssee mit bekanntem Brassenbestand. Dort verzeiht die Methode am meisten, und du siehst innerhalb der ersten Stunde, ob dein Futterplatz arbeitet. Der nächste Schritt führt an den Fluss, wo Strömung und Korbform ins Spiel kommen: alles dazu im Ratgeber zum Feedern am Fluss.

Häufige Fragen

Was ist Feedern eigentlich?

Feedern ist Grundangeln mit einem Futterkorb. Statt nur ein Blei zu werfen, bringst du mit jedem Wurf eine Portion Futter genau dorthin, wo dein Haken liegt. Dadurch entsteht nach wenigen Würfen ein Futterplatz, der Weißfisch anzieht und hält. Der Biss wird über eine feine, auswechselbare Rutenspitze angezeigt, die sich bei Zug sichtbar biegt.

Welche Feederrute brauche ich als Anfänger?

Für den Einstieg an Seen und langsamen Flüssen ist eine Rute von 3,30 bis 3,90 m mit rund 60 bis 100 g Wurfgewicht die richtige Wahl. Sie wirft Körbe bis etwa 60 g auf 30 bis 40 m und ist noch handlich. Wichtig sind mindestens zwei Wechselspitzen mit unterschiedlicher Härte, damit du die Bissanzeige an Wind und Strömung anpassen kannst. Eine 3,60-m-Rute ist der beste Kompromiss, wenn du nur eine kaufst.

Welche Schnur kommt beim Feedern auf die Rolle?

Für den Einstieg monofile Schnur in 0,20 bis 0,25 mm. Sie dehnt sich leicht, verzeiht damit einen zu harten Anhieb und schont das feine Vorfach. Geflochtene Schnur überträgt Bisse direkter und ist am Fluss oder auf große Distanz im Vorteil, sie verzeiht dafür kaum Fehler. 150 m auf der Spule reichen für alle Einsteigersituationen.

Wie schwer muss der Futterkorb sein?

Am stehenden Gewässer reichen 20 bis 40 g, sie halten den Platz und lassen sich präzise werfen. In leichter Strömung brauchst du 40 bis 60 g, in kräftiger Strömung 60 bis 100 g und mehr. Die richtige Regel lautet: Der Korb muss so schwer sein, dass er liegen bleibt, und so leicht wie irgend möglich. Ein wandernder Korb zieht deinen Köder vom Futterplatz weg.

Wie lang muss das Vorfach beim Feedern sein?

Für den Einstieg 40 bis 80 cm. Kurz beginnen, etwa 40 cm, dann bei ausbleibenden Bissen verlängern. Vorsichtige Fische und klares Wasser verlangen längere Vorfächer bis 120 cm, in kaltem Wasser mit trägen Fischen sind 30 cm oft besser. Die Vorfachstärke liegt beim Einstieg bei 0,14 bis 0,18 mm.

Wie oft muss ich beim Feedern neu werfen?

In der Anfangsphase alle drei bis fünf Minuten, um den Futterplatz aufzubauen. Nach etwa zehn Würfen liegt genug Futter, ab dann kannst du den Korb fünf bis zehn Minuten liegen lassen. Bleiben die Bisse aus, wirf häufiger und mit weniger Futter. Kommen zu viele kleine Fische, wirf seltener und packe den Korb fester.

Welche Fische fange ich beim Feedern?

In erster Linie Brassen, Rotaugen, Güstern und Alande, dazu regelmäßig Karpfen und Schleien, die auf den Futterplatz kommen. An Flüssen kommen Barben und Döbel dazu. Genau diese Bandbreite macht das Feedern für Einsteiger attraktiv: Du bekommst zuverlässig Kontakt, und der Beifang kann jederzeit deutlich größer ausfallen.

Brauche ich zum Feedern einen Angelschein?

Ja. In Deutschland brauchst du für das Angeln an öffentlichen Gewässern einen Fischereischein und zusätzlich eine Erlaubnis für das jeweilige Gewässer. Der Fischereischein setzt in den meisten Bundesländern eine bestandene Fischerprüfung voraus. Die Regeln unterscheiden sich je Bundesland, gerade bei Gültigkeitsdauer und Kosten.

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