Deeper Pro vs. Garmin Striker 4: Wurf- oder Bootsecholot?

Deeper Pro oder Garmin Striker 4? Wurfecholot mit Handy-Display gegen Bootsecholot mit Geber und 12-V-Batterie. Der Vergleich zeigt, wer wo besser fährt.

Ausrüstung Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Zwei Bauprinzipien für zwei Standorte
  2. Welche Modelle heute im Regal stehen
  3. Sonar: drei Kegel gegen Dual-Beam
  4. Display: Handy gegen eigenes Gerät
  5. Strom: Akku in der Kugel gegen 12-V-Batterie
  6. Karten: Lakebook gegen Quickdraw
  7. Was du zusätzlich brauchst
  8. Welches Echolot für wen?
  9. Fazit: erst den Standort klären, dann das Modell
  10. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurzantwort: Vom Ufer aus passt der Deeper, wer im Boot sitzt, fährt mit dem Garmin Striker bequemer.
  • Bauprinzip: Der Deeper ist eine Wurfkugel mit eigenem Akku, die per WLAN bis 100 m aufs Handy funkt. Der Striker besteht aus Display und Geber am Kabel und läuft an einer 12-V-Batterie.
  • Heutige Modelle: Den Deeper Pro hat der Pro+ 2 abgelöst, den Striker 4 der Striker Plus 4 mit 4,3-Zoll-Display.
  • Karten: Pro+ 2 und Striker Plus 4 zeichnen eigene Tiefenkarten ohne Abo. Beim alten Pro fehlt dafür das GPS.
  • Kosten: Der Striker Plus 4 hat die niedrigere UVP (169,99 € gegen 229,00 €), dazu kommen Batterie, Ladegerät und Halterung.

Zwei Bauprinzipien für zwei Standorte

Der Deeper Pro und der Garmin Striker 4 zeigen beide Tiefe, Grund und Fisch, kommen aber auf völlig verschiedenen Wegen an ihr Bild. Der Deeper ist eine Sonar-Kugel, die du an der Schnur auswirfst. Sie schwimmt an der Oberfläche, lotet von dort zum Grund und funkt ihr Bild per WLAN auf Smartphone oder Tablet. Akku, Sonar und Funk stecken in der Kugel.

Der Striker ist ein klassisches Bootsecholot. Das Display steht auf dem Boot, der Geber hängt am Heck unter der Wasserlinie, ein Kabel verbindet beide. Strom liefert eine 12-V-Batterie im Boot. Das Gerät sieht immer genau, was unter dem Boot liegt, und zeichnet das während der ganzen Fahrt auf.

Schematische Gegenüberstellung: links ein Angler am Ufer, die Deeper-Kugel schwimmt weit draußen und funkt per WLAN bis 100 m zurück zum Smartphone, Akku in der Kugel für 6 bis 9 Stunden. Rechts ein Boot mit Striker-Display an Deck, Kabel zum Geber am Heck und 12-V-Batterie, der Schallkegel reicht direkt unter das Boot.
Der Deeper bringt das Sonar zum Fisch und funkt zurück, der Striker sitzt fest am Boot und hängt an Kabel und Batterie.

Am Ufer kommt ein Bootsecholot nicht über die Kante vor deinen Füßen hinaus, weil der Geber am Kabel hängt. Im Boot kann der Deeper zwar mitfahren, muss dafür aber langsam neben oder hinter dem Rumpf schwimmen. Der Standort entscheidet also schon, bevor die Datenblätter ins Spiel kommen.

Welche Modelle heute im Regal stehen

Beide Geräte aus der Suchanfrage sind inzwischen abgelöst. Den Striker 4 mit 3,5-Zoll-Display (480 × 320 Pixel), GPS und Dual-Beam-Geber hat Garmin durch den Striker Plus 4 ersetzt. Der hat ein größeres 4,3-Zoll-Display und die Kartenfunktion Quickdraw Contours. Der Striker 4 nutzt sein GPS für Wegpunkte, Routen und die Geschwindigkeit, eigene Tiefenkarten führt Garmin erst bei den Plus-Modellen auf.

Beim Deeper Pro der ersten Generation (zwei Frequenzen, 80 m Tiefe, kein GPS) folgte 2022 der Pro+ 2. Er sendet auf drei Frequenzen, lotet bis 100 m und kartiert per GPS. Wer heute neu kauft, vergleicht also diese beiden:

MerkmalDeeper Pro+ 2Garmin Striker Plus 4
BauformWurfkugel, schwimmtDisplay und Geber, fest am Boot
AnzeigeSmartphone oder Tablet per App4,3-Zoll-Farbdisplay, 272 × 480 Pixel
Sonar675 / 240 / 100 kHz77 / 200 kHz, Garmin CHIRP traditionell
Kegel7°, 20°, 47°15° und 45°
Tiefenbereich0,15–100 mlaut Geberdatenblatt bis 579 m
VerbindungWLAN bis 100 mKabel
GPS und eigene Kartenja, Bathymetrie in der Appja, Quickdraw Contours mit 30-cm-Linien
StromAkku in der Kugel, bis 9 h12–20 V DC extern, 0,23 A bei 12 V
Schutzschwimmfähig, wasserdichtIPX7
UVP229,00 €169,99 €

Die Werte stammen aus den Datenblättern von Deeper und Garmin. Ausführlich bewertet sind beide Geräte in den Rezensionen zum Deeper Pro+ 2 und zum Garmin Striker Plus 4.

Sonar: drei Kegel gegen Dual-Beam

Beide Geräte arbeiten mit einem breiten Kegel für die Fläche und einem schmalen fürs Detail. Der Garmin-Geber sendet auf 77 kHz mit 45° und 200 kHz mit 15°, der Pro+ 2 hat zusätzlich einen sehr schmalen 7°-Kegel auf 675 kHz. Der alte Deeper Pro lag mit 90 kHz (55°) und 290 kHz (15°) nah am Garmin-Prinzip.

Der Striker bringt laut Datenblatt 200 W Sendeleistung mit und reicht mit dem Dual-Beam-Geber weit über die Tiefen hinaus, die in deutschen Binnengewässern vorkommen. Der Pro+ 2 lotet bis 100 m, was ebenfalls für fast jedes Gewässer genügt, und beginnt schon bei 15 cm. Im flachen Uferbereich ist die Kugel damit das genauere Werkzeug.

Der größere Unterschied liegt in der Arbeitsweise. Der Striker zeichnet ohne Pause auf, solange das Boot fährt, und baut so ein durchgehendes Bild der Strecke. Der Deeper liefert sein Bild, während du ihn einkurbelst oder langsam hinter dir herziehst. Für das Absuchen großer Flächen vom Boot ist der feste Geber deshalb bequemer, für gezielte Würfe auf einen Spot vom Ufer die Kugel.

Display: Handy gegen eigenes Gerät

Beim Deeper ist das Smartphone der Bildschirm. Das bringt eine große Fläche, Touch-Bedienung und Zoom, belastet aber den Handyakku, und das Telefon muss in der Hand oder in einer Halterung bleiben. Bei Sonne hängt die Lesbarkeit am eigenen Handy.

Der Striker Plus 4 hat ein eigenes 4,3-Zoll-Display im Hochformat mit Tastenbedienung und ist nach IPX7 wasserdicht. Für ein Sonarbild mit Tiefe reicht die Fläche gut, eine geteilte Ansicht aus Sonar und Karte wird darauf eng. Der alte Striker 4 kommt mit 3,5 Zoll aus.

Strom: Akku in der Kugel gegen 12-V-Batterie

Der Pro+ 2 hält laut Hersteller bis zu 9 Stunden und lädt per Micro-USB in 75 Minuten voll, der Pro der ersten Generation schafft bis zu 6 Stunden. Unterwegs genügt eine Powerbank.

Der Striker braucht eine externe Batterie zwischen 12 und 20 V. Garmin gibt für den Striker Plus 4 nur 0,23 A bei 12 V an, das sind knapp 3 Watt. Ein kleiner 7-Ah-Akku reicht damit rechnerisch für mehr als 30 Stunden, also für mehrere Angeltage. Batterie und Ladegerät liegen nicht bei und kommen zum Gerätepreis dazu.

Karten: Lakebook gegen Quickdraw

Mit dem Pro+ 2 entsteht beim Einkurbeln eine bathymetrische Tiefenkarte in der Fish-Deeper-App. Gespeichert wird kostenlos im Lakebook, am Rechner lassen sich die Karten unter maps.fishdeeper.com auswerten. Der alte Pro hat kein GPS und zeichnet keine Karten.

Der Striker Plus 4 zeichnet mit Quickdraw Contours während der Fahrt Tiefenlinien im 30-cm-Abstand und speichert laut Garmin bis zu 2 Millionen Acres. Die Karte bleibt im Gerät, denn der Plus 4 hat weder WLAN noch einen Kartenslot. Gekaufte Seekarten kann er nicht anzeigen.

Für den Uferangler ist die Deeper-Karte das stärkere Werkzeug, weil sie genau den Bereich erfasst, den er befischt. Auf dem Boot kartiert der Striker größere Flächen mit weniger Aufwand, weil er nebenbei bei jeder Fahrt mitzeichnet.

Was du zusätzlich brauchst

Nach UVP ist der Striker Plus 4 mit 169,99 € günstiger als der Pro+ 2 mit 229,00 €. Zum Gerätepreis kommt jeweils Zubehör:

  • Deeper Pro+ 2: ein Smartphone, das meist schon da ist, eine Rute ab etwa 100 g Wurfgewicht, für lange Tage eine Powerbank.
  • Garmin Striker Plus 4: eine 12-V-Batterie, ein Ladegerät und eine Geberhalterung. Am eigenen Boot wird der Geber fest am Heck montiert, auf Mietbooten hilft eine Klemm- oder Saugnapfhalterung.

Rechne diese Teile ein, bevor du die beiden UVPs gegeneinander stellst.

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Welches Echolot für wen?

  • Für Uferangler (Karpfen, Feeder, Raubfisch vom Land): der Deeper Pro+ 2. Er bringt das Sonar dorthin, wo du fischst, und kartiert deinen Uferabschnitt.
  • Für Bootsangler mit eigenem Boot: der Striker Plus 4. Fest montiert läuft er bei jeder Fahrt mit, braucht keinen Ladevorgang vor dem Angeln und kartiert nebenbei.
  • Für Mietboote im Urlaub: beides geht. Der Deeper ist schneller einsatzbereit, der Striker braucht Batterie und Halterung, zeigt dafür während der Fahrt ein durchgehendes Bild.
  • Für Belly Boat und Kajak: beides möglich. Den Deeper ziehst du langsam hinterher, der Striker braucht einen kleinen Akku und eine Geberhalterung am Rumpf.
  • Für Einsteiger mit kleinem Budget: Für den Deeper Start gegen einen Garmin Striker gilt dieselbe Logik. Der Start ist die günstigste Wurfkugel ohne GPS, der Striker bleibt ein Gerät fürs Boot.

Wer die Garmin-Welt mag und trotzdem vom Ufer werfen will, findet im Vergleich Garmin Striker Cast vs. Deeper das Wurfecholot von Garmin.

Fazit: erst den Standort klären, dann das Modell

Zwischen Deeper Pro und Garmin Striker 4 entscheidet weniger das Datenblatt als die Frage, wo du angelst. Vom Ufer aus führt der Weg zur Wurfkugel, heute zum Pro+ 2 mit GPS-Karte. Im Boot ist der Striker Plus 4 das bequemere und sparsamere Gerät, das bei jeder Fahrt mitzeichnet. Wer beides macht, fängt mit dem Gerät für den häufigeren Standort an und ergänzt das zweite später.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Deeper Pro und Garmin Striker 4?

Der Deeper Pro ist ein Wurfecholot. Die Sonar-Kugel wird ausgeworfen, schwimmt auf dem Wasser und funkt ihr Bild per WLAN aufs Smartphone, Strom liefert ein eingebauter Akku. Der Garmin Striker 4 ist ein Bootsecholot aus Display und Geber, die per Kabel verbunden sind und am Boot montiert werden, Strom kommt von einer 12-V-Batterie. Der Deeper ist fürs Ufer gebaut, der Striker fürs Boot.

Kann man den Garmin Striker 4 vom Ufer aus benutzen?

Nur sehr eingeschränkt. Der Geber muss im Wasser hängen und per Kabel mit Display und Batterie verbunden bleiben, er erfasst also nur die Stelle direkt unter sich. Vom Steg aus reicht das für die Tiefe an der Kante vor deinen Füßen, das Wasser weiter draußen bleibt unsichtbar. Für diesen Einsatz ist ein Wurfecholot wie der Deeper gebaut.

Kann man den Deeper Pro vom Boot aus benutzen?

Ja. Du ziehst die Kugel langsam neben oder hinter Boot, Kajak oder Belly Boat her oder befestigst sie mit einer Halterung am Boot. Sie muss dabei ruhig im Wasser liegen, für zügige Fahrt ist sie ungeeignet. Wer viel mit dem Boot unterwegs ist, fährt mit einem fest montierten Geber komfortabler.

Welches Echolot lotet tiefer, Deeper Pro+ 2 oder Garmin Striker Plus 4?

Der Striker Plus 4. Sein Dual-Beam-Geber mit 77 und 200 kHz arbeitet laut Geberdatenblatt bis 579 m, der Deeper Pro+ 2 bis 100 m. Für deutsche Binnengewässer reichen beide. Dafür beginnt der Pro+ 2 schon bei 15 cm Wassertiefe und hat mit 7° den schmaleren Kegel für Detailarbeit.

Brauchen Deeper und Garmin Striker ein Abo für Tiefenkarten?

Nein. Der Deeper Pro+ 2 zeichnet eigene Karten in der Fish-Deeper-App und speichert sie kostenlos im Lakebook, nur fertige Gewässerkarten und Offline-Funktionen kosten im Premium-Abo extra. Der Striker Plus 4 zeichnet mit Quickdraw Contours eigene Tiefenlinien im 30-cm-Abstand, ebenfalls ohne Abo. Gekaufte Seekarten kann der Striker nicht anzeigen.

Welche Batterie braucht ein Garmin Striker 4?

Eine 12-V-Batterie, die nicht im Lieferumfang liegt, dazu ein passendes Ladegerät. Für den Nachfolger Striker Plus 4 nennt Garmin einen Verbrauch von nur 0,23 A bei 12 V, ein 7-Ah-Akku reicht damit rechnerisch für mehr als 30 Stunden. Kleine Akkus dieser Größe passen auch ins Kajak oder Belly Boat.

Gibt es den Garmin Striker 4 und den Deeper Pro noch neu?

Beide sind abgelöst. Garmin führt heute den Striker Plus 4 mit größerem 4,3-Zoll-Display und Quickdraw-Kartierung, Deeper den Pro+ 2 mit drei Frequenzen, GPS und 100 m Tiefenbereich. Den Striker 4 und den Pro der ersten Generation findest du vor allem noch gebraucht.

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