Technische Daten
| Displaygröße | 4,3 Zoll (10,9 cm Diagonale) |
|---|---|
| Anzeigetyp | QSVGA-Farbdisplay |
| Auflösung | 272 × 480 px, Hochformat |
| Bedienung | Tasten, kein Touchscreen |
| Geber im Set | Garmin Dual-Beam-Geber, 4-Pin |
| Sonararten | Garmin CHIRP traditionell |
| Frequenzen (Gerät) | 50/77/200 kHz, CHIRP mittel und hoch |
| Frequenzen (Geber) | 77 und 200 kHz |
| Kegelwinkel (Geber) | 45° bei 77 kHz, 15° bei 200 kHz |
| Sendeleistung | 200 W (RMS) |
| Max. Tiefe (Geberdatenblatt) | 579 m (1.900 ft) für den Dual-Beam-Geber mit 77/200 kHz |
| GPS | eingebaut |
| Kartierung | Quickdraw Contours, bis 2 Mio. Acres, Tiefenlinien im 30-cm-Abstand |
|---|---|
| Kartenmaterial | keine Unterstützung für gekaufte Seekarten |
| Kartenslot | keiner |
| Konnektivität | kein WLAN, keine ActiveCaptain-Anbindung |
| Geberanschlüsse | ein 4-Pin-Anschluss |
| Stromversorgung | 12–20 V DC, 0,23 A bei 12 V |
| Schutzart | IPX7 |
| Maße (B × H × T) | 9,8 × 17,4 × 4,5 cm |
| Gewicht | 0,3 kg |
| Montage | Kipp-/Schwenkhalterung |
| Teilenummer | 010-01870-00 bzw. 010-01870-01 |
Angaben laut Hersteller-Datenblatt und Händlerlistung, Abweichungen sind in der Tabelle vermerkt.
Unsere Einordnung
Das spricht dafür
- GPS mit Quickdraw Contours für rund 170 €: eigene Tiefenkarte mit 30-cm-Konturlinien ohne Abo und ohne Freischaltung
- 0,23 A bei 12 V sind extrem wenig: ein 7-Ah-Akku trägt rechnerisch mehr als 30 Stunden
- Dual-Beam-Geber mit 45°-Kegel bei 77 kHz deckt im Flachwasser viel Fläche ab
- 0,3 kg und 9,8 cm Breite passen auf jedes Kajak und in jede Schlauchbootkonsole
- Tastenbedienung funktioniert mit nassen Fingern und Handschuhen zuverlässig
Das spricht dagegen
- Kein ClearVü: Struktur am Grund bleibt als Bogen und Balken dargestellt, statt als Abbild
- 272 × 480 Pixel auf 4,3 Zoll geben wenig Bildfläche für Sonarhistorie und Karte gleichzeitig
- 200 W Sendeleistung sind der niedrigste Wert der Striker-Familie
- Kein WLAN und keine ActiveCaptain-App: Quickdraw-Aufzeichnungen lassen sich nicht teilen und nicht sichern
- Kein Kartenslot und keine Unterstützung für gekauftes Kartenmaterial
Unter 200 € bekommt man beim Echolot normalerweise ein Gerät, das die Tiefe anzeigt und sonst wenig. Der Striker Plus 4 fällt aus diesem Muster, weil Garmin ihm GPS und die Quickdraw-Kartierung mitgegeben hat. Diese Rezension ordnet ihn anhand von Datenblatt, Geberdaten und Preisgefüge ein.
Was der Striker Plus 4 ist
Der Striker Plus 4 ist ein fest montierbares Kompakt-Echolot mit 4,3-Zoll-Display im Hochformat, 272 × 480 Pixeln und Tastenbedienung. Das Gehäuse misst 9,8 × 17,4 × 4,5 cm und wiegt 0,3 kg. Es läuft an 12 bis 20 V und zieht laut Garmin 0,23 A bei 12 V.
Im Set liegt ein Dual-Beam-Geber mit 77 und 200 kHz. Das Gerät hat eingebautes GPS und Quickdraw Contours. Was es nicht hat, ist ClearVü, WLAN und ein Kartenslot. Diese drei Lücken bestimmen, für wen das Gerät passt.
GPS und Quickdraw sind der eigentliche Kaufgrund
In dieser Preisklasse ist die Kartierung das Argument. Quickdraw Contours zeichnet beim Fahren die gelotete Tiefe zusammen mit der GPS-Position auf und erzeugt daraus eine Karte mit Konturlinien im Abstand von 30 cm. Garmin gibt die Kapazität mit bis zu 2 Millionen Acres an.
Diese Auflösung entscheidet über den Nutzen. Eine 30-cm-Kontur macht eine flache Rinne, eine Sandbank oder die Kante eines Plateaus als Linienstruktur sichtbar. Für deutsche Vereinsgewässer gibt es fertiges Kartenmaterial ohnehin selten, und was du brauchst, entsteht nach zwei bis drei Ausfahrten von selbst.
Dazu kommt die klassische GPS-Funktion: Wegpunkte setzen, dorthin zurückfinden, Geschwindigkeit über Grund ablesen. Wer eine produktive Stelle gefunden hat, findet sie beim nächsten Mal wieder, auch ohne Landmarken am Ufer.
Der Geber: viel Fläche, wenig Detail
Der mitgelieferte Dual-Beam-Geber arbeitet mit 77 und 200 kHz. Garmin gibt für seinen Dual-Beam-Geber Kegelwinkel von 45° bei 77 kHz und 15° bei 200 kHz an, dazu 579 m maximale Tiefe.
| Frequenz | Kegelwinkel | Stärke |
|---|---|---|
| 77 kHz | 45° | breite Abdeckung, gut im Flachwasser und beim Absuchen |
| 200 kHz | 15° | schärfere Zieltrennung, gut zum genauen Betrachten |
Der 45°-Kegel bei 77 kHz ist für ein Gerät dieser Klasse großzügig. In 5 m Tiefe erfasst er einen Kreis von rund 4 m Durchmesser, was beim langsamen Absuchen einer Uferkante viel Wasser abdeckt.
Die Grenze liegt bei der Sendeleistung. 200 W (RMS) sind der niedrigste Wert der Striker-Familie, der Vivid 4cv leistet 300 W, die größeren Modelle 500 W. Bei klarem Binnenwasser bis etwa 30 m spielt das kaum eine Rolle, in trübem oder gashaltigem Wasser verliert das Bild früher an Substanz.
Die ClearVü-Lücke: was du nicht siehst
Hier liegt der wichtigste Unterschied zu allen cv-Modellen, und er wird beim Kauf oft unterschätzt. Traditionelles Sonar zeigt dir Echos als Bogen, Balken und Bänder. Du siehst, dass etwas da ist, in welcher Tiefe es steht und wie hart der Grund ist. Wie es aussieht, siehst du nicht.
ClearVü arbeitet mit hohen Frequenzen und einem schmalen, quer aufgefächerten Kegel und liefert ein fotoähnliches Abbild des Grundes. Ein versunkener Baum erscheint als Baum mit Ästen, eine Krautkante als Kante. Genau das leistet der Plus 4 nicht.
Für die Praxis heißt das:
- Tiefe finden, Grundhärte einschätzen, Fischsicheln erkennen: erledigt der Plus 4 vollständig.
- Struktur identifizieren: hier stößt er an seine Grenze. Ob der Bogen ein Ast, ein Krautfeld oder ein Stein ist, bleibt Interpretation.
- Vertikalangeln über Struktur: möglich, aber der Vertikalangler profitiert spürbar von einem cv-Modell.
Wer diesen Unterschied haben will, zahlt beim Striker Vivid 4cv rund 20 € mehr und bekommt ihn bei gleichem Gehäuse und gleichem Display.
Kein WLAN: die Aufzeichnung bleibt im Gerät
Diese Zeile im Datenblatt hat Folgen, die über die reine Funktionsliste hinausgehen. Der Plus 4 hat kein WLAN und keine ActiveCaptain-Anbindung. Weil ihm auch der Kartenslot fehlt, gibt es keinen Weg, deine Quickdraw-Aufzeichnungen aus dem Gerät zu holen.
Praktisch bedeutet das dreierlei: Ein Backup deiner selbst gefahrenen Karte gibt es nicht. Ein Übertragen auf ein zweites Gerät oder ein Nachfolgemodell entfällt. Und der Zugang zur Quickdraw-Community, in der Angler ihre Aufzeichnungen teilen, bleibt zu.
Solange du ein Hausgewässer befischst und die Karte im Gerät bleibt, ist das folgenlos. Wer über Jahre mehrere Gewässer aufzeichnet, sollte den Aufpreis zu einem Modell mit WLAN einplanen. In der Vivid-Serie beginnt das erst beim 7sv, denn auch Vivid 4cv und 5cv haben kein WLAN.
Display: die Fläche ist der Engpass
272 × 480 Pixel auf 4,3 Zoll ergeben eine für heutige Verhältnisse grobe Darstellung, und die kleine Fläche wiegt schwerer als die Pixelzahl. Im Hochformat ist der Bildschirm rund 5,4 cm breit. Auf dieser Breite läuft die Sonarhistorie von rechts nach links durch.
Das Hochformat hat einen echten Vorteil: Es passt auf schmale Kajakdecks und in enge Konsolen, wo ein Querformat-Gerät nicht unterkommt. Der Preis dafür ist die kurze sichtbare Historie. Wer Sonar und Karte gleichzeitig sehen will, teilt eine ohnehin kleine Fläche.
Garmin nennt für die Striker-Serie keinen Helligkeitswert in Nits. Wer sein Gerät auf einer offenen Konsole in praller Sonne betreibt, sollte das bei der Kaufentscheidung mitdenken.
Stromverbrauch: die stärkste Zahl im Datenblatt
0,23 A bei 12 V ist ein außergewöhnlich niedriger Wert. Was das für den Angeltag heißt, lässt sich rechnen: Eine 12-V-AGM-Batterie mit 7 Ah liefert 7 Ah geteilt durch 0,23 A, also rund 30 Stunden. Abzüglich Alterung und Entladeschlussspannung bleiben realistisch 20 bis 24 Stunden.
Damit trägt ein kleiner, tragbarer Akku mehrere Angeltage am Stück. Zum Vergleich zieht der Striker Vivid 9sv mit 0,75 A mehr als das Dreifache. Für Kajak, Schlauchboot und jedes Boot ohne feste Bordbatterie ist dieser Unterschied kaufentscheidend, weil er die Größe und das Gewicht des mitgeführten Akkus bestimmt.
Für wen sich der Striker Plus 4 lohnt
Er passt zu Anglern, die auf einem kleinen Boot oder Kajak zum ersten Mal ein festes Echolot montieren und dabei Wert auf GPS legen. Für rund 170 € bekommst du Tiefe, Fischanzeige, Wegpunkte und eine eigene Tiefenkarte, und der Stromverbrauch macht die Akkufrage klein. Wer sein Vereinsgewässer systematisch kartieren will, findet hier den günstigsten Einstieg bei Garmin.
Weniger passt er zu drei Gruppen. Wer Struktur am Grund erkennen will, braucht ClearVü und damit mindestens ein cv-Modell. Wer seine Karten sichern oder teilen will, braucht WLAN oder einen Kartenslot. Und wer auf großen Booten Sonar und Karte nebeneinander sehen möchte, ist mit 4,3 Zoll zu knapp bedient.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Display | Sonar | GPS/Karte | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Garmin Striker Plus 4 | 4,3”, 272 × 480 | CHIRP traditionell, 200 W | GPS + Quickdraw | 3,4 |
| Garmin Striker Vivid 4cv | 4,3”, 272 × 480 | CHIRP + ClearVü, 300 W | GPS + Quickdraw | 3,6 |
| Lowrance Eagle 4x | 4”, IPS, 272 × 480 | Einzelfrequenz 200 kHz | kein GPS | 2,8 |
| Garmin Striker Vivid 5cv | 5”, 800 × 480 | CHIRP + ClearVü, 500 W | GPS + Quickdraw | 3,5 |
Wer statt eines fest montierten Geräts lieber vom Ufer aus lotet, findet im Duell Garmin Striker Cast gegen Deeper die passenden Wurfecholote.
Fazit: das günstigste Garmin mit eigener Karte
Der Striker Plus 4 verkauft eine einzige, aber starke Idee: GPS und Quickdraw Contours für rund 170 €. Wer eine eigene Tiefenkarte mit 30-cm-Konturlinien aufzeichnen will, ohne Abo und ohne Zusatzkosten, bekommt bei Garmin nichts Günstigeres. Der Stromverbrauch von 0,23 A macht ihn zusätzlich zur naheliegenden Wahl für Kajak und Kleinboot. Mit 3,4 von 5 ist er eine klare Empfehlung für diesen Zweck.
Die Grenzen stehen ebenso klar im Datenblatt. Ohne ClearVü bleibt Struktur am Grund Interpretationssache, ohne WLAN und Kartenslot bleibt die aufgezeichnete Karte für immer in diesem einen Gerät. Wer eines von beidem braucht, sollte die rund 20 € Aufpreis zum Vivid 4cv oder gleich den Schritt zum Vivid 5cv einplanen.
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Alle Boots-Echolote im Ranking →Häufige Fragen
Hat der Garmin Striker Plus 4 GPS?
Ja, GPS ist eingebaut. Du kannst Wegpunkte markieren, dorthin zurücknavigieren, deine Geschwindigkeit über Grund ablesen und Tracks aufzeichnen. Wichtig ist die Abgrenzung: Das GPS dient der Positionsbestimmung und der eigenen Kartierung über Quickdraw Contours. Gekauftes Kartenmaterial wie Navionics oder Garmin BlueChart unterstützt das Gerät nicht, einen Kartenslot hat es ebenfalls nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Striker Plus 4 und Striker Plus 4cv?
Der Geber und damit die Sonararten. Der Plus 4 kommt mit einem Dual-Beam-Geber und liefert ausschließlich traditionelles CHIRP-Sonar mit 77 und 200 kHz bei 200 W. Der Plus 4cv kommt mit dem GT20-TM und beherrscht zusätzlich CHIRP ClearVü, die fotoähnliche Abtastung senkrecht unter dem Boot, bei 300 W Sendeleistung. Gehäuse, Display, GPS und Quickdraw sind bei beiden identisch.
Wie tief kann der Striker Plus 4 loten?
Für das Gerät selbst weist Garmin keine Maximaltiefe aus, weil sie am Geber hängt. Für den Dual-Beam-Geber mit 77 und 200 kHz nennt Garmin 579 m. Das ist ein Laborwert unter Idealbedingungen. Mit 200 W Sendeleistung und ohne niedrige Frequenz unter 50 kHz liegt die praktische Grenze in trübem Wasser deutlich darunter, für deutsche Binnengewässer reicht sie mit großem Abstand.
Was leistet Quickdraw Contours beim Striker Plus 4?
Quickdraw zeichnet während der Fahrt die gelotete Tiefe zusammen mit der GPS-Position auf und baut daraus eine eigene Karte mit Konturlinien im Abstand von 30 cm. Garmin gibt die Speicherkapazität mit bis zu 2 Millionen Acres an. Das läuft ohne Abo, ohne Freischaltcode und ohne Internetverbindung. Nach zwei bis drei Ausfahrten hast du von deinem Vereinssee eine brauchbare Tiefenkarte.
Hat der Striker Plus 4 WLAN oder eine App?
Nein. Weder WLAN noch die ActiveCaptain-App sind vorgesehen. Das hat eine praktische Folge, die vor dem Kauf zählt: Deine Quickdraw-Aufzeichnungen bleiben im Gerät. Weil auch der Kartenslot fehlt, lassen sie sich weder sichern noch auf ein zweites Gerät übertragen noch mit der Quickdraw-Community teilen. Wer das möchte, braucht ein Modell der Vivid-Serie ab 7 Zoll.
Wie viel Strom braucht der Striker Plus 4?
Garmin gibt 0,23 A bei 12 V an. Das ist sehr wenig. Eine 12-V-Batterie mit 7 Ah reicht rechnerisch für gut 30 Stunden, praktisch nach Abzug von Alterung und Entladeschlussspannung für rund 20 bis 24 Stunden. Damit trägt ein kleiner Bleiakku mehrere Angeltage, ohne dass du zwischendurch laden musst.
Taugt der Striker Plus 4 fürs Kajak oder Belly Boat?
Für das Kajak ja. Mit 9,8 cm Breite, 0,3 kg Gewicht und 0,23 A Stromaufnahme ist er eines der genügsamsten fest montierbaren Geräte überhaupt, und das Hochformat passt gut auf schmale Decks. Fürs Belly Boat ist die Geber- und Akkumontage der schwierigere Teil; welche Lösungen dort funktionieren, steht im Ratgeber zum Echolot fürs Belly Boat.
Was bedeutet Dual Beam beim Geber?
Der Geber sendet in zwei Kegelbreiten. Bei 77 kHz öffnet der Kegel 45° und deckt viel Fläche ab, was beim Absuchen und im Flachwasser hilft. Bei 200 kHz öffnet er 15°, zeigt dafür schärfer getrennte Echos und eignet sich, wenn du eine gefundene Stelle genauer ansehen willst. Beide Frequenzen lassen sich am Gerät umschalten.
Ist der Striker Plus 4 noch aktuell?
Garmin führt ihn weiterhin im Sortiment und nennt 169,99 € als Listenpreis. Die neuere Vivid-Serie steht daneben und setzt darüber an: Der Vivid 4cv nutzt dasselbe Gehäuse und dasselbe Display, bringt aber ClearVü und die Vivid-Farbpaletten mit. Der Plus 4 bleibt das günstigste Garmin-Gerät mit GPS und Quickdraw.
Was kostet der Garmin Striker Plus 4?
Auf amazon.de liegt er bei rund 167 €, Garmin nennt als Listenpreis 169,99 €. In dieser Preisklasse ist die Kombination aus eingebautem GPS und Quickdraw Contours ungewöhnlich: Vergleichbar günstige Geräte anderer Hersteller loten zwar, zeichnen aber keine eigene Tiefenkarte auf.