Am Forellensee scheitert mancher am Wurf: Die Bienenmade allein fliegt keine zwei Meter weit. Genau dieses Problem löst der Sbirolino. Der kleine Schwimmkörper bringt das nötige Wurfgewicht, während der Köder am langen Vorfach ganz natürlich hinterherläuft. Damit erreichst du weit entfernte Forellen und bietest den Köder in jeder Wassertiefe an. Dieser Ratgeber zeigt dir die Montage, die richtigen Typen und die Führung.
Das Wichtigste in Kürze
- Prinzip: der Sbirolino ist ein Wurfgewicht, das leichte Köder weit trägt, der Köder folgt am langen Vorfach.
- Typen: schwimmend (oben), langsam sinkend (Mittelwasser), sinkend (Grundnähe).
- Montage: Sbirolino auf die Schnur, Perle, Wirbel, langes Vorfach von 0,8–2 m.
- Rute: lange, weiche Sbirolino-Rute von 3,60–4,20 m, dazu leichte Rolle.
- Köder: Bienenmade und Forellenteig als Klassiker, dazu Mehlwurm, Fliegen und Spinner.
Was ein Sbirolino ist
Der Sbirolino, oft auch Sbiro oder Bombarde genannt, ist ein länglicher Schwimmkörper aus Kunststoff mit einem Röhrchen in der Mitte, durch das die Schnur läuft. Seine Aufgabe ist einfach: Er liefert das Wurfgewicht, das leichten Ködern fehlt. Eine Bienenmade oder ein bisschen Forellenteig wiegt fast nichts und fliegt allein kaum vom Ufer weg. Mit einem Sbirolino von 5 bis 20 g davor wirfst du dieselben Köder problemlos 30 Meter und weiter.
Der zweite Vorteil liegt in der Tiefensteuerung. Weil es Sbirolinos mit unterschiedlicher Dichte gibt, kannst du den Köder gezielt an der Oberfläche, im Mittelwasser oder am Grund anbieten. Damit ist der Sbirolino die vielseitigste Methode am Forellensee und funktioniert überall dort, wo leichte Köder weit und kontrolliert präsentiert werden sollen.
Schwimmend, schwebend, sinkend: die Typen
Die Bauart des Sbirolinos entscheidet, in welcher Tiefe der Köder arbeitet. Drei Grundtypen deckst du damit ab.

- Schwimmend (floating): bleibt an der Oberfläche und hält den Köder im oberen Wasser. Die Wahl, wenn die Forellen hoch stehen und rauben, oft im Sommer und in der Dämmerung.
- Langsam sinkend (slow sinking): sackt gemächlich ab und arbeitet das Mittelwasser ab. Ein guter Allrounder, um die aktive Tiefe zu suchen.
- Sinkend (sinking): geht zügig auf Tiefe und bringt den Köder in Grundnähe. Ideal an kalten Tagen, wenn die Forellen tief stehen.
Auf vielen Sbirolinos steht die Sinkgeschwindigkeit, zum Beispiel ein Meter in zehn Sekunden. Damit zählst du nach dem Wurf die Sekunden ab und triffst die gewünschte Tiefe genau. Steigt keine Forelle ein, arbeitest du die Wasserschichten von oben nach unten durch, bis du die Fische findest.
Die Montage
Die Sbirolino-Montage ist schnell gebaut und hat nur wenige Teile. Der Kern ist das lange Vorfach.

Von der Rute aus gesehen läuft der Aufbau so:
- Sbirolino: mit dem Röhrchen voran auf die Hauptschnur ziehen, sodass er frei laufen kann.
- Gummiperle: dahinter aufgezogen, sie schützt den Knoten vor den Schlägen des Sbirolinos.
- Wirbel: verbindet Hauptschnur und Vorfach und verhindert, dass sich die Schnur verdrallt.
- Vorfach: ein langes, feines Fluorocarbon von 0,8 bis 2 m, am Ende der Haken oder ein Sbiro-Haken für Teig.
Das lange Vorfach ist entscheidend. Es sorgt dafür, dass der Köder verzögert und natürlich hinter dem Sbirolino absinkt und herläuft, statt starr am Wurfgewicht zu kleben. Für den Einstieg passt eine Vorfachlänge um 1,2 bis 1,5 m. Wie du feine Vorfächer sauber knüpfst und Haken wählst, zeigt der Ratgeber zu den Angelhaken-Größen.
Die richtige Rute
Für das Sbirolino-Angeln gibt es eigene Sbirolino- oder Bombardenruten. Sie sind mit 3,60 bis 4,20 m lang und haben eine weiche, durchgehende Aktion. Beides hat einen Grund: Die Länge bringt Wurfweite, und die weiche Aktion wirft die leichten Sbirolinos schonend heraus und federt beim Drill die feinen Vorfächer und das weiche Forellenmaul ab. Dazu gehört eine leichte Stationärrolle mit dünner, geschmeidiger Schnur.
Eine Auswahl passender Sbirolino-Ruten und der dazugehörigen Sbirolinos findest du bei AngelPlatz* und Gerlinger*.
Köder für den Sbirolino
Weil der Sbirolino für das Werfen zuständig ist, darf der Köder leicht und natürlich sein. Diese Köder sind am Forellensee bewährt:
- Bienenmade: der Klassiker, allein oder als Bündel am Haken.
- Forellenteig: in vielen Farben erhältlich, oft schwimmend, sodass der Köder über Grund aufsteigt und gut sichtbar ist.
- Mehlwurm und Wurmstücke: natürliche Köder, die auch außerhalb des Forellensees fangen.
- Fliegen, Nymphen und kleine Spinner: für aktive, jagende Forellen, wenn Naturköder nicht laufen.
Mit schwimmendem Teig an einem Auftriebshaken stellst du die Köderhöhe über Grund genau ein, was besonders bei tief stehenden Fischen den Unterschied macht. Weitere Köderideen für den Zielfisch stehen im Forellen-Ratgeber.
Die Technik
Der Ablauf ist einfach und lässt viel Raum zum Variieren.
- Auswerfen und absinken lassen: Nach dem Wurf gibst du dem Sbirolino je nach Typ und Zieltiefe Zeit zum Sinken, bei sinkenden Modellen zählst du die Sekunden ab.
- Langsam einholen: Dann kurbelst du gleichmäßig und langsam ein. Die Forelle nimmt den Köder oft im Vorbeiziehen.
- Pausen und Zupfer: Kurze Stopps und leichte Schläge mit der Rutenspitze lassen den Köder taumeln und reizen zum Biss.
- Tempo und Tiefe wechseln: Kommt kein Biss, änderst du Einholtempo und Angeltiefe, bis die Fische reagieren.
Wo der Sbirolino glänzt
Das Hauptrevier ist der Forellensee und der Forellenpuff, wo Regenbogenforelle, Bachforelle und Saibling stehen. Auch an klaren Bergseen und langsamen Flüssen fängt der Sbirolino auf Forelle, Döbel und Rapfen. An der Küste kommt die schwere Bombarde beim Meerforellenangeln zum Einsatz. Überall gilt dasselbe Prinzip: weit werfen, die Tiefe über den Sbirolino-Typ steuern und den Köder am langen Vorfach natürlich anbieten.
Typische Fehler beim Sbirolino-Angeln
- Zu kurzes Vorfach: Ein Vorfach unter 80 cm nimmt dem Köder die natürliche Bewegung. Lieber länger fischen.
- Falscher Typ zur Tiefe: Ein schwimmender Sbirolino findet keine tief stehenden Forellen. Erst die Wasserschichten durchprobieren.
- Zu schnelles Einholen: Forellen mögen es am Sbirolino meist gemächlich, mit Pausen. Ein zu hektisches Tempo überfährt die Fische.
- Zu harte Rute: Eine steife Spinnrute wirft die leichten Sbirolinos schlecht und reißt feine Haken aus. Die weiche Sbirolino-Rute macht den Unterschied.
Fazit: weit werfen, Tiefe steuern
Der Sbirolino löst am Forellensee zwei Probleme auf einmal. Er bringt leichte Köder auf Weite und steuert über seinen Typ die Angeltiefe, während der Köder am langen Vorfach natürlich hinterherläuft. Mit einer weichen Sbirolino-Rute, der schlichten Montage aus Sbirolino, Perle, Wirbel und langem Vorfach und ein paar Bienenmaden bist du bestens gerüstet. Wer die Wasserschichten geduldig durchprobiert, findet die Forellen zuverlässig. Mehr zum Zielfisch und weiteren Methoden steht im Forellen-Ratgeber.
Häufige Fragen
Was ist ein Sbirolino?
Ein Sbirolino, auch Sbiro oder Bombarde genannt, ist ein länglicher Schwimmkörper aus Kunststoff, durch den die Schnur läuft. Er dient als Wurfgewicht und macht es möglich, sehr leichte Köder wie Bienenmaden, Forellenteig oder Fliegen weit zu werfen. Je nach Bauart schwimmt er, schwebt oder sinkt, was bestimmt, in welcher Tiefe der Köder angeboten wird. Der Sbirolino ist die Standardmethode am Forellensee.
Wie baue ich die Sbirolino-Montage auf?
Du ziehst den Sbirolino mit dem Röhrchen voran auf die Hauptschnur, dahinter kommt eine Gummiperle als Knotenschutz, dann ein Wirbel. An den Wirbel knüpfst du ein langes Vorfach aus Fluorocarbon von 0,8 bis 2 m mit dem Haken am Ende. Das lange Vorfach ist der Kern der Methode: Es lässt den Köder verzögert und natürlich hinter dem Sbirolino absinken und herlaufen.
Welchen Sbirolino nehme ich, schwimmend oder sinkend?
Das hängt von der Angeltiefe ab. Ein schwimmender Sbirolino hält den Köder im oberen Wasser, ideal wenn die Forellen hoch stehen. Ein langsam sinkender Typ arbeitet das Mittelwasser ab, ein sinkender bringt den Köder in Grundnähe. Auf dem Sbirolino steht oft die Sinkgeschwindigkeit, etwa ein Meter in zehn Sekunden, damit du die Tiefe gezielt abzählen kannst.
Welche Rute brauche ich zum Sbirolino-Angeln?
Eine Sbirolino- oder Bombardenrute ist lang, meist 3,60 bis 4,20 m, und hat eine weiche, durchgehende Aktion. Die Länge bringt Wurfweite, die weiche Aktion wirft die leichten Sbirolinos schonend und federt beim Drill die feinen Vorfächer und das weiche Forellenmaul ab. Dazu passt eine leichte Stationärrolle mit dünner Schnur. Eine harte Spinnrute ist für diese Methode zu unsensibel.
Welchen Köder nehme ich beim Sbirolino-Angeln?
Am Forellensee ist die Bienenmade der Klassiker, oft in Kombination mit etwas schwimmendem Forellenteig, damit der Köder aufsteigt. Weitere fängige Köder sind Mehlwurm, Wurmstücke, kleine Fliegen, Nymphen und Streamer sowie kleine Spinner. Forellenteig lässt sich in vielen Farben und mit Auftrieb fischen, sodass du die Köderhöhe über Grund genau einstellen kannst.
Wie führe ich den Sbirolino?
Nach dem Wurf lässt du den Sbirolino je nach Typ und gewünschter Tiefe absinken, bei sinkenden Modellen zählst du die Sekunden ab. Dann holst du langsam und gleichmäßig ein, immer wieder unterbrochen von kurzen Pausen und leichten Zupfern mit der Rutenspitze. Diese Wechsel aus Bewegung und Stillstand reizen die Forelle zum Biss. Das Tempo variierst du so lange, bis die Fische reagieren.
Auf welche Fische angelt man mit Sbirolino?
Hauptzielfisch ist die Forelle, vor allem Regenbogenforelle, Bachforelle und Saibling am Forellensee und im Bergsee. Die Methode fängt aber auch Döbel, Rapfen und Alande im Fluss sowie Meerforellen an der Küste. Überall dort, wo leichte Köder weit und in einer bestimmten Tiefe angeboten werden sollen, spielt der Sbirolino seine Stärke aus.
Wie lang soll das Vorfach beim Sbirolino sein?
Üblich sind 0,8 bis 2 m Vorfachlänge. Kurze Vorfächer um 0,8 bis 1 m sind einfacher zu werfen und übersichtlicher, lange Vorfächer ab 1,5 m lassen den Köder natürlicher und verzögerter absinken, was scheue Forellen überzeugt. Als Kompromiss für den Einstieg passt eine Länge um 1,2 bis 1,5 m aus feinem Fluorocarbon.