Wels angeln im Rhein: Buhnenfelder, Häfen und die richtige Nacht

Der Rhein führt einen starken Welsbestand. Welche Stellen tragen, welche Montage in der Strömung hält und worauf du bei Pegel, Schifffahrt und Erlaubnisschein achten musst.

Raubfisch Veröffentlicht am 11 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Warum der Rhein so gut funktioniert
  2. Die fünf Stellen, die am Rhein tragen
  3. Die Saison am Rhein: Temperatur schlägt Kalender
  4. Montage und Ausrüstung für die Strömung
  5. Köder: Position schlägt Sorte
  6. Recht und Erlaubnis: was am Rhein zu klären ist
  7. Sicherheit: der Punkt, der am Rhein wirklich zählt
  8. Der Ablauf einer Nacht am Buhnenfeld
  9. Rhein, See und Po im Vergleich
  10. Fazit: eine warme Nacht, ein Buhnenfeld, zwei Ruten
  11. Häufige Fragen

Der Rhein hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der ergiebigsten Welsgewässer Mitteleuropas entwickelt. Die Wasserqualität hat sich erholt, der Weißfischbestand ist üppig, und mit der eingewanderten Schwarzmundgrundel steht ganzjährig Futter am Grund bereit. Für dich heißt das: Du musst nicht nach Spanien oder an den Po fahren. Dieser Ratgeber zeigt, welche Stellen am Rhein tragen, welche Montage in der Strömung hält und was rechtlich und sicherheitstechnisch zu beachten ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die beste Stelle: der Kolk am Buhnenkopf, oft 6–10 m tief, direkt neben dem ruhigen Buhnenfeld.
  • Die beste Zeit: Mai bis September ab etwa 18 °C Wassertemperatur, nachts von Dunkelheit bis Mitternacht.
  • Die Montage: Grundblei 150–250 g, kurzes Vorfach, Köder dicht an der Strömungskante.
  • Die Ausrüstung: Rute 2,70–3,00 m mit 200–600 g, geflochtene Schnur 0,40–0,50 mm, Haken 2/0–8/0.
  • Der Sicherheitspunkt: Die Berufsschifffahrt erzeugt Sog und Schwall. Beim Passieren eines Frachters gehörst du weg von der Wasserkante.

Warum der Rhein so gut funktioniert

Draufsicht auf ein Rheinbuhnenfeld: Der Hauptstrom zieht mit 1,2 bis 1,8 Metern pro Sekunde am oberen Bildrand vorbei, zwei Steinbuhnen ragen vom Ufer aus quer in den Fluss und begrenzen das Buhnenfeld dazwischen; hinter dem stromab gelegenen Buhnenkopf ist ein Auskolkungsloch von 6 bis 10 Metern Tiefe eingezeichnet, im Feld selbst kreist eine rückläufige Walze mit 0,2 bis 0,4 Metern pro Sekunde; eine gestrichelte Linie entlang der Buhnenköpfe markiert die Strömungskante, drei nummerierte Marker zeigen den Tagesstandplatz im Kolk, den Nachtstandplatz im flachen Feld und die Steinpackung am Buhnenrücken
Das Buhnenfeld liefert alles auf engstem Raum: tiefen Kolk, ruhiges Wasser, Steindeckung und eine scharfe Strömungskante als Jagdlinie.

Der Rhein ist auf weiten Strecken mit Buhnen verbaut, also mit Steinbauwerken, die quer vom Ufer in den Fluss ragen. Sie halten die Fahrrinne frei, indem sie das Wasser zur Flussmitte lenken. Als Nebeneffekt erzeugen sie genau die Struktur, die der Wels braucht.

Drei Dinge kommen dabei zusammen:

Der Kolk. Am Kopf jeder Buhne beschleunigt das Wasser, und über Jahre gräbt es dort ein Loch aus. Diese Auskolkung reicht häufig 6 bis 10 Meter tief, während das Buhnenfeld daneben nur ein bis drei Meter misst. Der Kolk ist die Tagesadresse für große Fische.

Das ruhige Feld. Zwischen zwei Buhnen steht das Wasser fast still, oft mit einer rückläufigen Walze. Hier sammeln sich Kleinfische, Grundeln und Krebse, und hier zieht der Wels nachts zum Fressen ein.

Die Steindeckung. Buhnen bestehen aus grobem Wasserbaustein mit Hohlräumen dazwischen. Sie bieten Unterschlupf für die Beute und Ansitzpunkte für den Räuber.

Dazu kommt ein Futterfaktor, den es vor dreißig Jahren so nicht gab: Die eingewanderte Schwarzmundgrundel hat sich am ganzen Rhein etabliert und bildet am Grund eine ständig verfügbare Nahrungsquelle. Sie ist einer der Gründe, warum die Welse am Rhein so schnell abwachsen.

Die fünf Stellen, die am Rhein tragen

StelleTiefeBeste ZeitWarum sie funktioniert
Kolk am Buhnenkopf6–10 mtagsüber, ganze SaisonTiefe plus Strömungskante auf engstem Raum
Buhnenfeld innen1–3 mNachtruhige Zone voller Kleinfisch
Hafenbecken und Einfahrt4–9 mganztägig, FrühjahrSpundwände, konstante Tiefe, wenig Zug
Altarm und Nebenmündung2–6 mFrühjahr, Hochwasserwärmeres Wasser, Rückzugsraum bei Flut
Schleusen- und Kraftwerks-Unterwasser5–12 mganze Saisonangeschlagene Beutefische, Turbulenz, Tiefe

1. Der Kolk am Buhnenkopf. Die verlässlichste Adresse überhaupt. Dein Ziel ist die Kante des Lochs zum ruhigen Feld hin. Ein Wurf, der stromauf über den Buhnenkopf hinaus platziert wird und dann in den Kolk sinkt, deckt beide Bereiche ab.

2. Das Buhnenfeld selbst. Sobald es dunkel wird, schiebt der Wels in das flache, ruhige Wasser zwischen den Buhnen. Jetzt reichen oft ein bis zwei Meter Tiefe, und ein Köder auf halber Feldlänge fängt besser als einer im Kolk.

3. Hafenbecken und Hafeneinfahrt. Häfen sind strömungsfreie Becken mit Spundwänden, konstanter Tiefe und viel Struktur. Sie sind besonders im Frühjahr stark, weil sich das Wasser dort schneller erwärmt als im Hauptstrom. Achtung: Viele Hafenbecken sind eigene Pachtstrecken oder komplett gesperrt, und Betriebshäfen dürfen aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden.

4. Altarm und Nebenflussmündung. Wo ein Nebenfluss einmündet oder ein Altarm angebunden ist, trifft wärmeres, oft trüberes Wasser auf den Hauptstrom. Diese Kante zieht Beutefisch an und ist bei Hochwasser der Rückzugsraum des gesamten Bestands.

5. Das Unterwasser von Schleusen und Kraftwerken. Turbulentes Wasser, angeschlagene Beutefische und große Tiefe ergeben eine Kombination, die Welse anzieht. Hier gelten allerdings fast überall Sperrbezirke mit festen Abstandsgrenzen, die auf der Erlaubniskarte oder vor Ort ausgeschildert sind.

Die Saison am Rhein: Temperatur schlägt Kalender

Der Wels ist ein Warmwasserfisch. Seine Aktivität richtet sich nach der Wassertemperatur, und die lässt sich am Rhein über die amtlichen Messstellen verfolgen.

WassertemperaturZeitraum (grob)VerhaltenErfolgsaussicht
unter 10 °CDezember bis Märzsteht tief und frisst kaumsehr gering
10–15 °CApril, Maiwird aktiv, zieht in flachere Bereichemäßig, erste Fische
15–20 °CMai, Juni und SeptemberLaichzeit um 20 °C, danach starke Fressphasegut
über 20 °CJuni bis Augustvolle Aktivität, Nachtjagd im Flachensehr gut

Die stärkste Phase liegt im Hochsommer, wenn das Wasser über 20 Grad steht und die Nächte schwül sind. Zwei Zeitfenster verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit: die Wochen kurz nach dem Laichgeschäft im Juni, in denen die Fische ihre Reserven wieder auffüllen, und die warmen Nächte im September, bevor die Temperatur endgültig fällt. Wie sich das Jahr insgesamt aufteilt, zeigt der Ratgeber Wels angeln, und den Saisonstart im Kalten behandelt Wels angeln im Frühjahr.

Dazu kommt ein Faktor, der am Rhein stärker wirkt als an Stillgewässern: der Pegel. Die Messwerte für alle Rheinpegel stehen frei beim Pegelonline-Dienst der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung.

  • Leicht fallender Pegel nach einem Anstieg ist die beste Situation. Die Fische sind verteilt, das Wasser ist angetrübt, und der Köder wird trotzdem gefunden.
  • Stabiles Mittelwasser funktioniert zuverlässig, hier zählt die Stellenwahl.
  • Starkes Hochwasser drückt alles in Altarme, Häfen und Mündungen. Das Angeln im Hauptstrom hat dann wenig Sinn, in den Rückzugsräumen dagegen steht der Fisch konzentriert.
  • Extremes Niedrigwasser reduziert das Buhnenfeld auf eine Pfütze. Jetzt liegt der Fisch in den tiefen Kolken und der Fahrrinne.

Montage und Ausrüstung für die Strömung

Der Rhein zieht auch im ruhigen Buhnenfeld genug, um leichte Montagen wegzuspülen. Die Ausrüstung muss zwei Dinge leisten: Sie muss den Köder halten und dem Fisch standhalten.

Die Grundmontage ist ein Laufblei oder ein Krallenblei von 150 bis 250 Gramm auf der Hauptschnur, dazu ein Gummiperlen-Puffer, ein Wirbel und ein kurzes Vorfach von 40 bis 80 Zentimetern. Kurz ist hier besser, weil ein langes Vorfach in der Strömung um das Blei wickelt. Am Haken sitzt ein Tauwurmbündel oder ein toter Köderfisch, angeboten direkt am Grund.

Die U-Pose ist die Alternative für das Buhnenfeld. Sie hält den Köderfisch auf einer frei wählbaren Höhe über Grund, meist 50 bis 100 Zentimeter, und hält ihn damit aus dem Steingeröll heraus. Im flachen Feld, wo der Wels nachts sucht, ist das oft die bessere Präsentation.

BauteilAuslegungBegründung
Rute2,70–3,00 m, 200–600 gWurfgewicht für schwere Bleie, Reserve für den Drill an der Steinkante
RolleStationär ab Größe 8000 oder MultirolleSchnurfassung und Bremskraft für lange Fluchten
Hauptschnurgeflochten 0,40–0,50 mmrund 50–80 kg Tragkraft, kaum Dehnung über Distanz
Schlagschnur1,0 mm Monofil, 8–10 mpuffert Kopfschläge und schützt an Steinpackungen
Vorfach1,2–1,5 mm Monofil oder Dyneema, 40–80 cmabriebfest gegen die Bürstenzähne des Wels
HakenEinzelhaken 2/0–8/0je nach Köder; große Einzelhaken haken sicher und lassen sich lösen
Blei150–250 g, Krallen- oder Birnenbleihält im Zug des Buhnenfelds

Ein Punkt verdient besondere Beachtung: die Schlagschnur. Der Wels sucht im Drill die Steinpackung, und eine geflochtene Schnur nimmt an scharfkantigem Wasserbaustein sehr schnell Schaden. Acht bis zehn Meter Monofil davor sind die billigste Versicherung, die es gibt. Eine passende Auswahl an schweren Schnüren führt Gerlinger im Schnur-Sortiment*, das komplette Wels-Zubehör vom Vorfachmaterial bis zum Blei steht in der Welsangel-Abteilung bei AngelPlatz*.

Köder: Position schlägt Sorte

Welche Köder am Rhein fangen, unterscheidet sich kaum von anderen Flüssen. Entscheidend ist, wo sie liegen.

  • Tauwurmbündel aus vier bis acht Würmern an einem 2/0er bis 4/0er Haken. Der Klassiker für den Ansitz und der beste Köder für die erste Nacht an einer unbekannten Stelle, weil er auch mittelgroße Fische überzeugt.
  • Toter Köderfisch von 10 bis 25 Zentimetern, angeboten am Grund oder an der U-Pose. Rotauge, Brasse und Güster sind die üblichen Kandidaten. Wichtig: Lebende Köderfische sind in Deutschland nicht zulässig.
  • Kalamari und Tintenfischstücke halten gut am Haken und geben stark Duft ab. Sie sind besonders in trübem Wasser und bei starkem Zug im Vorteil.
  • Schwarzmundgrundel ist am Rhein die natürlichste Beute überhaupt. Sie darf als Köderfisch verwendet werden, wenn dein Erlaubnisschein das zulässt; weil sie in Deutschland als invasive Art gilt, gelten in manchen Gewässern Sonderregeln zur Verwendung und zum Umsetzen.
  • Großer Gummifisch von 15 bis 25 Zentimetern am 40- bis 100-Gramm-Kopf für das aktive Fischen tagsüber am Kolk. Diese Methode fängt weniger Fische als der Ansitz, dafür lässt sich viel Wasser absuchen.

Welche Köder wann den Vorzug verdienen, ordnet der Ratgeber Welcher Köder für Wels im Detail ein. Wie sich der Wels dabei orientiert, also über Seitenlinie, Barteln und Geruchssinn statt über die Augen, erklärt Wels angeln im See.

Recht und Erlaubnis: was am Rhein zu klären ist

Der Rhein ist Bundeswasserstraße, das Fischereirecht bleibt aber Sache der Länder und der Bewirtschafter. Vier Punkte gehören vor dem ersten Ansitz geklärt.

Der Erlaubnisschein. Zusätzlich zum Fischereischein brauchst du eine Erlaubniskarte für den konkreten Abschnitt. Die Strecken sind kleinteilig verpachtet, und eine Karte für Köln gilt nicht bei Duisburg. Wer noch am Anfang steht, findet die Systematik in Braucht man einen Angelschein?.

Nachtangeln. Ein generelles Verbot gibt es in den Rheinanliegerländern nicht, entschieden wird es über die Erlaubnisbedingungen. Weil die Welsangelei praktisch komplett in der Dunkelheit stattfindet, ist das der wichtigste Punkt beim Kartenkauf. Wie du eine Nacht am Wasser organisierst, steht in Tipps zum Nachtangeln, die passende Beleuchtung rechnet Kopflampe zum Angeln durch.

Rutenanzahl. Wie viele Ruten du gleichzeitig führen darfst, regelt das Landesrecht und der Erlaubnisschein, üblich sind zwei bis drei. Die Übersicht über die Länder gibt Wo darf man mit 3 Ruten angeln?.

Schonzeit und Mindestmaß. Für den Wels führen die Listen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz weder eine Schonzeit noch ein Mindestmaß. Die Bewirtschafter setzen über den Erlaubnisschein aber häufig eigene Vorgaben, und in Baden-Württemberg und Hessen gelten eigene Landesregeln. Prüfe die Bedingungen deines Abschnitts, statt dich auf eine Faustregel zu verlassen.

Sicherheit: der Punkt, der am Rhein wirklich zählt

Der Rhein ist eine der meistbefahrenen Wasserstraßen Europas, und das prägt jeden Ansitz.

Sog und Schwall. Ein passierender Frachter zieht Wasser aus dem Buhnenfeld ab und schickt es als Welle zurück. Der Pegel im Feld kann dabei binnen Sekunden um einen halben Meter fallen und dann schwallartig zurückkommen. Wer auf einem Buhnenkopf oder auf nassem Wasserbaustein steht, verliert dabei schnell den Halt.

Der Umgang damit: Sieh dir die Stelle bei Tageslicht an, bevor du nachts dort sitzt. Bau Ruten, Stuhl und Ausrüstung oberhalb der Wellenzone auf. Tritt von der Wasserkante zurück, wenn ein Schiff passiert. Nasse Wasserbausteine sind extrem rutschig, feste Schuhe mit Profil gehören dazu. Und auf einem Buhnenkopf hast du nachts allein nichts verloren.

Bootsangeln. Wer vom Boot fischen will, bewegt sich im Verkehrsraum der Berufsschifffahrt. Die aktuellen Nachrichten für die Binnenschifffahrt und die geltenden Verkehrsregeln veröffentlicht die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung über ELWIS. Rettungsweste, funktionierende Beleuchtung und Abstand zur Fahrrinne gehören hier zur Voraussetzung für die Ausfahrt.

Der Ablauf einer Nacht am Buhnenfeld

Ein praktischer Fahrplan für einen Ansitz von Sonnenuntergang bis Mitternacht:

  1. Am späten Nachmittag ankommen. Stelle suchen, während es hell ist: Wo ist der Kolk, wo liegt die Strömungskante, wo kannst du im Notfall einen Fisch landen?
  2. Zwei Ruten unterschiedlich platzieren. Eine an der Kolkkante am Buhnenkopf, eine im flachen Feld. Damit deckst du Tag- und Nachtstandplatz zugleich ab.
  3. In der ersten Dämmerungsstunde aufmerksam bleiben. Der Wechsel von hell zu dunkel bringt häufig den ersten Biss.
  4. Nach Einbruch der Dunkelheit die Kolkrute ins Feld verlegen. Der Fisch zieht ins Flache, der Köder sollte ihm folgen.
  5. Rotlicht statt Weißlicht. Weißes Licht auf dem flachen Feld vertreibt die Fische, die dort auf wenigen Metern Tiefe stehen.
  6. Beim Biss Zeit lassen. Der Wels nimmt den Köder und dreht ab, erst danach sitzt der Anhieb. Ein zu früher Anschlag zieht ihm den Köder aus dem Maul.
  7. Landung vorbereitet durchziehen. Die flache Stelle, die du dir am Nachmittag angesehen hast, ist jetzt der Ort für das Handlanding am Unterkiefer, idealerweise zu zweit und mit Handschuh.

Rhein, See und Po im Vergleich

FaktorRheinGroßer SeePo
LeitstrukturBuhnenfeld und KolkKante, Plateau, Holztiefe Kurven und Kolke
Strömungstark, Blei ab 150 gkeine, Blei ab 60 gsehr stark, Blei ab 200 g
Typische Fischgröße80–150 cm, Ausreißer über 20070–140 cm100–200 cm, Ausreißer darüber
HauptmethodeAnsitz am Grund, U-PoseAnsitz, VertikalKlopfen vom Boot, Ansitz
Besonderes RisikoBerufsschifffahrt, SogwenigStrömung, Fahrtwege

Der Rhein liefert nicht die Durchschnittsgrößen des Po, dafür hat er einen entscheidenden Vorteil: Er liegt vor der Haustür und lässt sich an einem normalen Wochenende befischen. Wie die Angelei am italienischen Großfluss abläuft, beschreibt Wels angeln am Po, die Stillwasser-Variante steht in Wels angeln im See. Und wer im selben Buhnenfeld auf einen kleineren Räuber gehen will, findet die Systematik in Zander angeln im Fluss.

Fazit: eine warme Nacht, ein Buhnenfeld, zwei Ruten

Welsangeln am Rhein braucht keine Expedition. Such dir ein Buhnenfeld mit erkennbarem Kolk am Kopf, geh in einer warmen Nacht zwischen Mai und September ans Wasser und leg zwei Ruten unterschiedlich tief aus. Das ist die Formel, mit der die meisten Rheinwelse gefangen werden.

Drei Dinge entscheiden über den Rest: eine Montage, die im Zug hält, eine Schlagschnur, die den Kontakt mit der Steinpackung übersteht, und eine Landestelle, die du dir bei Tageslicht angesehen hast. Wenn du die Methodik noch grundlegend aufbauen willst, lohnt Wels angeln als Einstieg, und für die Köderfrage Welcher Köder für Wels.

Häufige Fragen

Wo stehen die Welse im Rhein?

An strömungsberuhigten Stellen mit Tiefe und Deckung. Die wichtigsten sind der Kolk am Buhnenkopf, das ruhige Wasser im Buhnenfeld selbst, Hafenbecken und Hafeneinfahrten, Altarme sowie die Unterwasserbereiche von Schleusen und Kraftwerken. Große Welse halten sich tagsüber tief und ziehen nachts ins flachere Wasser.

Wann ist die beste Zeit für Wels im Rhein?

Die Hauptsaison läuft von Mai bis September, sobald das Wasser über etwa 18 Grad steigt. Innerhalb des Tages ist die Nacht mit Abstand am stärksten, besonders die Stunden zwischen Einbruch der Dunkelheit und Mitternacht. Warme, schwüle Nächte mit leicht fallendem Pegel und angetrübtem Wasser sind die besten Bedingungen.

Welcher Köder fängt Wels im Rhein?

Beim Ansitz sind Tauwurmbündel aus vier bis acht Würmern und tote Köderfische von 10 bis 25 Zentimetern die erste Wahl, dazu Kalamari und Schwarzmundgrundeln, wo sie zulässig sind. Beim aktiven Fischen tragen große Gummifische von 15 bis 25 Zentimetern am schweren Kopf. Entscheidend ist dabei die Position: Der Köder muss am Grund und nah an der Struktur liegen.

Welche Rute und Schnur brauche ich für Wels im Rhein?

Eine Welsrute von 2,70 bis 3,00 Metern mit 200 bis 600 Gramm Wurfgewicht, dazu eine große Stationärrolle ab Größe 8000 oder eine Multirolle. Auf die Rolle gehört geflochtene Schnur von 0,40 bis 0,50 Millimetern mit rund 50 bis 80 Kilogramm Tragkraft. Das Vorfach besteht aus 1,2 bis 1,5 Millimeter starkem Monofil oder Dyneema, der Haken liegt zwischen 2/0 und 8/0.

Braucht der Wels im Rhein ein Mindestmaß oder hat er Schonzeit?

In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz führen die Landeslisten für den Wels weder eine Schonzeit noch ein Mindestmaß. Das ist aber nur die halbe Antwort: Der Pächter der Strecke darf über den Erlaubnisschein strengere Regeln setzen, und in Baden-Württemberg und Hessen gelten eigene Landesvorschriften. Maßgeblich ist immer die Kombination aus Landesverordnung und Erlaubnisschein deines Abschnitts.

Darf man am Rhein nachts angeln?

In den Rheinanliegerländern gibt es kein generelles Nachtangelverbot, die Erlaubnis hängt aber am Bewirtschafter der Strecke. Manche Vereine schließen die Nachtstunden aus, andere verlangen eine separate Nachtangelkarte. Da die Welsangelei fast vollständig in der Dunkelheit stattfindet, gehört dieser Punkt vor dem Kartenkauf geklärt.

Wie gefährlich ist die Berufsschifffahrt beim Angeln am Rhein?

Sie ist der ernsteste Risikofaktor. Ein Frachter erzeugt einen Sog, der den Wasserstand im Buhnenfeld binnen Sekunden um einen halben Meter absenkt und danach als Welle zurückschlägt. Wer auf einem Buhnenkopf steht, kann dabei ins Wasser gezogen werden. Halte Abstand zur Wasserkante, wenn ein Schiff passiert, und stelle Ruten und Ausrüstung oberhalb der Wellenzone ab.

Wie groß werden Welse im Rhein?

Der Rhein und seine Nebengewässer führen Fische von deutlich über zwei Metern. Der Normalfang liegt allerdings im Bereich von 80 bis 150 Zentimetern, weil die jüngeren Jahrgänge zahlenmäßig überwiegen. Für die Ausrüstung bedeutet das: Sie muss auf den Ausnahmefisch ausgelegt sein, auch wenn die meisten Bisse von kleineren Welsen kommen.

Lohnt sich das Welsangeln vom Ufer oder braucht man ein Boot?

Vom Ufer lassen sich die wichtigsten Stellen erreichen, weil Buhnenfelder, Hafeneinfahrten und Steinpackungen direkt zugänglich sind. Das Boot öffnet zusätzlich die tiefen Kolke in der Flussmitte und erlaubt das Klopfen mit dem Wallerholz. Für den Einstieg reicht die Uferangelei vollkommen aus, und sie ist auf einer stark befahrenen Wasserstraße deutlich sicherer.

Wie lande ich einen großen Wels sicher?

Am Rhein selten mit dem Kescher, weil die Fische zu groß sind. Üblich ist das Handlanding am Unterkiefer mit Handschuh, an einer flachen, betretbaren Stelle mit Kiesgrund. Such dir diese Stelle aus, bevor du den ersten Wurf machst. Große Welse bleiben dabei im Wasser, werden im flachen Bereich abgehakt, versorgt und dort wieder freigelassen.

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