Zander angeln an der Elbe: Buhnenfelder, Saison & Regeln

Zander angeln an der Elbe: Buhnenköpfe, Pegel und Jigköpfe, dazu Schonzeit und Mindestmaß je Bundesland von Sachsen bis Hamburg.

Raubfisch Veröffentlicht am 10 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Wo der Zander in der Elbe steht
  2. Von Sachsen bis Hamburg: drei Abschnitte
  3. Der Pegel verschiebt die Stellen
  4. Wann der Zander an der Elbe beißt
  5. Schonzeit, Mindestmaß und Köderregeln je Bundesland
  6. Köder und Jigkopf-Gewicht für die Elbe
  7. Gerät für Buhnen und Strom
  8. Angelkarte: wer die Elbe bewirtschaftet
  9. Fazit: Buhnenkopf, Dämmerung, Landesrecht
  10. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurzantwort: Beim Zander angeln an der Elbe sind das Kehrwasser hinter dem Buhnenkopf, die Kante zur Fahrrinne, Hafeneinfahrten und die Mündungen der Nebenflüsse die verlässlichsten Stellen. Am besten beißt er in der Dämmerung und von September bis November.
  • Saisonstart: An der niedersächsischen Binnenstrecke endet die Schonzeit am 30. April, in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Hamburg am 31. Mai.
  • Mindestmaß: 50 cm in Sachsen und an den Gewässern des LAV Sachsen-Anhalt, 45 cm in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, 35 cm in Niedersachsen. Hamburg erlaubt nur Zander von 45 bis 75 cm.
  • Köder: Gummifisch von 10 bis 12 cm am Jigkopf, 10 bis 17 g im Buhnenfeld, 17 bis 28 g am Buhnenkopf.
  • Pegel: Bei Niedrigwasser stehen die Zander an Buhnenköpfen und Fahrrinne, bei steigendem, trübem Wasser in Häfen und ruhigen Buhnenfeldern.

Wo der Zander in der Elbe steht

Über weite Strecken ist die Elbe mit Steinbuhnen ausgebaut, die quer vom Ufer in den Strom ragen. Auf der Mittelelbe bis Geesthacht reiht sich ein Buhnenfeld an das nächste. Für den Zander ist das ideal, denn jede Buhne erzeugt auf wenigen Metern alles, was er sucht: eine Strömungskante, tiefes Wasser vor dem Kopf und ein ruhiges Feld, in dem sich Weißfische sammeln.

StelleBeste LageWie du sie befischst
Kehrwasser hinter dem BuhnenkopfDämmerung, Mittelwasserüber die Strömungskante werfen, den Köder an der Grenze absinken lassen
Kolk vor dem Buhnenkopftagsüber, Niedrigwasser, Winterschwerer Kopf, stromauf werfen, am Grund abtreiben lassen
Buhnenfeld, untere BuhneNacht, Sommerflach geführter Gummifisch oder Wobbler, toter Köderfisch am Grund
Fahrrinnenkante zwischen den Köpfenganztägig, Herbstvom Buhnenkopf aus parallel zur Kante führen
Hafeneinfahrt und HafenbeckenHochwasser, WinterEinfahrtskante und Beckenrand abklopfen
Mündung von Mulde, Saale, Havelnach Regen, Frühsommeran der Trübungsgrenze zwischen beiden Wassern fischen

Der Buhnenkopf ist die erste Adresse. Am Kopf beschleunigt die Strömung, gräbt einen Kolk aus und reißt dahinter eine Walze auf, die stromauf zurückdreht. Zwischen Walze und Hauptstrom liegt eine scharfe Kante, an der der Zander auf der ruhigen Seite steht und in den Zug schaut. In der Dämmerung lohnt diese Stelle fast immer, tagsüber eher bei trübem Wasser.

Das Buhnenfeld wird nachts interessant. Im Sommer ziehen die Zander nach Einbruch der Dunkelheit ins flachere Feld und jagen dort Lauben und kleine Rotaugen. Der beste Bereich liegt oft an der stromab gelegenen Buhne, an die das Kehrwasser Futter drückt.

Die Fahrrinnenkante verbindet die Buhnenköpfe wie eine Leitlinie. Vom Ufer erreichst du sie nur von den Köpfen aus, dort aber über die volle Wurfweite. Im Herbst, wenn die Fische auf Wanderschaft gehen, bringt sie auch tagsüber Bisse.

Häfen und Mündungen sind Ausweichplätze bei Hochwasser und im Winter. Hafenbecken in Magdeburg, Wittenberge oder Dömitz bieten ruhiges, tiefes Wasser. An Betriebshäfen und Schleusen gelten aber Betretungs- und Angelverbote, die vor Ort ausgeschildert sind.

Warum die Kante im Fluss alles entscheidet und wie du Strömung grundsätzlich liest, erklärt der Ratgeber Zander angeln im Fluss. Die Elbe bringt dazu drei eigene Größen ins Spiel: einen stark schwankenden Pegel, eine Tide unterhalb von Geesthacht und wechselndes Landesrecht.

Von Sachsen bis Hamburg: drei Abschnitte

Die deutsche Elbe misst von der tschechischen Grenze bis Cuxhaven rund 727 Kilometer. Für den Zanderangler zerfällt sie in drei Abschnitte mit unterschiedlicher Angelei.

Sachsen. Hier fließt die Elbe durch Dresden, Meißen, Riesa und Torgau. Neben dem Gewässer unterscheidet sich vor allem das Recht: Sachsen schont den Zander vom 1. Februar bis 31. Mai, verbietet Raubfischköder schon ab dem 1. Februar und erlaubt höchstens zwei Handangeln, beim Spinnfischen nur eine.

Die Mittelelbe bis Geesthacht. Ab Sachsen-Anhalt beginnen die langen Buhnenstrecken mit den Häfen von Magdeburg, den Mündungen von Mulde und Saale und weiter unten der Havel. Ab der Prignitz wird die Elbe zum Grenzfluss. Bei Wittenberge liegt das Brandenburger Ufer der Stadt dem Ufer von Sachsen-Anhalt gegenüber, und für beide gelten andere Schonzeiten und Mindestmaße. Weiter stromab grenzen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern aneinander. Bei Geesthacht sperrt das einzige Wehr des deutschen Abschnitts den Fluss bei Elbe-Kilometer 586. Bis dorthin fließt die Elbe ohne Staustufe.

Die Tideelbe. Unterhalb des Wehrs bestimmen Ebbe und Flut den Wasserstand, die Strömung wechselt zweimal am Tag die Richtung. In Hamburg kommen Hafenbecken, Kaimauern und freie Gewässer ohne Angelkarte dazu. Wie du dort Tide und Hafen nutzt, steht im Ratgeber Zander angeln in Hamburg.

Der Pegel verschiebt die Stellen

Oberhalb von Geesthacht reagiert die Elbe stark auf Niederschlag und Trockenheit. In trockenen Sommern fällt sie weit unter Mittelwasser, nach Schneeschmelze oder Starkregen steigt sie innerhalb weniger Tage. Jede Lage verschiebt die Zander an andere Stellen.

PegellageWasserWo der Zander stehtWas du änderst
Niedrigwasserklarer, warmKolk am Buhnenkopf, Fahrrinnenkantein Dämmerung und Nacht angeln, natürliche Dekore
Mittelwasserleicht trübKehrwasser, Buhnenfeldklassische Buhnenangelei, Kopfgewicht nach Stelle
steigendes Wassertrüb, TreibgutHafenbecken, ruhige Felder, MündungenHauptstrom meiden, kräftige Farben
leicht fallend nach Anstiegangetrübtverteilt über Feld und Kantegute Phase, viele Stellen abklopfen

Den Wasserstand prüfst du vor jeder Tour beim Pegelonline-Dienst der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, etwa an den Pegeln Dresden, Magdeburg-Strombrücke, Wittenberge oder Hamburg St. Pauli. Aussagekräftig wird der Wert erst im Verlauf über mehrere Tage, weil du daran erkennst, ob der Strom steigt, fällt oder steht.

Bei Niedrigwasser lohnt ein Spaziergang an der Strecke. Trockengefallene Buhnenfelder zeigen dir die Struktur, die sonst unter Wasser liegt: Kolke, Steinhaufen, Rinnen. Was du bei niedrigem Pegel trocken siehst, fischst du bei Mittelwasser gezielt an.

Wann der Zander an der Elbe beißt

Jahres-Zeitleiste der Zanderschonzeiten entlang der Elbe nach Bundesland: Sachsen vom 1. Februar bis 31. Mai bei 50 Zentimetern Mindestmaß, dazu ein Raubfischköderverbot vom 1. Februar bis 30. April; Sachsen-Anhalt laut Gewässerordnung des Landesanglerverbands vom 15. Februar bis 31. Mai bei 50 Zentimetern, mit Verbot der Spinn- und Raubfischangel vom 15. Februar bis 30. April; Brandenburg vom 1. April bis 31. Mai bei 45 Zentimetern; Niedersachsen, Binnenstrecke, vom 15. März bis 30. April bei 35 Zentimetern; Mecklenburg-Vorpommern mit 45 Zentimetern, die Schonzeit legt der Fischereiberechtigte fest; Hamburg vom 1. Februar bis 31. Mai mit Entnahmefenster 45 bis 75 Zentimeter und Köderverbot außerhalb des Hauptstroms. Darunter eine Bandleiste mit der Hauptsaison von September bis November
Ab Juni ist der Zander an der ganzen Elbe frei, nur am niedersächsischen Ufer schon ab Mai. Die stärksten Monate folgen im Herbst.

Juni und Juli. Mit dem Ende der Schonzeit fressen die Fische nach dem Laichen wieder kräftig und verteilen sich über Steinschüttungen, Buhnenköpfe und Häfen. Die besten Zeiten sind früher Morgen und später Abend.

Hochsommer. Bei warmem, oft niedrigem Wasser verlagert sich das Geschehen in die Dämmerung und die Nacht. Tagsüber stehen die Zander tief am Kolk oder an der Fahrrinne, nachts im flachen Buhnenfeld.

September bis November. Die stärkste Zeit des Jahres. Das Wasser kühlt ab, die Weißfische ziehen in Häfen und tiefere Bereiche, und der Zander frisst sich Reserven für den Winter an. Bei trübem Wasser und bedecktem Himmel beißt er dann auch mitten am Tag.

Dezember und Januar. Die Fische stehen tief und träge in Häfen, Kolken und an der Fahrrinne. Eine langsame Führung mit langen Pausen am Grund bringt die Bisse. Ab Februar beginnen in Sachsen und Hamburg Schonzeit und Köderverbote, in Sachsen-Anhalt ab Mitte Februar.

Schonzeit, Mindestmaß und Köderregeln je Bundesland

Die Elbe berührt sechs Flächenländer und Hamburg. Maßgeblich ist das Land, an dessen Ufer du stehst, dazu die Gewässerordnung deines Erlaubnisscheins. An Grenzstrecken gelten auf den beiden Ufern also unterschiedliche Werte.

LandSchonzeit ZanderMindestmaßKöderregel und BesonderheitQuelle
Sachsen1. Februar bis 31. Mai50 cmRaubfischköder vom 1. Februar bis 30. April verboten, höchstens zwei HandangelnSächsFischVO
Sachsen-Anhalt (LAV-Gewässer)15. Februar bis 31. Mai50 cmSpinn- und Raubfischangel vom 15. Februar bis 30. April verboten, höchstens drei Zander je AngeltagLAV Sachsen-Anhalt
Brandenburg1. April bis 31. Mai45 cmkein landesweites Köderverbot, Nachstellen in der Schonzeit verbotenBbgFischO
Niedersachsen, Binnenstrecke15. März bis 30. April35 cmunterhalb Hamburgs KüstenfischereiordnungLAVES
Mecklenburg-Vorpommernlegt der Fischereiberechtigte fest45 cmSchonzeit steht im ErlaubnisscheinLALLF
Hamburg1. Februar bis 31. MaiEntnahmefenster 45–75 cmhöchstens zwei Zander pro Tag, Köderverbot außerhalb des HauptstromsAnglerverband Hamburg

In Sachsen endet das Raubfischköderverbot am 30. April, die Zanderschonzeit aber erst am 31. Mai. Im Mai darfst du also wieder mit Gummifisch und Wobbler angeln, etwa auf Hecht, dessen Schonzeit dort ebenfalls am 30. April endet. Gezielt auf Zander zu fischen bleibt bis Ende Mai verboten, ein gehakter Zander muss sofort zurück.

In Sachsen-Anhalt gilt nach der Gewässerordnung des Landesanglerverbands eine Tagesgrenze von insgesamt drei Fischen aus einer Gruppe, zu der neben dem Zander auch Hecht, Karpfen, Quappe, Regenbogenforelle und Schleie gehören. Das Hältern von Zandern ist verboten.

In Hamburg sind vom 1. Februar bis 31. Mai tote Köderfische, Fischfetzen und Kunstköder verboten. Ausgenommen ist nur der unmittelbare Strömungsbereich des Elbe-Hauptstroms. In Hafenbecken, Kanälen und Buhnenfeldern gilt das Verbot also auch für den Hechtangler.

Für die kurze Strecke in Schleswig-Holstein bei Lauenburg und Geesthacht gelten die Fischereiverordnungen des Landes und der Erlaubnisschein des Bewirtschafters. Unterhalb von Hamburg ist die Elbe am niedersächsischen Ufer Küstengewässer mit eigenen Werten der Küstenfischereiordnung.

Köder und Jigkopf-Gewicht für die Elbe

Der Gummifisch am Jigkopf ist an der Elbe die Standardmethode. Er fischt Kolk, Kante und Feld mit demselben Gerät ab, und du spürst über den Aufschlag, wie sich der Grund verändert.

StelleKödergrößeJigkopfHaken
Kehrwasser, Buhnenfeld8–12 cm10–17 g2/0–4/0
Buhnenkopf, Kolk10–12 cm17–28 g3/0–4/0
Fahrrinnenkante bei Mittelwasser10–13 cm21–28 g3/0–4/0
Hafenbecken8–10 cm7–14 g1/0–3/0

Das Gewicht stimmt, wenn der Köder nach dem Anheben in zwei bis fünf Sekunden spürbar aufschlägt. Am Buhnenkopf wirfst du schräg stromauf und lässt den Köder in Sprüngen mit der Strömung über die Kante laufen. Wie Hakengröße und Gewicht im Detail zusammenhängen, zeigt der Ratgeber Welcher Jigkopf für welchen Gummifisch.

Die Steinschüttungen der Buhnen kosten Köder. Ein Jigkopf mit nach oben stehender Hakenspitze und ein Vorrat an Ersatzköpfen gehören dazu. Wo du Hechte erwarten musst, und das ist an der Elbe fast überall, schützt ein bissfestes Vorfach vor Abrissen. Gummifische in allen gängigen Größen und Formen führt Gerlinger im Gummifisch-Sortiment*.

Nachts im Buhnenfeld funktionieren zwei Alternativen. Ein flach laufender Wobbler von 9 bis 13 cm, langsam über die Steinpackung geführt, erreicht die Fische, die im flachen Wasser jagen. Ein toter Köderfisch von 8 bis 12 cm an einer Grundmontage mit Einzelhaken 1/0 bis 2/0 bleibt ruhig liegen. In Sachsen musst du Köderfische vor dem Anködern töten und darfst selbst gefangene Fische nur in dem Gewässer als Köder nutzen, in dem du sie gefangen hast.

Gerät für Buhnen und Strom

An den Buhnen brauchst du Reichweite für die Fahrrinnenkante und genug Rückgrat, um einen Fisch aus der Strömung über die Steine zu führen.

  • Rute: 2,40 bis 2,70 m mit einem Wurfgewicht bis etwa 40 bis 50 g. Die längere Rute hilft am Buhnenkopf, die Schnur über die Steine zu heben.
  • Rolle: Stationärrolle der Größe 2500 bis 3000 mit sauber laufender Bremse.
  • Schnur: geflochten, 0,10 bis 0,14 mm. Sie überträgt den Aufschlag auch auf Distanz.
  • Vorfach: Fluorocarbon von 0,30 bis 0,40 mm gegen die Steine, wo Hechte zu erwarten sind ein bissfestes Material.
  • Kescher: mit langem Stiel, weil du von der Buhne oft einen Meter oder mehr zum Wasser überbrücken musst.

Zwei Zanderruten aus unseren Rezensionen passen in diese Klasse. Die Sportex JIG-Xpert Zander misst 2,50 m bei 15 bis 45 g Wurfgewicht und deckt Buhnenkopf und Kante ab. Die Balzer Shirasu Senso Zander ist mit 2,35 m und 14 bis 38 g etwas leichter ausgelegt und passt zu Buhnenfeld und Hafen.

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Angelkarte: wer die Elbe bewirtschaftet

Neben dem Fischereischein brauchst du an fast jedem Abschnitt einen Erlaubnisschein. Die Elbe ist streckenweise an Landes- und Kreisanglerverbände, einzelne Vereine und Fischereigenossenschaften verpachtet, und eine Karte gilt nur für die darin genannte Strecke. An Grenzstrecken teilen sich oft mehrere Verbände den Fluss, jeweils für ihr Ufer.

  • Sachsen: Welche Elbe-Abschnitte zu welchem Verband gehören, zeigt der Angelatlas Sachsen mit Gewässernummer und Bewirtschafter.
  • Sachsen-Anhalt und Brandenburg: Die Verbandsgewässer stehen in den Gewässerverzeichnissen der Landesanglerverbände, die Karten gibt es in Angelgeschäften, bei den Vereinen und teils online.
  • Hamburg: Weite Teile von Elbe und Hafen sind freie Gewässer. Dort reichen Fischereischein mit Prüfung und die Fischereiabgabe von 10 € pro Jahr. Die Obere Tideelbe oberhalb der Stadt ist Pachtstrecke des Anglerverbands Hamburg.

Der Fischereischein selbst ist für den Zander überall Pflicht. Auch in Brandenburg, wo das Friedfischangeln ohne Schein erlaubt ist, gilt das Spinnfischen mit Kunstköder oder Köderfisch als Raubfischangelei. Der Elbe-Lübeck-Kanal, der bei Lauenburg abzweigt, ist ein eigenes Gewässer mit eigener Erlaubnis.

Fazit: Buhnenkopf, Dämmerung, Landesrecht

Für den ersten Zanderabend an der Elbe suchst du dir eine Buhne mit deutlicher Strömungskante am Kopf und kommst eine Stunde vor Sonnenuntergang. Vorher prüfst du bei Pegelonline den Wasserstand und klärst, an welchem Ufer und damit in welchem Land deine Stelle liegt. Ein 10-cm-Gummifisch am 17-g-Kopf, schräg stromauf geworfen und über die Kante ins Kehrwasser geführt, ist der beste Start. Die stärksten Wochen liegen zwischen September und November, und wer bis dahin die Kolke seiner Strecke bei Niedrigwasser angesehen hat, weiß genau, wohin er werfen muss.

Häufige Fragen

Gibt es Zander in der Elbe?

Ja. Der Zander gehört zu den typischen Raubfischen der Elbe, von den Buhnenstrecken in Sachsen-Anhalt und Brandenburg bis in den Hamburger Hafen. Trübes Wasser, Steinschüttungen und reichlich Weißfisch kommen ihm entgegen. Am dichtesten stehen die Fische dort, wo eine Strömungskante auf Tiefe trifft, also an Buhnenköpfen, an der Fahrrinne und in Hafeneinfahrten.

Wann darf man an der Elbe wieder auf Zander angeln?

Das hängt vom Ufer ab. An der niedersächsischen Binnenstrecke endet die Schonzeit am 30. April, in Sachsen, an den Gewässern des Landesanglerverbands Sachsen-Anhalt, in Brandenburg und in Hamburg am 31. Mai. In Mecklenburg-Vorpommern legt der Fischereiberechtigte die Schonzeit für Binnengewässer fest, sie steht im Erlaubnisschein.

Welches Mindestmaß hat der Zander an der Elbe?

In Sachsen und an den Gewässern des LAV Sachsen-Anhalt 50 cm, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern 45 cm, an der niedersächsischen Binnenstrecke 35 cm. Hamburg arbeitet mit einem Entnahmefenster. Mitnehmen darfst du nur Zander von 45 bis 75 cm, höchstens zwei pro Tag. Vereine und Pächter können strengere Werte vorschreiben.

Welcher Jigkopf passt für Zander an der Elbe?

Im ruhigen Wasser hinter dem Buhnenkopf reichen meist 10 bis 17 g, am Buhnenkopf selbst und an der Fahrrinnenkante brauchst du 17 bis 28 g. Für Gummifische von 10 bis 12 cm passt ein Haken in Größe 3/0 bis 4/0. Richtig ist das Gewicht, wenn der Köder nach dem Anheben in zwei bis fünf Sekunden spürbar am Grund aufschlägt.

Wie wirkt sich Niedrigwasser auf das Zanderangeln an der Elbe aus?

Bei niedrigem Pegel fallen viele Buhnenfelder flach, und die Zander ziehen an die Köpfe der Buhnen, in die Kolke davor und an die Kante zur Fahrrinne. Das Wasser ist dann oft klarer, die Bisse verlagern sich stärker in die Dämmerung. Den aktuellen Wasserstand der Elbpegel zeigt der Pegelonline-Dienst der Wasserstraßenverwaltung.

Darf man an der Elbe nachts auf Zander angeln?

Das entscheiden Landesrecht und Erlaubnisschein. Die Sächsische Fischereiverordnung enthält kein eigenes Nachtangelverbot, und auch Hamburg kennt keins. Die Gewässerordnung des LAV Sachsen-Anhalt erlaubt das Nachtangeln in allgemeinen Angelgewässern, in Salmonidengewässern nicht. Für alle anderen Strecken steht die Regel in den Bedingungen deiner Angelkarte.

Braucht man für die Elbe eine Angelkarte?

Fast überall ja. Die Elbe ist abschnittsweise an Anglerverbände, Vereine und Fischereigenossenschaften verpachtet, und du brauchst neben dem Fischereischein den Erlaubnisschein für die jeweilige Strecke. Eine Ausnahme sind die freien Gewässer in Hamburg. Dort reichen Fischereischein und die bezahlte Fischereiabgabe von 10 € im Jahr.

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