Raubfisch · Savage Gear

Savage Gear 3D Line Thru Whitefish 17 cm (Swimbait)

4,3 / 5 · datenbasierte Einordnung

  • Line-Thru-System: der Köder rutscht im Drill die Schnur hoch und bleibt heil
  • 53 g bei 17 cm, moderat sinkend für 1 bis 4 m Wassertiefe
  • Körper vom 3D-Scan einer echten Renke, mit Fotoprint-Dekor
  • Kinnring zum Anhängen von Zusatzblei, damit steuerst du die Sinkrate
  • Rassel im Schwanzteil und eingearbeiteter Lockstoff

Rezension vom 6. August 2026

Savage Gear 3D Line Thru Whitefish 17 cm (Swimbait)

ab 13,41 €

Preise: Stand 23.08.2026, ohne Gewähr

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Technische Daten

Modell Savage Gear 3D Line Thru Whitefish 17 cm
Ködertyp Swimbait mit Weichkörper und durchlaufender Schnurführung
Länge 17 cm
Gewicht 53 g
Auftriebsverhalten Moderate Sinking (MS), moderat sinkend
Montagesystem Line Thru: die Schnur läuft durch den Körper, der Drilling sitzt am Schnurende
Achse Carbon49-Stahlvorfachdraht durch den Köder
Haken SGY 1X BN Drilling in Größe 2
Körperaufbau mehrteiliger Weichkörper mit gewebeverstärkten Gelenken
Dekor Fotoprint nach 3D-Scan einer echten Renke
Zusatzfunktionen Rassel im Schwanzteil, eingearbeiteter Lockstoff
Kinnring Öse an der Unterseite zum Anhängen von Zusatzgewicht
Weitere Größen 17 cm (53 g) · 22 cm (107 g) · 27 cm (217 g) · 36 cm (478 g)
Farben Whitefish · Dirty Whitefish · Fire Whitefish · Brown Chartreuse · Ayu · Gold Albino
Zielfische Hecht, große Zander, Wels im Flachwasser
Empfohlenes Rutenwurfgewicht ab etwa 60 g für die 17-cm-Version
Hersteller Savage Gear (Svendsen Sport A/S), Dänemark

Ein Hecht, der einen Weichköder packt, macht ihn in Sekunden kaputt. Zähne schneiden in den Körper, das Kopfschütteln reißt die Gelenke auf, und ein 14-€-Köder ist nach drei Fischen Ausschuss. Genau dieses Problem greift Savage Gear beim 3D Line Thru Whitefish an. Die 17-cm-Version mit 53 g ist die Allroundgröße der Reihe und kostet ab 13,41 €. Diese Rezension ordnet sie datenbasiert ein, Grundlage sind Herstellerangaben, Händlerdatenblätter und der Vergleich mit anderen Swimbaits dieser Bauart.

Line Thru: die Mechanik hinter dem Namen

Bei einem klassischen Weichköder sitzt der Haken fest im Körper. Nimmt ein Hecht ihn, liegt der komplette Köder zwischen den Zähnen, und der Fisch kann ihn beim Schütteln als Hebel gegen den Hakenhalt einsetzen.

Beim Line-Thru-System läuft die Schnur durch den Köder hindurch. Vorn geht das Vorfach hinein, hinten kommt es heraus, dort wird der Drilling angeknotet. Der Köder sitzt also lose auf der Schnur und liegt beim Wurf und beim Einholen nur durch den Wasserdruck am Haken an.

Hängt der Fisch, passiert Folgendes: Der Zug kommt vom Haken, der Köder hat keine feste Verbindung mehr nach hinten und rutscht auf der Schnur nach oben aus dem Maul heraus. Zwei Effekte folgen daraus.

Erstens überlebt der Köder. Er verlässt die Zahnzone, bevor der Drill richtig beginnt. Zweitens verliert der Fisch seinen Hebel. Ohne Masse am Haken kann er den Drilling schlechter aushebeln, die Aussteigerquote sinkt.

Der Preis dafür sind Handgriffe. Ein Line-Thru-Köder wird am Wasser montiert statt fertig gekauft, und beim Wechsel musst du den Drilling lösen. Das ist der Grund, warum viele Angler eine fertige Montage mit Wirbel vorbereiten.

Der Körper: 3D-Scan, Gelenke und Carbon49

Savage Gear baut den Körper nach dem 3D-Scan einer echten Renke und legt einen Fotoprint darüber. Ob der Fisch die Schuppenzeichnung wirklich prüft, bleibt offen. Was messbar zählt, ist die Silhouette: Eine Renke ist hochrückiger und schlanker als ein Rotauge, und genau dieses Profil trifft der Köder.

Wichtiger für die Funktion ist der innere Aufbau. Der Körper ist mehrteilig und an den Gelenken gewebeverstärkt. Diese Verstärkung ist der neuralgische Punkt jedes Swimbaits: Ohne sie reißen die dünnen Übergänge zwischen den Segmenten nach wenigen Fischen ein.

Durch den kompletten Köder läuft Carbon49-Draht, ein beschichteter Stahlvorfachdraht. Er nimmt die Zugkraft auf, damit trägt der Weichkunststoff im Drill keine Last. Das ist die zweite Hälfte der Haltbarkeitsrechnung neben dem Line-Thru-Prinzip.

Bestückt ist der 17er mit einem SGY-1X-BN-Drilling in Größe 2 am Schwanzende. Ein einzelner Haken ist die logische Folge der Bauart, und er ist die zentrale Schwäche: Ein Hecht, der von vorn schlägt und den Kopf erwischt, hakt sich nicht. Wer viele Fehlbisse hat, hängt einen zweiten Drilling an einen Sprengring am Kinnring ein und nimmt dafür mehr Hänger in Kauf.

53 g und “Moderate Sinking”: die Tiefenrechnung

Moderate Sinking heißt langsam sinkend. In der Pause gleitet der Köder taumelnd abwärts, langsam genug, dass er sekundenlang im Sichtfeld eines folgenden Fischs bleibt.

Praktisch steuerst du die Tiefe über zwei Größen:

FührungErgebnispassend für
Nach dem Wurf sofort einholen0,5 bis 1,5 mKrautkanten, Flachwasser
3 bis 5 Sekunden absinken lassen1,5 bis 3 mUferkanten, mittlere Seen
Bis zum Grundkontakt absinken3 bis 4 mRinnen, tiefe Kanten
Mit Zusatzblei am Kinnringtiefer und schnellerStrömung, Talsperren

Der Kinnring an der Unterseite ist das Werkzeug, mit dem sich die Sinkrate anpassen lässt. Ein aufgeklemmtes Blei oder ein Sprengring mit Gewicht bringt den Köder schneller nach unten und drückt gleichzeitig die Körperhaltung ins Kopflastige, was den Taumelgang im Absinken verstärkt.

Beim Wurf hilft die Dichte. 53 g auf 17 cm ist kompakt genug, um mit normalem Hechtgerät weit zu werfen. Zum Vergleich: Ein Gummifisch dieser Länge wiegt am 20-g-Jigkopf rund 45 g, ein vergleichbarer Swimbait aus Hartplastik oft nur 40 g bei mehr Volumen.

Führung: was der Köder mitmacht

Die einfachste Variante ist gleichmäßiges Einleiern in mittlerem Tempo. Der mehrteilige Körper arbeitet dabei von allein mit breitem Schwanzschlag, die Rassel im Heck erzeugt bei jedem Ausschlag ein Klicken.

Mehr Bisse bringt der Wechsel aus Zug und Pause: drei bis fünf Kurbelumdrehungen, dann zwei bis vier Sekunden absinken lassen. In der Absinkphase kippt der Köder seitlich weg und taumelt, und das ist der Moment, in dem die meisten Hechte zuschlagen. Der Anhieb kommt dann oft als bloßes Schwergefühl beim nächsten Anziehen.

Die dritte Variante ist Jiggen dicht über Grund mit kurzen Rutenschlägen. Das funktioniert an Kanten auf Zander, verlangt aber Zusatzblei und kostet Köder an Hängern.

Die Größenreihe

LängeGewichtTypischer Einsatz
17 cm53 gAllroundgröße für Hecht und große Zander
22 cm107 gHerbst und Winter, größere Hechte
27 cm217 gBig-Bait-Gerät, gezielt Großhecht
36 cm478 gSpezialgerät, Wels und Ausnahmehechte

Der Sprung von 17 auf 22 cm ist deutlicher, als die 5 cm vermuten lassen: Das Gewicht verdoppelt sich, und damit wechselt die nötige Rutenklasse. Für die meisten deutschen Gewässer ist die 17-cm-Version der Punkt, an dem Köderwirkung und Handhabbarkeit am besten zusammenpassen.

Alternativen im Vergleich

KöderLängeGewichtBauartPreisniveau
SG 3D LT Whitefish17 cm53 gWeichkörper, Line Thruab rund 13 €
SG 4D Line Thru Trout25 cm193 gWeichkörper, Line Thruab rund 15 €
SG 3D Glide Roach17 cm78 gGlidebait, seitlicher Gleitlaufab rund 19 €
Westin Swim Glidebait12 cm53 gHartkörper mit Drahtachseab rund 16 €

Die Tabelle zeigt zwei Trennlinien. Gegenüber dem Glide Roach unterscheidet sich der Whitefish in der Bewegung: Der Glidebait bricht seitlich aus, der Whitefish schlägt mit dem Schwanz und läuft geradeaus. Gegenüber der Line Thru Trout ist er die kleinere, alltagstaugliche Version desselben Systems, führbar mit Gerät, das die meisten Hechtangler ohnehin besitzen. Weitere Hartköder-Alternativen stehen in unserem Ratgeber zum Wobbler zum Angeln.

Für wen sich der 17-cm-Whitefish lohnt

Er passt, wenn du gezielt auf Hecht angelst und einen großen, realistischen Köder suchst, der mehr als eine Handvoll Fische übersteht. Er passt auch als Einstieg in die Swimbait-Klasse, weil er mit normalem Hechtgerät ab 60 g Wurfgewicht führbar bleibt und beim einfachen Einleiern schon funktioniert. Die passende Rutenklasse dazu steht in unserem Ratgeber zur Spinnrute für Hecht und Zander.

Weniger passend ist er in zwei Fällen. Wer viele Nachläufer und Kurzbisse erlebt, ist mit einem Köder mit zwei oder drei Drillingen besser bedient. Und wer leicht auf Barsch und mittlere Zander angelt, greift zu kleineren Gummifischen statt zu 53 g.

Einordnung: der haltbare Große

Datenbasiert betrachtet bietet der 3D Line Thru Whitefish in 17 cm eine schlüssige Kombination: das Line-Thru-System, das den Köder im Drill aus dem Maul zieht, eine Carbon49-Achse, die den Weichkörper von der Zugkraft entlastet, gewebeverstärkte Gelenke und mit 53 g ein Wurfgewicht, das normales Hechtgerät noch trägt. Rassel und Kinnring erweitern die Einsatzbreite, ohne die Bedienung zu verkomplizieren.

Die Schwächen sind der einzelne Drilling mit den daraus folgenden Fehlbissen und ein Weichkörper, der trotz aller Maßnahmen verschleißt. Mit 4,3 von 5 ist er die Empfehlung für Hechtangler, die einen großen, realistischen Köder wollen, der mehrere Saisons durchhält. Wie du ihn in die Saison einbaust, steht in unseren Tipps zum Hechtangeln, und welches Vorfach dazugehört, klärt der Vergleich Fluorocarbon oder Stahlvorfach.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • Das Line-Thru-System nimmt den Köder im Drill aus dem Fischmaul, der Weichkörper überlebt dadurch deutlich mehr Fische
  • 53 g auf 17 cm ergeben eine Wurfweite, die mit normalem Hechtgerät erreichbar bleibt
  • Der Carbon49-Draht führt die Kraft von der Kopföse zum Haken, der Weichkörper trägt keine Last
  • Moderat sinkend ist die vielseitigste Variante: Absinkphasen, Einleiern und Jiggen sind mit demselben Köder möglich
  • Der Kinnring erlaubt Zusatzblei, damit lässt sich die Sinkrate an Tiefe und Strömung anpassen
  • Bei rund 14 € liegt er im Mittelfeld der Swimbait-Klasse, handgefertigte Modelle kosten ein Vielfaches

Schwächen

  • Nur ein Drilling am Schwanzende: bei Nachläufern, die von vorn attackieren, gibt es Fehlbisse
  • Der Weichkörper nutzt sich ab, Hechtzähne hinterlassen bleibende Risse an den Gelenken
  • 53 g verlangen eine Rute ab etwa 60 g Wurfgewicht, leichte Spinnruten scheiden aus
  • Line-Thru-Montagen brauchen mehr Handgriffe beim Umbau als ein fertig beköderter Wobbler
  • Ohne Zusatzblei am Kinnring läuft der Köder in tiefen Rinnen zu hoch

Bewertung im Detail

Laufverhalten 4,5
Verarbeitung & Haken 4,0
Vielseitigkeit 4,0
Preis-Leistung 4,5
Gesamtwertung 4,3 / 5

Häufige Fragen

Wie funktioniert das Line-Thru-System beim Savage Gear Whitefish?

Die Hauptschnur beziehungsweise das Stahlvorfach läuft durch den kompletten Köderkörper hindurch, vorn hinein und hinten wieder heraus. Der Drilling wird erst danach angeknotet und liegt am Schwanzende an. Hängt der Fisch, rutscht der Köder auf der Schnur nach oben aus dem Maul heraus. Er kann damit weder als Hebel wirken noch beim Kopfschütteln zerstört werden.

Wie tief läuft der Savage Gear 3D LT Whitefish 17 cm?

Die MS-Variante (Moderate Sinking) sinkt langsam ab. Praktisch arbeitest du damit zwischen 1 und 4 m, gesteuert über die Absinkzeit nach dem Wurf und das Einholtempo. Für tiefere Bereiche oder Strömung lässt sich am Kinnring Zusatzblei einhängen, das erhöht die Sinkrate und bringt den Köder schneller auf Tiefe.

Welche Rute brauche ich für den 17-cm-Whitefish?

Bei 53 g Ködergewicht ist eine Rute mit mindestens 60 g Wurfgewicht sinnvoll, angenehmer sind 80 bis 100 g. Sinnvolle Längen liegen zwischen 2,40 und 2,70 m. Die 22-cm-Version mit 107 g verlangt bereits Big-Bait-Gerät ab 150 g Wurfgewicht.

Braucht der Savage Gear Whitefish ein Stahlvorfach?

Beim Hechtangeln ja. Der Köder bringt zwar eine Carbon49-Achse im Inneren mit, die schützt aber nur den Körper. Die Verbindung zwischen Schnur und Köder liegt frei und muss aus Titan oder 7x7-Stahl bestehen. Wie du zwischen den Materialien wählst, erklärt unser Ratgeber zu Fluorocarbon und Stahlvorfach.

Welche Größe des 3D LT Whitefish ist für Hecht die richtige?

Die 17-cm-Version mit 53 g ist die Allroundgröße für deutsche Seen und Flüsse und lässt sich den ganzen Tag führen. Ab Oktober, wenn große Beutefische im Wasser stehen, bringt die 22-cm-Version mit 107 g mehr kapitale Bisse. Die 27- und 36-cm-Modelle sind reine Big-Bait-Größen für gezielte Großhechtjagd.

Wie führt man den 3D Line Thru Whitefish?

Am einfachsten gleichmäßig einleiern, dann arbeitet der mehrteilige Körper mit einem breiten Schwanzschlag. Mehr Bisse bringt der Wechsel: drei bis fünf Kurbelumdrehungen, dann zwei bis vier Sekunden absinken lassen. In der Absinkphase taumelt der Köder seitlich weg, und genau dort kommen die meisten Attacken.

Was bringt die Rassel im Schwanz des Whitefish?

Die Rassel erzeugt beim Schwanzschlag ein Klickgeräusch. In trübem Wasser, bei Dämmerung und in tieferen Schichten arbeitet ein Hecht stark über das Seitenlinienorgan, das Druckwellen und Schallanteile wahrnimmt. Zusätzliches Geräusch erhöht dort die Auffindbarkeit. In sehr klarem Wasser und bei starkem Angeldruck ist ein leiser Köder manchmal die bessere Wahl.

Wie lange hält der Weichkörper des Savage Gear Whitefish?

Das hängt an der Fischgröße und am Untergrund. Der Körper ist an den Gelenken gewebeverstärkt, Hechtzähne hinterlassen dort trotzdem Schnitte. Ein Köder übersteht damit typischerweise mehrere Fische, verliert aber mit jedem Biss etwas Substanz. Genau dieses Problem verkleinert das Line-Thru-System, weil der Köder im Drill aus der Zahnzone gleitet.

Welche Farbe des 3D LT Whitefish nehme ich wann?

Naturdekore wie Whitefish und Ayu passen in klares Wasser und bei Sonne, weil der Fotoprint dort seine Wirkung ausspielt. Fire Whitefish und Brown Chartreuse sind Signalfarben für trübes Wasser, Regen und Dämmerung. Gold Albino ist die Wahl bei angetrübtem Wasser mit Restlicht. Eine ausführliche Zuordnung steht in unserem Ratgeber zur Gummifischfarbe.

Fängt der 3D LT Whitefish auch Zander?

Ja, vor allem die 17-cm-Version. Zander stehen tagsüber tiefer und dichter am Grund, deshalb lohnt sich hier Zusatzblei am Kinnring und eine Führung mit längeren Absinkphasen dicht über dem Boden. An Buhnenfeldern, Hafenkanten und Rinnen funktioniert der Köder gut, bleibt mit 53 g aber ein grober Happen für kleinere Zander.

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