Technische Daten
| Modell | Savage Gear WP Performance Jacket Gunmetal (Artikelnummer 1642632 in Größe L) |
|---|---|
| Bauart | beschichtete Hardshell-Jacke mit Mesh-Futter |
| Außenmaterial | Nylon-Taslon-Gewebe mit PU-Beschichtung, 100 % Nylon |
| Wassersäule | 10.000 mm |
| Atmungsaktivität | 5.000 g/m²/24 h (5.000 MVP) |
| Nähte | abgeklebt |
| Innenfutter | weiches Mesh-Futter |
| Kapuze | abnehmbar und verstellbar |
| Brusttaschen | mit wasserdichten Reißverschlüssen und Reflexdetails |
| Vordertaschen | gefüttert, mit wasserdichten Reißverschlüssen |
| Sichtbarkeit | Reflexdruck |
| Farbe | Gunmetal (Dunkelgrau) |
| Größen | S · M · L · XL · XXL |
| Betrachtete Größe | L |
| Passende Hose | WP Performance Trousers (separat erhältlich) |
| Nicht ausgewiesen | Gewicht der Jacke |
| Hersteller | Savage Gear (Svendsen Sport) |
| EAN | 5706301035288 |
Es gibt zwei Arten, einen Regentag am Wasser zu beenden: durchgefroren nach zwei Stunden oder trocken nach acht. Die Savage Gear WP Performance Jacket setzt dafür auf 10.000 mm Wassersäule, abgeklebte Nähte und eine abnehmbare Kapuze und kostet ab 119,99 €. Diese Rezension übersetzt die Datenblattwerte in Alltagssituationen, benennt die Grenzen der Bauart und ordnet die Jacke gegen ihre eigenen Schwestermodelle ein. Grundlage sind die Herstellerangaben von Savage Gear und die Datenblätter der Händler.
Die 10.000 mm: was die Zahl wirklich aussagt
Die Wassersäule ist der Wert, an dem sich Regenjacken messen lassen, und er wird oft missverstanden.
Gemessen wird, welchem Wasserdruck das Gewebe standhält, bevor der erste Tropfen durchkommt. Der Wert wird in Millimetern angegeben und entspricht der Höhe einer Wassersäule auf einer definierten Fläche. Ab 1.500 mm darf ein Material als wasserdicht bezeichnet werden. Mit 10.000 mm liegt die WP Performance Jacket beim Sechsfachen dieser Schwelle.
Der Grund, warum das mehr ist als Zahlenkosmetik: Regen allein erzeugt kaum Druck. Druck entsteht durch Auflagepunkte. Ein Rucksackträger auf der nassen Schulter, das angelehnte Rutenfutteral, das Knien auf dem nassen Bootsboden, der straffe Gurt einer Umhängetasche. An genau diesen Stellen versagen Jacken mit 3.000 mm nach einer Stunde, während 10.000 mm die Reserve mitbringen.
5.000 MVP: hier liegt die Grenze der Jacke
Der zweite Wert ist der ehrlichere Teil der Rezension. 5.000 g/m²/24 h bedeutet, dass pro Quadratmeter Stoff und Tag 5.000 Gramm Wasserdampf nach außen gelangen können.
Die Einordnung nach Anwendungsfall:
| Aktivität | Bedarf | Passt die Jacke? |
|---|---|---|
| Ansitz am Karpfenplatz | niedrig | ja, mit Reserve |
| Spinnfischen vom Ufer | mittel | ja |
| Bootsangeln mit Rudern | mittel bis hoch | grenzwertig |
| Fußmarsch mit Rucksack | hoch | nein |
| Waten gegen Strömung | hoch | nein |
Hochwertige Dreilagenjacken erreichen 10.000 bis 20.000 MVP, die hauseigene SG8 Salvage Shell liegt bei 10.000. Wer viel unterwegs ist, kauft sich mit der WP Performance also einen Kompromiss ein, den man kennen sollte.
Nylon-Taslon mit PU-Beschichtung: die robuste Lösung
Savage Gear verwendet Nylon-Taslon-Gewebe mit PU-Beschichtung. Das ist eine bewusste Bauart-Entscheidung mit klaren Konsequenzen.
Taslon ist ein texturiertes Nylongewebe mit leicht rauer Oberfläche und guter Reißfestigkeit. Die Polyurethan-Beschichtung wird als dünne Schicht direkt auf die Innenseite aufgetragen. Sie versiegelt das Gewebe und bildet die eigentliche Sperre gegen Wasser.
Die Alternative wäre eine laminierte Membran, wie sie Gore-Tex oder Dermizax nutzen. Die atmet besser und hält länger, ist aber teurer und gegen mechanische Belastung empfindlicher.
Für eine Angeljacke, die im Auto liegt, an Ästen streift und mit Fischschleim, Köderfett und Uferschlamm in Kontakt kommt, spricht einiges für die robustere Beschichtung. Der Preis dafür: Beschichtungen altern über die Jahre, sie werden spröde und lösen sich an Knickstellen ab. Nach zwei bis drei Saisons gehört die Jacke neu imprägniert.
Das weiche Mesh-Futter innen ist dabei mehr als Komfort: Es hält die Beschichtung vom Körper fern und verhindert das klamme Gefühl, das unbeschichtete Regenjacken auf der Haut erzeugen.
Die abnehmbare Kapuze und warum das beim Angeln zählt
Eine feste Kapuze ist beim Wandern richtig und beim Spinnfischen im Weg.
Der Grund liegt in der Kopfbewegung. Beim Wurf drehst du den Kopf, um den Köder zu verfolgen. Beim Einholen suchst du die Wasseroberfläche nach Fischaktivität ab. Eine steife, hoch geschlossene Kapuze dreht sich dabei nicht mit, sie schränkt das Sichtfeld genau dort ein, wo du es brauchst.
Die abnehmbare, verstellbare Kapuze löst das pragmatisch: Bei Sturm und Dauerregen bleibt sie dran, bei Nieselregen kommt sie ab und die Kappe übernimmt. Wer eine Polbrille trägt, kennt das Problem zusätzlich, weil die Kapuze über den Bügeln den Sitz der Brille verschiebt.
Taschen: der Teil, der über Ärger entscheidet
Drei Details heben die Ausstattung über das Übliche.
Alle Außentaschen haben wasserdichte Reißverschlüsse. Ein normaler Reißverschluss ist der offenste Punkt jeder Regenjacke. Wasserdichte Versionen mit Polyurethan-Bandage schließen bündig ab. Für alles, was in der Tasche steckt (Handy, Autoschlüssel, Vorfachtasche), ist das der Unterschied zwischen trocken und feucht.
Die Vordertaschen sind gefüttert. Das klingt nach Kleinigkeit und ist im November die wichtigste Funktion der Jacke: Nach dem Köderwechsel mit nassen Fingern brauchst du eine Stelle, an der die Hände wieder warm werden.
Die Brusttaschen tragen zusätzlich Reflexdetails. Zusammen mit dem Reflexdruck an der Jacke macht dich das im Scheinwerferkegel sichtbar, was beim Nachtangeln und auf dem Boot ein echtes Sicherheitsmerkmal ist.
Was Savage Gear offenlässt
Zwei Angaben fehlen. Das Gewicht der Jacke steht in keinem Datenblatt, was den Vergleich mit leichten Packjacken unmöglich macht. Bei einer beschichteten Zweilagenjacke in dieser Preisklasse sind 700 bis 900 g die übliche Spanne, das bleibt aber eine Einordnung nach Bauart und keine Herstellerangabe.
Außerdem gibt es die WP Performance Jacket in zwei Ausführungen: eine ältere Version, die je nach Händler zwischen rund 100 und 108 € liegt, und die hier betrachtete Gunmetal-Version. Die technischen Werte (10.000 mm, 5.000 MVP, Nylon-Taslon mit PU) sind in beiden Datenblättern identisch, der Unterschied liegt in Farbgebung und Ausführung. Wer nur den Wetterschutz sucht, sollte beide Varianten preislich vergleichen.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Bauart | Wassersäule | Atmungsaktivität | Preisniveau |
|---|---|---|---|---|
| Savage Gear WP Performance Jacket | Nylon-Taslon mit PU-Beschichtung | 10.000 mm | 5.000 MVP | ab rund 120 € |
| Savage Gear SG8 Salvage Shell Jacket | Dreilagen-Toray, Dermizax | 20.000 mm | 10.000 MVP | ab rund 120 € |
| Savage Gear HeatLite Thermo Jacket | Rip-Stop-Polyester mit TPU-Membran, 150 g/m² Wattierung | 8.000 mm | keine Zahl angegeben | ab rund 79 € |
Die Tabelle zeigt drei verschiedene Aufgaben. Die SG8 Salvage Shell ist technisch die stärkere Jacke mit doppelten Werten in beiden Disziplinen und wandert je nach Händler in dieselbe Preisregion, ihr Preisbild schwankt allerdings stark. Die HeatLite Thermo löst eine andere Aufgabe: Sie ist isoliert und damit die Winterjacke, hat aber die niedrigere Wassersäule und keine ausgewiesene Atmungsaktivität. Die WP Performance sitzt genau dazwischen als reine Wetterschutz-Schicht, unter die du selbst wählst, wie warm du dich anziehst.
Für wen sich die Jacke lohnt
Sie passt, wenn du einen soliden Regenschutz für Ansitz und Uferangeln suchst und das Layering-Prinzip magst: Die Jacke hält Wasser und Wind ab, die Wärme regelst du über das, was du darunter trägst. Damit ist sie ganzjährig einsetzbar, vom Frühjahrsansitz auf Karpfen bis zum Novembernachmittag am Kanal.
Weniger passend ist sie für lange Fußmärsche mit schwerem Gepäck und für Angler, die viel waten und dabei ins Schwitzen kommen. Dort ist die Atmungsaktivität der begrenzende Faktor, und eine Dreilagenjacke ist die richtige Antwort.
Einordnung: der Wetterschutz stimmt, die Atmungsaktivität ist der Kompromiss
Datenbasiert betrachtet liefert die WP Performance Jacket genau das, was eine Angeljacke in dieser Preisklasse leisten muss: 10.000 mm Wassersäule, abgeklebte Nähte, wasserdichte Reißverschlüsse an allen Außentaschen, abnehmbare Kapuze und Reflexdruck. Die gefütterten Vordertaschen und das Mesh-Futter sind Details, die im Alltag mehr bringen, als das Datenblatt vermuten lässt.
Die Grenze liegt bei 5.000 MVP. Das reicht für Ansitz und normales Spinnfischen und wird beim Laufen zum Nachteil. Dazu kommt die Alterung der PU-Beschichtung, die nach zwei bis drei Saisons eine Auffrischung verlangt.
Mit 4,1 von 5 ist sie die Empfehlung für Angler, die eine verlässliche Regenjacke ohne dreistelliges Membran-Budget suchen. Wer ganzjährig unterwegs ist und viel läuft, sollte zur Dreilagenjacke greifen. Für den Winter am Wasser gehört ohnehin eine wärmende Schicht darunter, und für kaltes Wasser bleibt die Neopren-Wathose das passende Gegenstück von unten.
Stärken und Schwächen
Stärken
- 10.000 mm Wassersäule halten auch stundenlangen Landregen ab, die Schwelle für wasserdicht liegt bei 1.500 mm
- Die PU-Beschichtung ist unempfindlicher gegen Abrieb durch Rucksackträger und Rutenfutteral als eine offenliegende Membran
- Abnehmbare Kapuze: Beim Spinnfischen stört eine feste Kapuze die Kopfdrehung, hier kommt sie einfach ab
- Wasserdichte Reißverschlüsse an allen Außentaschen, das ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit
- Gefütterte Vordertaschen funktionieren als Handwärmer, wenn die Finger vom Köderwechsel klamm sind
- Reflexdruck macht dich beim Nachtangeln für Boote und andere Angler sichtbar
Schwächen
- 5.000 MVP Atmungsaktivität sind Mittelklasse: Beim langen Fußmarsch mit Rucksack staut sich Feuchtigkeit innen
- Savage Gear weist kein Gewicht der Jacke aus, was den Vergleich mit leichten Shell-Jacken erschwert
- Die passende WP Performance Trousers kostet extra, die Jacke deckt nur den Oberkörper ab
- Beschichtungen altern schneller als Laminat-Membranen und brauchen nach ein bis zwei Saisons eine Imprägnierung
Häufige Fragen
Was bedeuten 10.000 mm Wassersäule bei der Savage Gear WP Performance Jacket?
Die Wassersäule beschreibt, welchem Wasserdruck das Material standhält, bevor Feuchtigkeit durchdringt. 10.000 mm entsprechen einer 10 m hohen Wassersäule auf einer definierten Fläche. Als wasserdicht gilt ein Material ab 1.500 mm. 10.000 mm decken deshalb auch Dauerregen und den Druck ab, der entsteht, wenn du dich im nassen Boot auf die Knie stützt.
Wie atmungsaktiv ist die Jacke wirklich?
Savage Gear gibt 5.000 g/m²/24 h an, also die Menge Wasserdampf, die pro Quadratmeter und Tag nach außen gelangt. Das ist ein solider Mittelwert für Ansitz und ruhiges Spinnfischen. Bei anstrengenden Fußmärschen mit Rucksack oder beim Waten gegen Strömung reicht dieser Wert nicht, dann sammelt sich Feuchtigkeit innen. Hochwertige Dreilagenjacken liegen bei 10.000 bis 20.000.
Was ist der Unterschied zwischen PU-Beschichtung und einer Membran?
Eine PU-Beschichtung ist eine dünne Polyurethanschicht, die direkt auf die Innenseite des Gewebes aufgetragen wird. Eine Membran ist eine eigene mikroporöse Folie, die zwischen Ober- und Futterstoff laminiert wird. Beschichtungen sind günstiger und robuster gegen Abrieb, altern aber schneller. Membranen atmen besser und halten länger, kosten dafür deutlich mehr.
Fällt die Savage Gear WP Performance Jacket normal aus?
Die Jacke ist als Outdoor-Oberbekleidung geschnitten, unter die eine Fleece- oder Thermoschicht passt. Wer sie im Winter über einen dicken Midlayer tragen will, sollte eine Größe größer wählen. Für den reinen Regenschutz im Sommer über einem T-Shirt reicht die gewohnte Größe. Verfügbar sind S bis XXL.
Sind die Nähte der Jacke abgeklebt?
Ja, Savage Gear gibt abgeklebte Nähte an. Das ist bei wasserdichter Bekleidung der Punkt, an dem sich Qualität entscheidet: Jede Naht ist eine Perforation im Material. Erst das aufgeschweißte Nahtband macht sie dicht. Ohne diese Bänder tropft eine Jacke nach dem zweiten Regentag an Schultern und Ärmelansatz durch.
Kann man die Kapuze abnehmen?
Ja, die Kapuze ist abnehmbar und zusätzlich verstellbar. Beim Spinnfischen ist das ein echter Vorteil: Eine feste Kapuze schränkt die Kopfdrehung ein, und genau die brauchst du, um den Wurf zu verfolgen und die Umgebung im Blick zu behalten. Bei Wind bleibt sie dran, bei nur leichtem Nieselregen kommt sie ab.
Wie pflege ich eine Angeljacke mit PU-Beschichtung?
Bei 30 Grad im Schonwaschgang mit Flüssigwaschmittel waschen, ohne Weichspüler, weil der die wasserabweisende Ausrüstung zusetzt. Danach im Trockner oder mit dem Bügeleisen auf niedriger Stufe reaktivieren, sofern der Hersteller es freigibt. Lässt die Wasserabweisung nach, hilft ein Imprägnierspray oder eine Einwaschimprägnierung. Nach Salzwassereinsatz vorher mit klarem Wasser abspülen.
Wofür ist die Farbe Gunmetal gedacht?
Gunmetal ist ein dunkles Grau und damit unauffällig genug, um Fische im flachen Wasser nicht zu vergrämen. Gleichzeitig sorgt der aufgedruckte Reflexdruck dafür, dass du im Scheinwerferlicht sichtbar bleibst. Wer beim Nachtangeln oder auf dem Boot maximale Sichtbarkeit braucht, sollte trotzdem eine Signalweste darüber tragen.
Gibt es eine passende Hose zur Jacke?
Ja, Savage Gear bietet die WP Performance Trousers als passendes Gegenstück an. Jacke und Hose ergeben zusammen einen kompletten Regenanzug mit denselben Werten. Die Hose ist separat zu kaufen und im Preis der Jacke nicht enthalten.
Lohnt sich der Aufpreis zur SG8 Salvage Shell Jacket?
Die SG8 Salvage Shell ist eine Dreilagenjacke aus recyceltem Toray-Gewebe mit 20.000 mm Wassersäule und 10.000 MVP, also doppelten Werten in beiden Disziplinen. Sie kostet je nach Händler zwischen rund 120 und 200 €. Wer viel läuft, watet oder ganzjährig draußen ist, holt den Aufpreis über den Tragekomfort wieder rein. Für Ansitz und gelegentliches Spinnfischen reicht die WP Performance.