Technische Daten
| Modell | Aldebaran DC 31 HG, Linkshand (Teilenummer ALDDC31HG), Generation 2025 |
|---|---|
| Kurbelseite | links (31); die 30 ist die Rechtshand-Version |
| Gewicht | 150 g |
| Übersetzung | 7,8:1 |
| Schnureinzug | 73 cm pro Kurbelumdrehung |
| Maximale Bremskraft | 4 kg |
| Kugellager | 10 + 1 |
| Wurfbremse | I-DC5, elektronisch geregelt: 3 Modi (L, M, H) mit je 5 Stufen am Außenrad |
| Stromversorgung | ohne Batterie, die drehende Spule erzeugt den Strom |
| Spule | MagnumLite Spool IV (MGL IV), 30 mm Durchmesser, 19 mm breit, S3D-Design |
| Schnurfassung Nylon | 8 lb / 100 m · 10 lb / 80 m · 12 lb / 65 m |
| Schnurfassung geflochten | PE 1 / 185 m · PE 1,5 / 120 m · PE 2 / 90 m |
|---|---|
| Ködergewicht | rund 3 bis 25 g laut Händlerangabe |
| Gehäuse | HAGANE Body, Rahmen aus Magnesium, Seitenplatte aus Ci4+ |
| Getriebe | MicroModule Gear, X-Ship |
| Bremse | Sternbremse mit Cross-Carbon-Scheiben, Exciting Drag Sound |
| Weitere Technik | Silent Tune, Super Free Spool |
| Kurbel | Doppelkurbel |
| Serie | 30 HG und 30 XG (Kurbel rechts), 31 HG und 31 XG (Kurbel links); XG mit 8,9:1 und 84 cm |
| Listenpreis | 614,95 € laut Händlerangabe |
| EAN | 022255300858 (EU) · 4969363091352 (Japan) |
Angaben laut Hersteller-Datenblatt und Händlerlistung, Abweichungen sind in der Tabelle vermerkt.
Unsere Einordnung
Das spricht dafür
- I-DC5 regelt die Wurfbremse elektronisch in Tausendstelsekunden, Überwürfe und Perücken werden seltener, gerade bei Gegenwind
- 150 g: eine der leichtesten Baitcastrollen mit DC-Bremse, ideal an kurzen, leichten Ruten
- Die 30-mm-MGL-IV-Spule läuft schon mit leichten Ködern an und erweitert den Einsatz nach unten
- Magnesiumrahmen, 10 + 1 Lager und MicroModule Gear ergeben einen sehr ruhigen, steifen Antrieb
- Cross-Carbon-Bremse mit hörbarem Drag Sound für feine Kontrolle im Drill
Das spricht dagegen
- Rund 420 bis 550 € sind für eine Barsch- und Zanderrolle ein hoher Preis
- 4 kg Bremskraft und PE 1,5 / 120 m setzen eine Grenze: für Big Baits und große Hechte ist die Rolle zu klein
- Im deutschen Feed-Handel nur als Linkshand-Version (31) gelistet, die 30 für Rechtskurbler fehlt dort
- DC-Bremsen erzeugen beim Wurf ein hörbares Surren, das nicht jedem gefällt
Die Shimano Aldebaran DC 31 HG ist eine Baitcastrolle, die zwei Stärken von Shimano zusammenbringt: das Leichtbaukonzept der Aldebaran-Reihe und die elektronische Wurfbremse I-DC5. Heraus kommen 150 g mit Magnesiumrahmen, eine 30-mm-Spule und eine Bremse, die jeden Wurf in Tausendstelsekunden nachregelt. Gehandelt wird die Linkshand-Version mit High Gear derzeit ab 419,24 €. Grundlage dieser Einordnung sind die Shimano-Angaben, die Datenblätter der Händler und der Vergleich mit den Baitcastrollen aus unseren übrigen Rezensionen.
Was die Aldebaran DC ist
Aldebaran ist bei Shimano die Leichtbau-Linie unter den Baitcastrollen, oberhalb von SLX und Curado angesiedelt. Bisher setzte die Reihe auf mechanische Wurfbremsen, bekannt sind die Aldebaran MGL und die Aldebaran BFS für Kleinstköder. Die Aldebaran DC kam im April 2025 und ist die erste Aldebaran mit Digitalbremse. Laut japanischen Quellen ist sie zugleich das erste neue Allround-Modell der Reihe seit rund sieben Jahren.
Die Bezeichnung folgt dem Shimano-Schema: 30 hat die Kurbel rechts, 31 links. HG steht für High Gear mit 7,8:1, XG für Extra High Gear mit 8,9:1. Diese Rezension betrachtet die 31 HG, die im deutschen Handel am breitesten verfügbar ist.
Die I-DC5-Bremse: Elektronik gegen Perücken
Das zentrale Bauteil ist die Wurfbremse. Bei jeder Baitcastrolle dreht die Spule beim Wurf mit, und genau dort entsteht das bekannte Problem: Wird der Köder langsamer, etwa weil er Wind abbekommt oder ins Wasser eintaucht, dreht die Spule weiter. Die Schnur quillt auf, es entsteht eine Perücke.
Eine Magnet- oder Fliehkraftbremse wirkt nach festen physikalischen Gesetzen. Die I-DC5 misst dagegen während des Wurfs laufend die Spulendrehzahl, ein Mikrocomputer vergleicht sie mit einem Sollverlauf und regelt die Bremskraft laut Shimano in Tausendstelsekunden nach. Die Bremse greift damit genau dann stärker, wenn der Köder abbremst, und lässt die Spule in der Flugphase frei laufen.
Einstellen lässt sie sich zweistufig. Innen wählst du einen von drei Modi (L, M, H), grob passend zur Schnurart und zur Wurfart. Außen stellst du an einem Rad eine von fünf Stufen ein, passend zu Ködergewicht und Wind. Zusammen ergibt das 15 Kombinationen. Strom braucht die Elektronik von außen keinen: Die drehende Spule treibt einen kleinen Generator an, eine Batterie gibt es nicht.
Wie du eine Baitcastrolle grundsätzlich einstellst, von der Spulenbremse bis zur Kampfbremse, erklärt der Ratgeber Baitcast-Rolle richtig einstellen.
150 g: Magnesium und die kleine Spule
Mit 150 g ist die Aldebaran DC für eine Rolle mit elektronischer Bremse ungewöhnlich leicht. Zum Vergleich: Die Shimano SLX DC 151 XG wiegt 215 g. Den Unterschied machen drei Bauteile. Der HAGANE Body hat einen Rahmen aus Magnesium, das rund ein Drittel leichter ist als Aluminium. Die Seitenplatte besteht aus Ci4+. Und die Spule ist eine MagnumLite Spool IV mit nur 30 mm Durchmesser und 19 mm Breite.
Die kleine Spule bringt neben dem Gewicht einen zweiten Vorteil. Eine Spule mit geringem Durchmesser hat wenig Masse und damit wenig Trägheit. Sie kommt beim Wurf schneller auf Drehzahl und läuft schon mit leichten Ködern an, die eine schwere Spule kaum in Bewegung setzen. Händler nennen einen Köderbereich von rund 3 bis 25 g. Das Optimum dürfte in der Mitte liegen: Gummifische am Jigkopf, kleine Crankbaits und Spinnerbaits zwischen 7 und 20 g.
An der Rute zahlt sich das Gewicht aus. An einer Baitcastrute von 1,90 bis 2,20 m ergibt eine 150-g-Rolle eine Kombination, die du den ganzen Tag aus dem Handgelenk führst, ohne dass der Unterarm schwer wird.
Getriebe und Bremse
Im Gehäuse arbeiten 10 + 1 Kugellager, MicroModule Gear und X-Ship. MicroModule verkleinert die Zähne und erhöht ihre Zahl, das Getriebe läuft dadurch spürbar weicher. X-Ship lagert das Ritzel beidseitig. Dazu kommt Silent Tune, das laut Shimano Laufgeräusche der Spule dämpft.
Die Kampfbremse ist eine Sternbremse mit Cross-Carbon-Scheiben, die laut Datenblatt bis 4 kg hält. Ein Exciting Drag Sound macht hörbar, wenn der Fisch Schnur nimmt. Carbon-Scheiben setzen weich ein und lassen sich fein dosieren, das zählt beim Drill eines Zanders an dünner Geflochtener.
Die 4 kg sind zugleich die Grenze des Einsatzbereichs. Für Barsch und Zander reichen sie mit Reserve, auch ein mittlerer Hecht lässt sich damit landen. Für große Hechte an Big Baits, schweres Stahlvorfach und Köder jenseits von 40 g ist eine Rolle mit mehr Bremskraft und größerer Spule gebaut, etwa die Abu Garcia Revo Beast 41.
Übersetzung: HG oder XG
Die 31 HG hat 7,8:1 mit 73 cm Einzug pro Kurbelumdrehung, die XG 8,9:1 mit 84 cm. Die HG ist die vielseitigere Wahl für Köder, die du gleichmäßig durchs Wasser ziehst: Crankbaits, Spinnerbaits, Swimbaits. Die XG spielt ihren Vorteil beim Jiggen aus, wenn du nach jedem Absinken schnell die lose Schnur aufnehmen und den Anhieb setzen willst. Wie das Jiggen mit der Multirolle funktioniert, zeigt der Ratgeber Jiggen mit Baitcaster.
Schnurfassung
Laut Datenblatt fasst die Spule 120 m PE 1,5, 185 m PE 1 oder 90 m PE 2 geflochtene Schnur, bei Nylon 80 m in 10 lb. Für das Werfen auf Barsch und Zander vom Ufer oder Boot reicht das völlig, dort liegen die Wurfweiten bei 30 bis 50 m. Für Schleppangeln oder Fische, die weite Fluchten hinlegen, ist die Spule zu klein.
Rute und Schnur: das passende Setup
Eine 150-g-Rolle mit 30-mm-Spule verlangt nach einer leichten Rute. Passend ist eine Baitcastrute von etwa 1,90 bis 2,20 m mit einem Wurfgewicht, das den Köderbereich der Rolle abdeckt, also grob 5 bis 25 g. An einer schweren Hechtrute mit 30 bis 80 g wäre die Rolle unterdimensioniert, und die Kombination würde kopflastig. Welche Baitcastruten wir bereits eingeordnet haben, zeigt die Bestenliste Baitcastruten.
Bei der Schnur spielt die kleine Spule ihre Stärke mit geflochtener Schnur zwischen PE 1 und PE 1,5 aus, davor ein Fluorocarbon-Vorfach von 0,25 bis 0,35 mm für Barsch und Zander. Laut Händlerbeschreibung stellst du die drei internen Modi auf die verwendete Schnur ein und die fünf externen Stufen auf die Ködergröße. Wer die Schnur wechselt, stellt deshalb auch den Modus neu ein.
Einordnung: für wen sich die Aldebaran DC lohnt
Die Aldebaran DC passt zu ambitionierten Barsch- und Zanderanglern, die mit der Baitcaster fischen und eine Rolle suchen, die auch bei Gegenwind und leichten Ködern zuverlässig wirft. Die DC-Bremse nimmt dabei viel von dem Daumengefühl ab, das Baitcasting sonst verlangt. Auch für Umsteiger von der Stationärrolle senkt sie die Einstiegshürde spürbar.
Weniger passend ist sie für Hechtangler mit schweren Ködern und für alle, die mit rund 150 € Budget in die Baitcaster-Welt einsteigen wollen. Einen Überblick über die Rollen dieser Klasse mit ihren Stärken bietet der Ratgeber Baitcast-Rolle im Vergleich.
Alternativen im Vergleich
| Rolle | Wurfbremse | Gewicht | Übersetzung | Bremskraft | Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Shimano Aldebaran DC 31 HG | I-DC5, digital | 150 g | 7,8:1 | 4 kg | ab 419,24 € | 4,3 |
| Shimano SLX DC 151 XG | i-DC4, digital | 215 g | 8,2:1 | 5 kg | ab 169,61 € | 4,3 |
| Abu Garcia Revo SX VoltiQ LP | VoltiQ, elektronisch | 221 g | 6,7:1 | 11,3 kg | ab 224,99 € | 4,1 |
| Abu Garcia Max Pro Low Profile | Magnetbremse | 214 g | 7,5:1 | 9 kg | ab 86,64 € | 4,4 |
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Die SLX DC ist der günstige Einstieg in Shimanos Digitalbremse, mit der einfacheren i-DC4 und 65 g mehr Gewicht. Die Revo SX VoltiQ ist Abu Garcias elektronische Antwort, deutlich schwerer, aber mit fast dreifacher Bremskraft. Die Max Pro Low Profile ist die Budget-Wahl mit klassischer Magnetbremse. Alle Baitcastrollen nach Bewertung zeigt die Bestenliste Baitcastrollen.
Fazit
Die Shimano Aldebaran DC 31 HG ist eine Leichtbau-Baitcaster mit Digitalbremse für leichte und mittlere Köder. 150 g, Magnesiumrahmen, 30-mm-Spule und I-DC5 machen sie zu einer Rolle, die leichte und mittlere Köder präzise und mit wenig Nacharbeit am Daumen ins Ziel bringt.
Mit 4,3 von 5 ist sie die Empfehlung für Barsch- und Zanderangler, die das Maximum aus leichtem Baitcast-Gerät holen wollen und den Preis von über 400 € dafür in Kauf nehmen. Die Abzüge betreffen die begrenzte Bremskraft und Schnurfassung sowie den Preis. Wer schnell jiggt, greift zur XG-Version, wer rechts kurbelt, zur Aldebaran DC 30.
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Was bedeutet 31 bei der Shimano Aldebaran DC?
Die Zahl kennzeichnet die Kurbelseite. Die 31 hat die Kurbel links, die 30 rechts. Wer mit der rechten Hand wirft und die Rute danach in die linke Hand wechselt, kurbelt mit rechts und braucht die 30. Wer die Rute in der Wurfhand behält, kurbelt mit links und braucht die 31, so wie es viele Spinnangler von der Stationärrolle gewohnt sind.
Wie funktioniert die I-DC5-Bremse der Aldebaran DC?
Ein Mikrocomputer misst während des Wurfs die Drehzahl der Spule und regelt die Bremskraft laut Shimano in Tausendstelsekunden nach. Du wählst innen einen von drei Modi (L, M, H) passend zur Schnur und stellst außen eine von fünf Stufen passend zu Köder und Wind ein. Die Elektronik verhindert, dass die Spule schneller dreht, als die Schnur abfliegt.
Braucht die Aldebaran DC eine Batterie?
Nein. Wie alle Shimano-DC-Rollen erzeugt die Aldebaran DC ihren Strom beim Wurf selbst: Die drehende Spule treibt einen kleinen Generator an, der die Steuerelektronik versorgt. Laden oder Batteriewechsel gibt es nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Aldebaran DC HG und XG?
Die HG hat eine Übersetzung von 7,8:1 und holt 73 cm pro Kurbelumdrehung ein, die XG 8,9:1 und 84 cm. Die HG passt zu Crankbaits, Spinnerbaits und Swimbaits, die du gleichmäßig führst. Die XG passt zu Jig- und Texas-Rig-Techniken, bei denen du nach dem Biss schnell Schnur aufnehmen musst.
Wie schwer ist die Shimano Aldebaran DC?
Laut Shimano 150 g. Das ist für eine Baitcastrolle mit elektronischer Bremse sehr leicht, die Shimano SLX DC 151 XG wiegt 215 g. Möglich machen das der Rahmen aus Magnesium, die Seitenplatte aus Ci4+ und die kleine 30-mm-Spule aus der MagnumLite-IV-Reihe.
Welche Köder kann ich mit der Aldebaran DC werfen?
Händler nennen einen Bereich von rund 3 bis 25 g. Die kleine 30-mm-Spule läuft schon bei leichten Ködern an, das Optimum liegt bei Gummifischen am Jigkopf, kleinen Crankbaits und Spinnerbaits zwischen 7 und 20 g. Für schwere Swimbaits und Jerkbaits über 40 g ist eine größere Rolle wie eine Revo Beast oder Tranx passender.
Ist die Aldebaran DC für Hecht geeignet?
Für Barsch und Zander ist sie ideal, für kleinere Hechte mit mittleren Ködern funktioniert sie ebenfalls. Mit 4 kg Bremskraft und 120 m PE 1,5 ist bei großen Hechten, schweren Big Baits und dickem Stahlvorfach aber die Grenze erreicht. Dafür sind Rollen mit mehr Bremskraft und größerer Spule gebaut.
Was ist neu an der Aldebaran DC von 2025?
Sie ist die erste Aldebaran mit DC-Bremse und laut japanischen Quellen das erste neue Allround-Modell der Aldebaran-Reihe seit rund sieben Jahren. Die Vorgänger Aldebaran MGL und BFS arbeiteten mit mechanischen Wurfbremsen. Die DC-Version kombiniert das Leichtbaukonzept der Reihe mit der I-DC5-Elektronik.
Welche Schnur passt auf die Aldebaran DC 31 HG?
Laut Datenblatt fasst die Spule 185 m PE 1, 120 m PE 1,5 oder 90 m PE 2 geflochtene Schnur. Bei Nylon sind es 100 m in 8 lb, 80 m in 10 lb oder 65 m in 12 lb. Wähle am inneren Modus-Schalter die Einstellung passend zur Schnur, dann arbeitet die DC-Bremse im richtigen Bereich.