Technische Daten
| Modell | Curado Spinning 72MH (Artikelcode CDS72MH2EUA) |
|---|---|
| Länge | 2,18 m (7'2") |
| Wurfgewicht | 7 bis 21 g (ein Händler listet abweichend 7 bis 15 g) |
| Gewicht | 105 g |
| Teile | 2 (Steckrute) |
| Transportlänge | 123 cm |
| Ringe | 9 Stück, Fuji K-Bauform mit FazLite-Einlagen |
| Blank | Vollcarbon mit Hi-Power-X-Verstärkung |
| Aktion | Fast (spitzenbetont) |
|---|---|
| Rollenhalter | Shimano Custom Ci4+ |
| Griff | Geteilter EVA-Griff (Split Grip) |
| Kraftklasse | MH (Medium Heavy) |
| Serie | Curado mit Spinning- und Casting-Ruten von 2,13 m bis 2,18 m |
| Spinning-Varianten | 2-10 g, 4-12 g, 5-15 g (je 2,13 m) und 7-21 g (2,18 m), jeweils ein- und zweiteilig |
| Passende Rollengröße | 2500 bis 3000 |
| EAN | 8717009859967 |
Angaben laut Hersteller-Datenblatt und Händlerlistung, Abweichungen sind in der Tabelle vermerkt.
Unsere Einordnung
Das spricht dafür
- 105 g auf 2,18 m sind ein sehr guter Wert und der Grund, warum sich die Rute über Stunden führen lässt
- Fuji-K-Ringe sind die Bauform, bei der eine lose Schnurschlaufe über den geneigten Steg abgleitet statt sich zu verhaken
- Das Wurfgewichtsfenster von 7 bis 21 g deckt Barsch, Zander und mittlere Hechtköder in einer Rute ab
- Der Ci4+-Rollenhalter spart Gewicht an der Stelle, an der es den Balancepunkt am stärksten verschiebt
- 123 cm Transportlänge passen quer in fast jeden Kofferraum
- Zwei Händler rufen denselben Preis auf, das macht den Kauf einfach
Das spricht dagegen
- Beim Wurfgewicht widersprechen sich die Listungen: 7 bis 21 g nennen Hersteller-Modellcode und die meisten Händler, ein Händler führt 7 bis 15 g
- FazLite ist Shimanos Einstiegs-Ringeinlage und steht unter Alconite und SiC, bei viel geflochtener Schnur ist das der erste Verschleißpunkt
- Shimano weist für die zweiteiligen Varianten kein Gewicht aus, die 105 g stammen aus Händlerlistungen
- Mit 2,18 m ist die Rute fürs Uferangeln auf große Distanz kurz, oberhalb von 35 m Wurfweite fehlt Kontakt
Die Curado ist bei Shimano seit Jahrzehnten der Name für Baitcast-Technik, und die Rutenserie gleichen Namens überträgt diesen Anspruch auf eine Preisklasse um 130 €. Die Spinning 72MH ist darin das kräftigste Modell: 2,18 m Länge, 7 bis 21 g Wurfgewicht, 105 g Eigengewicht, Fuji-K-Ringe und ein Blank mit Hi-Power-X-Verstärkung, aktuell ab 129,99 €. Diese Rezension ordnet sie datenbasiert ein, anhand von Shimano-Angaben, Händlerdatenblättern und dem Vergleich mit Ruten derselben Klasse.
Die Auslegung: 2,18 m mit 7 bis 21 g
Innerhalb der Curado-Reihe ist die 72MH die Ausnahme. Alle anderen Spinning-Modelle messen 2,13 m und tragen zwischen 2 und 15 g. Die 72MH kommt fünf Zentimeter länger und schluckt sechs Gramm mehr an der Obergrenze. Das macht sie zur einzigen Rute der Serie, die über den Barschbereich hinausreicht.
Das Fenster von 7 bis 21 g ist im deutschen Raubfischangeln die vielleicht verbreitetste Auslegung, und das aus gutem Grund:
| Köder | Gesamtgewicht | passt? |
|---|---|---|
| Gummifisch 8 cm am 7-g-Kopf | rund 11 g | ja, Arbeitsbereich |
| Gummifisch 10 cm am 10-g-Kopf | rund 16 g | ja, Arbeitsbereich |
| Gummifisch 12 cm am 14-g-Kopf | rund 22 g | oberes Ende |
| Wobbler 9 bis 12 cm | 10 bis 20 g | ja |
| Spinner Größe 3 bis 4 | 7 bis 12 g | ja |
| Chatterbait 14 g | rund 17 g | ja |
| Gummifisch 15 cm am 20-g-Kopf | rund 32 g | zu schwer |
Damit deckt eine einzige Rute den Weg vom Barsch über den Zander bis zum mittleren Hecht ab. Wer nur eine Spinnrute besitzen will, landet fast zwangsläufig bei dieser Klasse.
Hi-Power X: was die Wicklung leistet
Shimano baut den Blank aus Vollcarbon und legt darüber eine Verstärkung, die die Marke Hi-Power X nennt. Technisch handelt es sich um Carbonband, das diagonal um den Blank gewickelt wird, sodass sich überkreuzende X-Formen ergeben.
Der Zweck ist die Kontrolle der Torsion. Ein Rutenblank ist ein Rohr, und ein Rohr verdreht sich unter seitlicher Last. Beim Wurf tritt diese Last auf, sobald der Köder nicht exakt in der Blankachse beschleunigt wird, was in der Praxis fast immer der Fall ist. Verdreht sich der Blank, wandert ein Teil der eingesetzten Kraft in diese Drehbewegung, statt den Köder zu beschleunigen. Das kostet Weite und Präzision.
Beim Anhieb wiederholt sich das Problem in umgekehrter Richtung: Kraft, die in Torsion verpufft, kommt nicht am Haken an. Die diagonale Deckwicklung wirkt genau dagegen, weil ihre Fasern quer zur Drehrichtung liegen.
Der zweite Effekt betrifft das Gewicht. Ein Blank, der durch die Deckwicklung stabiler ist, kann dünnwandiger ausfallen. Die 105 g der 72MH sind zum Teil das Ergebnis dieser Bauweise.
Die Ringe: Fuji-K mit FazLite
Bei der Beringung geht Shimano einen bemerkenswerten Weg für diese Preisklasse: Fuji-Rahmen in K-Bauform, bestückt mit FazLite-Einlagen.
Die K-Bauform ist die eigentliche Nachricht. Der Rahmen ist nach vorn geneigt und trägt einen Steg, an dem eine lose Schnurschlaufe abgleitet, statt sich festzusetzen. Wer mit geflochtener Schnur fischt, kennt das Szenario: Bei Gegenwind legt sich eine Schlaufe um den zweiten oder dritten Ring, der Wurf blockiert schlagartig, und im besten Fall reißt nur der Köder ab. Die K-Geometrie ist die konstruktive Antwort darauf und in dieser Preisklasse keineswegs Standard.
Bei der Einlage bleibt Shimano dagegen im Einstiegsbereich. FazLite ist die hauseigene Einlage unterhalb von Alconite und deutlich unterhalb von SiC. Sie ist härter und leichter als einfaches Aluminiumoxid und für den normalen Einsatz ausreichend. Wer viele hundert Angelstunden mit geflochtener Schnur ansammelt, wird an den Ringen zuerst Verschleiß sehen.
Neun Ringe auf 2,18 m sind eine dichte Bestückung. Sie verteilt die Last gleichmäßiger über den Blank, was der Aktion zugutekommt.
Rollenhalter und Griff: wo Shimano Gewicht spart
Der Rollenhalter ist ein Shimano Custom Ci4+. Ci4+ ist ein carbonverstärkter Kunststoff, den Shimano auch für Rollengehäuse einsetzt. An dieser Stelle ist der Materialeinsatz besonders wirksam, weil der Rollenhalter dort sitzt, wo der Schwerpunkt der ganzen Kombination entsteht. Jedes Gramm, das hier fehlt, verschiebt den Balancepunkt nach vorn und lässt die Rute in der Hand leichter wirken, als sie auf der Waage ist.
Der Griff ist ein geteilter EVA-Griff. Die Teilung spart Material zwischen Rollenhalter und Griffende, EVA nimmt kein Wasser auf und bleibt bei Nässe griffig. Für eine Rute, die viel bewegt wird, ist das die pflegeleichtere Lösung gegenüber Kork.
Der Widerspruch beim Wurfgewicht
Beim Wurfgewicht der 72MH stehen zwei Zahlen im Markt. Die meisten Listungen nennen 7 bis 21 g, ein Händler führt 7 bis 15 g.
Für 7 bis 21 g spricht die Modellbezeichnung selbst. MH steht für Medium Heavy und liegt über dem M-Modell, das mit 5 bis 15 g ausgewiesen ist. Ein MH-Modell mit demselben oberen Wert wie das M-Modell wäre in Shimanos eigener Systematik ohne Sinn. Dazu passt die angloamerikanische Angabe von 1/4 bis 3/4 oz, die umgerechnet 7 bis 21 g ergibt.
Wir gehen deshalb von 7 bis 21 g aus und führen die abweichende Angabe mit. Falls du an der Grenze fischst, lohnt der Blick auf die konkrete Listung beim Händler deiner Wahl.
Die Serie im Überblick
Shimano baut die Curado in Spinning- und Casting-Ausführungen. Die Spinning-Modelle:
| Modell | Länge | Wurfgewicht | Teile | Transportlänge | Ringe |
|---|---|---|---|---|---|
| CDS70L2EUA | 2,13 m | 2-10 g | 2 | 110 cm | 9 |
| CDS70ML2EUA | 2,13 m | 4-12 g | 2 | 110 cm | 9 |
| CDS70M2EUA | 2,13 m | 5-15 g | 2 | 111 cm | 9 |
| CDS72MH2EUA | 2,18 m | 7-21 g | 2 | 123 cm | 9 |
Die drei kürzeren Modelle gibt es zusätzlich als einteilige Varianten mit 102 bis 105 g Gewicht. Auf der Casting-Seite führt Shimano unter anderem eine BFS-Rute mit 5 bis 15 g für sehr leichte Baitcast-Angelei, ein 10-21-g-Modell und eine 14-28-g-Ausführung. Welche Baitcastrollen dazu passen, steht in unserem Vergleich der Baitcast-Rollen.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Länge | Wurfgewicht | Gewicht | Ringe | Preisniveau |
|---|---|---|---|---|---|
| Shimano Curado Spinning 72MH | 2,18 m | 7-21 g | 105 g | 9 × Fuji K, FazLite | ab rund 130 € |
| Savage Gear Parabellum CCS 2,46 m | 2,46 m | 7-21 g | 116 g | 13 × SiN | ab rund 70 € |
| Shimano Catana EX Spin 240ML | 2,40 m | 7-21 g | keine Angabe | Hartchrom | ab rund 32 € |
| Sportex Jig-Xpert Barsch JX2100 | 2,13 m | 3-15 g | 109 g | 8 × SIC im KL/KT-Style | ab rund 139 € |
| Abu Garcia Vendetta V3 802M | 2,44 m | 10-30 g | keine Angabe | LS-Zirkonium | ab rund 45 € |
Drei Ruten dieser Auswahl tragen dasselbe Wurfgewichtsfenster, unterscheiden sich aber deutlich in Länge und Ausstattung. Die Curado ist die kürzeste und die leichteste von ihnen, und sie ist die einzige mit Fuji-Rahmen. Die Parabellum bietet für die Hälfte des Preises mehr Länge und mehr Ringe, dafür ohne Fuji-Bauteile. Die Catana ist die Einsteigerrute, bei der Ringe und Rollenhalter sichtbar günstiger ausfallen.
Für wen sich die Curado Spinning 72MH lohnt
Sie lohnt sich für Angler, die eine vielseitige Spinnrute für den Nah- und Mittelbereich suchen und dabei auf Gewicht achten. 105 g bei 2,18 m Länge sind der Wert, der sich beim aktiven Twitchen und beim Jiggen über Stunden auszahlt. Die Fuji-K-Ringe sind das Bauteil, das bei geflochtener Schnur die meisten Ärgernisse verhindert.
Weniger passend ist sie für zwei Gruppen. Wer vom Ufer auf große Distanz wirft, ist mit 2,18 m unterversorgt, dort hilft nur Länge. Und wer gezielt große Hechtköder fischt, stößt bei 21 g an die Grenze, dafür sind Ruten ab 40 g Wurfgewicht gebaut.
Einordnung: Fuji-Ringe und Leichtbau für 130 €
Datenbasiert betrachtet ist die Curado Spinning 72MH eine gut abgestimmte Allround-Spinnrute. 105 g auf 2,18 m, ein Ci4+-Rollenhalter und neun Fuji-K-Ringe sind eine Ausstattung, die man in dieser Preisklasse selten vollständig bekommt. Der Blank mit Hi-Power-X-Wicklung liefert die Torsionssteifigkeit, die eine spitzenbetonte Aktion braucht. Abstriche gibt es bei der FazLite-Einlage, die unter Alconite und SiC liegt, und bei der Datenlage: Shimano weist für die zweiteiligen Modelle kein Gewicht aus, und beim Wurfgewicht widersprechen sich die Händler. Mit 4,4 von 5 ist sie eine klare Empfehlung für alle, die eine leichte, vielseitige Spinnrute mit ordentlichen Komponenten suchen.
Ähnliche Spinnruten in dieser Preisklasse
Alle Spinnruten im Ranking →Häufige Fragen
Für welche Angelei ist die Shimano Curado Spinning 72MH gebaut?
Für vielseitiges Spinnfischen auf Barsch, Zander und mittlere Hechte. Das Fenster von 7 bis 21 g deckt Gummifische von 8 bis 12 cm an leichten Jigköpfen, Wobbler bis etwa 12 cm, Spinner und Chatterbaits ab. Mit 2,18 m Länge und Fast-Aktion ist sie auf aktives Führen im Nah- und Mittelbereich ausgelegt.
Was bedeutet 72MH bei Shimano?
Die Zahl gibt die Länge in Fuß und Zoll an: 7'2" entsprechen 2,18 m. MH steht für Medium Heavy und beschreibt die Kraftklasse des Blanks. In der Curado-Serie gibt es darunter L (Light, 2-10 g), ML (Medium Light, 4-12 g) und M (Medium, 5-15 g), jeweils auf 2,13 m Länge.
Wie schwer ist die Curado Spinning 72MH?
Händlerlistungen nennen 105 g. Shimano selbst weist für die zweiteiligen Modelle kein Gewicht aus, gibt für die einteiligen 2,13-m-Varianten aber 102 bis 105 g an. Da eine Steckverbindung Material und damit Gewicht hinzufügt, ist 105 g für die längere zweiteilige Rute ein plausibler, aber nicht vom Hersteller bestätigter Wert.
Was ist Hi-Power X?
Eine Verstärkung der äußersten Blanklage. Shimano wickelt dafür Carbonband diagonal um den Blank, sodass sich überkreuzende X-Formen ergeben. Diese Wicklung arbeitet gegen das Verdrehen des Blanks unter seitlicher Last. Ein Blank, der sich beim Wurf oder beim Anhieb aufdreht, verliert Kraft in dieser Drehbewegung und wirft ungenauer.
Was sind Fuji-K-Ringe mit FazLite-Einlagen?
K bezeichnet die Rahmenform: nach vorn geneigt, mit einem Steg, an dem eine lose Schnurschlaufe abgleitet statt sich festzusetzen. Bei geflochtener Schnur verhindert das den klassischen Wurfabriss. FazLite ist Shimanos eigene Einlage im Einstiegsbereich. Sie liegt unter Alconite und SiC, ist aber härter und leichter als reines Aluminiumoxid.
Welche Rolle passt zur Curado Spinning 72MH?
Eine Stationärrolle der Größe 2500 bis 3000 mit rund 200 bis 240 g Eigengewicht. Bei 105 g Rutengewicht kippt der Schwerpunkt mit einer schweren Rolle hinter den Rollenfuß, was beim aktiven Führen ermüdet. Der leichte Ci4+-Rollenhalter arbeitet dieser Tendenz entgegen.
Curado Spinning oder Curado Casting: was ist der Unterschied?
Die Spinning-Modelle sind für Stationärrollen gebaut, die Ringe zeigen nach unten. Die Casting-Modelle haben Ringe nach oben, einen Trigger am Rollenhalter und sind für Baitcastrollen ausgelegt. Shimano führt in der Curado-Serie beide Bauarten, darunter eine BFS-Variante mit 5 bis 15 g für sehr leichte Baitcast-Angelei.
Warum nennen Händler unterschiedliche Wurfgewichte?
Für die 72MH stehen zwei Angaben im Markt: 7 bis 21 g und 7 bis 15 g. Der Modellcode MH (Medium Heavy) und die Mehrheit der Listungen sprechen für 7 bis 21 g, auch Shimanos Umrechnung 1/4 bis 3/4 oz führt auf diesen Wert. Wir gehen von 7 bis 21 g aus und führen die abweichende Angabe mit.
Welche Schnur gehört auf diese Rute?
Geflochtene Schnur zwischen 0,10 und 0,14 mm. Sie überträgt die Bewegung ungedehnt an die Spitze, worauf eine Fast-Aktion ausgelegt ist. Dazu kommt ein Fluorocarbon-Vorfach von 0,26 bis 0,35 mm. Wo Hechte mitfangen können, gehört ein dünnes Titan- oder Stahlvorfach davor, weil ein 10-cm-Gummifisch regelmäßig auch Hechte reizt.
Taugt die Curado Spinning 72MH zum Hechtangeln?
Für Hechte mit Ködern bis etwa 12 cm ja. Bei 21 g Obergrenze ist die Grenze allerdings schnell erreicht: Ein 15-cm-Gummifisch am 20-g-Kopf liegt bereits deutlich darüber. Für gezieltes Hechtangeln mit großen Ködern brauchst du eine Rute mit 40 g Wurfgewicht aufwärts, die Curado ist die vielseitige Rute für kleinere und mittlere Köder.