Du willst in Sachsen den Angelschein machen und fragst dich, was in der Prüfung eigentlich drankommt? Gute Nachricht: Sachsen legt alle Prüfungsfragen offen. Du kannst den kompletten Katalog kostenlos herunterladen und sogar eine offizielle Testprüfung durchspielen. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie der Fragenkatalog aufgebaut ist, wie die Prüfung abläuft und welcher Weg der Vorbereitung zu dir passt.
Das Wichtigste in Kürze
- Fragenkatalog: 1.027 offizielle Fragen in 5 Sachgebieten, kostenlos als PDF beim LfULG (Stand 06/2025).
- Prüfung: 60 Fragen (je 12 pro Sachgebiet), 90 Minuten, am Computer in einem DEKRA-Prüfungslokal.
- Bestehen: mindestens 45 von 60 richtig und mindestens 8 richtige je Sachgebiet.
- Vorbereitung: 30-Stunden-Lehrgang ist Pflicht; der Theorieteil darf als Onlinekurs laufen.
- Kosten: 30 € Prüfung + 42 € Fischereischein auf Lebenszeit, dazu der Kurs (ca. 100–250 €).
Der offizielle Fragenkatalog: 1.027 Fragen in 5 Sachgebieten
Grundlage der sächsischen Fischerprüfung ist der Fragenkatalog des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), der einheitlichen Fischereibehörde des Freistaats. Der Katalog umfasst im Bearbeitungsstand 06/2025 genau 1.027 Fragen und ist auf der Lehrgangs- und Prüfungsseite des LfULG kostenlos abrufbar, aufgeteilt in fünf PDF-Dateien:
| Sachgebiet | Fragen im Katalog | Fragen in der Prüfung |
|---|---|---|
| 1 – Allgemeine Fischkunde | 218 | 12 |
| 2 – Spezielle Fischkunde | 219 | 12 |
| 3 – Gewässerkunde | 187 | 12 |
| 4 – Gerätekunde | 164 | 12 |
| 5 – Gesetzeskunde | 239 | 12 |
| Gesamt | 1.027 | 60 |

Jede Frage ist als Auswahlfrage mit drei Antwortmöglichkeiten aufgebaut. Weil die Prüfungsfragen wörtlich aus diesem Katalog gezogen werden, lernst du hier ohne Umwege am Original. Zusätzlich stellt der Freistaat eine offizielle Online-Testprüfung bereit, die den Ernstfall mit 60 zufällig gezogenen Fragen simuliert.
So läuft die Fischerprüfung in Sachsen ab
Die Prüfung ist in der Sächsischen Fischereiverordnung geregelt (§§ 22 und 23 SächsFischVO) und läuft computerbasiert in Prüfungslokalen der DEKRA in Sachsen. Nach der Anmeldung lädt dich die Fischereibehörde schriftlich mit Termin und Ort ein, feste öffentliche Sammeltermine gibt es dafür nicht.
Der Ablauf im Detail:
- 60 Fragen, je 12 aus jedem der fünf Sachgebiete, zufällig aus dem Katalog gezogen
- 90 Minuten Zeit, das sind rechnerisch anderthalb Minuten pro Frage
- Beantwortung am Computer durch Ankreuzen der richtigen Auswahlantwort
- Das Ergebnis wird direkt nach der Prüfung ausgedruckt, du weißt also sofort Bescheid
Eine praktische oder mündliche Prüfung gibt es in Sachsen nicht. Der praktische Teil (Gerätezusammenstellung, Umgang mit gefangenen Fischen) gehört zum Vorbereitungslehrgang und wird dort vermittelt.
Bestehensgrenze: die 8-je-Sachgebiet-Regel beachten
Bestanden hast du nach § 28 SächsFischVO mit mindestens 45 von 60 richtigen Antworten. Es gilt aber eine zweite Hürde, die viele unterschätzen: Du brauchst außerdem mindestens 8 richtige Antworten in jedem einzelnen Sachgebiet.
Ein Rechenbeispiel: 50 von 60 richtig klingt komfortabel. Stammen die 10 Fehler aber alle aus der Gerätekunde (nur 2 von 12 richtig), bist du durchgefallen. Die Konsequenz fürs Lernen: Alle fünf Sachgebiete gleichmäßig vorbereiten und Schwächen gezielt ausbügeln, statt Lieblingsthemen zu perfektionieren.
Online-Prüfung oder Präsenz: was in Sachsen wirklich erlaubt ist
Rund um den „Angelschein online” herrscht oft Verwirrung. Für Sachsen gilt die klare Trennung:
- Die Prüfung selbst ist immer Präsenz. Du legst sie am Computer in einem DEKRA-Prüfungslokal ab. Eine Heimprüfung übers Internet existiert in Sachsen nicht.
- Der Vorbereitungslehrgang darf online laufen. § 25 SächsFischVO erlaubt ausdrücklich, den theoretischen Teil des Lehrgangs „auch in Online-Kursen” durchzuführen. Diese Regelung steht dauerhaft in der Verordnung von 2022.
Praktisch heißt das: Du kannst die 30 Theoriestunden bequem per App und Video absolvieren, etwa über den vom LfULG zugelassenen Onlinekurs von Fishing King (in Kooperation mit dem Anglerverband Leipzig, 179 € plus 70 € für den verpflichtenden Praxistag in Präsenz). Klassische Präsenzkurse der Anglerverbände und Angelschulen bleiben natürlich der bewährte Weg, wenn du direkten Draht zum Ausbilder willst; preislich liegen sie grob bei 100 bis 250 €.
Voraussetzungen und Anmeldung
Für die Zulassung zur Fischerprüfung in Sachsen gilt (§§ 21 SächsFischG, 24 f. SächsFischVO):
- Mindestalter 14 Jahre für die Prüfungsteilnahme
- Teilnahme am 30-stündigen Vorbereitungslehrgang (Theorie + praktische Einweisung)
- Ausnahme: Wer einen gültigen Jugendfischereischein besitzt und seit mindestens 2 Jahren Mitglied in einem Angelverein ist, darf ohne Lehrgang antreten; die Anmeldung muss vor dem 16. Geburtstag erfolgen
Die Anmeldung läuft angenehm unbürokratisch über deinen Lehrgangsleiter: Er reicht deinen Antrag ein und meldet dich nach absolvierten 30 Stunden zur Prüfung an. Danach bekommst du von der Fischereibehörde die schriftliche Einladung mit Termin und Prüfungsort. Nach bestandener Prüfung beantragst du mit dem Zeugnis den Fischereischein beim LfULG (Lichtbild 45 × 35 mm, Kopie des Ausweises, Bearbeitung etwa 4 Wochen).
Was der Angelschein in Sachsen kostet
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Vorbereitungslehrgang (Präsenz, je nach Anbieter) | ca. 100–250 € |
| Onlinekurs Fishing King + Pflicht-Praxistag | 179 € + 70 € |
| Prüfungsgebühr | 30 € |
| Fischereischein auf Lebenszeit | einmalig 42 € |
| Jugendfischereischein (9–16 Jahre, ohne Prüfung) | 9 € |
Der große Vorteil gegenüber vielen anderen Bundesländern: Der sächsische Fischereischein gilt auf Lebenszeit, ohne jährliche Verlängerung und ohne separate Fischereiabgabe. Einmal bezahlt, hast du Ruhe. Wie die Laufzeiten in anderen Ländern geregelt sind, zeigt der Überblick zur Gültigkeit des Angelscheins, und was etwa Niedersachsen verlangt, liest du im Vergleich zu den Angelschein-Kosten in Niedersachsen.
So lernst du die Prüfungsfragen am effizientesten
Weil Sachsen wörtlich aus dem offenen Katalog prüft, ist die Strategie klar:
- Katalog herunterladen und zuerst komplett überfliegen, um ein Gefühl für Fragestil und Themen zu bekommen.
- Sachgebiet für Sachgebiet lernen, beginnend mit der Gesetzeskunde: Sie ist mit 239 Fragen der größte Block und enthält viel sächsisches Landesrecht, das du nirgendwo anders aufschnappst.
- Die 8-je-Gebiet-Regel ernst nehmen: Miss dich in jedem Sachgebiet einzeln. Erst wenn du überall stabil über 10 von 12 liegst, bist du prüfungssicher.
- Die offizielle Online-Testprüfung mehrfach durchspielen, am besten unter Zeitdruck. 90 Minuten sind großzügig, mit Übung brauchst du meist deutlich weniger.
- Im Lehrgang gezielt Fragen stellen, vor allem zur praktischen Gerätekunde, die sich aus PDFs allein schlecht erschließt.
Fazit: transparente Prüfung mit klarem Fahrplan
Sachsen macht dir den Einstieg leicht: offener Fragenkatalog mit 1.027 Fragen, eine offizielle Testprüfung zum Üben und die Möglichkeit, die Theorie komplett online zu absolvieren. Mit gleichmäßiger Vorbereitung über alle fünf Sachgebiete ist die Hürde von 45 richtigen Antworten gut zu schaffen, und am Ende steht ein Fischereischein, der ein Leben lang gilt. Ob du überhaupt einen Schein brauchst und welche Ausnahmen es gibt, klärt der Grundlagen-Artikel Braucht man einen Angelschein?
Häufige Fragen
Wie viele Prüfungsfragen gibt es für den Angelschein in Sachsen?
Der offizielle Fragenkatalog des LfULG umfasst 1.027 Fragen (Bearbeitungsstand 06/2025), verteilt auf fünf Sachgebiete: Allgemeine Fischkunde (218), Spezielle Fischkunde (219), Gewässerkunde (187), Gerätekunde (164) und Gesetzeskunde (239). In der Prüfung selbst beantwortest du 60 Fragen, je 12 aus jedem Sachgebiet.
Wie viele Fragen muss ich in der Fischerprüfung Sachsen richtig beantworten?
Bestanden hast du mit mindestens 45 von 60 richtigen Antworten. Zusätzlich musst du in jedem der fünf Sachgebiete mindestens 8 von 12 Fragen richtig haben. Ein einziges vernachlässigtes Sachgebiet kann dich also durchfallen lassen, auch wenn die Gesamtzahl stimmt.
Kann ich die Fischerprüfung in Sachsen online von zuhause machen?
Die Prüfung selbst legst du immer vor Ort ab: computerbasiert in einem Prüfungslokal der DEKRA in Sachsen. Online erlaubt ist der theoretische Teil des Vorbereitungslehrgangs (§ 25 SächsFischVO), etwa über den zugelassenen Onlinekurs von Fishing King. Dazu gehört ein verpflichtender Praxistag in Präsenz.
Wo finde ich die offiziellen Prüfungsfragen für Sachsen?
Das LfULG stellt den kompletten Fragenkatalog kostenlos als PDF-Dateien auf fischerei.sachsen.de bereit, getrennt nach den fünf Sachgebieten. Zusätzlich bietet der Freistaat eine offizielle Online-Testprüfung an, mit der du den Prüfungsmodus mit 60 zufälligen Fragen durchspielen kannst.
Was kostet der Angelschein in Sachsen insgesamt?
Die Prüfungsgebühr liegt bei 30 €, der Fischereischein auf Lebenszeit kostet einmalig 42 €. Dazu kommt der Pflicht-Vorbereitungslehrgang: Präsenzkurse kosten je nach Anbieter grob 100 bis 250 €, der Onlinekurs von Fishing King 179 € plus 70 € für den Praxistag. Realistisch landest du gesamt bei etwa 200 bis 320 €.
Wie lange ist der Fischereischein in Sachsen gültig?
Der sächsische Fischereischein gilt auf Lebenszeit. Du zahlst einmalig 42 € Ausstellungsgebühr, eine jährliche Verlängerung oder eine zusätzliche Fischereiabgabe gibt es in Sachsen für diesen Schein nicht.
Ab welchem Alter kann man in Sachsen den Angelschein machen?
Zur Fischerprüfung kannst du dich ab 14 Jahren anmelden. Kinder und Jugendliche von 9 bis 16 Jahren können ohne Prüfung den Jugendfischereischein für 9 € bekommen. Damit angeln sie in Begleitung eines volljährigen Fischereischeininhabers, bei mindestens einjähriger Vereinsmitgliedschaft auch allein.
Muss ich für die Prüfung in Sachsen einen Kurs besuchen?
Ja, die Zulassung zur Prüfung setzt einen Vorbereitungslehrgang von 30 Stunden voraus. Eine Ausnahme gilt für Inhaber eines gültigen Jugendfischereischeins, die seit mindestens zwei Jahren Mitglied in einem Angelverein sind: Sie können ohne Lehrgang zur Prüfung.