Technische Daten
| Modell | Savage Gear Fat Tail Spin 6,5 cm, hier in der Farbe Perch |
|---|---|
| Ködertyp | Tail-Spinner (Jig Spinner) mit Heckblatt |
| Länge | 6,5 cm |
| Gewicht | 16 g |
| Sinkverhalten | sinkend, im Handel als „S“ geführt |
| Größen der Bleiversion | 5,5 cm/9 g · 6,5 cm/16 g · 8 cm/24 g |
| Größen der NL-Version | 5,5 cm/6,5 g · 6,5 cm/12,5 g (bleifrei) |
| Material NL-Version | Zinklegierung statt Blei |
| Blatt | Colorado-Blatt am Heck |
| Blattanbindung | Kugellagerwirbel, Blatt dreht frei |
| Körperform | Shad-Profil mit Schuppenstruktur und geformten Kiemenspalten |
| Augen | 3D-Augen |
|---|---|
| Haken | Drilling aus High-Carbon-Stahl, am Bauch montiert |
| Anzahl Drillinge | einer |
| Geräusch | Vibration und Blitz über das drehende Blatt, dazu ein interner Reiz laut Händlerangabe |
| Zielfische laut Hersteller | Barsch, Rapfen, Forelle, Hecht und Wolfsbarsch |
| Einsatzbereich | Süßwasser und Küste |
| Führungstechniken | gerades Einholen, Lift-and-Drop, vertikal |
| Farben | u. a. Perch, Ayu, Blue Silver, Blue Silver Pink, Dirty Roach, Dirty Silver, Firetiger, White Silver, Black Magic, Lemon Back Flash |
| Hersteller | Savage Gear (Svendsen Sport) |
| EAN (6,5 cm, Perch) | 5706301717665 |
| Herstellernummer | SVS71766 |
Angaben laut Hersteller-Datenblatt und Händlerlistung, Abweichungen sind in der Tabelle vermerkt.
Unsere Einordnung
Das spricht dafür
- Das Blatt dreht bereits während der Absinkphase, der Köder arbeitet also auch dann, wenn du gar nichts tust
- 16 g auf 6,5 cm ergeben ein kompaktes Wurfgeschoss, mit dem du auch bei Gegenwind Fläche abdeckst
- Der Kugellagerwirbel hält das Blatt bei jeder Einholgeschwindigkeit in Bewegung
- Die NL-Version bietet dieselbe Bauform bleifrei und ist damit auf die kommende EU-Regelung vorbereitet
- Sehr breites Einsatzfenster: gerade einholen, Lift-and-Drop oder vertikal unter dem Boot
- Ab rund 5,50 € liegt er preislich auf dem Niveau eines einfachen Spinners
Das spricht dagegen
- Nur ein Bauchdrilling: kurz attackierende Barsche erwischen häufig das Blatt und bleiben hängenlos
- Das frei drehende Blatt verdrallt die Schnur, ohne vorgeschalteten Wirbel wird das nach einigen Würfen spürbar
- Der offene Drilling macht den Köder in Kraut und Totholz hängeranfällig
- Savage Gear weist keine Sinkrate aus, die Absinkzeit je Meter musst du selbst auszählen
- Die NL-Version wiegt bei gleicher Länge rund 22 Prozent weniger und wirft sich entsprechend kürzer
Die meisten Köder ruhen sich in der Absinkphase aus. Der Savage Gear Fat Tail Spin arbeitet genau dort weiter: Am Heck sitzt ein Colorado-Blatt an einem Kugellagerwirbel, und das dreht sich auch dann, wenn der Köder einfach nur nach unten fällt. Preislich liegt er bei 5,98 €. Diese Rezension ordnet ihn anhand der Hersteller- und Händlerangaben sowie der Bauform ein.
Wie ein Tail-Spinner arbeitet
Ein Tail-Spinner trägt sein Spinnerblatt hinter dem Körper. Das klingt nach einem Detail, verändert aber die gesamte Funktionsweise gegenüber einem klassischen Spinner oder einem Spinnerbait, bei dem das Blatt über oder vor dem Köder läuft.
Der Unterschied entsteht in der Fallphase. Ein Spinnerbait sinkt mit stehendem Blatt nach unten, weil der Anströmwinkel fehlt. Beim Tail-Spinner zieht der fallende Körper das Blatt hinter sich her, der Anströmwinkel bleibt erhalten, und das Blatt rotiert weiter. Für dich heißt das: Der Köder sendet permanent, vom Aufprall bis zum Grundkontakt.
Der Körper des Fat Tail Spin hat ein Shad-Profil mit Schuppenstruktur, geformten Kiemenspalten und 3D-Augen. Er liefert das optische Beutefisch-Bild, das Blatt liefert den Fernreiz. Savage Gear fasst die Bauweise auf der Produktseite zum Fat Tail Spin zusammen.
Das Colorado-Blatt und warum die Blattform zählt
Savage Gear verbaut ein Colorado-Blatt, also die breite, fast runde Blattform. Bei den drei gängigen Formen verteilen sich die Eigenschaften so:
| Blattform | Drehverhalten | Druckwelle | Blitzwirkung |
|---|---|---|---|
| Colorado (rund) | langsam, weit ausschwingend | stark | mittel |
| Indiana (oval) | mittel | mittel | mittel |
| Willow (schmal) | schnell, eng anliegend | schwach | stark |
Colorado steht damit für maximale Druckwelle bei niedriger Geschwindigkeit. Genau das braucht ein Köder, der in der Fallphase arbeiten soll: Ein Willow-Blatt würde bei langsamem Sinken kaum anlaufen, ein Colorado-Blatt dreht schon bei minimaler Anströmung.
Die Anbindung erfolgt über einen Kugellagerwirbel. Der hält das Blatt auch bei Zugkraft leichtgängig, während ein einfacher Wirbel unter Last bremst. Diesen Vorteil bezahlst du mit einer Eigenschaft, die zur Bauart gehört: Ein frei drehendes Heckblatt überträgt Drall auf die Schnur. Ein Wirbel eine Handbreit vor dem Köder im Vorfach hält das im Griff.
Die Absinkphase ist der Kern
Rechne einmal mit: Bei 16 g auf 6,5 cm Körperlänge sinkt der Fat Tail Spin zügig, in stehendem Wasser grob im Bereich von einem halben bis einem Meter je Sekunde. Savage Gear weist dazu keinen Wert aus, weshalb du am Wasser selbst zählst: Wurf, Aufprall, Sekunden bis zum Durchsacken der Schnur. Diese Zahl ist deine Tiefenkarte für den Rest des Tages.
Die Führung, die daraus folgt, heißt Lift-and-Drop: Rute von zehn auf elf Uhr anheben, dann kontrolliert absinken lassen, Schnur dabei auf leichter Spannung halten. Das Blatt dreht in der Fallphase, der Köder taumelt leicht, und genau dort kommen die Bisse. Wer die Technik von Gummiködern kennt, findet sich sofort zurecht, die Bewegungsfolge entspricht dem Jiggen.
Für Barsch ist das die produktivste Variante, vor allem an tiefen Kanten im Spätherbst, wenn die Fische dicht am Grund stehen und keine weiten Wege mehr machen.
Bleifrei: die NL-Version
Neben der klassischen Bleiversion führt Savage Gear den Fat Tail Spin als NL für „No Lead“. Der Körper besteht dort aus einer Zinklegierung. Weil Zink eine geringere Dichte hat, ändert sich das Gewicht bei gleicher Länge:
| Version | 5,5 cm | 6,5 cm |
|---|---|---|
| klassisch (Blei) | 9 g | 16 g |
| NL (Zink) | 6,5 g | 12,5 g |
Das sind rund 22 bis 28 Prozent weniger Masse, was sich direkt in Wurfweite und Sinkgeschwindigkeit niederschlägt. Die NL-Version fliegt kürzer und fällt langsamer, was in flachem Wasser sogar ein Vorteil sein kann.
Der Hintergrund ist regulatorisch. Der REACH-Ausschuss der EU hat am 29. April 2026 einem Verkaufsverbot für bleihaltige Angelgeräte zugestimmt; künftig sind maximal 1 Gewichtsprozent Blei erlaubt. Für Bleigewichte und Köder bis 50 g gilt nach Inkrafttreten eine Übergangsfrist von drei Jahren, für schwerere Gewichte bis 1 kg fünf Jahre. Betroffen ist der Verkauf, bereits gekaufte Bleie dürfen weiter gefischt werden. Den aktuellen Stand des Verfahrens dokumentiert der Deutsche Angelfischerverband laufend.
Praktisch heißt das: Wer heute Köder nachkauft, bekommt mit der NL-Version dieselbe Bauform in einer Ausführung, die vom kommenden Verkaufsverbot unberührt bleibt.
Der Bauchdrilling: Stärke und Schwäche zugleich
Der Fat Tail Spin trägt einen einzigen Drilling am Bauch, gefertigt aus High-Carbon-Stahl. Diese Bestückung hat zwei Seiten.
Positiv ist die geringe Hängerneigung im Vergleich zu Ködern mit zwei oder drei Drillingen, und das Abhaken geht schnell, was beim Zurücksetzen von Barschen zählt. Negativ ist die Hakrate bei vorsichtigen Fischen: Der Drilling sitzt weit vorn, das Blatt hängt hinten. Ein Barsch, der von hinten am Blatt zupft, bleibt regelmäßig hängenlos.
Zwei Gegenmaßnahmen funktionieren. Entweder du gehst beim Drilling eine Größe hoch, damit die Hakenschenkel weiter nach hinten reichen, oder du verlangsamst das Einholen, sodass die Fische weiter vorn zupacken. Für den Einsatz in Kraut und Totholz bleibt der offene Drilling ein Risiko, dort ist ein weedless montierter Gummifisch die sicherere Wahl.
Rute, Schnur und Vorfach
Für die 16-g-Version passt eine Spinnrute mit 7 bis 28 g Wurfgewicht und eher straffer Spitze. Die Straffheit ist funktional: Beim Anhieb arbeitest du gegen den Wasserwiderstand des Blattes, eine weiche Spitze schluckt einen Teil der Kraft.
An der Schnur macht Geflecht in 0,08 bis 0,12 mm den Unterschied, weil du die Bisse in der Fallphase sonst kaum bemerkst. Davor kommt ein Meter Fluorocarbon in 0,25 bis 0,30 mm und dazwischen der Wirbel gegen den Drall. Sobald Hecht im Spiel ist, gehört Stahl oder Titan ans Ende, die Gründe stehen im Ratgeber Fluorocarbon oder Stahlvorfach.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Länge | Gewicht | Typ | Besonderheit | Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Savage Gear Fat Tail Spin | 6,5 cm | 16 g | Tail-Spinner | Colorado-Blatt dreht in der Fallphase | ab 5,98 € | 4,3 |
| Savage Gear Da Lil Bush | ca. 11 cm | 10 g | Spinnerbait | Willow-Blätter, Zusatzblatt im Lieferumfang | ab 8,95 € | 4,2 |
| Savage Gear Gravity Twitch MR | 9,5 cm | 15 g | Twitchbait | schwebend, hält 1,7 bis 3 m Tiefe | ab 7,28 € | 4,4 |
| Savage Gear Cannibal Shad Kit | 8 und 10 cm | Set | Gummifisch-Set | Jigköpfe und Körper in einer Box | ab 18,37 € | 4,3 |
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Die vier Köder decken dieselbe Situation mit unterschiedlichen Mitteln ab. Das Spinnerbait ist der Krautspezialist und läuft flach. Der Twitchbait hält eine definierte Tiefe und eignet sich für langsames Absuchen. Der Gummifisch am Jigkopf ist am präzisesten in Grundnähe. Der Fat Tail Spin ist der Weitwerfer im Feld und der einzige, der beim Absinken Vibration sendet.
Für wen sich der Fat Tail Spin lohnt
Er passt zu Barsch- und Rapfenanglern, die Fläche schnell abscannen wollen und dabei Wert auf Wurfweite legen. An Kanälen, Talsperren und großen Seen ist er ein starker Suchköder, weil du ihn bei jeder Geschwindigkeit fischen kannst und in der Pause trotzdem Reiz erzeugst. Vertikal unter dem Boot ist er die zweite naheliegende Anwendung.
Weniger passend ist er, wenn du in Kraut, Holz oder Steinpackungen fischst, dort kostet der offene Bauchdrilling Köder. Auch wer eine hohe Hakquote bei zaghaft beißenden Fischen braucht, ist mit einem Gummifisch am Jigkopf besser aufgestellt.
Einordnung: viel Reiz für wenig Geld
Datenbasiert betrachtet liefert der Fat Tail Spin ein ungewöhnliches Paket für unter 7 €: Colorado-Blatt am Kugellagerwirbel, kompakter Shad-Körper mit 16 g auf 6,5 cm, drei Größen plus eine bleifreie Linie, die die kommende EU-Regelung vorwegnimmt. Die Aktion in der Fallphase ist der Punkt, der ihn von Spinner und Spinnerbait abhebt.
Die Schwächen sind bauartbedingt und bekannt: ein einzelner Bauchdrilling mit entsprechenden Fehlbissen, Schnurdrall durch das frei drehende Blatt und Hängergefahr in Deckung. Keiner dieser Punkte lässt sich wegkonstruieren, ohne das Konzept aufzugeben.
Mit 4,3 von 5 ist er die Empfehlung für Barschangler an offenen, tiefen Gewässern, die einen günstigen Suchköder mit Dauerreiz in der Absinkphase suchen.
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Was ist ein Tail-Spinner überhaupt?
Ein Tail-Spinner ist ein kompakter Metall- oder Hartkörper mit einem Spinnerblatt am Heck. Anders als beim Spinnerbait sitzt das Blatt hinter dem Körper und dreht sich auch dann, wenn der Köder frei nach unten fällt. Dadurch sendet er beim Absinken Vibration und Lichtblitze, statt nur durchzufallen.
Welche Größen gibt es vom Savage Gear Fat Tail Spin?
Die klassische Version gibt es in 5,5 cm mit 9 g, 6,5 cm mit 16 g und 8 cm mit 24 g. Die bleifreie NL-Version deckt 5,5 cm mit 6,5 g und 6,5 cm mit 12,5 g ab. Alle Varianten sind sinkend.
Was bedeutet NL beim Fat Tail Spin?
NL steht für „No Lead“, also bleifrei. Der Körper besteht bei dieser Version aus einer Zinklegierung. Weil Zink leichter ist als Blei, wiegt die NL-Variante bei gleicher Länge weniger: 12,5 g statt 16 g bei 6,5 cm Körperlänge. Die Bauform mit Colorado-Blatt am Kugellagerwirbel ist identisch.
Wie fischt man den Fat Tail Spin auf Barsch?
Zwei Wege funktionieren. Erstens gerades Einholen knapp über dem Grund, wie bei einem Spinner, wobei die Geschwindigkeit die Tiefe bestimmt. Zweitens Lift-and-Drop: anheben, die Schnur locker lassen, den Köder auf gespannter Leine absinken lassen. Der zweite Weg ist der stärkere, weil das Blatt in der Fallphase weiterdreht und der Biss meist genau dort kommt.
Verdrallt der Fat Tail Spin die Schnur?
Ja, das liegt in der Bauart. Das Blatt dreht sich frei und überträgt einen Teil dieser Drehung auf die Schnur. Ein Wirbel im Vorfach eine Handbreit vor dem Köder löst das Problem weitgehend. Ohne ihn baut sich der Drall über den Angeltag auf und führt zu Schlaufen beim Wurf.
Taugt der Fat Tail Spin zum Vertikalangeln?
Ja. Der kompakte, schwere Körper geht senkrecht nach unten, und das Blatt dreht dabei. Unter dem Boot kannst du ihn anheben und wieder fallen lassen, ähnlich wie einen Jigging Spoon. In tiefem Wasser über Kanten und Schüttungen ist das eine sehr effektive Präsentation auf Barsch und Zander.
Welche Rute passt zum Savage Gear Fat Tail Spin?
Für die 16-g-Version reicht eine Spinnrute mit 7 bis 28 g oder 10 bis 30 g Wurfgewicht und straffer Spitze. Die straffe Spitze ist wichtig, weil du den Anhieb gegen den Wasserwiderstand des Blattes durchsetzen musst. Bei der 24-g-Version gehst du eine Klasse höher.
Brauche ich ein Stahlvorfach für den Fat Tail Spin?
Auf Barsch und Rapfen genügt Fluorocarbon in 0,25 bis 0,30 mm. Sobald Hecht im Gewässer steht und du die 8-cm-Version fischst, gehört ein Stahl- oder Titanvorfach davor. Bei einem Köder, der oft tief genommen wird, ist der Zahnkontakt sonst nur eine Frage der Zeit.
Warum gehen beim Fat Tail Spin Bisse daneben?
Der Köder trägt nur einen Drilling, und der sitzt am Bauch weit vor dem Blatt. Barsche attackieren häufig das rotierende Blatt am Heck und finden dabei keinen Haken. Wer viele Fehlbisse hat, kann den Bauchdrilling eine Nummer größer wählen oder das Einholen kurz verlangsamen, damit der Fisch weiter vorn zupackt.
Wird Blei beim Angeln in der EU verboten?
Der REACH-Ausschuss der EU hat am 29. April 2026 einem Verkaufsverbot für bleihaltige Angelgeräte zugestimmt. Betroffene Produkte dürfen künftig maximal 1 Gewichtsprozent Blei enthalten. Für Bleigewichte und Köder bis 50 g ist eine Übergangsfrist von drei Jahren nach Inkrafttreten vorgesehen. Verboten wird der Verkauf, vorhandene Bleie und Köder dürfen weiter gefischt werden.