Technische Daten
| Modell | Spro Petri Feeder 3,60 m / bis 130 g |
|---|---|
| Rutentyp | Feederrute für schweres Futterkorbangeln |
| Länge | 3,60 m |
| Wurfgewicht | bis 130 g |
| Teile | 3 Rutenteile plus 3 Wechselspitzen |
| Transportlänge | 127 cm |
| Gewicht | 401 g |
| Blank | 24T-Kohlefaser |
| Verbindung | eingeschliffene Zapfenverbindung |
| Beringung | Doppelsteg-Ringe mit SIC-Einlagen |
| Wechselspitzen | 3 Stück aus Vollkarbon, abgestuft in der Straffheit |
| Griff | Kork mit EVA-Abschluss im hinteren Bereich |
| Rollenhalter | Schraubrollenhalter |
| Farbe | Schwarz, mattes Finish |
| Serie | Petri Feeder in 3,00 m · 3,30 m · 3,60 m · 3,90 m mit 120 bis 250 g, dazu Tele-Versionen |
| Zielfische | Brassen, Rotaugen, Karpfen, Schleien, Döbel, Barben |
| Hersteller | Spro (Spro International), Niederlande |
Ein gefüllter 60-g-Korb wiegt beim Wurf schnell 90 g, und er soll 40 m weit auf den Punkt. Genau dafür gibt es Feederruten mit Rückgrat. Die Spro Petri Feeder in 3,60 m mit 130 g Wurfgewicht ist die Allroundlänge einer Serie, die auf schweres Korbangeln ausgelegt ist, und kostet ab 69,99 €. Diese Rezension ordnet sie datenbasiert ein, Grundlage sind Herstellerangaben, Händlerdatenblätter und der Vergleich mit Feederruten derselben Klasse.
130 g Wurfgewicht: was diese Zahl praktisch bedeutet
Feederruten werden nach Wurfgewicht in Klassen geteilt, und die Einordnung entscheidet über den Einsatzbereich:
| Klasse | Wurfgewicht | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Picker / Light | 20–50 g | kleine Kanäle, Rotaugen, kurze Distanz |
| Medium Feeder | 50–90 g | See, ruhige Flüsse, Brassen |
| Heavy Feeder | 90–150 g | Distanz, Strömung, Method auf Karpfen |
| Extra Heavy | 150 g+ | große Ströme, Barbe, weite Distanz |
Mit 130 g liegt die Petri Feeder klar im Heavy-Bereich. Das ist wichtig zu verstehen, weil viele Einsteiger die Zahl als Reserve lesen. Praktisch heißt sie: Die Rute ist auf einen Arbeitsbereich zwischen 50 und 110 g ausgelegt und fühlt sich darunter tot an. Ein 20-g-Korb mit ein paar Maden bringt den Blank nicht zum Arbeiten.
Wer überwiegend im Stillwasser auf kleine Weißfische angelt, ist mit einer Medium-Rute besser bedient. Wer auf Distanz füttert, in Strömung angelt oder Method Feeder auf Karpfen fischt, findet hier die passende Auslegung.
Die drei Wechselspitzen: das eigentliche Bedienelement
Beim Feedern übernimmt die Spitze die Bissanzeige. Sie ist ein austauschbares Bauteil, und ihre Straffheit entscheidet darüber, ob du überhaupt siehst, was am Haken passiert.
Die Petri Feeder bringt drei Spitzen aus Vollkarbon mit, abgestuft von weich bis straff. Die Logik dahinter:
Eine weiche Spitze biegt sich schon bei geringem Zug. Im Stillwasser zeigt sie vorsichtige Zupfer von Rotaugen und Brassen, die eine straffe Spitze schlicht nicht bewegen würden. In Strömung ist sie unbrauchbar, weil das Wasser sie dauerhaft krumm zieht.
Eine straffe Spitze hält dem Wasserdruck stand. In Fließgewässern und bei Seitenwind bleibt sie in Position, und nur ein echter Biss lässt sie ausschlagen. Kleine Fische registriert sie dafür kaum.
Die mittlere Spitze ist der Allrounder für den Normalfall.
Vollkarbon ist dabei eine bewusste Materialentscheidung. Glasfaserspitzen sind weicher und gutmütiger, Karbon überträgt Bisse direkter und federt weniger nach. Für eine Heavy-Feeder-Rute ist Karbon die konsequente Wahl, es fehlt allerdings die ganz feine Glasfaser-Option für zurückhaltende Fische. Wie sich die Bissanzeige am Fluss aufbaut, steht in unserem Ratgeber zum Feedern am Fluss.
Blank und Ringe: solide statt hochgezüchtet
Der Blank besteht aus 24T-Kohlefaser. Die Zahl beschreibt den Elastizitätsmodul der Faser: Je höher, desto steifer und leichter lässt sich ein Blank bei gleicher Wandstärke bauen.
24T ist der untere, robuste Standard. Ruten aus 30T oder 40T sind straffer, leichter und übertragen feiner, reagieren dafür empfindlicher auf Schläge gegen Steine, Bootskanten und Autotüren. Die Petri Feeder tauscht Feinfühligkeit gegen Unempfindlichkeit, und für eine Rute in dieser Preisklasse ist das die richtige Entscheidung.
Bei der Beringung geht Spro dagegen einen Schritt weiter als nötig. Die Ringe sind Doppelsteg-Ringe mit SIC-Einlagen. Zwei Punkte machen das relevant:
Doppelsteg heißt, dass jeder Ring auf zwei Füßen sitzt statt auf einem. Unter Last und bei seitlichem Zug verwindet er sich kaum und bleibt in der Flucht der übrigen Ringe. Beim Anhieb auf 40 m Distanz mit einem schweren Korb ist das genau die Belastung, die Einsteg-Ringe verdrehen lässt.
SIC steht für Siliziumkarbid, eine sehr harte Ringeinlage. Geflochtene Schnur schneidet in weichere Einlagen mit der Zeit Rillen, und eine eingelaufene Rille zerstört danach jede Schnur, die darüber läuft. SIC verträgt Geflecht dauerhaft, und beim Feedern auf Distanz ist Geflecht die sinnvollere Wahl, weil es sich nicht dehnt.
401 g: der Punkt, an dem gespart wird
Das Gewicht ist die auffälligste Schwäche. 401 g sind für eine 3,60-m-Feederrute viel, leichte Modelle dieser Länge liegen zwischen 250 und 320 g.
Die Masse kommt aus zwei Quellen: dem einfacheren 24T-Material, das mehr Wandstärke für dieselbe Steifigkeit braucht, und der stabileren Doppelsteg-Beringung.
Beim Feedern relativiert sich das teilweise, weil die Rute den größten Teil der Zeit auf der Auflage oder im Rod Pod liegt. Du hältst sie beim Werfen, beim Anhieb und im Drill. Wer allerdings mit der Rute in der Hand angelt und auf jeden Zupfer reagiert, spürt die 401 g nach zwei Stunden im Handgelenk.
Der zweite Sparpunkt ist der Lieferumfang: kein Futteral. Die drei Spitzen brauchen einen eigenen Behälter, sonst brechen sie im Rutenfutteral als Erstes. Ein einfaches Spitzenrohr kostet wenige Euro und gehört in die Kaufrechnung.
Griff und Verbindung
Der Griff kombiniert Kork mit einem EVA-Abschluss im hinteren Bereich. Diese Aufteilung ist funktional gedacht: Kork bleibt bei Nässe griffig und nimmt beim Halten keine Kälte an, EVA steckt den Abrieb weg, der entsteht, wenn das Rutenende im Kies oder Schlamm aufsetzt.
Die Teile verbindet eine eingeschliffene Zapfenverbindung. Bei dieser Bauart steckt ein verjüngter Zapfen des einen Teils im Rohr des anderen. Sauber geschliffen ergibt das eine durchgehende Aktion ohne harten Übergang und ohne die Kerbwirkung, die schlecht gepasste Verbindungen erzeugen.
Ein praktischer Hinweis dazu: Steckverbindungen setzen sich beim Angeln fest. Vor jedem Wurf kurz prüfen, ob die Teile noch bündig sitzen, und nach dem Angeln gerade auseinanderziehen statt zu drehen.
Alternativen im Vergleich
| Rute | Länge | Wurfgewicht | Teile / Transport | Preisniveau |
|---|---|---|---|---|
| Spro Petri Feeder | 3,60 m | bis 130 g | 3+3 / 127 cm | ab rund 70 € |
| Daiwa Ninja X Feeder | 3,60 m | bis 120 g | 3+3 / 127 cm | ab rund 50 € |
| Spro Petri Feeder 3,60 m | 3,60 m | bis 180 g | 3+3 | ab rund 85 € |
| Spro Petri Feeder Tele | 3,00 m | bis 250 g | Tele | ab rund 65 € |
Die Daiwa Ninja X ist der direkte Wettbewerber bei fast identischen Eckdaten. Sie kommt mit Transportfutteral, setzt auf HMC+-Kohlefaser und mischt eine Glasfaserspitze unter die drei Wechselspitzen, was bei vorsichtigen Fischen hilft. Die Spro punktet dagegen mit den Doppelsteg-Ringen und 10 g mehr Wurfgewicht.
Innerhalb der eigenen Serie ist die 180-g-Version der Schritt zu stärkerer Strömung und größeren Distanzen. Die Tele-Modelle sparen Packmaß und richten sich an Angler, die zu Fuß und mit wenig Gepäck unterwegs sind.
Für wen sich die Spro Petri Feeder 3,60 m lohnt
Sie passt, wenn du mit schweren Körben auf Distanz angelst: Baggerseen mit weit entfernter Kante, Kanäle mit Schiffsverkehr, langsam fließende Flüsse. Sie passt auch für Method-Feeder auf Karpfen und Brassen, weil der kräftige Blank den Anhieb über 40 m durchbringt und im Drill Reserve hat.
Weniger passend ist sie für feines Angeln auf kleine Weißfische im Nahbereich, dort liefert eine Medium- oder Picker-Rute mehr Spaß und bessere Bissanzeige. Wer gerade erst einsteigt, findet die Grundlagen in unserem Ratgeber zum Feedern für Anfänger, passende Köder im Überblick zum Angeln mit Maden.
Einordnung: Arbeitsgerät mit guter Beringung
Datenbasiert betrachtet liefert die Spro Petri Feeder 3,60 m eine klare Ausrichtung: 130 g Wurfgewicht für schwere Körbe, drei Vollkarbon-Wechselspitzen für die Anpassung der Bissanzeige und eine Doppelsteg-Beringung mit SIC-Einlagen, die über dem liegt, was in dieser Preisklasse üblich ist. Die eingeschliffene Zapfenverbindung und der Kork-EVA-Griff runden ein Paket ab, das auf Haltbarkeit gebaut ist.
Die Schwächen sind die 401 g Eigengewicht, der einfachere 24T-Blank und das fehlende Futteral. Mit 4,3 von 5 ist sie die Empfehlung für Feederangler, die eine belastbare Distanzrute suchen und dafür bewusst Gewicht in Kauf nehmen. Wer feiner und näher angelt, sollte in derselben Preisklasse zu einer Medium-Feeder greifen.
Stärken und Schwächen
Stärken
- 130 g Wurfgewicht decken alles ab, was ein Method- oder Korbfeederangler wirft, inklusive schwerer Strömungskörbe
- Drei Vollkarbon-Spitzen erlauben die Anpassung der Bissanzeige an Strömung, Wind und Fischgröße
- Doppelsteg-Ringe verwinden sich unter Last kaum und halten seitlichen Schnurzug besser aus als Einsteg-Ringe
- SIC-Einlagen vertragen geflochtene Schnur dauerhaft, ohne einzulaufen
- 127 cm Transportlänge passen in jede Standard-Rutentasche und quer in den Kofferraum
- Der Korkgriff bleibt bei Nässe griffig, das EVA-Ende nimmt den Abrieb am Boden auf
Schwächen
- 401 g sind für eine 3,60-m-Feederrute schwer, beim Halten in der Hand über Stunden merkst du das
- 24T-Kohlefaser ist ein einfacher Blankwerkstoff: robust und günstig, aber weniger straff als höher modulierte Fasern
- Kein Transportfutteral im Lieferumfang, die Spitzen brauchen einen eigenen Behälter
- Die Auslegung auf schwere Körbe kostet Feinfühligkeit, für zierliches Angeln auf Rotaugen ist die Rute überdimensioniert
- Keine Ersatzspitze zum Nachkaufen im Standardsortiment gelistet
Häufige Fragen
Für welches Angeln ist die Spro Petri Feeder 3,60 m gedacht?
Für schweres Futterkorbangeln: Kanäle und Seen mit größerer Distanz, langsam fließende Flüsse und Method-Feeder-Angeln auf Karpfen und Brassen. Mit bis zu 130 g Wurfgewicht wirft sie gefüllte Körbe von 60 bis 90 g sicher, für leichtes Angeln auf kleine Rotaugen ist sie zu kräftig ausgelegt.
Wie viele Wechselspitzen hat die Spro Petri Feeder?
Drei Stück, gefertigt aus Vollkarbon und in der Straffheit abgestuft. Die weiche Spitze zeigt vorsichtige Bisse im Stillwasser, die mittlere ist der Allrounder, die straffe hält dem Wasserdruck in Strömung stand, ohne sich dauerhaft durchzubiegen. Der Wechsel dauert Sekunden, die Spitzen werden nur aufgesteckt.
Wie schwer ist die Spro Petri Feeder 3,60 m?
401 g. Zum Einordnen: Leichte Feederruten dieser Länge liegen zwischen 250 und 320 g. Die Mehrmasse kommt vom kräftigeren Blank und der stabileren Beringung. Beim Feedern liegt die Rute die meiste Zeit im Rod Pod oder auf der Auflage, deshalb fällt das Gewicht weniger ins Gewicht als beim Spinnfischen.
Welche Rolle passt zur Spro Petri Feeder 3,60 m?
Sinnvoll sind Stationärrollen der Größen 3000 bis 4000 mit rund 300 bis 400 g Eigengewicht. Bei 401 g Rutengewicht ergibt das eine ausgewogene Kombination. Eine Freilaufrolle ist beim Feedern kein Muss, hilft aber bei Karpfen, die die Rute sonst vom Pod ziehen.
Welche Schnur nehme ich auf der Spro Petri Feeder?
Im Stillwasser und auf kurze Distanz funktioniert monofile Schnur in 0,22 bis 0,25 mm gut, weil sie den Anhieb dämpft. Auf Distanz und in Strömung ist geflochtene Schnur in 0,10 bis 0,14 mm überlegen, weil sie sich nicht dehnt und feine Bisse direkt an die Spitze überträgt. Die SIC-Einlagen der Ringe vertragen Geflecht dauerhaft.
Was bedeutet 24T-Carbon beim Blank?
Die Zahl beschreibt den Elastizitätsmodul der Kohlefaser in Tonnen pro Quadratmillimeter. Höhere Werte wie 30T oder 40T ergeben bei gleicher Wandstärke steifere und leichtere Blanks, sind aber empfindlicher gegen Schläge. 24T ist der robuste, günstige Standard: etwas schwerer und weicher, dafür unempfindlicher im Alltag.
Was ist der Unterschied zwischen Doppelsteg- und Einsteg-Ringen?
Ein Einsteg-Ring steht auf einem Fuß, ein Doppelsteg-Ring auf zweien. Unter Last und bei seitlichem Zug verwindet sich der Doppelsteg-Ring deutlich weniger und bleibt in der Flucht. Beim Feedern mit schweren Körben und beim Anhieb auf Distanz zahlt sich das aus, es kostet allerdings ein paar Gramm.
Passt die Spro Petri Feeder ins Auto?
Ja. Dreiteilig gepackt misst sie 127 cm, damit passt sie quer in die meisten Kofferräume und in jede Standard-Rutentasche für Feederruten. Die drei Spitzen sind separat zu verstauen, ein Futteral gehört nicht zum Lieferumfang.
Welche Längen gibt es in der Petri-Feeder-Serie?
Spro führt die Serie in 3,00 m, 3,30 m, 3,60 m und 3,90 m, jeweils mit Wurfgewichten von 120 bis 250 g. Zusätzlich gibt es Tele-Versionen mit ausziehbarem Blank für 2,70 bis 3,30 m. Die 3,60-m-Version mit 130 g ist die Allroundwahl für See und ruhige Flüsse, die 250-g-Modelle zielen auf starke Strömung und große Distanzen.
Braucht man für Method-Feeder eine eigene Rute?
Zwingend nicht, aber die Auslegung hilft. Method-Feeder wirft kompakte, schwere Körbe auf mittlere Distanz und zielt auf kräftige Fische wie Karpfen und Brassen. Ein Blank mit Rückgrat und ein Wurfgewicht ab 100 g sind dafür passender als eine feine Winkle-Picker-Rute. Die 130-g-Version der Petri Feeder liegt genau in diesem Bereich.