Das Wichtigste in Kürze
- Kurzantwort: Garmin LiveScope ist das neuere Live-Sonar mit hoher Frequenz, beim LiveScope Plus 530 bis 1.100 kHz. Es zeigt einzelne Fische und den Köder deutlich schärfer als die älteren Panoptix-Geber mit 417 kHz.
- Namen: Offiziell heißt LiveScope „Panoptix LiveScope”. Mit Panoptix allein sind meist die PS-Geber gemeint, also PS22, PS30, PS31, PS51-TH, PS60 und PS70.
- Ansichten: LiveScope bietet Forward, Down und Perspective. Panoptix bietet LiveVü nach vorn und unten, je nach Geber dazu RealVü 3D und FrontVü.
- Anschluss: Panoptix-Geber hängen direkt am Plotter. LiveScope Plus und XR brauchen die Sonarbox GLS 10, LVS12 und LiveScope 2 kommen ohne aus.
- Für wen: Raubfischangler mit Bugmotor greifen zu LiveScope. Panoptix passt zu größeren Booten, die ein 3D-Grundbild oder einen Blick voraus zur Navigation wollen.
Panoptix und LiveScope: eine Familie, zwei Generationen
Panoptix ist Garmins Name für Sonargeber mit Phased-Array-Technik. In ihnen sitzen viele Schallelemente nebeneinander, deren Signal der Geber elektronisch bündelt und schwenkt. So entsteht ein Bild, das auch im Stillstand läuft. Die ersten Panoptix-Geber zeigten mit LiveVü bewegte Ziele in Echtzeit und mit RealVü 3D ein räumliches Bild des Grundes.
2018 kam mit LiveScope eine neue Gebergeneration hinzu. Das erste System aus Sonarbox GLS 10 und Geber LVS32 kostete zum Marktstart 1.499,99 US-Dollar. Garmin führt es bis heute unter dem Dachnamen „Panoptix LiveScope”. Daher rührt die Verwirrung. Wer „Panoptix” sucht, meint mal das alte LiveVü-System, mal das aktuelle LiveScope.
Für die Praxis ist die Trennung einfach. Die Geber mit dem Kürzel PS gehören zur älteren Panoptix-Linie, die Geber mit dem Kürzel LVS zu LiveScope.
Die Panoptix-Geber im Überblick
Garmin hat die Panoptix-Linie für verschiedene Einbauorte gebaut, vom Elektromotor bis zum Rumpfdurchbruch großer Boote:
| Geber | Einbau | Ansichten |
|---|---|---|
| PS22-TR | Motor | LiveVü Forward oder Down |
| PS22-IF | Eisloch | LiveVü Forward und Down |
| PS30 | Heck | LiveVü Down, RealVü 3D |
| PS31 | Heck, Motor | LiveVü Forward, RealVü 3D |
| PS51-TH | Rumpf | FrontVü, LiveVü Forward |
| PS60 | Rumpf | LiveVü Down, RealVü 3D |
| PS70 | Rumpf | LiveVü Down, RealVü 3D, Echolot |
PS22-TR, PS30, PS31 und PS51-TH senden mit 417 kHz, der PS70 mit 190 bis 210 kHz. Für PS22-IF und PS60 nennen die vorliegenden Datenblätter keine Frequenz. Die Angaben zu PS30, PS31 und PS70 stammen aus Händlerdatenblättern, die zum PS22-TR aus Garmins Installationsanleitung.
Der PS22-TR ist der Panoptix-Geber für den Elektromotor. Garmin stellte ihn im Juli 2017 im eigenen Blog vor, zum Preis von 1.299,99 Pfund. Er zeigt laut Anleitung höchstens 91,4 m weit, in LiveVü Forward etwa 5 bis 8 Mal so weit, wie das Wasser tief ist. Bei 3 m Tiefe sind das 15 bis 24 m. Am oberen Ende steht der PS70, ein Edelstahlgeber mit 800 W Sendeleistung und bis zu 300 m Tiefe, gedacht für Hochseeboote mit großen GPSMAP-Anlagen.
Die LiveScope-Geber im Überblick
LiveScope hat seit 2018 mehrere Generationen durchlaufen. Der Wechsel zur zweiten Generation ohne Sonarbox kam 2026:
| Geber | Frequenz | Reichweite |
|---|---|---|
| LVS32 (2018) | – | rund 61 m |
| LVS12 (2019) | – | rund 61 m |
| LVS34 (Plus) | 530–1.100 kHz | rund 60 m |
| LVS62 (XR) | – | rund 150 m |
| LVS44 (LiveScope 2) | 600–1.050 kHz | 76 m |
| LVS42HD (2 HD) | 850–1.600 kHz | 38 m |
„–” heißt, Garmin nennt keinen Wert. Die Sonarbox GLS 10 brauchen LVS32, LVS34 und LVS62, die übrigen Geber hängen direkt am Plotter. Alle zeigen Forward, Down und Perspective, nur der LVS12 kommt ohne Perspective. Den Perspective-Modus hat Garmin 2020 nachgereicht, zusammen mit einer eigenen Halterung für 99,99 US-Dollar. Der LVS12 war die Sparversion mit nur einer Schallreihe und je 30 Grad Blickfeld nach vorn und unten. Den aktuellen Stand markiert LiveScope 2, bei dem die Rechenleistung im Geber sitzt.
Bildschärfe: warum die Frequenz den Unterschied macht
Der wichtigste Unterschied steckt in der Sendefrequenz. Panoptix-Geber wie PS22, PS30 und PS31 arbeiten mit 417 kHz. Das LiveScope Plus nutzt ein Band von 530 bis 1.100 kHz, der HD-Geber von LiveScope 2 geht bis 1.600 kHz.
Höhere Frequenz heißt kürzere Schallwellen. Schall läuft im Süßwasser mit rund 1.480 m pro Sekunde. Bei 417 kHz ist eine Welle damit etwa 3,5 mm lang, bei 1.000 kHz nur rund 1,5 mm. Kürzere Wellen bilden feinere Strukturen ab, verlieren im Wasser aber schneller Energie. Garmin bestätigt das in der eigenen Produktreihe. Der LVS42HD zeigt laut Hersteller 50 % mehr Detail im Nahbereich als der LVS44, reicht dafür aber nur halb so weit.

Auf dem Plotter siehst du mit Panoptix Fischschwärme, einzelne größere Fische und deinen Köder als Punkte und Bögen. Mit LiveScope werden aus diesen Punkten Umrisse. Du erkennst, wie ein Zander zum Gummifisch hochsteigt, und trennst Fische, die eng am Holz stehen. Garmin schrieb schon beim einfachen LVS12, das Bild sei klar genug, um Fischarten zu unterscheiden.
Die Reichweite wird dabei selten zum Engpass. Würfe mit Gummifisch und Wobbler landen meist innerhalb von 40 m, und kaum ein befischter Bereich in deutschen Seen liegt tiefer. Das LiveScope Plus deckt das mit rund 60 m ab.
Ansichten im Vergleich
Beide Systeme zeigen Live-Bilder nach vorn und nach unten. Darüber hinaus hat jedes System Ansichten, die dem anderen fehlen:
| Ansicht | Panoptix | LiveScope |
|---|---|---|
| live nach vorn | LiveVü Forward | Forward |
| live nach unten | LiveVü Down | Down |
| Draufsicht | – | Perspective |
| 3D-Grundbild | RealVü 3D | – |
| Blick voraus | FrontVü | – |
Perspective ist im Flachwasser stark. Der Geber schaut schräg nach außen und zeigt Fische und Kraut auf einer Fläche, fast wie eine Karte. RealVü 3D bieten PS30, PS31, PS60 und PS70. Es rechnet ein räumliches Bild des Grundes, das sich am Plotter drehen lässt. Im Modus Historical baut es aus der gefahrenen Spur ein Modell des Gewässers auf. FrontVü gibt es beim PS51-TH, es ist vor allem ein Werkzeug zur Navigation. Wie weit es voraus sieht und wann es an seine Grenzen kommt, zeigt der Ratgeber zum Garmin Panoptix PS51-TH.
Anschluss: mit oder ohne Sonarbox
Die Panoptix-Geber sind in sich geschlossen. Der PS22-TR hat zwei Leitungen, ein Netzwerkkabel zum Plotter oder zu einem Netzwerk-Switch und ein Stromkabel für 10 bis 35 V mit einer 4-A-Sicherung. Eine zusätzliche Box gibt es nicht.
Bei LiveScope kommt es auf die Generation an:
- LiveScope, LiveScope Plus und XR brauchen die Sonarbox GLS 10. Sie misst 245 × 149 × 65 mm, wiegt knapp 2 kg und nimmt laut Garmin im Normalbetrieb rund 21 W auf. Sie braucht einen trockenen, festen Platz im Boot.
- LVS12 hängt ohne Box direkt am Plotter. Das machte ihn günstiger, dafür fehlte die Perspective-Ansicht.
- LiveScope 2 rechnet im Geber selbst. Ein Y-Kabel führt zur Batterie und als BlueNet-Kabel zum Plotter.
Auf kleinen Booten und Mietbooten ist die fehlende Box ein echter Vorteil. Bei Panoptix hattest du ihn von Anfang an, bei LiveScope erst mit LVS12 und LiveScope 2.
Montage: Motor, Heck oder Rumpf
Panoptix deckt alle Positionen am Boot ab, LiveScope konzentriert sich auf den Elektromotor:
- Panoptix: PS22-TR an Schaft oder Gehäuse des Elektromotors, PS30 und PS31 am Heckspiegel, PS51-TH, PS60 und PS70 fest im Rumpf.
- LiveScope: am Schaft des Elektromotors mit Perspective-Halterung, am Motorgehäuse, am Heckspiegel, an einer Stange oder am motorisierten Spy Pole.
Ein Durchbruchgeber wie der PS51-TH bleibt immer im Wasser und braucht keine Halterung. Ein LiveScope-Geber am Bugmotor schaut dorthin, wohin du den Motor drehst, und damit dorthin, wohin du wirfst. Welche Halter es für die PS-Geber gibt, steht im Ratgeber zur Garmin Panoptix Halterung.
Plotter und Kosten
Beide Systeme brauchen einen Garmin-Kartenplotter mit Panoptix-Unterstützung und Netzwerkanschluss. Das sind ECHOMAP- und GPSMAP-Geräte. Die Striker-Echolote scheiden aus, weil sie keinen Netzwerkanschluss haben. Für LiveScope 2 muss der Plotter das Signal ohne Sonarbox verarbeiten können, etwa ein Gerät der ECHOMAP-UHD2- oder GPSMAP-x3-Serie.
Bei den Preisen liegen die Systeme näher beieinander als bei der Technik. Der PS22-TR startete 2017 mit 1.299,99 Pfund, das erste LiveScope-System 2018 mit 1.499,99 US-Dollar. Heute nennt Garmin für LiveScope 2 eine UVP von 2.199,99 €. Bei jedem System kommen Plotter, Batterie und je nach Boot eine Halterung dazu. Wer schon ein passendes ECHOMAP am Boot hat, spart den größten Posten. Die laufenden Preise und alle Daten des LiveScope Plus stehen in der Rezension zum Garmin LiveScope Plus.
Welches System für wen?
Die Wahl hängt am Boot und an der Art, wie du angelst:
- Raubfisch vom Boot mit Bugmotor: LiveScope Plus oder LiveScope 2. Du siehst Hecht, Zander und Barsch einzeln, verfolgst den Köder und wirfst gezielt an.
- Neues Boot, neuer Plotter: LiveScope 2. Die Sonarbox entfällt, die Verkabelung wird einfacher.
- Großes Boot mit festem Rumpf, Küste und Bodden: PS51-TH. FrontVü warnt vor Untiefen und zeigt nebenbei Fische vor dem Bug.
- 3D-Bild des Grundes: PS30 oder PS31 am Heck. RealVü 3D gibt es bei LiveScope nicht.
- Tiefes Salzwasser: PS70 an einer großen GPSMAP-Anlage.
- Vorhandener Panoptix-Geber: weiter nutzen, solange das grobe Live-Bild reicht. Für feines Angeln an Struktur lohnt der Umstieg auf LiveScope.
Fazit: LiveScope für den Fisch, Panoptix für Boot und Grund
Wer Live-Sonar kauft, um Fische gezielt anzuwerfen, nimmt LiveScope. Die höhere Frequenz bringt das schärfere Bild, und die Reichweite genügt in deutschen Gewässern fast immer. Panoptix behält seinen Platz dort, wo es um das Boot und den Grund geht. Durchbruchgeber, FrontVü und RealVü 3D hat LiveScope nicht im Programm. Prüfe vor jedem Kauf, ob dein Plotter den Geber unterstützt und wo am Boot er sitzen soll. Die Montage entscheidet am Ende oft mehr über den Nutzen als ein paar Meter Reichweite.
Häufige Fragen
Ist LiveScope dasselbe wie Panoptix?
LiveScope gehört zur Panoptix-Familie, Garmin verkauft es offiziell als Panoptix LiveScope. Im Sprachgebrauch meint Panoptix aber meist die älteren PS-Geber wie PS22, PS30, PS31 oder PS51-TH. Sie arbeiten mit 417 kHz und den Ansichten LiveVü und RealVü 3D. LiveScope ist die Generation ab 2018 mit deutlich höherer Frequenz und schärferem Bild.
Was ist besser, LiveScope oder Panoptix?
Zum gezielten Angeln auf Raubfisch ist LiveScope die bessere Wahl. Das LiveScope Plus arbeitet mit 530 bis 1.100 kHz und zeigt einzelne Fische und den Köder klarer als ein Panoptix-Geber mit 417 kHz. Panoptix hat dafür Ansichten, die LiveScope fehlen: RealVü 3D für ein räumliches Grundbild und FrontVü als Auflaufschutz. Für größere Boote mit festem Rumpf bleibt Panoptix deshalb interessant.
Braucht Panoptix eine Black Box?
Nein. Die PS-Geber wie PS22-TR, PS30, PS31 und PS51-TH hängen per Netzwerkkabel direkt am Kartenplotter und bekommen eine eigene Stromversorgung mit 10 bis 35 V und 4-A-Sicherung. Die Sonarbox GLS 10 brauchen nur LiveScope, LiveScope Plus und LiveScope XR. Der LVS12 und die Geber von LiveScope 2 kommen ebenfalls ohne Box aus.
Hat LiveScope eine 3D-Ansicht?
Nein. LiveScope zeigt Forward, Down und Perspective, alle drei als zweidimensionales Live-Bild. Perspective ist eine Draufsicht auf den Bereich rund um das Boot. Eine dreidimensionale Darstellung des Grundes bietet bei Garmin nur RealVü 3D, das es bei den Panoptix-Gebern PS30, PS31, PS60 und PS70 gibt.
Wie weit sehen Panoptix und LiveScope?
Der PS22-TR schaut laut Garmin höchstens 91,4 m weit, in LiveVü Forward praktisch 5 bis 8 Mal so weit, wie das Wasser tief ist. Das LiveScope Plus kommt auf rund 60 m, LiveScope 2 mit dem LVS44 auf 76 m, das XR auf rund 150 m im Süßwasser. Der HD-Geber LVS42HD reicht nur 38 m, zeigt dafür im Nahbereich mehr Detail.
Laufen Panoptix und LiveScope an einem Garmin Striker?
Nein. Beide Systeme brauchen einen Garmin-Kartenplotter mit Panoptix-Unterstützung und Netzwerkanschluss, also ein ECHOMAP- oder GPSMAP-Gerät. Die Striker-Echolote haben keinen Netzwerkanschluss. LiveScope 2 verlangt zusätzlich einen Plotter, der das Sonarsignal ohne Box verarbeitet, etwa aus der ECHOMAP-UHD2- oder GPSMAP-x3-Serie.
Lohnt sich ein gebrauchter Panoptix-Geber als günstiger Einstieg ins Live-Sonar?
Nur, wenn dir ein grobes Live-Bild reicht. Ein PS22-TR zeigt Fische und Köder in Echtzeit, die Ziele erscheinen bei 417 kHz aber gröber als bei LiveScope. Prüfe vor dem Kauf, ob dein Plotter den Geber unterstützt, und rechne die Halterung mit ein. Wer ernsthaft mit Live-Sonar angeln will, landet meist früher oder später bei LiveScope.