Das Wichtigste in Kürze
- Wo: gezielt nur an Angelparks und kommerziellen Teichen. Wildlebende Störe sind geschützt, Brandenburg schont alle Störarten ganzjährig.
- Montage: Grundmontage mit Lauf- oder Festblei von 80 bis 100 g, Vorfach 50 bis 100 cm, kräftiger Haken der Größe 4 bis 2/0. Der Köder muss auf dem Boden liegen.
- Köder: fischig und eiweißreich, allen voran Pellets und Pellet-Teig, dazu Räucherlachs, Fischfetzen, Tauwurm und Garnelen. Maximal walnussgroß.
- Beste Zeit: Mai bis September, vor allem Morgen- und Abenddämmerung.
- Gerät: Karpfenrute, Freilaufrolle, 0,35 mm Mono oder 0,20 mm Geflecht. Für Störe ab 1,50 m Wallergerät.
- Umgang: im Wasser abhaken, den Fisch unter dem Bauch stützen, nie am Schwanz oder an den Kiemen heben.
Wo du in Deutschland auf Stör angeln darfst
Die Antwort ist kurz: an kommerziellen Angelteichen und Angelparks. Dort setzen die Betreiber Störe aus der Aquakultur ein, meist Sibirische Störe oder Hybriden, daneben Sterlets und Russische Störe. In natürlichen Gewässern ist der Stör dagegen tabu.
Das hat einen ernsten Hintergrund. Der Europäische Stör gilt in Deutschland als ausgestorben, den letzten Fang meldet das Bundesamt für Naturschutz 1993 aus der Nordsee. Er steht in Anhang IV der FFH-Richtlinie und ist damit streng geschützt. Seit 2008 laufen in der Elbe Wiederansiedlungsversuche. In der Oder wird der Baltische Stör zurückgebracht: Seit 2006 sind dort laut BfN weit über zwei Millionen Jungstöre ausgewildert worden, und es gibt erste Wiederfänge.
Die Länder sichern das über ihr Fischereirecht ab. Die Fischereiordnung Brandenburg etwa führt alle Arten der Familie der Störe mit ganzjähriger Schonzeit. Geht dir an Oder oder Elbe ein Stör als Beifang an den Haken, wird er sofort und schonend zurückgesetzt, am besten, ohne ihn aus dem Wasser zu heben.
Im Angelpark gilt die Parkordnung, und die ist beim Stör oft strenger als beim Rest des Besatzes. Ein Beispiel sind die Regeln der La Motta Seen: Störe ab einem Meter sind dort ganzjährig geschont, werden im flachen Wasser abgehakt und dürfen nicht gewogen werden, Störvorfächer sind auf 70 cm begrenzt. Andere Anlagen schreiben widerhakenlose Haken vor oder verbieten Kunstköder. Ob du am Teich überhaupt einen Fischereischein brauchst, hängt vom Bundesland ab; die Einzelheiten stehen im Ratgeber zum Angeln ohne Angelschein am Forellenteich.
Warum der Köder auf den Grund gehört
Der Stör ist ein Bodenfresser, und sein Körperbau zeigt das deutlich. Das Maul sitzt unter dem Kopf, es ist zahnlos und lässt sich rüsselartig vorstülpen. Davor hängen vier Barteln, mit denen der Fisch den Boden abtastet. Laut Artbeschreibung frisst der Sibirische Stör vor allem bodenlebende Tiere wie Krebstiere und Zuckmückenlarven.

Für dich als Angler folgen daraus drei Dinge:
- Der Köder liegt auf dem Boden. Ein Köder im Mittelwasser hängt über dem Suchfeld der Barteln. Auch bei der Posenmontage liegt deshalb das letzte Stück Vorfach auf.
- Die Bisse sind leise. Der Stör saugt den Köder ein und prüft ihn. An der Rute kommt oft nur ein Zupfen an, bevor der Fisch abzieht.
- Der Haken sitzt im weichen Maul. Ohne Zähne gibt es keinen Grund für Stahl, ein kräftiges Vorfach aus Monofil oder Fluorocarbon reicht.
Die Grundmontage Schritt für Schritt
Zwei Varianten haben sich am Stör-Teich durchgesetzt. Mit dem Laufblei spürt der Fisch beim Ansaugen kaum Widerstand, du setzt den Anhieb selbst. Mit dem Festblei hakt sich der Stör beim Abziehen weitgehend selbst, ähnlich wie beim Karpfenangeln.
So baust du die Laufbleimontage auf:
- Laufblei von 80 bis 100 g auf die Hauptschnur fädeln.
- Eine Gummiperle als Knotenschutz dahinter, dann einen stabilen Wirbel anknoten.
- Am Wirbel ein Vorfach aus 0,30 bis 0,40 mm Monofil oder Fluorocarbon befestigen, 50 bis 100 cm lang (Parkregel beachten).
- Einen kräftigen Einzelhaken der Größe 4 bis 2/0 binden, etwa ein Karpfen- oder Welshaken. Wo vorgeschrieben, den Widerhaken andrücken.
- Pellets, Boilies und Käse an einem Haar anbieten, Fischfetzen und Würmer direkt auf den Haken ziehen.
Ein Stück Silikonschlauch vor dem Blei verhindert, dass sich das Vorfach beim Wurf um die Hauptschnur wickelt. Wie das Haar gebunden wird und warum der Haken dabei frei bleibt, zeigt der Ratgeber Boilies richtig montieren. Welcher Knoten am Haken hält, steht bei den Angelknoten für Haken.
| Bauteil | Störe bis rund 1,30 m | Störe ab 1,50 m |
|---|---|---|
| Rute | Karpfenrute | Wallerrute, 2,70 m, um 300 g Wurfgewicht |
| Rolle | Freilauf- oder Stationärrolle, eine Nummer über der Forellenrolle | Stationärrolle ab Größe 6000 |
| Hauptschnur | 0,35 mm Mono oder 0,20 mm Geflecht, rund 10 kg | Geflecht ab 0,30 mm, rund 20 kg |
| Vorfach | 0,30 bis 0,40 mm Mono oder Fluorocarbon | 0,40 mm und stärker |
| Haken | Größe 4 bis 1/0 | Größe 1/0 bis 2/0 |
| Blei | 80 bis 100 g | 100 g und mehr |
Die Werte stammen aus der Praxis der Angelparks und decken sich in den gängigen Anleitungen weitgehend. Eine Freilaufrolle ist beim Stör besonders angenehm: Der Fisch kann nach dem Biss Schnur nehmen, ohne die Rute vom Halter zu reißen. Wie das Freilaufsystem funktioniert, erklärt der Ratgeber zur Karpfenrolle mit Freilauf.
Die Posenmontage: fein, aber mit aufliegendem Vorfach
Die Pose ist die zweite Methode am Stör-Teich, und sie hat einen klaren Vorteil: Sie zeigt die leisen Bisse sehr genau an. Damit sie funktioniert, muss sie tiefer stehen als die Wassertiefe. Das Vorfach liegt dann auf dem Grund, und die Pose steht leicht schräg.
- Laufpose mit Schnurstopper, damit du auch tiefe Stellen erreichst
- Tiefe einige Zentimeter bis gut einen halben Meter über der geloteten Tiefe
- Bleischrot etwa 20 cm vor dem Haken, damit das Vorfachende am Boden bleibt
- Köder wie bei der Grundmontage
Ein Phänomen gehört dazu: Phantombisse. Schwimmt ein Stör über das aufliegende Vorfach, streift er es mit den Brustflossen, und die Pose zuckt, ohne dass ein Fisch am Köder ist. Ein Anhieb bei jedem Zupfer bringt deshalb wenig. Warte, bis die Pose deutlich abtaucht oder wegzieht. Die Grundlagen der Pose selbst erklärt der Ratgeber zum Posenangeln.
Köder für den Stör
Der Stör reagiert vor allem auf Geruch. Fischige, fettige und eiweißreiche Köder fangen deshalb am besten. Größer als eine Walnuss sollte kein Köder sein, weil das Saugmaul große Brocken schlechter aufnimmt.
| Köder | Anbieten | Warum er fängt |
|---|---|---|
| Heilbutt- oder Lachspellets | am Haar oder mit Pelletband | Viele Parkstöre kennen Pellets aus der Aufzucht |
| Pellet-Teig | um den Haken geknetet | Löst sich langsam, legt eine Duftspur |
| Räucherlachs | als Streifen auf den Haken | Sehr ölig, starker Geruch |
| Fischfetzen (Hering, Makrele) | auf den Haken gezogen | Fetter Fisch, weite Duftfahne |
| Tauwurm | als Bündel | Bewegung plus Geruch, auch bei kaltem Wasser |
| Garnelen, Muschelfleisch | direkt auf den Haken | Natürliche Bodennahrung |
| Leber, Käse, Fisch-Boilies (16 bis 20 mm) | Leber auf den Haken, Käse und Boilies am Haar | Alternativen, wenn die Klassiker nicht laufen |
Pellets sind der verlässlichste Einstieg, weil viele Parkstöre mit Fischfutterpellets aufgewachsen sind. Beim Futter hält man sich zurück: Eine Handvoll Pellets rund um den Köder reicht, und manche Anlagen begrenzen die erlaubte Futtermenge ohnehin. Mehr zu Pellets, Teig und Futter am Teich steht im Ratgeber zum Angeln am Forellensee, der die typischen Regeln kommerzieller Anlagen zusammenfasst.
Wo die Störe im Teich stehen
Störe ziehen am Grund entlang und patrouillieren feste Routen. Am erfolgreichsten sind Stellen, an denen sich diese Routen bündeln:
- Uferkanten: der Übergang vom abfallenden Ufer in die gleichbleibende Tiefe. Hier ziehen Störe oft in Wurfweite am Ufer entlang.
- Inseln und Hindernisse: Störe umrunden Inseln und schwimmen an versunkenen Strukturen entlang.
- Zuläufe: Im Sommer bringen Zuläufe sauerstoffreiches, kühleres Wasser.
Ein gutes Zeichen sind aufsteigende Blasen oder kleine Schlammwolken. Beides entsteht, wenn ein Stör am Grund frisst und dabei Sediment aufwirbelt. Liegt dein Köder in der Nähe, lohnt sich Geduld.
Die beste Zeit: Jahreszeit, Tageszeit, Wetter
Die Hauptsaison ist die warme Jahreshälfte von Mai bis September. Im Winter ist der Stör in kaltem Wasser sehr ruhig, gezielte Ansitze lohnen sich dann kaum.
- Tageszeit: Die Morgen- und Abenddämmerung gilt bei den meisten Angelparks als beste Beißzeit.
- Hochsommer: Bei großer Hitze verlagert sich die Aktivität in die frühen Morgenstunden und in die Nacht. Nachtangeln ist nicht überall erlaubt, die Parkordnung regelt das.
- Frühjahr und Herbst: Bei mildem Wetter laufen auch die Tagesstunden gut, weil das Wasser dann nicht überhitzt ist.
Welche Ausrüstung eine Nacht am Teich angenehm macht und was rechtlich gilt, fasst der Ratgeber mit Tipps zum Nachtangeln zusammen.
Biss, Anhieb und Drill
Der Stör kündigt sich meist mit einem vorsichtigen Zupfen an. Danach zieht er ab, oft überraschend kräftig. Mit dem Laufblei schlägst du an, sobald der Fisch Schnur nimmt. Mit dem Festblei hat er sich beim Abziehen meist schon selbst gehakt, dann reicht ein kurzes Straffen.
Der Drill hat eine Eigenheit, die Störe berühmt gemacht hat: senkrechte Sprünge aus dem Wasser. Beim Sprung ist die Schnur plötzlich entlastet und im nächsten Moment voll belastet, und genau dann reißt sie am häufigsten. Drei Regeln helfen:
- Bremse fein einstellen, sodass der Fisch Schnur nehmen kann, bevor sie bricht.
- Rute tief halten, die Spitze Richtung Wasser. Ruhiger, gleichmäßiger Druck provoziert weniger Sprünge als hektisches Pumpen.
- Geduld am Ende: Ein Stör ist schwer vom Grund zu lösen. Er kämpft weniger explosiv als ein gleich großer Karpfen, bleibt aber lange unten.
Gelandet wird mit einem großen, stabilen Kescher. Bei großen Fischen arbeitest du zu zweit: Einer hält den Kescher, der andere führt den Fisch hinein.
Schonender Umgang mit dem Stör
Störe haben ein weitgehend knorpeliges Skelett, und große Exemplare bringen viel Gewicht auf die Waage. Der Umgang entscheidet deshalb darüber, ob ein zurückgesetzter Fisch unverletzt bleibt.
- Im Wasser abhaken, wo immer es geht. Viele Parks verlangen das ausdrücklich.
- Unter dem Bauch stützen, den Fisch waagerecht halten. Nie am Schwanz hochheben, nie in die Kiemen greifen.
- Nasse Abhakmatte, falls der Fisch doch an Land muss, nie auf Kies oder Gras legen. Welche Matte groß genug ist, zeigt der Ratgeber Abhakmatte für Karpfen.
- Kurz halten: Fotos zügig machen und den Fisch im flachen Wasser zurücksetzen, bis er von selbst wegschwimmt.
Die Knochenschilde auf Rücken und Flanken sind hart und kantig. Fasse den Fisch darum mit nassen Händen ruhig an und halte ihn nicht an den Schilderreihen fest.
Fazit: Grundmontage, fischiger Köder, Geduld
Stör angeln ist in Deutschland ein Angelpark-Thema, und dort ist es erstaunlich einfach. Du brauchst eine solide Grundmontage mit 80 bis 100 g Blei, einen fischigen Köder wie Pellets oder Räucherlachs, der auf dem Grund liegt, und eine Rute, die einem großen Fisch standhält. Der Rest ist Geduld in der Dämmerung und ein ruhiger Drill mit weicher Bremse.
Vor dem ersten Wurf lohnt der Blick in die Parkordnung: Vorfachlänge, Hakentyp und die Frage, ob der Stör zurück muss, regelt jede Anlage selbst. Wer danach Lust auf mehr Grundangeln bekommt, findet beim Karpfen die nächste Stufe, der Ratgeber Karpfen angeln: Tipps ist dafür ein guter Start.
Häufige Fragen
Wo darf man in Deutschland auf Stör angeln?
Gezielt nur an kommerziellen Angelteichen und Angelparks, die Störe aus der Aquakultur besetzen. In natürlichen Gewässern sind Störe streng geschützt. Brandenburg etwa schont alle Störarten ganzjährig, der Europäische Stör steht zusätzlich unter dem strengen Schutz der FFH-Richtlinie. Ein Stör, der in Oder oder Elbe als Beifang an den Haken geht, wird sofort schonend zurückgesetzt.
Was ist der beste Köder für Stör?
Fischige, eiweißreiche Köder mit starkem Geruch. Am verlässlichsten fangen Heilbutt- oder Lachspellets und Pellet-Teig, weil viele Parkstöre in der Aufzucht mit Pellets gefüttert wurden. Dazu kommen Räucherlachs, Fischfetzen von Hering oder Makrele, Tauwurmbündel und Garnelen. Größer als eine Walnuss sollte der Köder nicht sein.
Welche Montage nimmt man für Stör?
Eine Grundmontage, bei der der Köder auf dem Boden liegt. Bewährt sind ein Laufblei oder ein Festblei von 80 bis 100 g, ein Vorfach aus 0,30 bis 0,40 mm Monofil oder Fluorocarbon mit 50 bis 100 cm Länge und ein kräftiger Haken der Größe 4 bis 2/0. Pellets und Boilies sitzen an einem Haar. Die Vorfachlänge begrenzen manche Parks, bei La Motta etwa auf 70 cm.
Wann beißen Störe am besten?
In der warmen Jahreshälfte von Mai bis September, am zuverlässigsten in der Morgen- und Abenddämmerung. Bei großer Sommerhitze verlagert sich die Aktivität in die frühen Morgenstunden und in die Nacht, sofern der Park Nachtangeln erlaubt. Im Frühjahr und Herbst laufen auch die Tagesstunden gut.
Welche Rute und Schnur braucht man für Stör?
Für Störe bis rund 1,30 m reicht eine Karpfenrute mit einer Freilaufrolle, 0,35 mm Monofil oder 0,20 mm Geflecht mit rund 10 kg Tragkraft. Für Fische ab 1,50 m greifen Angler zu Wallergerät: eine 2,70 m lange Rute mit rund 300 g Wurfgewicht, eine Rolle ab Größe 6000 und Geflecht ab 0,30 mm.
Warum beißen Störe so vorsichtig?
Der Stör hat ein unterständiges, zahnloses Saugmaul. Er tastet den Boden mit vier Barteln ab, saugt die Nahrung ein und prüft sie. Das erzeugt an der Rute oft nur ein leichtes Zupfen. Zupfer an der Pose können auch Schnurkontakt sein, wenn der Fisch das Vorfach mit den Brustflossen streift.
Darf man einen Stör aus dem Angelpark mitnehmen?
Das entscheidet jeder Betreiber selbst. Manche Anlagen erlauben die Entnahme gegen Aufpreis, andere verlangen, dass jeder Stör zurückgesetzt wird. Bei La Motta sind Störe ab einem Meter ganzjährig geschont und werden im flachen Wasser abgehakt. Die Parkordnung gehört deshalb vor dem ersten Wurf gelesen.
Wie groß werden Störe im Angelpark?
Sehr unterschiedlich, je nach Art und Besatz. Der Sibirische Stör, die häufigste Art in deutschen Anlagen, erreicht meist 80 bis 140 cm. Sterlets bleiben deutlich kleiner, Russische Störe und Hybriden können in großen Anlagen weit über einen Meter lang werden. Viele Parks nennen ihre Rekordfische auf der Website.