Das Wichtigste in Kürze
- Kurzantwort: Die Adresse im Fischereischein in Sachsen ändern lässt du beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mit dem Antrag „Änderung der Angaben im Fischereischein“. Du bekommst eine neue Karte mit der neuen Anschrift.
- Unterlagen: den alten Schein im Original, ein aktuelles farbiges Passbild und die Kopie deines Ausweises.
- Kosten: 7 €, zahlbar innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt der Rechnung.
- Dauer: rund vier Wochen. So lange liegt der alte Schein bei der Behörde, und ohne Schein darfst du nicht angeln.
- Pflicht: Eine Frist nennen Gesetz und Verordnung nicht. Die Anschrift gehört nach § 30 der Fischereiverordnung nicht zu den Pflichtangaben, der Schein bleibt unbefristet erteilt.
Steht die Adresse überhaupt im Fischereischein?
Ja. Der sächsische Fischereischein ist eine Karte im ID-Format, und darauf stehen unter Name und Geburtsdatum Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Wohnort. So zeigt es das Muster im Gebührenblatt des LfULG, das die Änderung der Wohnanschrift auch ausdrücklich als Gebührentatbestand aufführt.

Zu den Pflichtangaben gehört die Adresse trotzdem nicht. § 30 der Sächsischen Fischereiverordnung zählt auf, was ein Fischereischein enthalten muss:
- Vor- und Familienname, Geburtsdatum, Lichtbild und Unterschrift
- ausstellende Behörde, Ort und Zeitpunkt der Ausstellung
- eine laufende Nummer und die Gültigkeitsdauer
Der Schein wird nach § 20 des Fischereigesetzes unbefristet erteilt, und keine Vorschrift knüpft seine Gültigkeit an die aktuelle Anschrift. Eine Frist für die Änderung nennt die Fischereibehörde ebenfalls nicht. Wer seine Karte auf dem neuesten Stand haben will, beantragt die Änderung. Wer unsicher ist, ob das in seinem Fall nötig ist, fragt kurz bei der Fischereischeinstelle nach.
So läuft die Adressänderung Schritt für Schritt
Zuständig ist auch für Änderungen allein die Fischereibehörde im LfULG. Gemeinde und Bürgeramt tragen die neue Anschrift nicht in den Fischereischein ein, auch wenn sie den Personalausweis umschreiben.
- Formular besorgen: Den Antrag gibt es online über Amt24 oder als PDF auf der Antragsseite der Fischereibehörde (Stand 12.08.2026).
- Antragsart ankreuzen: „Änderung der Angaben im Fischereischein“.
- Daten eintragen: neue Anschrift, Geburtsdatum, die Nummer des bisherigen Scheins, das Ausstellungsdatum und die ausstellende Behörde. Die Angaben stehen auf deiner Karte.
- Unterlagen beilegen: ein aktuelles farbiges Passbild (45 × 35 mm, ohne Rand), die Kopie deines Ausweises und den bisherigen Fischereischein im Original. Daten des Ausweises, die für den Schein nicht nötig sind, darfst du schwärzen.
- Unterschreiben: Mit der Unterschrift erklärst du zugleich, dass keine Versagungsgründe vorliegen, etwa eine Verurteilung wegen Fischwilderei in den letzten fünf Jahren.
- Abschicken: an das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Fischereibehörde, Postfach 1140, 02697 Königswartha. Persönlich geht es nach telefonischer Terminvereinbarung in der Fischereischeinstelle in Nossen-Deutschenbora.
- Rechnung bezahlen: Die Behörde schickt eine Rechnung über 7 Euro. Nach dem Zahlungseingang kommt die neue Karte per Post.
Auch beim Online-Antrag verlangt die Behörde den alten Schein im Original. Er geht also in jedem Fall per Post oder persönlich zum LfULG.
Was die Änderung kostet
Die Gebühr steht im sächsischen Kostenverzeichnis und ist seit Oktober 2021 unverändert. Das aktuelle Antragsformular nennt dieselben Beträge.
| Antrag | Gebühr |
|---|---|
| Änderung der Angaben (Anschrift oder Name) | 7 € |
| Duplikat bei Verlust | 7 € |
| neuer Fischereischein auf Lebenszeit | 42 € |
Die Rechnung ist innerhalb von 30 Tagen zu begleichen. Geht das Geld nicht rechtzeitig ein, behandelt die Behörde den Antrag als zurückgenommen, und du beginnst von vorn.
Vier Wochen ohne Schein: den richtigen Zeitpunkt wählen
Für die Bearbeitung nennt das LfULG rund vier Wochen. In dieser Zeit liegt deine Karte bei der Behörde. Das Fischereigesetz verlangt in § 20, beim Angeln einen gültigen Schein bei sich zu führen und auf Verlangen vorzuzeigen. Eine Kopie oder ein Handyfoto reicht dafür in der Regel nicht, und ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit.
Praktisch heißt das:
- Termin planen: Leg die Änderung in eine Phase, in der du ohnehin nicht ans Wasser willst, etwa während des Umzugs selbst.
- Rechnung sofort zahlen: Jeder Tag bis zur Überweisung verlängert die Zeit ohne Schein.
- Vorher scannen: Ein Scan von Vorder- und Rückseite liefert dir Nummer und Ausstellungsdatum, falls es Rückfragen gibt.
Nach der Änderung zeigst du am Wasser die neue Karte vor. Den Personalausweis nimmst du am besten mit, denn die Fischereiaufsicht darf nach § 32 des Fischereigesetzes auch Dokumente zur Identitätsfeststellung sehen.
Umzug nach Sachsen: Was mit dem alten Schein passiert
Wer aus einem anderen Bundesland nach Sachsen zieht, hat noch keinen sächsischen Schein, in dem sich eine Adresse ändern ließe. Für diesen Fall regelt § 20 Absatz 1 des Sächsischen Fischereigesetzes zwei Dinge:
- Wer seinen Hauptwohnsitz in Sachsen hat, braucht grundsätzlich einen Schein der sächsischen Fischereibehörde.
- Bei einem Umzug nach Sachsen bleiben Scheine aus anderen Ländern im bisherigen Umfang gültig.
Ein befristeter Schein läuft also bis zu seinem Ablaufdatum weiter, ein lebenslanger behält seine Gültigkeit. Beantragen musst du dafür nichts. Willst du einen sächsischen Schein, beantragst du ihn für 42 Euro und legst den bisherigen Schein als Sachkundenachweis bei. Wie das abläuft, beschreibt der Ratgeber Fischereischein in Sachsen beantragen.
Umzug aus Sachsen in ein anderes Bundesland
Dein sächsischer Schein ist unbefristet und wird in den anderen Ländern anerkannt. Einige Länder setzen für Zugezogene allerdings eigene Fristen. Baden-Württemberg lässt Scheine aus anderen Ländern nach der Verlegung des Hauptwohnsitzes längstens bis zum Ende des folgenden Kalenderjahres gelten. Nordrhein-Westfalen erkennt Scheine ohne vergleichbare Sicherheitsmerkmale nur noch bis Ende 2031 an und verlangt die eigene Fischereiabgabe.
Bevor du in deiner neuen Heimat ans Wasser gehst, lohnt deshalb ein Blick auf die dortigen Regeln. Welche Länder einen neuen Schein verlangen und wo du ihn beantragst, steht im Ratgeber Angelschein neu beantragen.
Name geändert: derselbe Antrag
Nach einer Heirat oder einer anderen Namensänderung nutzt du denselben Antrag „Änderung der Angaben im Fischereischein“. Unterlagen und Gebühr sind identisch, der alte Schein geht im Original mit. Ziehst du gleichzeitig um, erledigt ein Antrag beide Änderungen.
Ist der Schein verloren oder unleserlich geworden, kreuzt du stattdessen „Duplikat (bei Verlust des Dokuments)“ an. Was du dabei beachten musst, auch für das Prüfungszeugnis, erklärt der Ratgeber Angelschein verloren.
Fazit: nach dem Umzug in Ruhe erledigen
Ein Umzug innerhalb Sachsens kostet dich beim Fischereischein höchstens 7 Euro und etwas Planung. Den Antrag stellst du per Amt24 oder Post, legst den alten Schein im Original bei und zahlst die Rechnung sofort. Weil die Karte rund vier Wochen bei der Behörde liegt, passt die Änderung am besten in eine angelfreie Zeit.
Bei einem Umzug über eine Landesgrenze zählt das Recht des Ziellands. Zuzügler nach Sachsen angeln mit ihrem alten Schein weiter, Wegzügler prüfen die Fristen ihres neuen Landes.
Häufige Fragen
Wie ändere ich die Adresse im Fischereischein in Sachsen?
Mit dem Antrag auf Änderung der Angaben im Fischereischein beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Das Formular gibt es über Amt24 oder als PDF zum Ausdrucken. Beizulegen sind ein aktuelles farbiges Passbild, eine Ausweiskopie und der bisherige Fischereischein im Original. Die Behörde stellt danach eine neue Karte mit der neuen Anschrift aus.
Was kostet die Adressänderung im Fischereischein in Sachsen?
7 Euro Verwaltungsgebühr, genauso viel wie ein Duplikat nach Verlust. Die Behörde schickt eine Rechnung, die du innerhalb von 30 Tagen überweist. Zahlst du nicht fristgerecht, gilt der Antrag als zurückgenommen. Eine Fischereiabgabe fällt in Sachsen nicht an.
Muss ich nach einem Umzug innerhalb Sachsens die Adresse im Fischereischein ändern?
Eine Frist oder ausdrückliche Pflicht nennen weder das Sächsische Fischereigesetz noch die Fischereiverordnung. § 30 der Verordnung zählt die Pflichtangaben eines Fischereischeins auf, die Anschrift gehört nicht dazu, und der Schein ist unbefristet erteilt. Die Behörde bietet die Änderung als eigenen Antrag an. Wer sichergehen will, fragt kurz bei der Fischereischeinstelle nach.
Darf ich angeln, während die Adressänderung läuft?
Nur mit gültigem Schein in der Tasche, und der liegt während der Bearbeitung bei der Behörde. Das sächsische Fischereigesetz verlangt, den Schein beim Angeln mitzuführen und vorzuzeigen. Rechne mit rund vier Wochen ohne Karte und lege die Änderung in eine Zeit, in der du ohnehin nicht angeln willst.
Ich ziehe aus einem anderen Bundesland nach Sachsen. Muss ich die Adresse ändern lassen?
Dein bisheriger Schein bleibt nach § 20 des Sächsischen Fischereigesetzes im bisherigen Umfang gültig. Für die weitere Gültigkeit musst du nichts beantragen. Wer einen sächsischen Schein haben will, beantragt ihn für 42 Euro beim LfULG und legt den alten Schein als Sachkundenachweis bei.
Wie ändere ich den Namen im Fischereischein nach der Heirat?
Über denselben Antrag auf Änderung der Angaben im Fischereischein. Du legst den alten Schein im Original, ein aktuelles Passbild und die Kopie des Ausweises mit dem neuen Namen bei. Die Gebühr beträgt ebenfalls 7 Euro, die neue Karte kommt nach dem Zahlungseingang per Post.