Das Wichtigste in Kürze
- Kurzantwort: Die beste Zeit zum Waller angeln sind warme Nächte von Juni bis August, wenn das Wasser über 20 °C liegt. Dazu kommen zwei Fressphasen: vor dem Laichen bei 16–19 °C, meist im Mai, und im Herbst bei 18–14 °C, meist im September.
- Uhrzeit: im Sommer Abenddämmerung bis Mitternacht und das Morgengrauen. Unter 15 °C wandert das Fenster in den Nachmittag.
- Wetter: schwüle Tage, fallender Luftdruck vor Gewittern, warmer Regen und angetrübtes Wasser. Ein Kälteeinbruch legt die Fische für Tage lahm.
- Ruhezeit: Unter 8 °C Wassertemperatur, meist von Dezember bis Februar, frisst der Wels kaum.
- Recht: Mecklenburg-Vorpommern schont den Wels vom 1. Mai bis 30. Juni, Bayern, Brandenburg, Hamburg und Sachsen kennen weder Schonzeit noch Mindestmaß.
Die Wassertemperatur entscheidet
Der Wels ist ein Wärmefisch. Seine Körpertemperatur folgt dem Wasser, und mit ihr laufen Verdauung, Jagdeifer und Bewegung schneller oder langsamer. Die Frage nach der besten Zeit ist deshalb vor allem eine Frage nach der Wassertemperatur. Der Kalender gibt nur grob an, wann welche Temperatur erreicht ist.
| Wassertemperatur | Verhalten | Beste Tageszeit | Grober Zeitraum |
|---|---|---|---|
| unter 8 °C | Winterruhe in den tiefsten Löchern | kaum Bisse | Dezember bis Februar |
| 8–12 °C | erste Bewegung, frisst selten | Nachmittag | März, April und November |
| 12–16 °C | frisst regelmäßig, zieht ins erwärmte Flachwasser | Nachmittag bis Abend | April, Mai und Oktober |
| 16–19 °C | Fressphase vor dem Laichen und im Herbst | Nachmittag bis in die Nacht | Mai und September |
| ab etwa 20 °C | Laichzeit, danach Sommermodus mit Nachtjagd | Abenddämmerung und Nacht | Juni bis August |
Ab etwa 15 °C wird der Wels zum verlässlichen Zielfisch, ab etwa 18 °C schlägt die Nacht den Nachmittag. Unter 8 °C beginnt die Winterruhe, in der Fänge die Ausnahme sind.
Das Welsjahr Monat für Monat

Die Monate gelten für Gewässer im deutschen Flachland. Ein flacher Teich kann zwei bis drei Wochen voraus sein, ein großer Fluss hinterher.
- Dezember bis Februar: Winterruhe. Die Welse liegen in Wintergruben, Häfen und tiefen Kolken, oft dicht beieinander. Bisse sind Zufall, am ehesten über Vertikalangeln mit dem Köder direkt vor dem Fisch.
- März: Das Wasser liegt meist noch unter 10 °C. Nur nach mehreren warmen Tagen lohnt ein Nachmittag an einer sonnigen Flachbucht, mit kleinem Köder.
- April: Flache Seen erreichen 10 bis 15 °C. Die Welse ziehen in erwärmte Buchten, der Nachmittag bringt die ersten regelmäßigen Bisse, das Tauwurmbündel ist der zuverlässigste Köder.
- Mai: Bei 16 bis 19 °C fressen die Welse vor dem Laichen kräftig und nehmen große Köder, oft im Flachwasser und den ganzen Nachmittag über. Hier greifen die Schonzeiten mancher Länder, und Laichplätze bleiben tabu.
- Juni: Ab etwa 20 °C laichen die Welse und fressen für einige Wochen kaum. Danach füllen sie ihre Reserven auf und jagen nachts. Je nach Gewässer überlagern sich beide Phasen.
- Juli und August: die Kernsaison. Warme Nächte, Jagd über große Flächen, Bisse von der Dämmerung bis Mitternacht und wieder im Morgengrauen.
- September: Bei 18 bis 14 °C beginnt die Herbstfressphase. Große Köderfische an Kanten zwischen Flach und Tief, die Abenddämmerung ist jetzt die stärkste Zeit.
- Oktober: Unter 14 °C werden die Beißphasen kurz und wandern in den Nachmittag. Die Fische stehen an tiefen Kanten, in Kolken und Häfen.
- November: zäh. An milden Tagen bringt der Nachmittag noch einzelne Fische, sonst gehört der Monat dem Vertikalangeln.
Wie die Saison im kalten Wasser beginnt und welche Stellen und Köder dann tragen, steht ausführlich im Ratgeber Wels angeln im Frühjahr, das Gegenstück zum Saisonende ist Waller angeln im Herbst.
Die beste Uhrzeit: warum der Wels nachts frisst
Der Wels findet seine Beute über die Seitenlinie, die Barteln und den Geruchssinn. Die Augen sind klein und spielen bei der Jagd eine untergeordnete Rolle. Im Dunkeln hat er darum einen Vorteil gegenüber seiner Beute, und die Weißfische ziehen nachts in flache Uferbereiche, wo der Wels sie stellt.
Dieser Vorteil zählt aber nur, wenn das Wasser warm genug ist. Im Frühjahr und Herbst kühlt das Flachwasser nachts so stark ab, dass die Fische sich zurückziehen. Dann ist der Nachmittag die wärmste und damit beste Phase des Tages.
| Tageszeit | Frühjahr unter 15 °C | Mai und September, 16–19 °C | Sommer über 20 °C | Herbst unter 14 °C |
|---|---|---|---|---|
| Morgen | schwach | mäßig | gut | schwach |
| Mittag bis Nachmittag | beste Phase | gut | schwach | beste Phase |
| Abenddämmerung | gut | sehr gut | sehr gut | gut |
| Nacht | schwach | gut | beste Phase | mäßig |
Im Sommer bringen die Stunden von der Dämmerung bis etwa Mitternacht die meisten Bisse. Danach wird es oft ruhiger, bis im Morgengrauen eine zweite Phase folgt. Tagsüber lohnt der Ansitz an Sommertagen vor allem bei trübem Wasser, bedecktem Himmel und Wind. Wer die Nacht am Wasser plant, findet Ausrüstung und Ablauf in den Tipps zum Nachtangeln. Ob Nachtangeln an deinem Gewässer erlaubt ist, regeln Landesrecht und Angelkarte.
Wetter, Luftdruck und Pegel
Innerhalb der Saison entscheidet das Wetter über den einzelnen Tag.
- Schwüle und fallender Luftdruck: Drückende Tage und Nächte vor einem Gewitter gehören zu den besten Zeiten überhaupt. Zieht das Gewitter auf, verlässt du das Wasser.
- Warmer Regen: trübt das Wasser an und bringt Futter ins Gewässer. Weil der Wels nicht auf Sicht jagt, stört ihn die Trübung nicht.
- Kälteeinbruch: Fällt die Wassertemperatur in wenigen Tagen um mehrere Grad, stellen Welse oft das Fressen ein. Erst nach zwei, drei stabilen Tagen lohnt der nächste Ansitz.
- Stabile warme Phasen: verlängern im Frühjahr und Herbst die Saison um Wochen.
- Wind: bringt Bewegung und Sauerstoff, besonders auflandiger Wind an warmen Abenden.
- Pegel im Fluss: Ein leicht fallender Pegel nach einem Anstieg gilt als beste Lage. Bei starkem Hochwasser stehen die Fische in Häfen und Altarmen, bei Niedrigwasser in Kolken und tiefen Rinnen.
Zum Mond kursieren viele Regeln, belastbare Zahlen für den Wels gibt es nicht. Temperatur, Luftdruck und Trübung erklären deutlich mehr. Die Mondphase taugt höchstens als Nebenkriterium.
See, Fluss oder Kanal: wo die Saison früher beginnt
Gewässer erwärmen sich unterschiedlich schnell, und die Monatsangaben verschieben sich entsprechend.
| Gewässer | Saisonstart | Saisonende | Grund |
|---|---|---|---|
| Teich, flacher See, Altarm | früh, oft schon April | früh | kleine Wassermenge, erwärmt und kühlt schnell |
| Tiefer See, Talsperre | später | später | Schichtung, das Tiefenwasser bleibt lange kalt |
| Großer Fluss | später, meist Mai | spät, bis Oktober | große Wassermenge reagiert träge |
| Kanal mit warmer Einleitung | früh | sehr spät | Kühlwasser hält die Temperatur |
Am Saisonanfang lohnt darum der Blick auf die kleinen, flachen Gewässer. Im Herbst halten große Flüsse und Kanäle mit warmen Einleitungen die Fressphase am längsten. Eine Uferzone mit Südlage und dunklem Grund erwärmt sich im Frühjahr schneller als der Rest desselben Sees.
Laichzeit und Schonzeit
Welse laichen bei Wassertemperaturen um 20 °C, in Deutschland je nach Gewässer meist zwischen Ende Mai und Juli. Sie legen ihre Eier in flachem Wasser an Wurzeln, Kraut und Pflanzenresten ab, das Männchen bewacht danach das Gelege. Wer im Frühsommer einen Wels in unmittelbarer Nähe eines Nestes hakt, nimmt dem Gelege in der Regel den Wächter. Auch ohne gesetzliche Schonzeit lohnt es sich darum, aktive Laichplätze zu meiden.
Die Schonzeiten und Mindestmaße regelt jedes Land selbst:
| Bundesland | Schonzeit Wels | Mindestmaß | Quelle |
|---|---|---|---|
| Bayern | keine | keins | AVFiG, Anlage 1 |
| Brandenburg | keine | keins | BbgFischO |
| Hamburg | keine | keins | Anglerverband Hamburg |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1. Mai bis 30. Juni (Binnengewässer) | 70 cm | LALLF |
| Niedersachsen (Binnengewässer) | keine | 50 cm | LAVES |
| Nordrhein-Westfalen | keine | keins | LFischVO |
| Sachsen | keine | keins | SächsFischVO |
Für die übrigen Länder gibt die Fischereiverordnung des Landes Auskunft. Dazu kommt die Gewässerordnung des Bewirtschafters, die strengere Regeln setzen darf. Verbreitet sind gesperrte Laichzonen im Mai und Juni, Nachtangelverbote in dieser Phase oder ein eigenes Mindestmaß für den Wels.
Ein Thermometer statt Kalender
Weil die Temperatur über Standplatz, Köder und Tageszeit entscheidet, ist ein Wasserthermometer das nützlichste Zubehör für die Saisonränder. Gemessen wird dort, wo du fischst, etwa einen halben Meter unter der Oberfläche. Ein Wert von 14 °C im Flachwasser am Nachmittag sagt dir mehr als jede Monatsregel. Wer mehrere Tage misst, sieht außerdem, ob das Wasser steigt oder fällt, und genau das entscheidet im Frühjahr und Herbst über den Ansitz.
Das Sänger Wasserthermometer misst laut Händlerangabe von 0 bis 60 °C und ist 12 cm lang.
Typische Fehler bei der Zeitwahl
- Nach Kalender fischen: Ein kalter Mai bringt weniger als ein warmer April. Maßgeblich ist die Wassertemperatur.
- Die Sommerroutine ins Frühjahr übernehmen: Unter 15 °C ist die Nacht die kälteste und schwächste Zeit des Tages.
- Nach dem Kälteeinbruch sofort los: Die Fische brauchen einige stabile Tage, bevor sie wieder fressen.
- Zu früh einpacken: Im Sommer beginnt die beste Phase oft erst mit der Dunkelheit und reicht bis Mitternacht.
- Laichplätze befischen: Im Mai und Juni kostet ein gehakter Wächter oft ein ganzes Gelege, unabhängig von der Rechtslage.
Fazit: warme Nächte, warme Nachmittage
Plane die Hauptsaison auf warme Nächte zwischen Juni und August und setz dich ab der Abenddämmerung bis etwa Mitternacht ans Wasser. Am Rand der Saison verschiebst du den Ansitz in den Nachmittag und folgst dem Thermometer. Im Mai lohnt die Fressphase vor dem Laichen, im September die Herbstphase bei 18 bis 14 °C. Bevor du im Mai oder Juni losziehst, wirfst du einen Blick in die Fischereiverordnung deines Landes und die Gewässerordnung, denn genau in diese Wochen fallen Laichzeit und mögliche Schonzeit.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit zum Waller angeln?
In warmen Nächten von Juni bis August, wenn das Wasser über 20 °C liegt. Dann frisst der Wels regelmäßig und über große Flächen. Zwei kürzere Spitzen liegen davor und danach: die Fressphase vor dem Laichen bei 16 bis 19 °C, meist im Mai, und die Herbstfressphase bei 18 bis 14 °C, meist im September.
Zu welcher Uhrzeit beißt der Wels am besten?
Im Sommer von der Abenddämmerung bis etwa Mitternacht, ein zweites Fenster liegt im Morgengrauen. Solange das Wasser unter 15 °C liegt, also im Frühjahr und Herbst, ist der Nachmittag zwischen etwa 14 und 18 Uhr die stärkste Zeit, weil das Flachwasser dann am wärmsten ist.
Ab welcher Wassertemperatur beißt der Wels?
Erste Bisse sind ab etwa 8 bis 12 °C möglich, regelmäßig frisst der Wels ab rund 12 bis 15 °C. Die besten Bedingungen herrschen über 18 bis 20 °C. Unter 8 °C geht er in die Winterruhe und frisst nur noch, wenn der Köder direkt vor ihm liegt.
Wann laicht der Wels?
Bei Wassertemperaturen um 20 °C, in Deutschland je nach Gewässer meist zwischen Ende Mai und Juli. Flache, warme Seen sind früher dran als große Flüsse. Während des Laichens fressen die Fische kaum, das Männchen bewacht danach das Gelege. Nach dem Laichgeschäft folgt eine Phase, in der die Welse ihre Reserven wieder auffüllen.
Beißt der Wels bei Gewitter?
Die Stunden vor einem Gewitter mit fallendem Luftdruck und schwüler Luft gehören zu den besten Zeiten überhaupt. Zieht das Gewitter auf, verlässt du das Wasser. Lange Kohlefaserruten leiten Strom, und Blitzschlag am Ufer ist eine reale Gefahr. Nach dem Gewitter lohnt sich der Ansitz oft wieder, wenn warmer Regen das Wasser angetrübt hat.
Kann man im Winter auf Wels angeln?
Möglich, aber selten erfolgreich. Unter 8 °C liegt der Wels in den tiefsten Löchern und frisst nur gelegentlich. Die beste Chance bietet das Vertikalangeln mit Echolot über den Wintergruben, bei dem der Köder direkt vor dem Fisch angeboten wird. Ein klassischer Nachtansitz im Winter bringt kaum Bisse.
Beißt der Wels bei Vollmond besser?
Unter Welsanglern gibt es dazu viele Regeln, belastbare Zahlen für den Wels fehlen aber. Deutlich stärker wirken Wassertemperatur, Luftdruck und Trübung. Wer die Wahl hat, plant den Ansitz nach dem Wetter und nimmt die Mondphase höchstens als Nebenkriterium.
Hat der Wels eine Schonzeit?
Das regelt jedes Bundesland selbst. In Bayern, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen gibt es für den Wels weder Schonzeit noch Mindestmaß. Mecklenburg-Vorpommern schont ihn in Binnengewässern vom 1. Mai bis 30. Juni bei einem Mindestmaß von 70 cm, Niedersachsen setzt 50 cm ohne Schonzeit an. Die Gewässerordnung des Vereins kann strenger sein.