Das Wichtigste in Kürze
- Kurzantwort: Beim Wels angeln an der Elbe zählen vor allem Buhnenköpfe mit Kolk, Häfen, angebundene Altarme und die Mündungen von Mulde, Saale und Havel. Bis zum Wehr Geesthacht fließt die Elbe rund 586 km ohne Staustufe.
- Beste Zeit: warme Nächte von Juni bis September. Bei Niedrigwasser im Hochsommer stehen die Fische in Kolken und an der Fahrrinne.
- Montage: Grundblei 100–200 g, im Buhnenfeld gern mit U-Pose, dazu eine monofile Schlagschnur gegen die Steinschüttungen.
- Regeln: Sachsen, Brandenburg und Hamburg kennen für den Wels weder Schonzeit noch Mindestmaß. Niedersachsen setzt 50 cm an, Mecklenburg-Vorpommern 70 cm und eine Schonzeit vom 1. Mai bis 30. Juni.
- Frühjahr: Sachsen verbietet Raubfischköder vom 1. Februar bis 30. April, Hamburg tote Köderfische und Kunstköder vom 1. Februar bis 31. Mai außerhalb des strömenden Hauptstroms.
Warum die Elbe ein Welsfluss ist

Die Elbe ist in Deutschland über weite Strecken ein frei fließender Strom. Zwischen der tschechischen Grenze bei Elbe-Kilometer 0 und dem Wehr Geesthacht bei Kilometer 586 gibt es keine Staustufe. Das Wehr Geesthacht, in Betrieb seit 1960, ist das einzige im deutschen Abschnitt. Unterhalb davon beginnt die Tideelbe, in der Ebbe und Flut den Wasserstand bestimmen.
Für den Wels bringt die frei fließende Strecke drei Dinge zusammen:
- Buhnen. Auf langen Abschnitten ist die Elbe mit Steinbuhnen ausgebaut, die quer vom Ufer in den Strom ragen. Am Kopf jeder Buhne gräbt die Strömung einen Kolk aus, dahinter liegt das ruhige Buhnenfeld. Tiefe, Deckung und eine Strömungskante liegen damit auf wenigen Metern.
- Nebenflüsse und Häfen. Mulde, Saale, Havel und Schwarze Elster bringen anderes, oft wärmeres oder trüberes Wasser ein. Hafenbecken wie in Magdeburg bieten strömungsarmes, tiefes Wasser.
- Wärme. In heißen Sommern steigt die Wassertemperatur über 20 °C, die Schwelle, ab der der Wels nachts über große Flächen jagt.
Gewässerverzeichnisse und Fangmeldungen führen den Wels an zahlreichen Abschnitten von Sachsen über Sachsen-Anhalt bis ins Wendland. Die frei fließende Mittelelbe ist dabei das Kerngebiet, weil sie Buhnenfelder, Häfen und Mündungen auf langer Strecke bietet.
Die Stellen, die an der Elbe tragen
| Stelle | Beste Zeit | Worauf achten |
|---|---|---|
| Kolk am Buhnenkopf | tagsüber, bei Niedrigwasser | Köder an die Kante des Lochs zum ruhigen Feld |
| Buhnenfeld | warme Nächte bei Mittelwasser | Köder auf halber Feldlänge, über Steinen mit U-Pose |
| Hafenbecken und Hafeneinfahrt | Frühjahr, Hochwasser, Herbst | ruhiges, tiefes Wasser; Betriebshäfen sind gesperrt |
| Mündung von Mulde, Saale, Havel | Frühjahr, nach Regen | Kante zwischen zwei Wassern, viel Futterfisch |
| Angebundener Altarm | Frühjahr, Hochwasser | erwärmt sich früher, Rückzugsraum bei Flut; Schutzgebiete beachten |
| Hafenbecken und Nebenelben der Tideelbe | rund um das Stauwasser | Strömung ruht kurz, Köder bleibt liegen |
Der Kolk am Buhnenkopf ist die verlässlichste Adresse. Die Strömung beschleunigt am Kopf der Buhne und gräbt ein Loch, das deutlich tiefer ist als das Feld daneben. Dort stehen die großen Fische am Tag. Der Köder gehört an die Kante des Kolks zum ruhigen Wasser hin, weil der Wels von dort aus ins Feld zieht.
Das Buhnenfeld ist der Nachtplatz. Zwischen zwei Buhnen dreht sich das Wasser langsam, Kleinfische sammeln sich, und der Wels sucht dort nach Einbruch der Dunkelheit. Das funktioniert nur, wenn das Feld genug Wasser führt. Bei sehr niedrigem Pegel liegt es teilweise trocken.
Häfen sind im Frühjahr stark, weil sich das stehende Wasser schneller erwärmt als der Strom, und im Herbst, weil die Weißfische dort Schutz suchen. Rund um Magdeburg liegen mehrere Strukturtypen auf engem Raum: die Saalemündung bei Barby oberhalb der Stadt, Hafenbecken im Stadtgebiet und lange Buhnenstrecken. Für Betriebshäfen und Schleusenbereiche gelten Betretungs- und Angelverbote, die vor Ort ausgeschildert sind.
Mündungen von Mulde bei Dessau, Saale bei Barby und Havel vor Wittenberge bringen eine Wasserkante in den Strom. Nach Regen führen die Nebenflüsse trübes, nährstoffreiches Wasser, das Futterfische anzieht. Der Wels stellt sich an die Grenze, an der sich beide Wasser mischen.
Der Pegel: Niedrigwasser ist das Sommerthema
An der frei fließenden Elbe schwankt der Wasserstand stärker als an einem gestauten Fluss. In trockenen Sommern fällt die Elbe oft weit unter Mittelwasser, nach Schneeschmelze oder Starkregen steigt sie schnell an. Für den Welsangler verschiebt jede Lage die Fische:
- Niedrigwasser: Die Buhnenfelder werden flach oder fallen trocken. Die Welse stehen konzentriert in den Kolken, an der Kante zur Fahrrinne und in tiefen Hafenbecken. Das Wasser wird schnell warm, die Nachtangelei an den Kolkkanten kann dann sehr gut laufen.
- Mittelwasser: Die klassische Lage für das Buhnenfeld. Tagsüber der Kolk, nachts das Feld.
- Steigendes Wasser und Hochwasser: Strömung und Treibgut drücken die Fische in Häfen, Altarme und Mündungsbereiche. Im Hauptstrom hat das Angeln dann wenig Sinn.
- Leicht fallender Pegel nach einem Anstieg: gilt als beste Lage. Das Wasser ist angetrübt, die Fische sind verteilt und fressen.
Die aktuellen Wasserstände aller Elbpegel stehen frei beim Pegelonline-Dienst der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, etwa für Dresden, Magdeburg-Strombrücke, Wittenberge und Hamburg St. Pauli. Wer den Verlauf über einige Tage ansieht, erkennt, ob der Strom steigt, fällt oder stabil ist, und wählt danach die Stelle.
Die Tideelbe: Hamburg und abwärts
Unterhalb von Geesthacht ändert sich die Angelei grundlegend. Zweimal am Tag läuft die Flut stromauf und die Ebbe stromab, in Hamburg beträgt der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser mehr als drei Meter. Mit der Richtung wechselt die Strömung, und eine Stelle, die bei Flut ruhig liegt, kann bei Ebbe kräftig ziehen.
Daraus ergeben sich drei Regeln für den Wels:
- Das Stauwasser nutzen. Rund um den Wechsel von Flut zu Ebbe und umgekehrt ruht die Strömung kurz. In dieser Phase bleibt eine Grundmontage liegen, und die Fische bewegen sich.
- Ruhige Bereiche wählen. Hafenbecken, Nebenelben und Kanäle bieten auch bei laufender Tide strömungsarmes Wasser.
- Schwerer bauen. Im Hauptstrom brauchst du mehr Blei als oberhalb von Geesthacht, und die Schnur muss mit wechselnden Zugrichtungen zurechtkommen.
Für das Hamburger Stadtgebiet gelten eigene Regeln. Die Hamburger Verordnung führt den Wels weder mit Schonzeit noch mit Entnahmefenster, der Wels darf also ganzjährig befischt und entnommen werden. An den freien Abschnitten von Elbe und Hafen reichen Fischereischein und Fischereiabgabe. Vom 1. Februar bis 31. Mai sind laut Anglerverband Hamburg und Verordnung tote Köderfische, Fischfetzen und Kunstköder verboten, ausgenommen ist der unmittelbare Strömungsbereich des Elbe-Hauptstroms. In Hafenbecken, Kanälen und Buhnenfeldern gilt das Verbot also. Tauwürmer nennt der Verordnungstext nicht. Welche Abschnitte frei und welche verpachtet sind, erklärt der Ratgeber Wo darf man in Hamburg angeln?.
Unterhalb von Hamburg ist die Elbe auf niedersächsischer Seite Küstengewässer. Dort gilt die Niedersächsische Küstenfischereiordnung mit eigenen Werten, der Fischfang ist nach dem Landesfischereigesetz frei. Für die schleswig-holsteinische Seite legt das Land die Regeln in seinen Fischereiverordnungen fest.
Saison und Tageszeit an der Elbe
Die Hauptsaison läuft von Juni bis September, sobald das Wasser über 18 bis 20 °C liegt. Am stärksten sind warme, schwüle Nächte von der Dämmerung bis etwa Mitternacht. Im Mai und im Oktober lohnt eher der Nachmittag an Häfen und Mündungen, weil sich dort das Wasser im Frühjahr zuerst erwärmt und im Herbst am längsten warm bleibt. Wie sich das Zeitfenster über das Jahr verschiebt, zeigt der Ratgeber Waller angeln: beste Zeit.
Die großen Wassermengen der Elbe reagieren träger als ein See. Im Frühjahr kommt die Saison darum später in Gang als an flachen Gewässern der Umgebung, im Herbst hält sie länger.
Montage und Köder für die Elbe
Im Buhnenfeld zieht die Strömung weniger als am Rhein, sie reicht aber, um eine leichte Montage zu verschieben.
| Bauteil | Auslegung | Begründung |
|---|---|---|
| Rute | 2,70–3,00 m, 150–400 g Wurfgewicht | Reserve für schwere Bleie und den Drill an der Steinschüttung |
| Rolle | Stationärrolle ab Größe 8000 oder Multirolle | Schnurfassung und Bremskraft für lange Fluchten |
| Hauptschnur | geflochten 0,40–0,50 mm | wenig Dehnung, Anhieb auf Distanz |
| Schlagschnur | Monofil 1,0 mm, 8–10 m | schützt an Buhnensteinen und puffert Kopfschläge |
| Blei | Laufblei oder Krallenblei 100–200 g | hält im Buhnenfeld und an der Kolkkante |
| Vorfach | 40–80 cm, Monofil 1,2–1,5 mm oder Kevlar | abriebfest gegen die Bürstenzähne |
| Haken | Einzelhaken 4/0–8/0 | je nach Köder |
Die Grundmontage mit kurzem Vorfach ist die Standardlösung für den Kolk. Ein langes Vorfach wickelt sich in der Strömung um das Blei. Die U-Pose ist die Alternative für das Buhnenfeld über Steinen. Sie hebt den Köder 50 bis 100 cm über den Grund und hält ihn aus dem Geröll heraus. Wie beide Posenmontagen gebaut werden, zeigt der Ratgeber Wels angeln mit Pose.
Die Schlagschnur ist an der Elbe Pflicht. Der Wels sucht im Drill die Buhne, und Geflecht scheuert an Wasserbausteinen in Sekunden durch. Material für Welsmontagen vom Vorfach bis zum Krallenblei führt AngelPlatz in der Welsangel-Abteilung*.
Bei den Ködern führen drei Varianten:
- Tauwurmbündel aus acht bis fünfzehn Würmern an einem Haken 4/0 bis 6/0. Der zuverlässigste Köder für die erste Nacht an einer unbekannten Stelle.
- Toter Köderfisch von 15 bis 25 cm, etwa Rotauge oder Brasse. In Sachsen dürfen selbst gefangene Fische nur in dem Gewässer als Köder dienen, in dem sie gefangen wurden, und Köderfische müssen vor dem Anködern getötet werden. Lebende Köderfische sind in ganz Deutschland nicht zulässig.
- Tintenfisch hält lange am Haken und gibt viel Duft ab, ein guter Köder für lange Nächte im trüben Wasser.
Schonzeit, Mindestmaß und Köderregeln je Bundesland
Die Elbe berührt sechs Flächenländer und den Stadtstaat Hamburg. Wo sie Landesgrenze ist, etwa im Wendland, gelten am jeweiligen Ufer unterschiedliche Regeln. Maßgeblich ist das Land, in dem deine Angelstelle liegt, und die Gewässerordnung deines Erlaubnisscheins.
| Land, Elbe-Abschnitt | Schonzeit Wels | Mindestmaß Wels | Besonderheit | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Sachsen, Grenze bis hinter Torgau | keine | keins | Raubfischköder vom 1. Februar bis 30. April verboten, höchstens zwei Handangeln | SächsFischVO |
| Sachsen-Anhalt, Wittenberg bis Altmark | siehe Text | keins | Gewässerordnung des Bewirtschafters prüfen | Fischerprüfung LSA |
| Brandenburg, Mühlberg und Prignitz | keine | keins | Wels in der Fischereiordnung nicht geregelt | BbgFischO |
| Niedersachsen, Binnenstrecke im Wendland | keine | 50 cm | unterhalb Hamburgs Küstenfischereiordnung | LAVES |
| Mecklenburg-Vorpommern, bei Dömitz und Boizenburg | 1. Mai bis 30. Juni | 70 cm | gilt für Binnengewässer | LALLF |
| Hamburg | keine | keins | 1. Februar bis 31. Mai keine toten Köderfische, Fetzen und Kunstköder außerhalb des strömenden Hauptstroms | Anglerverband Hamburg |
Für Sachsen-Anhalt bestätigt der amtliche Fragenkatalog zur Fischerprüfung, dass der Wels kein Mindestmaß hat. Eine Wels-Schonzeit führen die Übersichten der Vereine nicht, verbindlich ist die Gewässerordnung deines Abschnitts. Für die kurze Strecke in Schleswig-Holstein bei Lauenburg und Geesthacht gelten die Fischereiverordnungen des Landes.
Zwei Punkte betreffen das Welsangeln im Frühjahr besonders. In Sachsen darf vom 1. Februar bis 30. April nicht mit Ködern gefischt werden, die zum Fang von Raubfischen geeignet sind. Das schließt Köderfisch und Kunstköder ein, und im Zweifel klärt der Bewirtschafter, wie er große Wurmbündel einordnet. In Mecklenburg-Vorpommern fällt die Schonzeit genau in die Fressphase vor dem Laichen. Ein gezielter Ansitz auf Wels ist dort im Mai und Juni nicht erlaubt.
Erlaubnis und Sicherheit am Strom
Zusätzlich zum Fischereischein brauchst du an fast allen Abschnitten die Angelerlaubnis des Bewirtschafters. Die Elbe ist abschnittsweise an Anglerverbände, Vereine und Fischereigenossenschaften verpachtet, eine Karte gilt nur für die darin genannte Strecke. Ob Nachtangeln erlaubt ist und wie viele Ruten du auslegen darfst, steht in Landesrecht und Erlaubnisschein. Der Elbe-Lübeck-Kanal, der bei Lauenburg abzweigt, ist ein eigenes Gewässer mit eigener Erlaubnis.
Am Wasser gehören vier Punkte zur Vorbereitung:
- Buhnen bei Niedrigwasser. Trockengefallene Felder bestehen oft aus weichem Sand und Schlick, die Steine der Buhnen sind nass und glatt. Den Weg zur Stelle bei Tageslicht ansehen.
- Schiffe. Auf der Mittelelbe ist der Güterverkehr deutlich geringer als am Rhein, Schub- und Fahrgastschiffe erzeugen trotzdem Wellenschlag im Buhnenfeld. In Hamburg ziehen Seeschiffe kräftigen Sog und Schwell.
- Hochwasser. Treibgut und Strömung machen das Angeln im Hauptstrom gefährlich. Häfen und Altarme sind dann die besseren Plätze.
- Tide. In der Tideelbe steigt das Wasser schnell. Ein Platz auf dem Vorland kann bei Flut abgeschnitten sein.
Fazit: Pegel prüfen, Buhne wählen, Regeln klären
Für den ersten Welsansitz an der Elbe suchst du dir an einem warmen Sommerabend ein Buhnenfeld mit erkennbarem Kolk am Kopf. Vorher prüfst du bei Pegelonline den Wasserstand. Bei Mittelwasser legst du eine Rute an die Kolkkante und eine zweite mit U-Pose ins Feld, bei Niedrigwasser beide an Kolk und Fahrrinnenkante. Ein Tauwurmbündel an einer kurzen Grundmontage mit Schlagschnur ist der sicherste Start. Klär vor dem Kartenkauf, in welchem Land deine Stelle liegt und was dort für Wels, Köder und Nachtangeln gilt.
Häufige Fragen
Gibt es Welse in der Elbe?
Ja. Gewässerverzeichnisse und Fangmeldungen führen den Wels an zahlreichen Abschnitten der Elbe, von Sachsen über Sachsen-Anhalt bis ins Wendland. Die frei fließende Strecke mit ihren Buhnenfeldern, Häfen und Nebenflussmündungen bietet ihm Deckung, Tiefe und reichlich Weißfisch, und in warmen Sommern liegt das Wasser über 20 °C.
Wo stehen Welse in der Elbe?
Tagsüber in den Kolken an den Buhnenköpfen, an der Kante zur Fahrrinne und in tiefen Hafenbecken. Nachts ziehen sie in die ruhigen Buhnenfelder und ins flachere Wasser. Im Frühjahr und bei Hochwasser sind Häfen, angebundene Altarme und die Mündungen von Mulde, Saale und Havel die wichtigsten Stellen, bei Niedrigwasser die tiefen Kolke.
Wann ist die beste Zeit für Wels an der Elbe?
Die Hauptsaison reicht von Juni bis September, sobald das Wasser über etwa 18 bis 20 °C liegt. Am stärksten sind warme Nächte von der Dämmerung bis etwa Mitternacht. Im Mai und im Oktober lohnen eher die Nachmittage an Häfen und Mündungen, die sich schneller erwärmen bzw. länger warm bleiben.
Welche Montage nimmt man für Wels an der Elbe?
Eine Grundmontage mit Laufblei oder Krallenblei von 100 bis 200 g, kurzem Vorfach von 40 bis 80 cm und Einzelhaken 4/0 bis 8/0. Im Buhnenfeld über Steinen hebt eine U-Pose den Köder 50 bis 100 cm über den Grund. Vor die geflochtene Hauptschnur gehören acht bis zehn Meter Monofil als Schlagschnur, weil die Steinschüttungen Geflecht schnell aufscheuern.
Hat der Wels an der Elbe eine Schonzeit?
Das hängt vom Bundesland ab. In Sachsen, Brandenburg und Hamburg gibt es für den Wels weder Schonzeit noch Mindestmaß, in Sachsen-Anhalt kein Mindestmaß. Niedersachsen setzt in Binnengewässern 50 cm an, Mecklenburg-Vorpommern 70 cm und eine Schonzeit vom 1. Mai bis 30. Juni. Die Gewässerordnung des Bewirtschafters kann strengere Regeln enthalten.
Darf man in Hamburg an der Elbe auf Wels angeln?
Ja. Die Hamburger Verordnung kennt für den Wels weder Schonzeit noch Entnahmefenster. An den freien Abschnitten der Elbe reichen Fischereischein und die bezahlte Fischereiabgabe. Vom 1. Februar bis 31. Mai sind tote Köderfische, Fischfetzen und Kunstköder aber außerhalb des strömenden Hauptstroms verboten, also auch in Hafenbecken und Buhnenfeldern.
Wie wirkt sich Niedrigwasser auf das Welsangeln an der Elbe aus?
Stark. Bei niedrigem Pegel fallen viele Buhnenfelder flach oder trocken, und die Welse ziehen in die Kolke an den Buhnenköpfen, an die Kante zur Fahrrinne und in tiefe Hafenbecken. Das Wasser erwärmt sich schneller, die Fische stehen konzentriert. Wer den Pegel vor dem Ansitz bei Pegelonline prüft, weiß, ob die Nachtstelle im Feld überhaupt Wasser führt.
Braucht man für die Elbe einen Erlaubnisschein?
Fast überall ja. Zusätzlich zum Fischereischein brauchst du die Angelerlaubnis des Bewirtschafters für den jeweiligen Abschnitt, meist eines Anglerverbands, eines Vereins oder einer Fischereigenossenschaft. Eine Ausnahme sind die freien Gewässer in Hamburg, an denen Fischereischein und Fischereiabgabe genügen.