Technische Daten
| Sonar-Typ | CHIRP mit 3 Frequenzen |
|---|---|
| Frequenzen & Kegelwinkel | 675 kHz (7°) · 240 kHz (20°) · 100 kHz (47°) |
| Reichweite | bis 400 m (Boot und Sonar) |
| Akkulaufzeit Boot | 7 h laut Händlerangabe, bis 9 h laut Deeper |
| Akkus | 2 × Li-Ion 14,4 V / 6,7 Ah (je 96,48 Wh), zusammen 192,96 Wh |
| Ladezeit | 3 h Schnellladung, 4 h voll (USB-C, 65 W) |
| Antrieb | 2 bürstenlose BLDC-Elektromotoren |
| Geschwindigkeit | 3 km/h |
| Zuladung | 2 kg bzw. 3 l Köder, dreifache Köderabgabe |
| Rig-Hopper | 160 ml für Hakenmontagen (Dry-Rig-Kanal) |
| GPS | Autopilot mit 1 m Genauigkeit, automatischer Flächenscan |
| Bootsmaße | 55,3 × 37,3 × 23,7 cm |
| Bootsgewicht | 4,8 kg |
| Material | ABS-Kunststoff |
| Fernsteuerung | 2,4 GHz, 12 h Laufzeit, 104 g, magnetisches Docking |
| Beleuchtung | 2 Frontlichter, 4 Rücklichter |
Das Deeper Quest ist das erste eigene Futterboot des Echolot-Herstellers Deeper: ein 4,8 kg schweres Katamaran-Boot, das Futter und Hakenmontage bis 400 m weit an einen GPS-Punkt bringt und dabei mit einem CHIRP-Sonarmodul den Grund abtastet. Diese Rezension ordnet es datenbasiert ein, anhand von Hersteller-Datenblatt, Ausstattungsumfang und Preis.
Was das Deeper Quest ist und für wen es gedacht ist
Deeper hat sich mit wurfbaren Echoloten einen Namen gemacht. Das Quest überträgt diese Kompetenz auf eine andere Bauform: Du schickst ein ferngesteuertes Boot los, das Futter ablegt und gleichzeitig lotet. Damit richtet es sich klar an Karpfenangler, die auf großen Gewässern weit draußen fischen und ihre Plätze systematisch aufbauen.
Der Aufpreis gegenüber einem reinen Futterboot ohne Elektronik erklärt sich über genau diese Doppelfunktion. Wer ohnehin ein Echolot fürs Kartieren vom Ufer aus nutzt und zusätzlich ein Futterboot braucht, bekommt hier beides in einem Gerät mit gemeinsamer Reichweite und gemeinsamer App.
Das Sonar: drei Frequenzen aus der Deeper-Familie
Das abnehmbare Sonarmodul arbeitet mit CHIRP und drei Strahlfrequenzen, laut Hersteller 100 kHz mit 47° Kegel, 240 kHz mit 20° und 675 kHz mit 7°. Diese Auslegung kennst du aus den Deeper-Wurfecholoten, sie deckt drei Aufgaben ab:
| Kegel | Frequenz | Einsatz |
|---|---|---|
| 47° (weit) | 100 kHz | große Flächen schnell absuchen |
| 20° (mittel) | 240 kHz | Allround-Bild beim Abfahren des Spots |
| 7° (schmal) | 675 kHz | Kanten, Löcher und Hindernisse sauber trennen |
Das Modul wiegt 150 g, hält 12 Stunden durch und arbeitet laut Datenblatt von -20 bis 40 °C. Es sitzt in einem Dockingsystem, du kannst es also abnehmen und separat laden.
Autopilot und GPS: der eigentliche Komfortgewinn
Der interessanteste Teil ist das Autopilot-System mit 1 m GPS-Genauigkeit. Du legst einen Bereich fest, das Boot fährt ihn selbstständig ab und zeichnet dabei die Tiefenkarte, während du Ruten aufbaust und Futter mischst. Alternativ definierst du einen Mehrpunktpfad, etwa eine Route entlang einer Kante.
Für die Sicherheit sorgen zwei Automatiken: Bei niedrigem Akkustand oder abreißender Verbindung kehrt das Boot selbstständig zurück. Eine Co-Pilot-Funktion hält den Kurs, wenn Wind und Welle das Boot versetzen. Das ist bei 400 m Distanz eine sinnvolle Absicherung, denn ein havariertes Boot in Seemitte ist teuer.
Antrieb, Reichweite und Akku
Angetrieben wird das Quest von zwei bürstenlosen BLDC-Motoren, die es auf 3 km/h bringen. Bürstenlose Motoren sind wartungsärmer und leiser als Bürstenmotoren, was am Karpfenplatz zählt: Ein lautes Boot über dem Futterplatz kostet Bisse.
Die 3 km/h sind ehrlich betrachtet gemächlich. Für die volle Distanz von 400 m brauchst du damit rechnerisch rund acht Minuten pro Strecke, gegen Wind entsprechend länger. Wer mehrere Plätze anfüttert, sollte das in die Zeitplanung nehmen.
Beim Strom ist Deeper großzügig: Zwei Li-Ion-Akkus mit je 14,4 V und 6,7 Ah (96,48 Wh) liegen bei, zusammen 192,96 Wh. Die Laufzeitangaben schwanken zwischen 7 Stunden (Händlerangabe) und bis zu 9 Stunden (Deeper). Selbst mit dem konservativen Wert deckst du mit beiden Akkus eine lange Session ab. Geladen wird per USB-C mit 65 W, nach 3 Stunden ist der Schnellladestand erreicht, nach 4 Stunden ist der Akku voll.
Köderabgabe: drei Kammern plus Rig-Hopper
Die Zuladung beträgt 2 kg beziehungsweise 3 Liter, verteilt auf ein dreifaches Abgabesystem. Damit kannst du drei Plätze nacheinander anfahren oder die Menge pro Abwurf gezielt dosieren.
Praktisch durchdacht ist der separate Rig-Hopper mit 160 ml: Die Hakenmontage liegt in einem eigenen, trockenen Kanal und wird unabhängig vom Futter abgelegt. Das verhindert, dass sich Vorfach und Haken im nassen Futter verheddern, ein klassisches Ärgernis bei einfacheren Booten.
Einordnung: Sonar und Boot in einem Gerät, zum Preis eines Spitzenmodells
Datenbasiert bekommst du mit dem Quest ein vollausgestattetes Futterboot mit Autopilot plus ein vollwertiges CHIRP-Sonar, dessen Reichweite exakt zur Bootsreichweite passt. Der Lieferumfang ist ungewöhnlich vollständig, vom Hartschalen-Rucksack über Ersatzpropeller bis zum 65-W-Ladegerät musst du nichts nachkaufen.
Der Preis von rund 1.699,99 € ist die klare Hürde. Dafür bekommst du an anderer Stelle ein sehr gutes Echolot und ein Futterboot der Mittelklasse. Wer beides braucht, rechnet das Paket schnell schön; wer nur Futter ausbringen will, findet deutlich günstigere Boote.
Ein Punkt gehört vor jeden Kauf: Futterboote sind nicht überall erlaubt. Gewässerordnung und Landesfischereirecht entscheiden darüber, und die Regeln unterscheiden sich von Verein zu Verein. Kläre das beim Bewirtschafter, bevor du 1.800 € investierst. Einen Überblick über die Landesregelungen und die zuständigen Stellen bietet der Deutsche Angelfischerverband.
Mit einer Gesamtwertung von 4,2 von 5 ist das Deeper Quest die Empfehlung für ambitionierte Karpfenangler an großen Gewässern, die Sonar und Futterboot ohnehin beide brauchen und den Komfort des Autopiloten wollen. Wer sein Wasser bereits kennt und nur Futter transportieren muss, fährt mit einem einfacheren Boot wirtschaftlicher.
Stärken und Schwächen
Stärken
- Sonar und Boot kommen aus einer Hand: das CHIRP-Modul stammt aus Deepers Echolot-Reihe und liefert dasselbe Bild, das Deeper-Nutzer aus der Fish-Deeper-App kennen
- 400 m Arbeitsbereich gelten für Boot und Sonar gleichermaßen, du verlierst das Sonarbild also nicht auf halber Strecke
- Autopilot mit 1 m GPS-Genauigkeit scannt eine Fläche selbstständig ab, während du den Platz aufbaust
- Zwei Wechselakkus gehören zum Lieferumfang, damit ist der Angeltag auch ohne Steckdose abgedeckt
- Sehr vollständiges Paket: Hartschalen-Rucksack, Regenhülle, Fernsteuerung mit Handyhalter, Ersatzpropeller, Ersatzantennen und 65-W-Ladegerät liegen bei
- Getrennter Rig-Hopper mit 160 ml führt die Hakenmontage in einem eigenen trockenen Kanal und hält sie vom nassen Futter fern
Schwächen
- Rund 1.800 € rufen die oberste Preisklasse auf, ein einfaches Futterboot ohne Sonar kostet einen Bruchteil davon
- Futterboote sind längst nicht überall erlaubt: Gewässerordnung und Landesrecht entscheiden, an manchen Seen bleibt das Boot im Auto
- Die Angaben zur Laufzeit gehen auseinander, Händler nennen 7 Stunden, Deeper selbst bis zu 9
- 3 km/h Höchstgeschwindigkeit sind gemächlich, gegen Wind und Strömung dauert der Weg auf 400 m spürbar
- 4,8 kg Boot plus Akkus, Rucksack und Fernsteuerung sind ein ordentliches Zusatzgepäck für längere Fußmärsche
Häufige Fragen
Was kostet das Deeper Quest Futterboot?
Der Straßenpreis liegt bei rund 1.799 €, im Handel bewegt er sich je nach Anbieter zwischen etwa 1.750 und 1.850 €. Darin enthalten sind das Boot, das CHIRP-Sonarmodul, zwei Li-Ion-Akkus, die Fernsteuerung, ein Hartschalen-Rucksack und umfangreiches Zubehör. Ein Nachkauf-Akkuset kostet zusätzlich rund 290 €.
Wie weit fährt das Deeper Quest?
Der Arbeitsbereich beträgt laut Hersteller bis zu 400 Meter, und zwar für die Bootssteuerung und die Sonarübertragung gleichermaßen. Damit erreichst du an den meisten deutschen Gewässern jeden Spot, den du beangeln willst. In der Praxis begrenzen Wellengang, Bewuchs und Sichtverbindung die nutzbare Distanz eher als die Funktechnik.
Wie lange hält der Akku des Deeper Quest?
Die Angaben gehen auseinander: Händler nennen 7 Stunden Betriebsdauer, Deeper selbst gibt bis zu 9 Stunden an. Beide Werte beziehen sich auf einen Akku, und im Lieferumfang liegen zwei davon mit je 96,48 Wh. Aufgeladen ist ein Akku per Schnellladung nach 3 Stunden, vollständig nach 4 Stunden.
Welches Sonar steckt im Deeper Quest?
Ein CHIRP-Sonarmodul mit drei Strahlfrequenzen: 100 kHz mit 47° Kegel für die schnelle Flächensuche, 240 kHz mit 20° als Allround-Einstellung und 675 kHz mit 7° für die Detailarbeit an Kanten und Einzelfischen. Das entspricht der Auslegung der Deeper-Wurfecholote, etwa des Chirp+ 2.
Wie viel Futter kann das Deeper Quest transportieren?
Die maximale Ladekapazität beträgt 2 Kilogramm beziehungsweise 3 Liter, verteilt auf ein dreifaches Köderabgabesystem. Zusätzlich gibt es einen getrennten Rig-Hopper mit 160 Millilitern, in dem die Hakenmontage trocken liegt und separat abgelegt wird.
Darf ich in Deutschland überall mit einem Futterboot angeln?
Nein. Der Einsatz von Futterbooten regeln die Gewässerordnung des Bewirtschafters und das jeweilige Landesfischereirecht. An vielen Vereinsgewässern sind sie erlaubt, an anderen ausdrücklich verboten, an einigen nur mit Genehmigung. Kläre das vor dem Kauf beim Verein oder Bewirtschafter, das erspart teuren Ärger.
Kann das Deeper Quest Tiefenkarten erstellen?
Ja. Über das Autopilot-System legst du einen Bereich fest, den das Boot selbstständig abfährt, während das Sonarmodul lotet. Aus GPS-Position und Lotung entsteht eine Tiefenkarte des Abschnitts. Die GPS-Genauigkeit gibt Deeper mit einem Meter an. Alternativ definierst du einen Mehrpunktpfad, den das Boot abfährt.
Was ist im Lieferumfang des Deeper Quest enthalten?
Boot, CHIRP-Sonarmodul, Fernsteuerung mit Schutzhülle, Trageriemen und Handyhalterung, zwei Li-Ion-Akkus, USB-C-Ladegerät mit 65 W samt Kabeln, ein Hartschalen-Rucksack mit Regenhülle, eine weiche Aufbewahrungstasche, Schutzhülle fürs Handy oder Tablet, zwei Ersatzpropeller, zwei Ersatzantennen, Reinigungsbürsten und ein Reinigungstuch.
Wie schwer ist das Deeper Quest?
Das Boot selbst wiegt 4,8 Kilogramm bei Maßen von 55,3 × 37,3 × 23,7 Zentimetern. Dazu kommen Akkus, Fernsteuerung (104 g), Sonarmodul (150 g) und der Rucksack. Für kurze Wege ist das gut tragbar, bei längeren Fußmärschen zum Swim merkst du das Gesamtgewicht deutlich.
Kann ich das Deeper Quest auch nachts einsetzen?
Ja. Das Boot hat zwei Frontlichter und vier Rücklichter, damit bleibt es im Dunkeln sichtbar und orientierbar. Die Fernsteuerung hält 12 Stunden durch, das Sonarmodul ebenfalls. Für die Nachtsession ist die Beleuchtung damit ausgelegt, die Sichtverbindung auf große Distanz bleibt aber die praktische Grenze.