Technische Daten
| Ködertyp | Hybrid aus Jerkbait und Tailbait, auf der Deviator-Swim-Basis aufgebaut |
|---|---|
| Größen | 16,5 cm / 48 g und 20 cm / 87 g |
| Sinkverhalten | Slow Sinking (langsam sinkend), im Handel als SS geführt |
| Lauftiefe | rund 0,5 bis 1,5 m je nach Anbindepunkt (Händlerangabe) |
| Anbindepunkte | zwei Ösen für superflachen und mittleren Lauf |
| Schwanz-System | Cross Jaw Lock, Schwänze auch umgedreht montierbar |
| Mitgelieferte Schwänze | zwei aromatisierte Wechselschwänze: Paddletail und Mini-Curltail |
| Aktion Paddletail | rasante, hektische Fluchtaktion |
| Aktion Curltail | weites, seitliches Gleiten |
| Haken 16,5 cm | 2 × SGY 1X BN Drilling in Größe 1 |
| Haken 20 cm | 2 × SGY 1X BN Drilling in Größe 1/0 |
|---|---|
| Wurfsystem | integriertes Longcast-System (Gewichtsverlagerung beim Wurf) |
| Geräusch | eingebaute Rassel |
| Dekor | Fotodruck-Details |
| Zielfisch laut Hersteller | Hecht, in kleinerer Größe auch Zander |
| Farben 16,5 cm | u. a. Chrome Perch, Blue Chrome, Clear Herring, Dirty Roach Glitter, Golden Ambulance |
| Farben 20 cm | u. a. Pike, Bream, Blue Chrome, Golden Ambulance |
| Schwestermodell | Deviator Swim in 10,5 cm / 35 g, 12,5 cm / 50 g und 14 cm / 70 g |
| Hersteller | Savage Gear (Svendsen Sport) |
| EAN (16,5 cm Chrome Perch) | 5706301022592 |
Angaben laut Hersteller-Datenblatt und Händlerlistung, Abweichungen sind in der Tabelle vermerkt.
Unsere Einordnung
Das spricht dafür
- Zwei Schwänze im Lieferumfang machen aus einem Köder zwei Laufbilder, ohne dass du etwas dazukaufst
- Der Wechsel über das Cross-Jaw-Lock dauert Sekunden und funktioniert mit klammen Fingern
- Zwei Anbindepunkte decken superflach über Kraut und mittlere Tiefe an der Kante ab
- Slow Sinking hält den Köder in der Absinkphase waagerecht in der Bissphase, statt ihn absacken zu lassen
- 48 g bei 16,5 cm plus Longcast-System ergeben eine Wurfweite, mit der du auch vom Ufer Fläche abdeckst
- Zwei Größen decken Zander mit 16,5 cm und Großhecht mit 20 cm ab
Das spricht dagegen
- Gummischwänze sind Verschleißteile, nach mehreren Hechten brauchst du Ersatz, den Savage Gear separat verkauft
- 87 g bei der 20-cm-Version verlangen eine Rute ab 100 g Wurfgewicht, eine normale Spinnrute reicht nicht
- Savage Gear weist keine Lauftiefe je Anbindepunkt aus, die Werte stammen aus Händlerangaben
- Zwei Drillinge an einem 16,5-cm-Köder erschweren das schonende Abhaken beim Zurücksetzen
- Die Preisspanne im Handel reicht von rund 14,70 € bis über 22 €, je nach Farbe und Größe
Ein Jerkbait läuft so, wie der Hersteller ihn gebaut hat, und dabei bleibt es. Der Savage Gear Deviator Tail dreht diese Regel um: Er kommt mit zwei unterschiedlichen Gummischwänzen und zwei Anbindepunkten, und daraus ergeben sich vier Laufbilder mit einem einzigen Köder. Preislich liegt er bei 14,70 €. Diese Rezension ordnet ein, was das System leistet. Grundlage sind die Angaben von Savage Gear und die Datenblätter der Händler.
Hartkopf plus Gummiheck: das Bauprinzip
Der Deviator Tail ist ein Hybridköder. Vorn sitzt ein Hartkörper, der auf der Form des Deviator Swim aufbaut, hinten steckt ein austauschbarer Gummischwanz. Diese Bauweise verbindet zwei Eigenschaften, die sich sonst ausschließen.
Der Hartkörper trägt das Gewicht, die Rassel und die beiden Anbindeösen. Er sorgt für Wurfweite und für die seitliche Gleitbewegung, die ein Jerkbait ausmacht. Der Gummischwanz übernimmt die Feinarbeit: Er flattert, zittert und erzeugt genau das Laufgeräusch, das ein Hartköder allein nicht hinbekommt.
Zwei Größen stehen zur Wahl: 16,5 cm mit 48 g und 20 cm mit 87 g. Beide sind als Slow Sinking ausgelegt, sinken also langsam. Die Grundform stammt vom reinen Hartköder der Serie, dessen Daten Savage Gear auf der Produktseite zum Deviator Swim ausweist.
Das Cross-Jaw-Lock und die zwei Schwänze
Das Wechselsystem heißt bei Savage Gear Cross Jaw Lock. Der Schwanz wird formschlüssig im Heck des Hartkörpers verriegelt, statt nur aufgesteckt zu werden. Das löst ein bekanntes Problem: Aufgesteckte Gummiteile rutschen beim Wurf nach hinten oder gehen beim Biss verloren.
Im Lieferumfang liegen zwei aromatisierte Schwänze bei, und die unterscheiden sich deutlich:
| Schwanz | Aktion | Passt zu |
|---|---|---|
| Paddletail | schnell, hektisch, hoher Druck | aktive Fische, trübes Wasser, warme Monate |
| Mini-Curltail | breites seitliches Gleiten, langsam | kaltes und klares Wasser, passive Fische |
Dazu kommt ein Detail, das leicht übersehen wird: Die Schwänze lassen sich auch umgedreht montieren. Ein auf dem Kopf sitzender Paddletail verändert den Anstellwinkel und damit Lauftiefe und Bewegungsmuster noch einmal.
Was das Ganze mit Bewegung im Wasser macht, ist im Kern dasselbe Prinzip wie beim aktiven Führen eines Wobblers, das wir im Ratgeber Twitchen erklärt auseinandergenommen haben.
Zwei Anbindepunkte: superflach oder mittlere Tiefe
Der zweite Baustein sind die zwei Ösen am Vorderteil. Die Öse verändert den Winkel, in dem der Köder im Wasser hängt, und damit seine Lauftiefe.
An der einen Position läuft der Deviator Tail direkt unter der Oberfläche, was ihn über flachen Krautfeldern und in verkrauteten Buchten fischbar macht. An der anderen zieht er in eine mittlere Tiefe, Händler nennen dafür rund einen Meter. Savage Gear selbst weist keine Tiefenwerte je Öse aus, weshalb diese Angabe als Richtwert zu lesen ist.
Der praktische Nutzen liegt in der Flexibilität am Wasser. Du wechselst die Anbindung in zehn Sekunden und fischst dieselbe Uferstrecke einmal flach über dem Kraut und einmal an der Abbruchkante, ohne den Köder zu tauschen.
Slow Sinking: die Dichte, die Bisse bringt
Der Köder sinkt langsam und bleibt dabei waagerecht in der Wasserschicht. Das ist wichtiger, als es klingt.
Ein Hecht attackiert am liebsten den Köder, der kurz stillsteht oder taumelt. Genau dafür ist die Absinkphase da: Du gibst zwei Schläge, lässt den Köder los, und er schwebt für ein bis zwei Sekunden seitlich weg. Ein schnell sinkender Köder wäre in dieser Zeit schon im Kraut, ein schwimmender käme sofort wieder hoch.
Über Kraut kannst du mit dieser Dichte Pausen einlegen, ohne hängen zu bleiben. In tieferem Wasser bekommst du sie, wenn du einfach länger wartest.
Wurfweite: 48 g und das Longcast-System
Mit 48 g bei 16,5 cm hat der Köder für seine Länge viel Masse, dazu kommt ein integriertes Longcast-System, also eine beim Wurf nach hinten wandernde Gewichtskugel. Sie streckt den Köder in der Flugphase und verhindert das Trudeln, das bei langen Ködern Weite kostet.
Für dich heißt das: Du deckst vom Ufer aus Fläche ab, ohne eine Big-Bait-Rute zu brauchen. Für die 16,5-cm-Version reicht eine kräftige Spinnrute mit 60 bis 80 g Wurfgewicht. Die 20-cm-Version mit 87 g verlangt dagegen eine Rute ab 100 g, in der Praxis also eine ausgewiesene Jerkrute. Welche Klasse zu welchem Köder passt, steht im Ratgeber zur Spinnrute für Hecht und Zander.
Haken und Vorfach
Savage Gear verbaut SGY-1X-BN-Drillinge, in der 16,5-cm-Version zweimal Größe 1, in der 20-cm-Version zweimal Größe 1/0. Das ist eine solide Standardbestückung.
Zwei Drillinge an einem Köder dieser Größe haben eine Kehrseite: Beim Zurücksetzen dauert das Lösen länger, und ein zweiter Haken findet beim Drill leicht ins Netz. Wer viel zurücksetzt, tauscht den hinteren Drilling gern gegen einen Einzelhaken, was die Aktion des Curltails allerdings verändert.
Beim Vorfach führt bei diesem Köder kein Weg an Stahl oder Titan vorbei. Warum Fluorocarbon beim Hecht nur eine bedingte Lösung ist, haben wir im Ratgeber Fluorocarbon oder Stahlvorfach aufgeschlüsselt.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Länge | Gewicht | Typ | Besonderheit | Preisniveau | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Savage Gear Deviator Tail | 16,5 cm | 48 g | Hybrid-Jerkbait | zwei Wechselschwänze, zwei Ösen | ab rund 15 € | 4,1 |
| Savage Gear 3D Glide Roach | 17 cm | 78 g | Glidebait, Line Thru | Weichkörper, Schnur läuft durch | ab rund 19 € | 4,3 |
| Westin Swim Glidebait | 12 cm | 53 g | Glidebait, Hartkörper | handbemalt, Suspending oder Sinking | ab rund 14 € | 4,4 |
| Savage Gear Freestyler V2 | 16 cm | – | Stickbait | Line-Thru-Weichköder ohne Schaufel | ab rund 13 € | 4,3 |
Die Tabelle zeigt vier Wege zum selben Ziel. Die Glidebaits gleiten breiter und gleichmäßiger, bieten dafür ein festes Laufbild. Der Deviator Tail ist der vielseitigste im Feld, weil du seine Aktion am Wasser änderst. Der Freestyler V2 setzt auf Line-Thru, bei dem der Köder beim Drill die Schnur hochrutscht und der Fisch nur am Haken hängt. Wenn du zwischen diesen Bauarten schwankst, hilft der Überblick im Ratgeber zu Wobblern beim Angeln.
Für wen sich der Deviator Tail lohnt
Er passt zu Hechtanglern, die mit wenig Ködern viel abdecken wollen. Wer vom Ufer aus wechselnde Uferstrecken abfischt, flaches Kraut und tiefere Kanten im selben Abschnitt hat, bekommt hier vier Konfigurationen in einer Köderbox. Welche Farbe bei welchem Wetter sinnvoll ist, klärt der Ratgeber zur Gummifischfarbe je nach Wetter, dessen Logik auch für Hartköder trägt.
Weniger passend ist er, wenn du tief und grundnah fischst. Für Zander in drei Metern und mehr bleibt der Gummifisch am Jigkopf das präzisere Werkzeug. Und wer den Köder nur einmal im Jahr auspackt, zahlt für die Wechselschwänze mit, ohne sie zu nutzen. Wie du den Köder in eine Hechtsaison einbaust, steht im Ratgeber zum Hechtangeln.
Einordnung: ein Köder mit vier Einstellungen
Datenbasiert betrachtet bietet der Deviator Tail mehr Konfigurationsmöglichkeiten als jeder klassische Jerkbait: zwei Schwänze im Lieferumfang, zwei Anbindeösen, umkehrbare Schwanzmontage und zwei Größen von 16,5 bis 20 cm. Dazu kommen Rassel, Longcast-System und ein Wechselsystem, das mit klammen Fingern funktioniert.
Die Grenzen liegen im Verschleiß und in der Datenlage: Gummischwänze sind Verbrauchsmaterial, und Savage Gear weist keine Lauftiefe je Anbindepunkt aus. Bei der 20-cm-Version kommt die Rutenfrage dazu, 87 g überfordern normale Spinnruten.
Mit 4,1 von 5 ist er die Empfehlung für Hechtangler, die ihre Köderbox schlank halten und trotzdem auf wechselnde Bedingungen reagieren wollen. Wer ein einziges, verlässliches Laufbild sucht, ist mit einem klassischen Glidebait besser bedient.
Ähnliche Kunstköder in dieser Preisklasse
Alle Kunstköder im Ranking →Häufige Fragen
Welche Größen gibt es vom Savage Gear Deviator Tail?
Savage Gear führt den Deviator Tail in 16,5 cm mit 48 g und in 20 cm mit 87 g. Beide sind langsam sinkend ausgelegt. Die kleinere Version trägt zwei Drillinge in Größe 1, die große zwei in Größe 1/0. Das verwandte Modell Deviator Swim deckt darunter die Längen 10,5, 12,5 und 14 cm ab.
Was bringen die zwei Anbindepunkte am Deviator Tail?
Die vordere und die obere Öse ändern den Anstellwinkel des Körpers im Wasser. An der einen läuft der Köder superflach direkt unter der Oberfläche, an der anderen zieht er in eine mittlere Tiefe von rund einem Meter. Du fischst damit Krautfelder und Kanten mit demselben Köder ab, ohne die Montage zu wechseln.
Wie funktioniert das Cross-Jaw-Lock-System?
Der Gummischwanz wird mit einer Verriegelung im Heck des Hartkörpers eingeklemmt, die ihn formschlüssig hält. Er sitzt dadurch fest genug, um Hechtattacken zu überstehen, und lässt sich trotzdem ohne Werkzeug abziehen. Der Wechsel zwischen Paddletail und Curltail dauert wenige Sekunden, auch mit kalten Händen.
Welcher Schwanz für welche Situation?
Der Paddletail erzeugt eine schnelle, unruhige Aktion und wirkt wie ein flüchtender Fisch. Er passt zu aktiven Fischen in der warmen Jahreszeit und zu trübem Wasser. Der Mini-Curltail lässt den Köder breit seitlich gleiten und arbeitet langsamer, was in kaltem und klarem Wasser oft besser funktioniert. Beide liegen dem Köder bei.
Brauche ich für den Deviator Tail ein Stahlvorfach?
Auf Hecht ja. Bei einem Köder dieser Größe schluckt der Fisch regelmäßig tief, und die Zähne sitzen dann genau an der Vorfachschnur. Üblich sind 7×7-Stahlvorfächer oder Titan in 30 bis 50 cm Länge. Fluorocarbon ab 0,60 mm ist beim Zanderangeln eine Option, hält aber dem Zahnkontakt eines Hechts nicht sicher stand.
Welche Rute passt zum Savage Gear Deviator Tail?
Für die 16,5-cm-Version mit 48 g reicht eine kräftige Spinnrute mit 60 bis 80 g Wurfgewicht. Die 20-cm-Version mit 87 g verlangt eine Rute ab 100 g Wurfgewicht, in der Praxis also eine ausgewiesene Jerk- oder Big-Bait-Rute. Zu leichtes Gerät kostet Wurfweite und macht das Anwerfen mit der Zeit zur Belastung für den Blank.
Was unterscheidet den Deviator Tail vom Deviator Swim?
Der Deviator Swim ist ein reiner Hartköder in 10,5 bis 14 cm mit fester Aktion. Der Deviator Tail baut auf demselben Körper auf, bekommt aber ein austauschbares Gummiheck und ist mit 16,5 und 20 cm deutlich größer. Der Tail ist damit die vielseitigere Variante, der Swim die günstigere und einfachere.
Sinkt der Deviator Tail schnell?
Nein, er ist als Slow Sinking ausgelegt und sinkt langsam. In der Absinkphase bleibt er waagerecht, statt mit dem Kopf voran wegzusacken. Genau diese Phase löst viele Bisse aus, weil ein langsam taumelnder Köder auf einen Hecht wie ein angeschlagener Beutefisch wirkt. Über flachem Kraut kannst du damit Pausen einlegen, ohne hängen zu bleiben.
Wie lange hält ein Gummischwanz am Deviator Tail?
Das hängt davon ab, wie oft gebissen wird. Ein Schwanz übersteht mehrere Hechte, reißt aber irgendwann an der Klemmstelle ein oder wird am Rand zerfranst. Weil zwei Schwänze beiliegen, hast du Ersatz für den ersten Angeltag dabei. Danach verkauft Savage Gear Nachfüllpackungen, die günstiger sind als ein neuer Köder.
Fängt der Deviator Tail auch Zander?
Die 16,5-cm-Version ist dafür groß genug und gleichzeitig noch handlich. Mit dem Curltail und der tieferen Anbindung führst du sie langsam über Kanten und Rinnen, wo Zander stehen. Für die klassische Zandertiefe von drei Metern und mehr bleibt der Gummifisch am Jigkopf allerdings das präzisere Werkzeug, weil du dort den Grundkontakt hältst.