Lowrance HDS Live

Boots-Echolot · Lowrance

Lowrance HDS Live (Boots-Echolot, Serie)

  • 16 Zoll
  • GPS
  • Side Imaging
  • Bis zu 1280 × 800 Pixel: die schärfsten Displays im Lowrance-Programm
  • Zwei Ethernet-Ports, bis zu sechs Displays in einem Netzwerk
  • Radar, Autopilot, AIS und CZone-Schaltungen anschließbar
  • 8 GB interner Speicher und zwei microSD-Slots
  • LiveCast über HDMI bei den 12- und 16-Zoll-Modellen

ab ca. 1.550 €

Affiliate-Links sind mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. Der Preis ändert sich für dich nicht.

Rezension der angelrausch.de-Redaktion · Veröffentlicht am 19. August 2026

Technische Daten

Bildschirmgrößen 7, 9, 12 und 16 Zoll
Auflösung bis 1280 × 800 px (HDS-12 Live)
Helligkeit über 1.200 NITS, weiße LED-Hintergrundbeleuchtung
Betrachtungswinkel 80° oben/unten, 80° links/rechts
Bedienung Multi-Touchscreen plus Tastenfeld mit vier programmierbaren Schnellzugriffstasten
Sonararten CHIRP, Broadband, Active Imaging DownScan und SideScan
Erweiterbar um SonarHub, StructureScan, StructureScan 3D, LiveSight, ActiveTarget
GPS 10 Hz, 16 Kanäle, GPS/GLONASS mit WAAS/EGNOS/MSAS, 20 m RMS, erste Position nach ca. 30 s
Kartierung C-MAP Genesis Live (eigene Konturkarten in Echtzeit)
Kartenunterstützung C-MAP (MAX N, MAX N+), C-MAP Genesis, Navionics (Gold, NAV+, Platinum+), Insight
Wegpunkte / Routen / Tracks 3.000 / 100 / 100 mit bis zu 10.000 Punkten je Track
Interner Speicher 8 GB
Kartenslots 2 × microSD, je max. 32 GB
Netzwerk 2 × Ethernet 100 Mbit, max. 6 Displays im Verbund
Weitere Konnektivität WLAN 802.11b/g/n, Bluetooth 4.0, NMEA 2000 Micro-C, NMEA 0183
Video HDMI-Eingang (LiveCast, nur 12 und 16 Zoll), Composite über Adapter
Radar / AIS Radar-Overlay und AIS mit Schiffsdetails auf Karte und Radar
Autopilot Outboard Pilot, MotorGuide Xi5/Xi3 über PinPoint Gateway, Wendemuster inkl. U-Turn und Spirale
Digitale Schaltungen CZone und Naviop
Stromversorgung 12 V DC (10,8–17 V), 2,3 A typisch und 3,6 A maximal bei 13 V, 5-A-Sicherung
Schutzart IPX7 bei geschlossener Kartenklappe
Betriebstemperatur -15 °C bis 55 °C
Maße (L × B × H, HDS-12) 347,5 × 228,5 × 82,9 mm
Gewicht (HDS-12) 2,95 kg
Garantie 2 Jahre, per Registrierung auf bis zu 5 Jahre erweiterbar

Angaben laut Hersteller-Datenblatt und Händlerlistung, Abweichungen sind in der Tabelle vermerkt.

Unsere Einordnung

Das spricht dafür

  • 1280 × 800 Pixel auf der HDS-12: mit Abstand das schärfste Display im Lowrance-Programm
  • Zwei echte Ethernet-Ports und bis zu sechs Displays im Verbund, das schafft im Programm sonst niemand
  • Radar, Autopilot, AIS und CZone machen aus dem Echolot eine vollwertige Bordelektronik
  • 8 GB interner Speicher plus zwei microSD-Slots: Karten und Genesis-Aufzeichnungen brauchen keinen Kartentausch
  • Vier programmierbare Schnellzugriffstasten neben dem Touchscreen, im Seegang zuverlässiger als Wischgesten

Das spricht dagegen

  • Auslaufserie: Lowrance führt die HDS Live unter „Vergangene Serien", aktuell ist die HDS PRO
  • 3,6 A Spitzenverbrauch verlangen eine ordentliche Bordbatterie
  • Der Neupreis der HDS-12 Live liegt mit über 3.200 € weit über dem, was die meisten Süßwasserangler brauchen
  • 2,95 kg und 347,5 mm Breite setzen eine stabile Konsole voraus
  • LiveCast über HDMI gibt es nur bei den 12- und 16-Zoll-Modellen

Bewertung im Detail

Sonar-Leistung 4,5
Display & Bedienung 4,5
Ausstattung 5,0
Preis-Leistung 3,5

Gesamtnote (Mittelwert der Teilnoten): 4,4 / 5

Die HDS Live war ab 2018 die Plattform, mit der Lowrance den Anspruch formuliert hat, ein Boot komplett auszustatten: Sonar, Karte, Radar, Autopilot und Bordelektrik in einem Gerätesystem. Inzwischen steht die Serie auf der Herstellerseite unter „Vergangene Serien”, wird aber weiterhin verkauft und liegt gebraucht wie neu deutlich unter dem Preis der HDS PRO. Diese Rezension ordnet sie anhand von Datenblatt, Ausstattung und Preisgefüge ein.

Was die HDS Live ist

Die HDS Live ist eine Serie fest montierter Multifunktionsdisplays in 7, 9, 12 und 16 Zoll. Das Spitzenmodell HDS-12 Live löst mit 1280 × 800 Pixeln auf, hat über 1.200 NITS Helligkeit und wird über Multi-Touch bedient, ergänzt um ein Tastenfeld mit vier frei belegbaren Schnellzugriffstasten.

Sie misst 347,5 × 228,5 × 82,9 mm, wiegt 2,95 kg und zieht bei 13 V typisch 2,3 A, im Maximum 3,6 A. Abgesichert wird sie mit 5 A statt der 3 A, die für Elite und Eagle gelten.

Das Display: der eine Wert, der alles ändert

Hier trennt sich die HDS Live vom Rest des Programms. Lowrance hat den Elite- und Hook-Serien jahrelang 800 × 480 Pixel gegeben, unabhängig von der Diagonale. Die HDS-12 Live bekommt mehr als das Dreifache an Bildpunkten.

ModellDiagonaleAuflösungPixel gesamt
HDS-12 Live12”1280 × 8001.024.000
Eagle 9 TripleShot HD9”1024 × 600614.400
Elite FS 99”800 × 480384.000
Elite Ti2 (12”)12”800 × 480384.000

Warum das zählt, zeigt sich an zwei Stellen. Beim SideScan lösen sich einzelne Äste eines versunkenen Baums, Steine einer Packung oder die Kante eines Krautfelds erst ab einer gewissen Pixeldichte als das auf, was sie sind. Und bei geteilten Ansichten wird der Unterschied zur Rechenaufgabe: Drei Fenster auf 800 × 480 bekommen je rund 128.000 Pixel, drei Fenster auf 1280 × 800 je rund 341.000.

Eine Elite-12 Ti2 und eine HDS-12 Live sind gleich groß. Das Bild darauf ist es nicht.

Das Netzwerk: zwei Ethernet-Ports und sechs Displays

Der zweite Punkt, an dem die HDS-Klasse allein steht, ist das Netzwerk. Das Datenblatt nennt zwei Ethernet-Ports mit je 100 Mbit und ausdrücklich „6 max MFD’s on a network”.

SerieEthernetDisplays im Verbund
HDS Live2 × 100 Mbitbis zu 6
Elite FS 91 × 100 Mbitbegrenzt
Elite Ti21 virtueller Portpraktisch keiner
Eagle Eye 9keinskeiner

Was daraus im Boot wird, ist ein System statt eines Geräts: Ein Display am Bug zeigt Live-Sonar, eines an der Konsole Karte und Radar, beide greifen auf dieselben Wegpunkte und dasselbe Sonarmodul zu. Dazu kommen Autopilot mit Wendemustern von U-Turn bis Spirale, AIS mit Schiffsdetails auf Karte und Radar sowie CZone und Naviop für die Bordelektrik.

Für einen Süßwasserangler auf einem Vereinssee ist das alles überflüssig. Für ein Küsten- oder Kajütboot ist es der Grund, warum es die HDS-Klasse gibt.

Speicher: ein unterschätztes Alltagsdetail

Die HDS Live hat 8 GB internen Speicher und zwei microSD-Slots. Elite FS, Elite Ti2 und die Eagle-Serie haben je einen Slot und keinen nennenswerten internen Speicher.

Im Alltag löst das ein konkretes Ärgernis. Mit einem einzigen Slot musst du dich entscheiden: entweder steckt die gekaufte C-MAP- oder Navionics-Karte im Gerät, oder die Karte, auf die Genesis Live aufzeichnet. Beides gleichzeitig geht nicht, und der Wechsel auf dem Wasser bei geöffneter Kartenklappe ist genau der Moment, in dem die IPX7-Dichtigkeit nicht mehr gilt.

Mit zwei Slots liegt links die Seekarte und rechts die Aufzeichnungskarte. Wer regelmäßig eigene Tiefenkarten anlegt, spart sich damit jede Ausfahrt eine Fummelei.

Stromverbrauch in Alltagsgrößen

2,3 A typisch und 3,6 A im Maximum sind ernstzunehmende Werte. Was das für den Angeltag bedeutet, lässt sich rechnen: Eine 12-V-AGM-Batterie mit 7 Ah liefert bei 2,3 A rechnerisch rund drei Stunden, abzüglich Alterung und Entladeschlussspannung eher zwei.

Für einen ganzen Tag brauchst du deshalb mindestens 40 Ah, und das gilt für ein einzelnes Display ohne Zusatzmodule. Kommen Radar, ein zweites Display oder ActiveTarget dazu, planst du eine eigene Verbraucherbatterie ein, sinnvollerweise auf Lithiumbasis.

Wer das nicht will oder auf einem kleinen Boot unterwegs ist, findet in der Eagle Eye 9 mit 650 mA ein Gerät, das an derselben 7-Ah-Batterie den ganzen Tag durchhält. Die Rechnung ist ehrlich: Die HDS Live kauft ihre Fähigkeiten mit Strom.

Was die HDS PRO besser macht

Weil die HDS Live inzwischen die Vorgängerserie ist, gehört der Vergleich dazu. Die aktuelle HDS PRO bringt Active Imaging HD ab Werk mit, hat ein überarbeitetes Display und eine neuere Softwaregeneration. Lowrance ruft für die HDS PRO 12 mit Active Imaging HD 3.518,81 € auf, für die HDS-12 Live 3.211,81 €.

Bei rund 300 € Unterschied im Neupreis ist die PRO die naheliegende Wahl. Interessant wird die HDS Live dort, wo Restbestände abverkauft werden. Sinkt eine HDS-9 Live mit Active-Imaging-3-in-1-Geber auf das Niveau einer Elite FS 9 mit demselben Geber, bekommst du für dasselbe Geld das deutlich bessere Display, den zweiten Ethernet-Port und den zweiten Kartenslot. Auf amazon.de wechselt die Verfügbarkeit dabei häufig: Zeitweise steht dort nur ein Marketplace-Angebot ohne festen Händlerpreis.

Für wen sich die HDS Live lohnt

Sie passt zu Bootsanglern, die mehr als ein Gerät betreiben wollen: Bug- und Heckdisplay, Live-Sonar-Modul, vielleicht Radar. Wer auf Ostsee, Bodden oder großen Talsperren unterwegs ist und Navigation ernst nimmt, findet hier die günstigste Lowrance-Plattform mit AIS, Radar-Overlay und vollwertigem Autopiloten. Und wer ein günstiges 7- oder 9-Zoll-Modell aus Restbeständen findet, bekommt Displayqualität und Netzwerkfähigkeit, die in dieser Preisklasse sonst niemand bietet.

Weniger passt sie zu zwei Gruppen. Wer auf einem Vereinssee vom Ruder- oder Schlauchboot angelt, zahlt für Radar-Anschlüsse und einen zweiten Ethernet-Port, die er nie nutzt, und schleppt dafür eine große Batterie mit. Und wer neu zum Listenpreis kauft, sollte gleich zur aktuellen HDS PRO greifen, weil der Aufpreis gering und der Support-Horizont deutlich länger ist.

Alternativen im Vergleich

ModellDisplayNetzwerkLive-SonarBewertung
Lowrance HDS Live7–16”, bis 1280 × 8002 × Ethernet, 6 Displaysnachrüstbar4,4
Lowrance Elite FS 99”, 800 × 4801 × Ethernet, NMEA 2000nachrüstbar4,2
Lowrance Elite Ti25–12”, 800 × 480virtueller Portnein3,5
Lowrance Eagle Eye 99”, 1024 × 600 IPSkeinseingebaut4,1

Fazit: die Plattform für alle, die mehr als ein Echolot bauen

Die HDS Live ist das Gerät, das man kauft, wenn das Echolot nur ein Teil der Bordelektronik sein soll. 1280 × 800 Pixel auf der 12er, zwei Ethernet-Ports für bis zu sechs Displays, Radar, AIS, Autopilot, CZone, 8 GB interner Speicher und zwei Kartenslots ergeben ein System, das im Lowrance-Programm nur die aktuelle HDS PRO übertrifft. Mit 4,4 von 5 ist sie technisch die stärkste Serie in dieser Übersicht.

Der Preis dafür steht ebenso klar im Datenblatt: 3,6 A Spitzenverbrauch, 2,95 kg Gewicht und ein Listenpreis, der für reines Süßwasserangeln überzogen ist. Ihren besten Wert entfaltet sie deshalb dort, wo Restbestände der 7- und 9-Zoll-Modelle unter dem Preis einer Elite FS liegen. Wer neu zum vollen Preis kauft, nimmt die HDS PRO. Wer nur angeln will, nimmt die Elite FS oder die Eagle-Serie.

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Häufige Fragen

Wird die Lowrance HDS Live noch hergestellt?

Lowrance führt die HDS Live auf der eigenen Website unter „Vergangene Serien", aktuell im Programm ist die HDS PRO. Verkauft wird die HDS Live weiterhin, die 12-Zoll-Ausführung 000-14431-001 steht mit 3.211,81 € in der Preisliste, der Serieneinstieg mit der HDS-7 Live bei 1.545,81 €. Bei Händlern tauchen die 7- und 9-Zoll-Modelle als Restbestände regelmäßig günstiger auf.

Welche Auflösung hat die HDS Live?

Die HDS-12 Live löst mit 1280 × 800 Pixeln auf und ist damit das schärfste Display, das Lowrance in dieser Generation gebaut hat. Zum Vergleich: Elite FS und Elite Ti2 bleiben bei 800 × 480, die aktuelle Eagle-Serie liegt bei 1024 × 600. Bei SideScan-Strukturen und geteilten Ansichten ist dieser Unterschied deutlich sichtbar.

Wie viele Displays lassen sich mit der HDS Live vernetzen?

Lowrance nennt maximal sechs Multifunktionsdisplays in einem Netzwerk, verbunden über zwei Ethernet-Ports mit je 100 Mbit. Damit lassen sich Bug- und Heckdisplay, Sonarmodule, Radar und Autopilot in einem System betreiben. Die Elite FS hat nur einen Ethernet-Port, die Eagle-Serie gar keinen.

Kann die HDS Live Live-Sonar?

Ja, über ActiveTarget beziehungsweise LiveSight. Beide Systeme stehen im Datenblatt unter den kompatiblen Sonarquellen und werden über Ethernet mit einem eigenen Modul angebunden. Ab Werk liefert die HDS Live CHIRP, SideScan und DownScan, das Live-Sonar ist eine kostenpflichtige Ausbaustufe.

Was ist LiveCast bei der HDS Live?

LiveCast ist die Smartphone-Integration über den HDMI-Eingang. Du spiegelst damit Videos, Kartendienste oder Angel-Apps auf den Bildschirm des Echolots, auch geteilt neben dem Sonarbild. Lowrance bietet das nur bei den 12- und 16-Zoll-Modellen an, die 7- und 9-Zoll-Versionen haben keinen HDMI-Eingang.

Wie viel Strom braucht die HDS Live?

Laut Datenblatt 2,3 A typisch und 3,6 A maximal bei 13 V mit voller Helligkeit und laufendem Sonar, abgesichert mit 5 A. Eine 12-V-Batterie mit 7 Ah reicht damit nur für gut zwei Stunden. Für einen Angeltag planst du mindestens 40 Ah ein, mit Radar und zweitem Display deutlich mehr.

HDS Live oder Elite FS, was ist der Unterschied?

Die HDS Live hat das deutlich bessere Display, zwei statt einem Ethernet-Port, 8 GB internen Speicher, zwei Kartenslots und lässt Radar, CZone und ein vollwertiges Autopilot-System zu. Die Elite FS deckt Sonar, Karte und ActiveTarget zum halben Preis ab. Wer nur angelt, kommt mit der Elite FS aus, wer navigiert und Bordelektronik integriert, braucht die HDS.

Ist die HDS Live radarfähig?

Ja. Das Datenblatt nennt Radar-Overlay auf der Seekarte und AIS-Ziele mit Schiffsdetails sowohl auf Karte als auch auf dem Radarbild. Damit ist die HDS Live die einzige Serie unterhalb der HDS PRO, die sich zu einer vollständigen Navigationsplattform ausbauen lässt. Für reines Süßwasserangeln spielt das keine Rolle.

Welche Kartenmaterialien unterstützt die HDS Live?

C-MAP in MAX N und MAX N+, C-MAP Genesis, Navionics in Gold, NAV+ und Platinum+ sowie Insight. Dazu kommt C-MAP Genesis Live, das während der Fahrt eigene Konturkarten aufzeichnet. Weil die HDS Live zwei microSD-Slots hat, lassen sich Kartenmaterial und Genesis-Aufzeichnung gleichzeitig nutzen, ohne die Karte zu wechseln.

Für welche Bootsgröße passt die HDS Live?

Die HDS-12 misst 347,5 × 228,5 × 82,9 mm und wiegt 2,95 kg, das setzt eine stabile Konsole oder einen soliden Einbauplatz voraus. Auf einem Schlauch- oder Ruderboot ist sie überdimensioniert, dort passt die 7-Zoll-Version besser oder gleich ein Gerät der Eagle-Serie. Ihre Stärke spielt sie auf Konsolen- und Kajütbooten aus.

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