Technische Daten
| Bildschirmgrößen | 5, 7, 9 und 12 Zoll (5 Zoll ohne NMEA-2000-Motordaten) |
|---|---|
| Auflösung | 800 × 480 px |
| Helligkeit | 1.200 NITS, weiße LED-Hintergrundbeleuchtung |
| Betrachtungswinkel | 80° oben/unten, 85° links/rechts |
| Bedienung | Touchscreen plus Tasten für Zoom, Seiten, Wegpunkt und Licht |
| Sonararten | CHIRP, Broadband, Active Imaging DownScan und SideScan |
| Geberoptionen | Active Imaging 3-in-1, HDI-Geber oder ohne Geber |
| Live-Sonar | nein, ActiveTarget wird nicht unterstützt |
| Erweiterbar um | StructureScan (kein StructureScan 3D, kein SonarHub) |
| FishReveal | ja (Sonar über DownScan gelegt) |
| GPS | 10 Hz, 16 Kanäle, WAAS/EGNOS/MSAS, 20 m RMS, erste Position nach ca. 30 s |
| Kartierung | C-MAP Genesis Live (eigene Konturkarten in Echtzeit) |
| Kartenunterstützung | C-MAP (MAX N, MAX N+), C-MAP Genesis, Navionics (Gold, NAV+, Platinum+), Insight |
|---|---|
| Wegpunkte / Routen / Tracks | 3.000 / 100 / 100 mit bis zu 10.000 Punkten je Track |
| Konnektivität | WLAN 802.11b/g/n, Bluetooth, 1 virtueller Ethernet-Port, NMEA 2000 Micro-C, NMEA 0183 |
| Kartenslot | 1 × microSD, max. 32 GB |
| Autopilot | MotorGuide Xi5/Xi3 über PinPoint Gateway |
| AIS | Overlay auf der Seekarte mit Schiffsdetails |
| Stromversorgung | 12 V DC (10,8–17 V), 0,9 A bei 13 V und voller Helligkeit, 3-A-Sicherung |
| Schutzart | IPX7 bei geschlossener Kartenklappe |
| Betriebstemperatur | -15 °C bis 55 °C |
| Gewicht | 1,0 kg (Elite-7 Ti2) |
| Artikelnummern | Elite-7 Ti2 ohne Geber 000-14630-001, Elite-9 Ti2 mit Active Imaging 3-in-1 000-14650-001 |
| Status | Auslaufmodell, Nachfolger ist die Elite-FS-Serie |
Angaben laut Hersteller-Datenblatt und Händlerlistung, Abweichungen sind in der Tabelle vermerkt.
Unsere Einordnung
Das spricht dafür
- Active Imaging mit SideScan gab es damals erstmals unterhalb der HDS-Klasse, die Suchleistung ist bis heute gut
- 0,9 A Verbrauch sind für ein Touchscreen-Gerät mit WLAN sehr sparsam, weniger als die Hälfte der Elite FS
- Genesis Live zeichnet eigene Tiefenkarten auf, an unbekannten Gewässern der größte Mehrwert
- Betrachtungswinkel von 80° und 85° sind besser als bei der neueren Elite-FS-Serie
- Als Gebraucht- oder Restpostengerät liegt sie preislich deutlich unter der aktuellen Serie
Das spricht dagegen
- Kein ActiveTarget: Live-Sonar lässt sich an dieser Serie grundsätzlich nicht nachrüsten
- Auslaufmodell, auf amazon.de derzeit nicht verfügbar, Ersatzteil- und Softwareversorgung läuft aus
- Nur ein virtueller Ethernet-Port statt eines echten: der Netzwerkausbau ist eng begrenzt
- Kein StructureScan 3D, kein SonarHub, kein S3100-Modul
- 800 × 480 Pixel wirken auf den großen 9- und 12-Zoll-Varianten grob
Die Elite Ti2 war ab 2019 das Gerät, mit dem Lowrance seitliches Sonar unter die HDS-Klasse gebracht hat. Heute steht sie auf der Herstellerseite unter „Vergangene Serien” und taucht überwiegend gebraucht oder als Restposten auf. Diese Rezension ordnet sie anhand von Datenblatt, Ausstattung und Marktlage ein und benennt den einen Punkt, an dem sie gegen die Nachfolgeserie verliert.
Was die Elite Ti2 ist
Die Elite Ti2 ist eine Serie fest montierter Boots-Echolote in 5, 7, 9 und 12 Zoll, alle mit Touchscreen, 800 × 480 Pixeln und 1.200 NITS Helligkeit. Das Ti im Namen steht für Touch, die 2 für die zweite Generation nach der Elite Ti von 2016.
Ein Elite-7 Ti2 wiegt 1,0 kg, läuft an 12 V und zieht mit voller Helligkeit 0,9 A. Bedient wird über den Touchscreen, ergänzt um Tasten für Zoom, Seitenwechsel, Wegpunkt und Beleuchtung.
Was die Ti2 damals besonders machte
Der Sprung von der ersten Ti-Generation zur Ti2 war größer, als die Namensgebung nahelegt. Drei Dinge kamen dazu:
Active Imaging brachte SideScan in diese Preisklasse. Vorher musste man für seitliches Sonar bei Lowrance zur HDS greifen oder ein separates StructureScan-Modul kaufen. Mit dem Active-Imaging-3-in-1-Geber liefert ein einziges Gehäuse CHIRP, SideScan und DownScan.
FishReveal legt die CHIRP-Fischsicheln über das DownScan-Strukturbild. Das nimmt genau die Hürde, an der Einsteiger scheitern: Echos richtig zuzuordnen. Ein Bogen über einem Krautfeld ist im getrennten Bild schwer einzuordnen, im überlagerten siehst du sofort, ob der Fisch über, in oder neben der Struktur steht.
Genesis Live verknüpft jede Lotung mit der GPS-Position und baut daraus in Echtzeit eine Konturkarte des Gewässers, die sich auf microSD sichern lässt. An einem Vereinssee ohne fertiges Kartenmaterial ist das bis heute die Funktion, die den Unterschied macht.
Der Punkt, an dem die Ti2 verliert: kein ActiveTarget
Das ist die entscheidende Grenze, und sie ist hart. Im Datenblatt der Elite Ti2 steht unter „Kompatibel mit Sonar” genau ein externes System: StructureScan. Bei der Nachfolgeserie Elite FS steht an derselben Stelle zusätzlich ActiveTarget.
Damit ist Live-Sonar an einer Elite Ti2 für immer ausgeschlossen. Es gibt kein Modul, kein Update und keinen Adapter, der das ändert. Wer heute ein Boot ausstattet und Echtzeitbilder auch nur perspektivisch in Betracht zieht, kauft mit der Ti2 eine Sackgasse.
Das Gerät ist deshalb kein schlechtes Echolot geworden. Es zeigt CHIRP, SideScan, DownScan und Karte in derselben Qualität wie am ersten Tag. Nur die Technik, die sich seitdem als das große Kaufargument etabliert hat, bleibt draußen. Wer sie will, findet sie günstig in der Eagle Eye 9 oder als Ausbaustufe der Elite FS 9.
Der virtuelle Ethernet-Port
Ein Detail im Datenblatt lohnt genaues Lesen. Bei Ethernet-Ports steht bei der Elite Ti2 „1 virtual ethernet port”, bei der Elite FS dagegen „1 x 100Mbit” und bei der HDS Live „2 x 100 Mbit, 6 max MFD’s on a network”.
Ein virtueller Port ist keine physische Buchse mit voller Bandbreite. Er reicht für den Datenaustausch mit einem StructureScan-Modul. Die Sonardatenmengen eines Live-Sonars und der Betrieb mehrerer vollwertiger Displays im Verbund überschreiten seine Bandbreite. Diese Zeile im Datenblatt ist der technische Grund dafür, dass ActiveTarget an der Ti2 nicht funktioniert.
Was bleibt, ist trotzdem mehr als bei der aktuellen Eagle-Serie: WLAN für Updates und Genesis-Uploads, Bluetooth, NMEA 2000 über Micro-C für Motordaten und Sensoren sowie NMEA 0183 für ältere Bordelektronik. Die 5-Zoll-Version ist dabei die Ausnahme, ihr fehlt die NMEA-2000-Motordatenunterstützung.
Stromverbrauch: die stille Stärke
0,9 A bei 13 V sind für ein Touchscreen-Gerät mit WLAN ein bemerkenswert niedriger Wert, und er ist heute wieder relevant, weil die Nachfolgeserie deutlich mehr zieht.
| Modell | Stromaufnahme | Laufzeit an 7-Ah-Batterie (rechnerisch) |
|---|---|---|
| Elite Ti2 | 0,9 A | ca. 7,8 h |
| Elite FS 9 | 2,0 A | ca. 3,5 h |
| Eagle Eye 9 | 0,65 A | ca. 10,7 h |
Weil eine Bleibatterie nicht bis zur letzten Amperestunde entladen werden sollte und mit dem Alter Kapazität verliert, rechnest du in der Praxis mit etwa zwei Dritteln dieser Werte. Für die Ti2 bleiben damit fünf bis sechs Stunden an einem 7-Ah-Akku. Wer sein Gerät auf einem Schlauchboot oder im Kajak betreibt und die Batterie selbst tragen muss, findet hier einen echten Vorteil gegenüber der Elite FS.
Auch die Betrachtungswinkel sind ein Punkt, an dem die ältere Serie besser dasteht: 80° oben und unten sowie 85° zur Seite gegenüber 50°, 60° und 70° bei der Elite FS. Auf einem Boot, wo man selten frontal vor dem Display sitzt, ist das im Alltag spürbar.
Wie sich die Größen unterscheiden
Alle Modelle der Serie teilen sich dieselbe Auflösung von 800 × 480 Pixeln. Was sich mit der Diagonale ändert, ist ausschließlich die Pixeldichte.
| Modell | Diagonale | Auflösung | Pixel pro Zoll |
|---|---|---|---|
| Elite-5 Ti2 | 5” | 800 × 480 | ca. 187 |
| Elite-7 Ti2 | 7” | 800 × 480 | ca. 133 |
| Elite-9 Ti2 | 9” | 800 × 480 | ca. 103 |
| Elite-12 Ti2 | 12” | 800 × 480 | ca. 78 |
Praktisch heißt das: Auf der 12er hast du die größte Fläche für geteilte Ansichten, aber das gröbste Bild. Feine SideScan-Strukturen wie einzelne Äste eines versunkenen Baums lösen sich dort schlechter auf als auf der 7er. Wer vor allem Struktur lesen will, fährt mit 7 oder 9 Zoll besser, wer drei Fenster gleichzeitig braucht, mit 9 oder 12.
Für wen sich die Elite Ti2 heute noch lohnt
Sie passt zu Anglern, die ein günstiges Gebraucht- oder Restpostengerät suchen und genau wissen, dass Live-Sonar nie dazukommen soll. Wer auf Hecht, Zander und Karpfen im See oder Fluss unterwegs ist, bekommt mit CHIRP, SideScan, DownScan und Genesis Live alles, was zum Verstehen eines Gewässers nötig ist, dazu Touchscreen und Netzwerkanschlüsse, die der aktuellen Eagle-Serie komplett fehlen. Der niedrige Stromverbrauch macht sie zusätzlich für kleine Boote interessant.
Weniger passt sie zu zwei Gruppen. Wer neu kauft und den vollen Preis zahlt, bekommt bei der Elite FS für wenig mehr die Live-Sonar-Option, das S3100-Modul und die E-Motor-Steuerung. Und wer maximale Bildschärfe will, findet sie in der aktuellen Eagle-Serie mit 1024 × 600 auf IPS.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Display | Sonar | Live-Sonar | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Lowrance Elite Ti2 | 5–12”, 800 × 480 | Active Imaging 3-in-1 | nein | 3,5 |
| Lowrance Elite FS 9 | 9”, 800 × 480 | Active Imaging 3-in-1 | nachrüstbar | 4,2 |
| Lowrance Eagle 9 TripleShot HD | 9”, 1024 × 600 IPS | CHIRP + DownScan + SideScan HD | nein | 4,1 |
| Lowrance Hook Reveal 7 TripleShot | 7”, 800 × 480 | CHIRP + DownScan + SideScan | nein | 3,5 |
Fazit: gutes Gerät, klar begrenzte Zukunft
Die Elite Ti2 hat gehalten, was sie 2019 versprochen hat. Active Imaging mit SideScan, FishReveal und Genesis Live ergeben bis heute ein vollständiges Sonarpaket, der Touchscreen ist angenehm, WLAN und NMEA 2000 gehen über das hinaus, was aktuelle Einstiegsgeräte bieten, und mit 0,9 A ist sie sparsamer als ihre eigene Nachfolgeserie. Mit 3,5 von 5 bleibt sie ein faires Gebrauchtgerät.
Ihre Grenze steht dafür klar im Datenblatt: kein ActiveTarget, nur ein virtueller Ethernet-Port, kein StructureScan 3D. Live-Sonar ist an dieser Serie technisch ausgeschlossen, und auf amazon.de sind die Modelle derzeit nicht mehr verfügbar. Wer neu kauft, nimmt die Elite FS 9 und behält sich die Option offen. Wer gebraucht kauft und weiß, worauf er verzichtet, macht mit der Ti2 nichts falsch.
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Wird die Lowrance Elite Ti2 noch hergestellt?
Nein. Lowrance führt die Elite Ti2 auf der eigenen Website unter „Vergangene Serien" zusammen mit der HOOK Reveal und der HDS LIVE. Nachfolger im Programm ist die Elite-FS-Serie. Restbestände tauchen noch bei Händlern auf, auf amazon.de sind die Ti2-Modelle derzeit nicht verfügbar.
Kann die Elite Ti2 ActiveTarget oder Live-Sonar?
Nein, und das ist der wichtigste Unterschied zur Nachfolgeserie. Lowrance listet für die Elite Ti2 als kompatibles Zusatzsonar ausschließlich StructureScan. ActiveTarget, ActiveTarget 2 und das Sonarmodul S3100 werden nicht unterstützt. Wer Live-Sonar will, braucht die Elite FS oder ein Gerät der Eagle-Eye-Reihe.
Welche Größen gibt es bei der Elite Ti2?
Lowrance hat die Serie in 5, 7, 9 und 12 Zoll angeboten, alle mit derselben Auflösung von 800 × 480 Pixeln. Das 5-Zoll-Modell ist die einzige Ausnahme bei der Ausstattung: Ihm fehlt die NMEA-2000-Motordatenunterstützung. Auf den großen Diagonalen verteilen sich die 800 × 480 Pixel spürbar dünner.
Was ist der Unterschied zwischen Elite Ti2 und Elite FS?
Beide bieten Active Imaging mit SideScan und DownScan, Touchscreen, WLAN und NMEA 2000. Die Elite FS unterstützt zusätzlich ActiveTarget 2 Live-Sonar, das Sonarmodul S3100 für Active Imaging HD sowie die Steuerung von Ghost- und Recon-E-Motoren und hat einen echten Ethernet-Port. Die Elite Ti2 ist dafür mit 0,9 A deutlich sparsamer.
Wie viel Strom braucht die Elite Ti2?
Laut Datenblatt 0,9 A bei 13 V mit voller Displayhelligkeit, abgesichert mit 3 A. Eine 12-V-Batterie mit 7 Ah reicht damit rechnerisch für knapp acht Stunden, praktisch für fünf bis sechs. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was die Elite FS 9 zieht, und macht die Ti2 für kleine Boote und Kajaks bis heute attraktiv.
Kann die Elite Ti2 eigene Tiefenkarten erstellen?
Ja, über C-MAP Genesis Live. Das Gerät verknüpft jede Lotung mit der GPS-Position und baut daraus in Echtzeit eine Konturkarte, die sich auf microSD sichern lässt. An Vereinsgewässern ohne fertiges Kartenmaterial ist das bis heute die wertvollste Funktion des Geräts.
Lohnt sich die Elite Ti2 gebraucht noch?
Als Gebrauchtgerät bleibt sie brauchbar, wenn der Preis stimmt. CHIRP, SideScan, DownScan, FishReveal und Genesis Live decken alles ab, was ein Bootsangler auf Hecht, Zander und Karpfen an Sonar braucht, und der niedrige Verbrauch ist ein echter Vorteil. Kalkuliere aber ein, dass Software-Updates auslaufen und Live-Sonar für immer ausgeschlossen bleibt.
Welcher Geber passt zur Elite Ti2?
Lowrance hat die Serie mit Active-Imaging-3-in-1-Geber, mit HDI-Geber oder ganz ohne Geber angeboten. Der 3-in-1-Geber ist die vollständige Lösung mit CHIRP, SideScan und DownScan. Die HDI-Variante verzichtet auf SideScan, reicht mit ihren niedrigeren Frequenzen dafür tiefer, was an Talsperren und Alpenseen zählt.
Hat die Elite Ti2 einen Touchscreen?
Ja, alle Modelle der Serie werden über einen Touchscreen bedient, ergänzt um Tasten für Zoom, Seitenwechsel, Wegpunkt und Beleuchtung. Diese Kombination ist auf dem Wasser sinnvoll, weil ein Touchscreen mit nassen Fingern oder Handschuhen unzuverlässig reagiert und die Tasten dann übernehmen.
Elite Ti2 oder Eagle 9 TripleShot HD, was ist heute die bessere Wahl?
Für einen Neukauf spricht mehr für die Eagle 9 TripleShot HD: Sie ist aktuell im Programm, hat ein schärferes IPS-Display mit 1024 × 600 Pixeln und bekommt weiter Software-Updates. Die Elite Ti2 punktet mit Touchscreen, WLAN und NMEA 2000, was der Eagle-Serie komplett fehlt. Wer Netzwerkfunktionen braucht und ein günstiges Restexemplar findet, greift zur Ti2.