Technische Daten
| Systemaufbau | ActiveTarget-2-Sonarmodul plus ActiveTarget-2-Schwinger |
|---|---|
| Artikelnummer | 000-15959-001 (Modul + Schwinger + Halterungen) |
| Sonar-Typ | Live-Scanning-Sonar (Echtzeitbild) |
| Ansichten | Forward, Down, Scout; mit zweitem Schwinger zusätzlich 180° und Scout Wide |
| Kompatible Displays | HDS PRO, HDS LIVE, HDS Carbon, Elite FS |
| Anbindung | Ethernet zum Display, eigene 12-V-Versorgung fürs Modul |
| Betriebsspannung | 10,8–31,2 V DC (12/24-V-Bordnetz) |
| Stromaufnahme | max. 1,5 A bei 13,8 V, Sicherung 3 A |
| Verpolungsschutz | ja |
| Gewicht Modul | 1,86 kg |
| Gewicht Schwinger | 1,21 kg |
|---|---|
| Geberkabel | 7,62 m |
| Montagearten | Trollingmotor-Schaft, Trollingmotor-Unterwasserteil, Heckspiegel (Zubehör), Scout Wide (Zubehör) |
| Schutzart Modul | IP67 |
| Betriebstemperatur | −15 °C bis +55 °C |
| Wassertemperatur im Betrieb | 0 °C bis +35 °C |
| Lagertemperatur | −30 °C bis +70 °C |
| Frequenzbereich | weist Lowrance nicht aus |
| Reichweite | Lowrance nennt keinen Maximalwert; Forward-Ansicht wird üblicherweise auf rund 30 m gestellt |
| UVP Deutschland | 1.902,81 € (Modul + Schwinger + Halterungen); Modul einzeln 1.010,31 €, Schwinger einzeln 1.069,81 € |
Angaben laut Hersteller-Datenblatt und Händlerlistung, Abweichungen sind in der Tabelle vermerkt.
Unsere Einordnung
Das spricht dafür
- Echtzeitbild in einer Schärfe, die gezieltes Anwerfen einzelner Fische möglich macht
- Drei Blickrichtungen aus einem Schwinger: Forward, Down und Scout deckt jede Situation am Boot ab
- Sämtliche Trollingmotor-Halterungen liegen bei, du musst für die Standardmontage nichts nachkaufen
- Bildstabilisierung hält das Bild auch bei Welle ruhig, das war die Schwäche der ersten Generation
- Läuft auch an älteren Displays der HDS-LIVE- und HDS-Carbon-Reihe, ein Neukauf des Plotters entfällt oft
- IP67 am Modul und 7,62 m Geberkabel geben bei der Verlegung im Boot echten Spielraum
Das spricht dagegen
- Ohne kompatibles Lowrance-Display nutzlos: Elite FS, HDS Carbon, HDS LIVE oder HDS PRO sind Pflicht, sonst kommen 1.000 € und mehr obendrauf
- Die drei Zusatzansichten (180°, Scout Wide) verlangen ein HDS PRO plus einen zweiten Schwinger, der Systempreis verdoppelt sich damit fast
- Lowrance weist weder Frequenzbereich noch maximale Reichweite offiziell aus, du kaufst die Kernwerte des Sonars auf Vertrauen
- Die Montage zielt klar auf einen Elektro-Bugmotor, ohne den brauchst du eine Heckspiegel-Halterung als Zubehör
- Auf dem deutschen Markt derzeit dünn verfügbar, der Kaufweg führt praktisch nur über Importangebote
Das Lowrance ActiveTarget 2 ist ein Live-Sonar: ein Schwinger plus Modul, das an einem kompatiblen Lowrance-Display ein bewegtes Echtzeitbild zeichnet. Statt des historischen Streifens eines klassischen Echolots siehst du die Szene, wie sie gerade passiert: den fallenden Gummifisch, den Zander, der aus der Kante kommt, den Moment, in dem er abdreht. Der Kaufpreis liegt aktuell bei 1.482,13 €, die deutsche UVP bei 1.902,81 €. Diese Einordnung stützt sich auf das Hersteller-Datenblatt, die Systemvoraussetzungen und die Marktpreise.
Was Live-Sonar von einem normalen Echolot unterscheidet
Ein klassisches Echolot sendet nach unten und schiebt die Echos als Streifen über den Bildschirm. Was du siehst, ist eine Zeitachse: links das, was vor zehn Sekunden unter dem Boot war, rechts das Jetzt. Fährst du nicht, entsteht ein sinnloser Strich. Genau das kennt jeder, der schon einmal ankernd auf sein Elite FS geschaut hat.
Live-Sonar dreht dieses Prinzip um. Der Schwinger sendet mit hoher Wiederholrate in eine Richtung und zeichnet den ausgeleuchteten Sektor als Bild statt als Streifen. Es entsteht ein Video, in dem sich Fische bewegen, Kraut steht und dein Köder als Punkt durchs Bild fällt. Der Nutzen liegt deshalb in einem völlig anderen Angeln: Du wirfst einen bestimmten Fisch an und siehst, ob er reagiert.
Die drei Ansichten und wozu sie wirklich taugen
Der Schwinger liefert je nach Ausrichtung drei Blickrichtungen. Sie beherrscht auch die erste Generation, sie sind aber der Kern des Systems:
| Ansicht | Blickrichtung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Forward | nach vorn | Fische vor dem Boot finden und gezielt anwerfen |
| Down | senkrecht nach unten | Vertikalangeln, Köderführung direkt unter dem Boot |
| Scout | flache Draufsicht nach vorn | großflächig suchen, Schwärme und Kanten aufspüren |
In der Praxis lebt der Forward-Modus vom Bugmotor: Du drehst den Motorschaft, der Schwinger dreht mit, und dein Blick schwenkt über den Bereich vor dem Boot wie eine Taschenlampe im dunklen Raum. Ohne diese Drehmöglichkeit schaust du starr geradeaus, was den größten Teil des Nutzens kostet.
Die drei zusätzlichen Ansichten, mit denen Lowrance die zweite Generation bewirbt, sind an Bedingungen geknüpft: Scout und Forward gleichzeitig, die 180°-Ansicht und Scout Wide setzen ein HDS PRO plus einen zweiten Schwinger voraus. Wer mit einem Elite FS oder einem älteren HDS arbeitet, bekommt sie nicht. Das gehört zur ehrlichen Rechnung dazu, weil es das Hauptargument gegenüber dem Vorgänger ist.
Was die zweite Generation besser macht
Lowrance nennt drei Verbesserungen, alle drei zielen auf das Bild und nicht auf die Reichweite: höhere Auflösung, ein gleichmäßigeres Bild über den gesamten Bereich und optimierte Stabilisierungseinstellungen, die auch bei rauem Wasser ein scharfes Bild liefern sollen.
Der letzte Punkt ist der praktisch wichtigste. Live-Sonar wird unbrauchbar, sobald das Bild bei jeder Welle springt, weil der Schwinger mit dem Boot nickt. Genau das war die verbreitetste Kritik an der ersten ActiveTarget-Generation. Dass Lowrance hier ansetzt statt an der Reichweite, spricht dafür, dass die Ingenieure die richtige Baustelle erkannt haben.
Nachprüfen lässt sich das an Zahlen allerdings nicht: Lowrance weist weder Frequenzbereich noch Sendeleistung noch eine maximale Reichweite aus. Bei Garmin steht das im Datenblatt, hier fehlt es. Das ist eine echte Lücke, und wir schätzen sie nicht.
Reichweite: was realistisch drin ist
Weil der Hersteller schweigt, hilft nur die Praxis. Nutzer stellen die Forward-Ansicht typischerweise auf rund 30 m ein. Struktur wie Kanten, Bäume und Kraut zeichnet das Gerät bis dorthin und darüber hinaus, einzelne Fische lassen sich verlässlich eher bis etwa 25 m ausmachen. Nach unten liegt die nutzbare Tiefe im Bereich von 35 bis 40 m.
Für deutsche Verhältnisse reicht das weit. Ein Zander, der auf 8 m Tiefe an der Kante steht, ist in 20 m Entfernung klar erkennbar, und weiter wirfst du mit einem 15-g-Jig ohnehin selten gezielt. Wer allerdings auf Alpenseen oder norwegischen Fjorden in 60 m Tiefe arbeitet, erwartet vom Live-Sonar mehr, als die Physik dieser Klasse hergibt.
Der Systemgedanke: das ist kein Einzelgerät
Der wichtigste Satz vor dem Kauf: Das ActiveTarget 2 ist ein Zubehörteil zu einem Echolot. Es besteht aus einem Modul, das per Ethernet an ein Lowrance-Display geht, und einem Schwinger, der ans Modul geht. Ohne kompatibles Display zeigt es nichts.
Kompatibel sind laut Hersteller vier Reihen:
| Display-Reihe | ActiveTarget 2 | Anmerkung |
|---|---|---|
| HDS PRO | ja | einzige Reihe mit den drei Zusatzansichten |
| HDS LIVE | ja | die drei Grundmodi |
| HDS Carbon | ja | die drei Grundmodi |
| Elite FS | ja | die drei Grundmodi, günstigster Einstieg |
| Hook Reveal, Eagle, Elite Ti2 | nein | keine Ethernet-Anbindung |
Wer noch kein passendes Display hat, rechnet also mit: Elite FS 7 ab rund 1.000 €, Elite FS 9 ab rund 1.180 €. Zusammen mit dem Sonarsystem landet ein Neueinsteiger im Bereich von 2.500 € aufwärts. Wer schon ein HDS LIVE im Boot hat, kauft dagegen nur das Sonar dazu.
Montage, Strom und Verkabelung
Im Lieferumfang liegen sämtliche Trollingmotor-Halterungen: die vertikale Schafthalterung für Forward und Down, die Motorhalterung für Vorwärts- und Rückwärtsblick sowie die Scout-Motorhalterung. Für Scout Wide braucht es eine zusätzliche Halterung, für die Montage am Heckspiegel ebenfalls.
Praktisch heißt das: Das System ist auf ein Boot mit Elektro-Bugmotor zugeschnitten. Das ergibt Sinn, weil der schwenkbare Schaft den Blickwinkel liefert, verengt die Zielgruppe aber auf ein bestimmtes Bootskonzept.
Beim Strom bleibt es unkompliziert. Das Modul läuft an 10,8 bis 31,2 V, zieht maximal 1,5 A bei 13,8 V und wird mit 3 A abgesichert. Ein Verpolungsschutz ist eingebaut. Das 7,62 m lange Geberkabel gibt genug Reserve, um vom Bugmotor sauber nach hinten zum Modul zu kommen, ohne Verlängerung im Wasserbereich. Mit IP67 verträgt das Modul kurzzeitiges Untertauchen, ein trockener Einbauplatz ist trotzdem der bessere.
Für wen sich das lohnt und für wen nicht
Das ActiveTarget 2 rechnet sich für Bootsangler auf großen Gewässern, die schon Lowrance fahren und einen Bugmotor haben. Beim Zanderangeln am See verkürzt es die Suche drastisch, weil du auf einen Blick siehst, ob an der Kante Fisch steht, statt sie abzufahren und zu interpretieren.
Nicht lohnen wird es sich für drei Gruppen: Uferangler, für die ein Wurfecholot wie der Deeper Chirp+ 2 die passende Antwort ist; Angler vom Belly Boat, wo Halterung, Strom und Displaygröße nicht zusammenpassen; und alle, die ein Garmin-Display fahren, denn dort ist das LiveScope Plus das Gegenstück.
Alternativen im Vergleich
| System | Anbindung | Reichweite laut Hersteller | Preisniveau System | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Lowrance ActiveTarget 2 | HDS PRO/LIVE/Carbon, Elite FS | keine Angabe | rund 1.500 bis 1.900 € | 3,9 |
| Garmin LiveScope Plus | Garmin ECHOMAP/GPSMAP | rund 60 m | rund 1.800 € | 4,4 |
| Lowrance Elite FS 9 | eigenständiges Echolot | 300 m (CHIRP) | rund 1.180 € | 4,2 |
| Deeper Chirp+ 2 | Smartphone, Wurfecholot | 100 m Tiefe | rund 280 € | 4,3 |
Der Vergleich mit dem LiveScope Plus ist der entscheidende, und er entscheidet sich an der Transparenz: Garmin legt Frequenzbereich, Sendeleistung und Reichweite offen, Lowrance nicht. Wer neu in Live-Sonar einsteigt und noch kein Display besitzt, hat bei Garmin schlicht die bessere Entscheidungsgrundlage. Wer bereits Lowrance fährt, für den ist das ActiveTarget 2 die einzige sinnvolle Wahl, weil die Systeme markengebunden sind.
Fazit
Das ActiveTarget 2 liefert, worauf es beim Live-Sonar ankommt: ein scharfes, ruhiges Echtzeitbild in drei Blickrichtungen, mit allen Trollingmotor-Halterungen im Karton. Die Verbesserungen der zweiten Generation zielen richtig, nämlich auf Bildstabilität statt auf Marketing-Reichweiten.
Mit 3,9 von 5 bleibt es dennoch unter dem Garmin-Gegenstück, und das aus drei nachvollziehbaren Gründen: Die beworbenen Zusatzansichten gibt es nur mit HDS PRO und zweitem Schwinger, der Hersteller weist die technischen Kernwerte des Sonars nicht aus, und der Kaufweg in Deutschland ist derzeit dünn. Die klare Empfehlung lautet: Wer ein Elite FS, HDS Carbon, HDS LIVE oder HDS PRO im Boot hat und mit Bugmotor auf große Gewässer fährt, macht mit dem ActiveTarget 2 den größten Sprung, den man an einem Angelboot noch kaufen kann. Alle anderen fahren mit einem guten Echolot oder einem Wurfecholot deutlich wirtschaftlicher.
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Brauche ich für das ActiveTarget 2 ein bestimmtes Echolot?
Ja. Das System liefert nur die Sonardaten, das Bild rechnet und zeigt das Display. Kompatibel sind laut Lowrance HDS PRO, HDS LIVE, HDS Carbon und Elite FS. Ältere Modelle wie Hook Reveal, Eagle oder Elite Ti2 können ActiveTarget nicht darstellen, dort fehlt die Ethernet-Schnittstelle und die Rechenleistung.
Was ist der Unterschied zwischen ActiveTarget 1 und ActiveTarget 2?
Das ActiveTarget 2 zeichnet schärfer, hält das Bild über den gesamten Bereich gleichmäßiger und stabilisiert es bei Welle. Dazu kommen drei zusätzliche Ansichten, die allerdings ein HDS PRO und einen zweiten Schwinger voraussetzen: Scout plus Forward gleichzeitig, eine 180°-Ansicht und Scout Wide. Die Grundmodi Forward, Down und Scout beherrschen beide Generationen.
Was zeigen Forward, Down und Scout jeweils?
Forward blickt nach vorn und zeigt Fische und Struktur vor dem Boot, das ist der Modus zum gezielten Anwerfen. Down blickt senkrecht nach unten und zeigt, was direkt unter dem Boot steht, ideal beim Vertikalangeln. Scout liefert eine flache Draufsicht auf den Bereich vor dem Boot und eignet sich zum Suchen von Schwärmen und Kanten. Umgeschaltet wird über die Ausrichtung des Schwingers und die Einstellung am Display.
Wie weit sieht das ActiveTarget 2?
Lowrance nennt keinen offiziellen Maximalwert. In der Praxis stellen Nutzer die Forward-Ansicht meist auf rund 30 m ein; Struktur zeichnet das Gerät auch darüber hinaus, einzelne Fische lassen sich zuverlässig eher bis etwa 25 m ausmachen. Wassertrübung, Bewuchs und Fischgröße verschieben diese Werte spürbar.
Kann ich das ActiveTarget 2 ohne Elektro-Bugmotor nutzen?
Ja, aber nicht mit dem beiliegenden Material. Im Lieferumfang sind die Halterungen für den Schaft und das Unterwasserteil eines Trollingmotors. Für die Montage am Heckspiegel oder an einer Stange brauchst du eine separate Halterung aus dem Zubehör. Genau der Bugmotor ist allerdings das, was Live-Sonar erst richtig nutzbar macht, weil du den Schwinger damit drehst und so den Blick schwenkst.
Wie viel Strom zieht das System?
Das Modul nimmt laut Datenblatt maximal 1,5 A bei 13,8 V auf, also gut 20 W. Abgesichert wird es mit 3 A. An einer 100-Ah-Bordbatterie fällt das neben Elektromotor und Display kaum ins Gewicht, es braucht aber eine eigene, ordentlich abgesicherte Zuleitung, keinen Abgriff am Display.
Lohnt sich das ActiveTarget 2 auf deutschen Gewässern?
Auf großen Seen, Talsperren und Strömen mit Bootsangeln auf Zander, Barsch und Hecht bringt es einen echten Vorteil, weil du Fische anwirfst, statt Flächen abzusuchen. Auf kleinen Vereinsgewässern, vom Ufer oder aus dem Belly Boat steht der Aufwand in keinem Verhältnis; dort ist ein Wurfecholot die passendere Antwort.
Was kostet das komplette System realistisch?
Die deutsche UVP für Modul, Schwinger und Halterungen liegt bei 1.902,81 €, im Handel liegt der Preis darunter. Dazu kommt ein kompatibles Display: ein Elite FS 7 startet bei rund 1.000 €, ein Elite FS 9 bei rund 1.180 €. Wer alle sechs Ansichten will, braucht ein HDS PRO plus einen zweiten Schwinger, dann bewegt sich das Gesamtpaket im vierstelligen Bereich weit oben.
Kann ich das ActiveTarget 2 im Winter oder zum Eisangeln nutzen?
Die Elektronik arbeitet laut Datenblatt von −15 °C bis +55 °C, die Wassertemperatur darf zwischen 0 °C und +35 °C liegen. Für das Angeln bei Frost ist das System also freigegeben. Für den Einsatz am Eisloch braucht es allerdings eine passende Halterung und eine mobile Stromversorgung, beides gehört nicht zum Lieferumfang.
Ist das ActiveTarget 2 mit Garmin LiveScope vergleichbar?
Technisch zielen beide auf dasselbe: ein Echtzeitbild vom Wasser vor und unter dem Boot. Garmin gibt beim LiveScope Plus konkrete Werte an (530 bis 1.100 kHz, 500 W, rund 60 m Reichweite), Lowrance hält sich bedeckt. Entscheidend ist in der Praxis, welche Display-Marke schon an Bord ist, denn beide Systeme laufen ausschließlich an den Plottern des eigenen Herstellers.